Team: Enterprise
Challenge: Charakterschwächen — Süchtig nach
Titel: Was geht dich das an?
Fandom: Tatort Saarbrücken
Inhalt: Es ist spät. Adam will nach Hause. Leo nicht.
Worte: ~500
Anmerkungen: Also...Workaholic ist doch auch irgendwie...so im weitesten Sinne?
Adam starrte auf den Bildschirm. Das Video war zu Ende. Wahrscheinlich schon seit einer Weile. Und wahrscheinlich wäre es ihm nicht aufgefallen wenn dabei plötzlich Gozilla aufgetaucht wäre. Der Wagen eines ihrer Verdächtigen wäre ihm erst recht nicht aufgefallen. Seufzend fuhr er den Rechner herunter und stand auf.
„Ich mach Schluss für heute.“ Leos Blick war immer noch starr auf seinen Bildschirm gerichtet. Er murrte ein „Hm.“
„Willst du nicht auch Schluss machen? Es ist“, Adam schaute auf die Uhr, „es ist fast neun.“
„Nein.“ Sein Tonfall machte deutlich, dass er keine weitere Diskussion wollte.
„Du musst doch auch bald einschlafen. Was wenn dir dabei was entgeht?“
Leo schaute weiter auf den Bildschirm und hielt dabei die Kaffeekanne hoch, füllte seine Tasse damit und nahm einen großen Schluck. Er sagte kein Wort.
Adam unternahm einen weiteren Versuch: „Die Videos sind morgen auch noch da.“ Und du bist schon die ganze Zeit der erste der morgens kommt und der letzte der abends geht. Seit…
Leo knallte seine Kaffeetasse auf den Tisch und drehte sich jetzt endlich zu ihm. „Adam. Da läuft ein Mörder draußen rum. Da kann ich mich nicht einfach faul hinlegen.“
Er ignorierte den sehr offensichtlichen Versuch einen Streit anzufangen. „Ein unzufriedener Kunde hat einen betrügerischen Anlageberater umgebracht. Es ist unwahrscheinlich, dass er oder sie auf noch mehr reingefallen ist und die jetzt alle umbringt.“
Leo funkelte ihn böse an. „Wir vermuten, dass das der Grund ist, aber sicher können wir nicht sein.“ Adam fand, dass sie sich ziemlich sicher sein konnten, da neben dem Opfer fein säuberlich die Werbebroschüre für die nicht wirklich existierende Luxuswohnanlage platziert worden war. „Und selbst wenn es so ist...du hast gesagt unwahrscheinlich nicht unmöglich. Was ist wenn es noch mehr Situationen gab in denen er sich falsch behandelt gefühlt hat? Wenn…“, er verstummte. „Wenn ihm der Bäcker zu wenig Rückgeld gegeben hat und er deswegen morgen alle Bäcker Saarbrückens massakriert?“ schlug Adam bissig vor.
Leo sprang auf und fixierte ihn. „Das ist nicht lustig.“
„Nein. Ist es nicht. Und dein Verhalten auch nicht.“
„Ach“, er umklammerte die Stuhllehne, „wie verhalte ich mich denn?“
Adam schloss die Augen, öffnete sie wieder, atmetet tief durch und hatte wirklich vor ihr eigentliches Problem anzusprechen anstatt weiter drum herumzureden. Aber dann tat er es doch nicht. „Du arbeitest doch nur noch.“
„Ja. Weil wir einen Fall haben. Den zu lösen ist nicht ganz unwichtig.“ Er sprach langsam und überdeutlich, als würde er es jemandem erklären, der besonders schwer von Begriff war.
„Du warst schon davor mehr im Büro als sonstwo.“
Leo starrte ihn wieder böse an und für einen Moment dachte Adam, dass er jetzt Klartext reden würde. Ja Adam warum glaubst du vergrabe ich mich wohl so in der Arbeit? Könnte es daran liegen, dass ich mich davon ablenken möchte, dass du wolltest, dass ich zuschaue wie jemand deinen Vater umbringt? Und dass mein Leben dank dir so verkorkst ist, dass ich außer der Arbeit keine Ablenkung habe? Aber Leo sagte nichts davon. Stattdessen fauchte er „Und was geht dich das an?“
Er gab auf. „Nichts.“ Dann drehte er sich um und ging.