[identity profile] chalada.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Serenity
Challenge: Romantik/Intimität – Nah und fern (fürs Team)
Fandom: Supernatural
Charaktere/Pairing: Dean Winchester/Castiel
Wörter: ~800
Anmerkung: Diese Fanfic wird präsentiert von morgendlichen Zugfahrten im Halbschlaf zur Arbeit, nach fast einem Jahr immer noch zu vielen plötzlich wieder aufgetauchten SPN-Gefühlen und meinem fragwürdigen Musikgeschmack. Sorry, Cas hört jetzt K-Pop.


Die Sache mit Cas ist,... dass Dean nicht so genau weiß, was die Sache mit Cas ist.

Er ist sich ziemlich sicher, worauf sie hinauslaufen muss, zumindest irgendwann. Manchmal glaubt er, dass dieses Ende – dieser Anfang– zum Greifen nah ist. Dann hat einer von ihnen den Mut oder die nötige Nah- oder Mehr-als-Nah-Toderfahrung, um Wörter wie Liebe und ich brauche dich in den Mund zu nehmen.

Und dann wirft jemand im letzten Moment so was wie Bruder oder Familie in den Raum und es ist plötzlich wieder alles so weit weg und er ist sich doch nicht mehr so sicher, ob er sich nicht alles nur einbildet.

Gerade ist einer dieser Momente: Cas liegt auf dem Bett, als Dean ins Zimmer kommt; nicht auf die sexy Art, die Dean sich manchmal in seinem kühnsten Träumen vorstellt oder die ihn öfter nachts heimsucht, als er vielleicht zugeben möchte. Aber er hat die Arme hinterm Kopf verschränkt und den Trenchcoat abgelegt und das Ganze macht deswegen trotzdem Dinge mit Dean.
Und dann lächelt Cas ihn an und alles ist wieder so deutlich, dass er fühlen kann, dass das in greifbarer Nähe ist und er eigentlich nur noch die Hand danach ausstrecken muss, damit er es haben kann.

Aber in dem Moment wechselt die Musik im Hintergrund und eine sanfte Stimme fängt in einer fremden Sprache ab zu singen. Es dauert einen Augenblick, bis sein Gehirn versteht, was da gerade passiert.

"Was zur Hölle hörst du da?", fragt er, obwohl er es eigentlich schon besser weiß.

"Koreaniche Pop-Musik", sagt Cas, als wäre das einfach nur ein Fakt. Als wäre es was ganz Normales, was normale Leute eben so hören.

"K-Pop, Cas, ernsthaft?"

Cas setzt sich auf und lehnt sich stattdessen an die Wand hinterm Bett, bevor er den Kopf leicht schieflegt und kurz wohl selbst darüber nachdenkt. Aber nicht, um sein komplettes Leben und alle seine Entscheidungen zu hinterfragen, wie Dean im nächsten Augenblick erfährt, sondern, weil er sich, natürlich, wirklich Gedanken darüber gemacht hat; und natürlich hängt Dean, egal, um was es geht, an jedem Wort, wie immer, wenn Cas das macht.

"Die Musik ist manchmal viel tiefgründiger, als man erst denkt. Und das hier", er hält Dean das Display seines Handys samt Musikbeschallung entgegen, "Erinnert mich an uns."

Im ersten Moment kann Dean sich nicht mal auf den Bildschirm konzentrierten, weil Cas ihn wieder so ansieht, mit der ganzen Intensivität und den ganzen Gefühlen, die allein das schon in ihm auslöst. Und weil er solche Dinge sagt – und vor allem auch so meint. Haben sie jetzt schon so was wie ihren Song? So verdammt nah, denkt Dean, bis er den Songtitel liest.

Der springt ihm nämlich weniger entgegen als dass er ihm einen harten Schlag mitten ins Gesicht verpasst und ihn tatsächlich einen Schritt, und gefühlt bis mindestens ans andere Ende des Raumes, zurücktaumeln lässt.

Friends.

Und okay, ja, ein bisschen beruhigend ist es, dass sie sich inzwischen immerhin sicher sein können, zumindest eindeutig befreundet zu sein, und es wie gesagt nicht so, dass Dean diese oder die Familienkarte nicht auch schon öfters gezogen hätte, wenn er einen Schritt zu viel auf Cas zugemacht hat und im Nachhinein nicht mehr mit der Nähe umgehen konnte.

Aber diesmal ist es anders. Denn das ist so verdammt eindeutig und kommt ohne Aufforderung, ohne, dass Cas sich auch nur ansatzweise in die Ecke gedrängt fühlen kann, denn der sieht Dean jetzt nicht mal mehr an, sondern hört einfach nur mit einem beschissenen Lächeln der Musik zu, von der er im Gegensatz zu Dean auch jede einzelne Zeile versteht.

Dean versteht nur ein Wort, aber das reicht aus, damit er sich mit einem Mal nicht nur unendlich weit von Cas entfernt fühlt, sondern auch so, als würde er meilenweit neben sich selbst stehen. Die fröhliche Musik klingt aus dem Handylautsprecher plötzlich leer und blechern.

Friends.

„Oh“, sagt er schließlich unbeholfen, und dann, mehr um sich selbst zu beweisen, dass seine Stimme nicht mit einem mal komplett erstickt ist, „Okay.“

Das Display flackert weiter vor seinen Augen, als würde es ihn auslachen. Cas lächelt immer noch. Dean will eigentlich nur noch aus dem Raum flüchten. Und dann streut das Lied scheinbar willkürlich ein paar englische Wörter ein, weil… er hat keine Ahnung, aber das ist in dem Moment auch völlig egal, denn was er hört, und alles, was er deswegen noch denken kann, ist:

„You are my soulmate.“

Und erstens, was zur Hölle? Und zweitens: Oh.

Oh“, sagt Dean dieses Mal. „Oh, okay.“

Später wird er vielleicht der Frage nachgehen, ob Freundschaft in Korea eine etwas andere Definition hat, und dann erst mal den ganzen Songtext nachlesen. Und vielleicht recherchieren, in welcher Beziehung Mitglieder koreanischer Boygroups insgeheim wirklich zueinander stehen.

Aber während er Cas ein Stück zur Seite schiebt, um sich neben ihn aufs Bett zu setzen, ist das erst mal ganz weit weg; und Cas‘ Schulter, auf die er seinen Kopf sinken lässt, zumindest so nah wie nie zuvor.

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