Team: Enterprise
Fandom: Tatort Saarbrücken x Iron Sky - The Coming Race
Charaktere: Leo Hölzer, Adam Schürk, Sasha, Obi, Malcolm
Prompt: Rollentausch (fürs Team)
Anmerkung: Ich habe "Rollentausch" sehr, sehr wörtlich genommen. Wenn ihr "Iron Sky - The Coming Race" gesehen habt, ist das wohl hilfreich, ich hoffe allerdings sehr, dass es auch so geht. Danke an
failte_aoife für die Hilfe bei russischen Beleidigungen.
Ausserdem tut es mir sehr, sehr leid. Sehr.
Als Adam die Augen öffnet, schaut er in strahlend blauen Himmel, und aua, nicht wirklich die beste Idee wie er feststellen muss, also schließt er die Augen schnell wieder.
Sein Schädel brummt mit ausnehmender Vehemenz, und er versucht sich an den Grund dafür zu erinnern, aber es will ihm nicht wirklich etwas einfallen, und er ist kurz davor, es mit dem Öffnen der Augen noch einmal zu versuchen, vorsichtig dieses Mal, da hört er eine Stimme.
“Hey. Hallo? Du musst aufstehen?”
Etwas an der Stimme klingt vertraut, und Adam runzelt verwirrt die Stirn, als er vorsichtig erst ein Auge öffnet, und als er einen Kopf in seinem Gesichtsfeld wahrnimmt, auch das zweite.
Leo schaut zu ihm hinunter, etwa so verwirrt, wie sich Adam fühlt, denn irgendwas…
“Was machst du hier? Warum liegst du hier herum? Ist dir nicht gut?”
Ja gut, alles berechtigte Fragen, aber seit wann spricht Leo eigentlich mit einem russischen Akzent?
Adam setzt sich vorsichtig auf, kratzt sich am Kopf, als er langsam seine Umgebung aufnimmt.
Leo kniet vor ihm, die Arme auf den Beinen gestützt. Aus Gründen, die Adam nicht kennt, hat er lauter Ölflecken im Gesicht und auf den Klamotten. Klamotten, in denen Adam ihn noch nie gesehen hat, und Adam schaut noch mal genau hin.
Ein altes, sehr abgerocktes T-Shirt, auf dem CCCP steht, und das mehrere Löcher aufweist. Eine ähnlich heruntergekommene Hose, deren Hosenträger sich über das T-Shirt spannen. Und absurderweise ein rotes Halstuch und Hundemarken, also nein, was?
Adam will schon fragen, wenn er sich auch nicht sicher ist, was genau, da streckt Leo seine Hand aus, die in einem fingerlosen Handschuh steckt, und sagt, “Ich bin Sasha, und wie heißt du?”
Gehirnerschütterung. Das muss es sein, was sich Adam zugezogen hat, wenn er auch nicht weiß wie.
Aber sonst ergibt diese Situation so überhaupt keinen Sinn, und irgendwo ist Adam auch froh, dass er das Ganze nicht rational hinterfragen muss, sondern einfach nur warten kann, bis diese Halluzination vorbei ist.
Leo - der nicht Leo heißt, sondern Sasha, warum auch immer - sieht ihn immer noch fragend an, und Adam erinnert sich daran, dass er nach seinem Namen gefragt wurde, also ergreift er Le… Sashas Hand und sagt es ihm.
“Okay, hallo Adam. Ich weiß zwar nicht, wie du herkommst, aber wir müssen hier weg.”
Adam, mittlerweile schwankend auf seinen Füßen stehend, lässt seine Hände in die Hosentaschen gleiten und zuckt mit den Schultern.
“Okay, und wohin?”
“Wir gehen jetzt zu Obi, und dann suchen wir den heiligen Gral,” antwortet Sasha mit einem strahlenden Lächeln, und Adam weiß nicht genau, wie er darauf jetzt reagieren soll, aber das hysterische Lachen, das in ihm aufsteigt, das ist es wohl eher nicht.
“Okay,” sagt er dann auch nur gedehnt, und folgt dann einfach seinem besten Freund, der nicht sein bester Freund zu sein scheint, weil etwas anderes bleibt ihm auch nicht übrig.
Auf dem Weg fällt ihm die abstruse Kulisse, in der sie sich befinden, erst richtig auf - riesige Felsen ragen neben ihm auf, und Pflanzen, die er noch nie gesehen hat, ranken an ihnen hoch, und dem nicht genug ist die Luft derart frisch, dass seine Lunge schon fast nicht drauf klarkommt.
Was zum Teufel?
Und was zum Teufel soll er damit anfangen, dass sein Unterbewusstsein beschlossen hat, ihn Leo als russischen Mechaniker namens Sasha zu präsentieren, das ergibt doch so überhaupt keinen Sinn.
“Hey Kleine, ich hab jemanden mitgebracht,” ruft Sasha plötzlich, und Adam sieht nach oben, als er um eine Ecke biegt, und öh.
Ein riesiger Haufen Blech liegt vor ihm, halb vergraben in der sandigen Erde, und auf einem Teil dieses Schrotthaufens sitzt eine junge schwarze Frau, die gerade die Augen verdreht.
“Was hast du uns denn da angeschleppt? Sehe ich so aus, als ob ich noch mehr Leute gebrauchen kann, auf die ich aufpassen muss?”
Na danke, denkt Adam, und richtet sich zu seiner ganzen Größe auf.
“Ich kann schon auf mich alleine aufpassen, danke,” sagt er trotzig.
Die junge Frau schaut weiterhin skeptisch, und dann ist da plötzlich Leos… Sashas Hand auf seiner Schulter, ein kurzer Druck, als dieser sagt, “Keine Sorge, ich kann auf ihn aufpassen.”
Die Frau guckt genauso begeistert, wie sich Adam gerade fühlt, und zuckt mit den Schultern. “Okay, aber auf deine Verantwortung. Ich bin übrigens Obi.”
Adam nickt einmal kurz, dann deutet er auf den Schrotthaufen vor ihm.
“Und das ist was?”
Sasha dreht sich zu ihm, seine Augen funkeln belustigt, und Adams Herz macht merkwürdige Hüpfer.
Ja super, das auch noch.
“Das ist unser Raumschiff,” sagt Sasha ganz selbstverständlich, als wäre das Wort “Raumschiff” nicht schon völlig abwegig.
“Ah ja,” sagt Adam auch nur völlig hilflos, und nimmt sich fest vor, wenn er irgendwann wieder in der Realität ankommt, zum Arzt zu gehen.
“Okay, wenn wir das geklärt haben, können wir dann wieder zu unserem Problem zurückkommen? Hey, du hast nicht zufällig einen Kompass?”
Adam hebt fragend die Augenbrauen, warum sollte er einen Kompass haben?
Obi nickt nur resigniert.
“Dachte ich mir.”
“Ich sage doch, ich hab einen eingepackt,” wirft Sasha ein und fängt an, in einem Beutel zu kramen, jede Menge Zeug auf seinem Raumschiff abzulegen.
“Warte mal, ist das ein…” sagt Obi plötzlich, und Adam schaut auf den Gegenstand in ihrer Hand.
EIn altes Nokia.
Also, ein steinaltes. Ein…
“Ein 3310. So eines hatte mein Vater,” sagt Obi da erstaunt, und ja, lang lebe die Technik, denn unwesentlich später finden sie heraus, das dieses Telefon auch einen Kompass beinhaltet, und auf einmal kommt Bewegung in die Gruppe.
Adam ist immer noch reichlich überfordert, und er legt Sasha im Vorbeigehen die Hand auf den Arm.
“Sag mal, wo gehen wir eigentlich hin?”
“Na, nach Agatar, duratschok. Da ist doch der heilige Gral.”
Ach ja. Natürlich.
+~+
Auf dem Weg durch die karge Landschaft findet Adam jede Menge heraus.
Dass Obi und Sasha und der Rest der Truppe (ein sehr muskulöser Mann namens Malcolm, und eine Truppe weißgekleideter Nichtsnutze) anscheinend vom Mond kommen, dort mit Nazis (was?) zusammenhausen, dass es eine Kirche von Apple-Jüngern gibt (er fragt erst gar nicht), und dass man auf der Suche nach einer Substanz ist, die ewiges Leben verspricht.
Bei jeder neuen Information fragt sich Adam, ob er am Abend zuvor eventuell etwas falsches gegessen hat, oder ob sein Verstand einfach die Flucht ergriffen hat, irgendwas, dass diese Aneinanderreihung von völlig abstrusen Dingen erklären könnte.
Aber was auch immer der Grund für seinen Ausflug in den Wahnsinn sein mag, er wird auch nicht plötzlich wach, also geht er einfach mit, was bleibt ihm auch anderes übrig.
Irgendwann kommen sie tatsächlich zu einer Stadt, und als Adam einen Haufen Leute sieht, die eher Reptilien ähneln, die Dinosaurier an der Leine mit sich führen, da reagiert er schon fast nicht mehr, weil naja, wie verrückt kann es noch werden?
Er bereut die Frage in dem Moment, als sie von einem Haufen Typen, die Hörner statt Nasen haben, angehalten und gefragt werden, was sie hier eigentlich zu suchen haben.
Zwei der Typen haben Raptoren an der Leine. Fucking Raptoren, und Adam wird vermutlich nie wieder einen Jurassic Park Film in seinem Leben gucken.
Dann wird alles hektisch, Malcolm wirft sich todesmutig den Raptoren entgegen, die Nichtsnutze rennen alle in eine andere Richtung, und Adam wird am Kragen gepackt und weggezerrt, und er hat wohl irgendwas verpasst, denn auf einmal stolpert er Sasha hinterher, der ihn hinter eine Ecke zieht.
“Ja gut, was machen wir jetzt,” fragt Obi atemlos, und Adam hätte die gleiche Frage.
Die Antwort, “wir verkleiden uns als die Wachen, die hier rumlaufen” kommt ihm nicht in den Sinn, aber Sasha schon, und dann trägt Adam auch schon einen Brustpanzer und einen Helm und schaut skeptisch seine Begleitung an.
“Und ihr meint, das funktioniert,” fragt er, und sowohl Obi als auch Sasha zucken nicht besonders hilfreich mit den Schultern.
Ja gut, warum auch nicht, denkt, Adam, packt den Speer in seiner Hand fester und geht mit soviel Selbstbewusstsein wie möglich auf ein Tor zu.
Das Tor, das anscheinend zum Heiligen Gral führt.
Vor dem Tor gucken alle drei etwas betreten auf die Tatsache, dass sie so ohne weiteres wohl nicht an der Sicherheitsvorkehrung vorbeikommen, und Sasha kramt ein Stück Papier aus der Tasche, faltet eine bunte Zeichnung auseinander.
“Hier steht irgendwas von Finger, kann aber auch Übersetzungsfehler sein,” murmelt er, und Obi greift sich in die Hosentasche.
“Oder auch nicht,” sagt sie und zieht ein Bündel hervor, faltet den Stoff auseinander, und Adam ist gar nicht wirklich überrascht, dass sie einen reptilienartigen Finger in der Hand hält, warum auch nicht, ist ja nur logisch in dem Tollhaus hier.
Die Türsicherung ist nämlich ein Fingerabdruckscanner, und wessen Finger Obi da auch immer in der Tasche hatte, öffnet natürlich die Tür, und schon sind alle drei im Inneren verschwunden und.
Und auf einer meterhohen Säule steht ein Gefäß, in dessen Inneren es leuchtet, und dieses Leuchten setzt sich fort in einem riesigen Lichtstrahl, der zum HImmel reicht.
“Da ist er. Der heilige Gral,” sagt Obi in dem Moment etwas überflüssig, und sie geht auf die Säule zu und macht sich auf, daran hochzuklettern.
Sie ist gerade oben, da liest Sasha aus seinem Papier vor, “Wenn der Gral entfernt wird, löst das einen Mechanismus aus, und die Sonne verdunkelt sich.”
“Ja okay. Wie schwer ist das Ding ungefähr,” fragt Obi, und Sasha runzelt die Stirn.
“Ungefähr,” und dann nuschelt er sich eine Zahl in den Bart, die selbst Adam nicht versteht, der direkt neben ihm steht.
“Was? Wieviel?”
“Altes russisches Maß. Schlag das mal nach,” antwortet Sasha, und das ist so überhaupt nicht hilfreich, und Adam schlägt ihm warnend auf den Arm.
“Das sind ungefähr 315,” ruft Sasha daraufhin erklärend nach oben, und Obi nickt wieder.
“315 was,” fragt sie dann, und Sasha zuckt mit den Schultern.
“Unzen. Oder Gramm. Weiß ich nicht mehr. Aber ich denke, es waren Gramm.”
Adam sieht, wie Obi nickt, und in ihrer Tasche kramt. Etwas hervorzieht, und auf das Podest legt, kurz nachdem sie den Gral entfernt.
Ein Vibrieren macht sich unter Adams Füßen bemerkbar, und einzelne Kiesel rieseln von der Decke.
“Ich denke, es waren doch Unzen,” hört er Obi sagen, dann wird das Vibrieren auch schon stärkrer, fängt der Boden an zu wogen, und er hört sich “Ach du Scheiße,” sagen, als Sasha neben ihm auf russisch flucht.
Obi klettert in unglaublicher Geschwindigkeit die Säule hinab, stopft sich den Gral in die Tasche und nickt zur Tür.
“Nichts wie weg hier.”
Adam kann da nur zustimmen, und so laufen sie los, laufen aus der Tür auf einen Platz, und Adam registriert nur kurz, dass da plötzlich Streitwagen stehen, Streitwagen mit Triceratops als Antrieb, und es bleibt ihm zum Glück gar keine Zeit, das noch irgendwie zu hinterfragen, er sprintet nur auf den Wagen, der wohl, bei näherem Hinsehen, aus Knochen besteht, und schon hat Sasha Zügel in der Hand.
Adam hört sich sagen, “Weißt du, wie man Streitwagen fährt,” und Sasha grinst ihn an und ruft, “Kann ja so schwer nicht sein,” und dann fahren sie auch schon los.
Neben und hinter und über und unter ihnen fällt derweil alles auseinander, sprüht Feuer und Lava aus Erdspalten, fallen Felsen hinab und brechen ganze Stücke vom Weg, und Adam kann gar nicht glauben, wieviel Glück sie haben, dass sie nicht in einer Felsspalte oder in einem Feuerball enden, und er sieht kurz nach links, um zu sehen, ob Obi es ähnlich geht, da sieht er…
“Ist das Hitler auf einem T-Rex,” hört er sich völlig entgeistert fragen, und Sasha dreht kurz den Kopf, dann sieht er wieder nach vorne.
“Ja, aber das ist jetzt nicht wichtig,” und okay, Adam nimmt auch das als gegeben hin, was soll er auch noch fragen, er hält sich lieber mit einer Hand an dem Knochenwagen und mit der anderen an Sasha fest.
“Oh oh,” hört er dann plötzlich, und als er nach vorne schaut, da sieht er auch das Problem, denn da ist gar kein Weg mehr, und er schluckt.
“Halt dich fest, ja,” ruft Sasha, als er seine Zügel peitschen lässt, den Triceratops weiter antreibt, und Adam hält sich fest, kneift die Augen zusammen, und dann schweben sie plötzlich, heben sich seine Füße vom Boden ab, und Adam öffnet doch noch mal die Augen, sieht den Boden auf sich zurasen, immer näher und näher und…
“Adam? Adam,” und jemand schüttelt ihn an der Schulter, und Adam schreckt hoch.
Leo - oder Sasha? - steht neben ihm, die Hand auf seiner Schulter drückt fester zu, als er es für nötig hält.
Adam blinzelt, und sein Umfeld kommt in den Fokus.
Schreibtische. Aktenschränke. Leo, definitiv Leo, in T-Shirt und Jeans und Schulterholster, der besorgt zu ihm hinunter schaut.
“Alles gut? Ich hab dich ja kaum wach gekriegt,” fragt Leo, die Stirn in Falten gelegt.
Adam blinzelt, schüttelt die letzte Bilder seines - ja was, Traums, Fieberwahns, Halluzination - ab, lässt die Hände über den Schreibtisch gleiten.
“Ja, ja. Alles gut.”
Leo schaut ihn immer noch skeptisch an, drückt wieder seine Schulter, und Adam lässt sich in seinen Stuhl sinken.
Was für ein Trip.
Fandom: Tatort Saarbrücken x Iron Sky - The Coming Race
Charaktere: Leo Hölzer, Adam Schürk, Sasha, Obi, Malcolm
Prompt: Rollentausch (fürs Team)
Anmerkung: Ich habe "Rollentausch" sehr, sehr wörtlich genommen. Wenn ihr "Iron Sky - The Coming Race" gesehen habt, ist das wohl hilfreich, ich hoffe allerdings sehr, dass es auch so geht. Danke an
Ausserdem tut es mir sehr, sehr leid. Sehr.
Als Adam die Augen öffnet, schaut er in strahlend blauen Himmel, und aua, nicht wirklich die beste Idee wie er feststellen muss, also schließt er die Augen schnell wieder.
Sein Schädel brummt mit ausnehmender Vehemenz, und er versucht sich an den Grund dafür zu erinnern, aber es will ihm nicht wirklich etwas einfallen, und er ist kurz davor, es mit dem Öffnen der Augen noch einmal zu versuchen, vorsichtig dieses Mal, da hört er eine Stimme.
“Hey. Hallo? Du musst aufstehen?”
Etwas an der Stimme klingt vertraut, und Adam runzelt verwirrt die Stirn, als er vorsichtig erst ein Auge öffnet, und als er einen Kopf in seinem Gesichtsfeld wahrnimmt, auch das zweite.
Leo schaut zu ihm hinunter, etwa so verwirrt, wie sich Adam fühlt, denn irgendwas…
“Was machst du hier? Warum liegst du hier herum? Ist dir nicht gut?”
Ja gut, alles berechtigte Fragen, aber seit wann spricht Leo eigentlich mit einem russischen Akzent?
Adam setzt sich vorsichtig auf, kratzt sich am Kopf, als er langsam seine Umgebung aufnimmt.
Leo kniet vor ihm, die Arme auf den Beinen gestützt. Aus Gründen, die Adam nicht kennt, hat er lauter Ölflecken im Gesicht und auf den Klamotten. Klamotten, in denen Adam ihn noch nie gesehen hat, und Adam schaut noch mal genau hin.
Ein altes, sehr abgerocktes T-Shirt, auf dem CCCP steht, und das mehrere Löcher aufweist. Eine ähnlich heruntergekommene Hose, deren Hosenträger sich über das T-Shirt spannen. Und absurderweise ein rotes Halstuch und Hundemarken, also nein, was?
Adam will schon fragen, wenn er sich auch nicht sicher ist, was genau, da streckt Leo seine Hand aus, die in einem fingerlosen Handschuh steckt, und sagt, “Ich bin Sasha, und wie heißt du?”
Gehirnerschütterung. Das muss es sein, was sich Adam zugezogen hat, wenn er auch nicht weiß wie.
Aber sonst ergibt diese Situation so überhaupt keinen Sinn, und irgendwo ist Adam auch froh, dass er das Ganze nicht rational hinterfragen muss, sondern einfach nur warten kann, bis diese Halluzination vorbei ist.
Leo - der nicht Leo heißt, sondern Sasha, warum auch immer - sieht ihn immer noch fragend an, und Adam erinnert sich daran, dass er nach seinem Namen gefragt wurde, also ergreift er Le… Sashas Hand und sagt es ihm.
“Okay, hallo Adam. Ich weiß zwar nicht, wie du herkommst, aber wir müssen hier weg.”
Adam, mittlerweile schwankend auf seinen Füßen stehend, lässt seine Hände in die Hosentaschen gleiten und zuckt mit den Schultern.
“Okay, und wohin?”
“Wir gehen jetzt zu Obi, und dann suchen wir den heiligen Gral,” antwortet Sasha mit einem strahlenden Lächeln, und Adam weiß nicht genau, wie er darauf jetzt reagieren soll, aber das hysterische Lachen, das in ihm aufsteigt, das ist es wohl eher nicht.
“Okay,” sagt er dann auch nur gedehnt, und folgt dann einfach seinem besten Freund, der nicht sein bester Freund zu sein scheint, weil etwas anderes bleibt ihm auch nicht übrig.
Auf dem Weg fällt ihm die abstruse Kulisse, in der sie sich befinden, erst richtig auf - riesige Felsen ragen neben ihm auf, und Pflanzen, die er noch nie gesehen hat, ranken an ihnen hoch, und dem nicht genug ist die Luft derart frisch, dass seine Lunge schon fast nicht drauf klarkommt.
Was zum Teufel?
Und was zum Teufel soll er damit anfangen, dass sein Unterbewusstsein beschlossen hat, ihn Leo als russischen Mechaniker namens Sasha zu präsentieren, das ergibt doch so überhaupt keinen Sinn.
“Hey Kleine, ich hab jemanden mitgebracht,” ruft Sasha plötzlich, und Adam sieht nach oben, als er um eine Ecke biegt, und öh.
Ein riesiger Haufen Blech liegt vor ihm, halb vergraben in der sandigen Erde, und auf einem Teil dieses Schrotthaufens sitzt eine junge schwarze Frau, die gerade die Augen verdreht.
“Was hast du uns denn da angeschleppt? Sehe ich so aus, als ob ich noch mehr Leute gebrauchen kann, auf die ich aufpassen muss?”
Na danke, denkt Adam, und richtet sich zu seiner ganzen Größe auf.
“Ich kann schon auf mich alleine aufpassen, danke,” sagt er trotzig.
Die junge Frau schaut weiterhin skeptisch, und dann ist da plötzlich Leos… Sashas Hand auf seiner Schulter, ein kurzer Druck, als dieser sagt, “Keine Sorge, ich kann auf ihn aufpassen.”
Die Frau guckt genauso begeistert, wie sich Adam gerade fühlt, und zuckt mit den Schultern. “Okay, aber auf deine Verantwortung. Ich bin übrigens Obi.”
Adam nickt einmal kurz, dann deutet er auf den Schrotthaufen vor ihm.
“Und das ist was?”
Sasha dreht sich zu ihm, seine Augen funkeln belustigt, und Adams Herz macht merkwürdige Hüpfer.
Ja super, das auch noch.
“Das ist unser Raumschiff,” sagt Sasha ganz selbstverständlich, als wäre das Wort “Raumschiff” nicht schon völlig abwegig.
“Ah ja,” sagt Adam auch nur völlig hilflos, und nimmt sich fest vor, wenn er irgendwann wieder in der Realität ankommt, zum Arzt zu gehen.
“Okay, wenn wir das geklärt haben, können wir dann wieder zu unserem Problem zurückkommen? Hey, du hast nicht zufällig einen Kompass?”
Adam hebt fragend die Augenbrauen, warum sollte er einen Kompass haben?
Obi nickt nur resigniert.
“Dachte ich mir.”
“Ich sage doch, ich hab einen eingepackt,” wirft Sasha ein und fängt an, in einem Beutel zu kramen, jede Menge Zeug auf seinem Raumschiff abzulegen.
“Warte mal, ist das ein…” sagt Obi plötzlich, und Adam schaut auf den Gegenstand in ihrer Hand.
EIn altes Nokia.
Also, ein steinaltes. Ein…
“Ein 3310. So eines hatte mein Vater,” sagt Obi da erstaunt, und ja, lang lebe die Technik, denn unwesentlich später finden sie heraus, das dieses Telefon auch einen Kompass beinhaltet, und auf einmal kommt Bewegung in die Gruppe.
Adam ist immer noch reichlich überfordert, und er legt Sasha im Vorbeigehen die Hand auf den Arm.
“Sag mal, wo gehen wir eigentlich hin?”
“Na, nach Agatar, duratschok. Da ist doch der heilige Gral.”
Ach ja. Natürlich.
+~+
Auf dem Weg durch die karge Landschaft findet Adam jede Menge heraus.
Dass Obi und Sasha und der Rest der Truppe (ein sehr muskulöser Mann namens Malcolm, und eine Truppe weißgekleideter Nichtsnutze) anscheinend vom Mond kommen, dort mit Nazis (was?) zusammenhausen, dass es eine Kirche von Apple-Jüngern gibt (er fragt erst gar nicht), und dass man auf der Suche nach einer Substanz ist, die ewiges Leben verspricht.
Bei jeder neuen Information fragt sich Adam, ob er am Abend zuvor eventuell etwas falsches gegessen hat, oder ob sein Verstand einfach die Flucht ergriffen hat, irgendwas, dass diese Aneinanderreihung von völlig abstrusen Dingen erklären könnte.
Aber was auch immer der Grund für seinen Ausflug in den Wahnsinn sein mag, er wird auch nicht plötzlich wach, also geht er einfach mit, was bleibt ihm auch anderes übrig.
Irgendwann kommen sie tatsächlich zu einer Stadt, und als Adam einen Haufen Leute sieht, die eher Reptilien ähneln, die Dinosaurier an der Leine mit sich führen, da reagiert er schon fast nicht mehr, weil naja, wie verrückt kann es noch werden?
Er bereut die Frage in dem Moment, als sie von einem Haufen Typen, die Hörner statt Nasen haben, angehalten und gefragt werden, was sie hier eigentlich zu suchen haben.
Zwei der Typen haben Raptoren an der Leine. Fucking Raptoren, und Adam wird vermutlich nie wieder einen Jurassic Park Film in seinem Leben gucken.
Dann wird alles hektisch, Malcolm wirft sich todesmutig den Raptoren entgegen, die Nichtsnutze rennen alle in eine andere Richtung, und Adam wird am Kragen gepackt und weggezerrt, und er hat wohl irgendwas verpasst, denn auf einmal stolpert er Sasha hinterher, der ihn hinter eine Ecke zieht.
“Ja gut, was machen wir jetzt,” fragt Obi atemlos, und Adam hätte die gleiche Frage.
Die Antwort, “wir verkleiden uns als die Wachen, die hier rumlaufen” kommt ihm nicht in den Sinn, aber Sasha schon, und dann trägt Adam auch schon einen Brustpanzer und einen Helm und schaut skeptisch seine Begleitung an.
“Und ihr meint, das funktioniert,” fragt er, und sowohl Obi als auch Sasha zucken nicht besonders hilfreich mit den Schultern.
Ja gut, warum auch nicht, denkt, Adam, packt den Speer in seiner Hand fester und geht mit soviel Selbstbewusstsein wie möglich auf ein Tor zu.
Das Tor, das anscheinend zum Heiligen Gral führt.
Vor dem Tor gucken alle drei etwas betreten auf die Tatsache, dass sie so ohne weiteres wohl nicht an der Sicherheitsvorkehrung vorbeikommen, und Sasha kramt ein Stück Papier aus der Tasche, faltet eine bunte Zeichnung auseinander.
“Hier steht irgendwas von Finger, kann aber auch Übersetzungsfehler sein,” murmelt er, und Obi greift sich in die Hosentasche.
“Oder auch nicht,” sagt sie und zieht ein Bündel hervor, faltet den Stoff auseinander, und Adam ist gar nicht wirklich überrascht, dass sie einen reptilienartigen Finger in der Hand hält, warum auch nicht, ist ja nur logisch in dem Tollhaus hier.
Die Türsicherung ist nämlich ein Fingerabdruckscanner, und wessen Finger Obi da auch immer in der Tasche hatte, öffnet natürlich die Tür, und schon sind alle drei im Inneren verschwunden und.
Und auf einer meterhohen Säule steht ein Gefäß, in dessen Inneren es leuchtet, und dieses Leuchten setzt sich fort in einem riesigen Lichtstrahl, der zum HImmel reicht.
“Da ist er. Der heilige Gral,” sagt Obi in dem Moment etwas überflüssig, und sie geht auf die Säule zu und macht sich auf, daran hochzuklettern.
Sie ist gerade oben, da liest Sasha aus seinem Papier vor, “Wenn der Gral entfernt wird, löst das einen Mechanismus aus, und die Sonne verdunkelt sich.”
“Ja okay. Wie schwer ist das Ding ungefähr,” fragt Obi, und Sasha runzelt die Stirn.
“Ungefähr,” und dann nuschelt er sich eine Zahl in den Bart, die selbst Adam nicht versteht, der direkt neben ihm steht.
“Was? Wieviel?”
“Altes russisches Maß. Schlag das mal nach,” antwortet Sasha, und das ist so überhaupt nicht hilfreich, und Adam schlägt ihm warnend auf den Arm.
“Das sind ungefähr 315,” ruft Sasha daraufhin erklärend nach oben, und Obi nickt wieder.
“315 was,” fragt sie dann, und Sasha zuckt mit den Schultern.
“Unzen. Oder Gramm. Weiß ich nicht mehr. Aber ich denke, es waren Gramm.”
Adam sieht, wie Obi nickt, und in ihrer Tasche kramt. Etwas hervorzieht, und auf das Podest legt, kurz nachdem sie den Gral entfernt.
Ein Vibrieren macht sich unter Adams Füßen bemerkbar, und einzelne Kiesel rieseln von der Decke.
“Ich denke, es waren doch Unzen,” hört er Obi sagen, dann wird das Vibrieren auch schon stärkrer, fängt der Boden an zu wogen, und er hört sich “Ach du Scheiße,” sagen, als Sasha neben ihm auf russisch flucht.
Obi klettert in unglaublicher Geschwindigkeit die Säule hinab, stopft sich den Gral in die Tasche und nickt zur Tür.
“Nichts wie weg hier.”
Adam kann da nur zustimmen, und so laufen sie los, laufen aus der Tür auf einen Platz, und Adam registriert nur kurz, dass da plötzlich Streitwagen stehen, Streitwagen mit Triceratops als Antrieb, und es bleibt ihm zum Glück gar keine Zeit, das noch irgendwie zu hinterfragen, er sprintet nur auf den Wagen, der wohl, bei näherem Hinsehen, aus Knochen besteht, und schon hat Sasha Zügel in der Hand.
Adam hört sich sagen, “Weißt du, wie man Streitwagen fährt,” und Sasha grinst ihn an und ruft, “Kann ja so schwer nicht sein,” und dann fahren sie auch schon los.
Neben und hinter und über und unter ihnen fällt derweil alles auseinander, sprüht Feuer und Lava aus Erdspalten, fallen Felsen hinab und brechen ganze Stücke vom Weg, und Adam kann gar nicht glauben, wieviel Glück sie haben, dass sie nicht in einer Felsspalte oder in einem Feuerball enden, und er sieht kurz nach links, um zu sehen, ob Obi es ähnlich geht, da sieht er…
“Ist das Hitler auf einem T-Rex,” hört er sich völlig entgeistert fragen, und Sasha dreht kurz den Kopf, dann sieht er wieder nach vorne.
“Ja, aber das ist jetzt nicht wichtig,” und okay, Adam nimmt auch das als gegeben hin, was soll er auch noch fragen, er hält sich lieber mit einer Hand an dem Knochenwagen und mit der anderen an Sasha fest.
“Oh oh,” hört er dann plötzlich, und als er nach vorne schaut, da sieht er auch das Problem, denn da ist gar kein Weg mehr, und er schluckt.
“Halt dich fest, ja,” ruft Sasha, als er seine Zügel peitschen lässt, den Triceratops weiter antreibt, und Adam hält sich fest, kneift die Augen zusammen, und dann schweben sie plötzlich, heben sich seine Füße vom Boden ab, und Adam öffnet doch noch mal die Augen, sieht den Boden auf sich zurasen, immer näher und näher und…
“Adam? Adam,” und jemand schüttelt ihn an der Schulter, und Adam schreckt hoch.
Leo - oder Sasha? - steht neben ihm, die Hand auf seiner Schulter drückt fester zu, als er es für nötig hält.
Adam blinzelt, und sein Umfeld kommt in den Fokus.
Schreibtische. Aktenschränke. Leo, definitiv Leo, in T-Shirt und Jeans und Schulterholster, der besorgt zu ihm hinunter schaut.
“Alles gut? Ich hab dich ja kaum wach gekriegt,” fragt Leo, die Stirn in Falten gelegt.
Adam blinzelt, schüttelt die letzte Bilder seines - ja was, Traums, Fieberwahns, Halluzination - ab, lässt die Hände über den Schreibtisch gleiten.
“Ja, ja. Alles gut.”
Leo schaut ihn immer noch skeptisch an, drückt wieder seine Schulter, und Adam lässt sich in seinen Stuhl sinken.
Was für ein Trip.
no subject
Date: 2021-09-02 11:43 pm (UTC)no subject
Date: 2021-09-03 07:44 am (UTC)Ich glaube ihm kein Wort.
Aber irgendwie ist Adam das perfekte Opfer für sowas weil wenn jemand auf so ein Chaos schaut und einfach nur mit den Schultern zuckt und sagt "joa da muss ich jetzt wohl durch" dann er XD