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[identity profile] erynwen.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Enterprise

Fandom: Tatort Saarbrücken

Pairing: Leo Hölzer / Adam Schürk

Prompt: Schwieger -eltern/-familie (fürs Team)

Anmerkung: Crack im weitesten Sinne. Ich nenne es eher absurde Situationskomik. Desweiteren sehr stark inspiriert von [livejournal.com profile] chalada 's wunderbarem Nichts zu bedauern (und nichts zu staunen)





Der Kloß in seinem Hals rivalisiert mit dem in seinem Magen, und Leo kann sich nicht entscheiden, ob er schlechter atmen oder schlucken kann. Er fummelt seit einer Ewigkeit an seinem Hemdkragen herum - Knopf auf, Knopf zu, ne doch lieber auf wegen dem Kloß, ist das da etwa eine Falte? - und macht sich damit nur noch nervöser.

“Du weißt aber schon, dass unserer Eltern sich schon einmal gesehen haben,” fragt Adam ihn auch ein wenig belustigt, und Leo funkelt ihn im Spiegel nur entnervt an.
Wie der Kerl es schafft, so ruhig und gelassen zu sein, wüsste Leo mal gerne. War das normalerweise nicht andersherum?

“Ja, damals waren wir fünfzehn und die sind sich auf einem Elternabend über den Weg gelaufen,” antwortet Leo auch nur, “das ist nicht ganz das Gleiche.”

Er lässt die Hände sinken, gibt seinen Kampf mit dem Hemdkragen auf, das wird heute eh nichts mehr. Dreht sich zu Adam um, als er sich mit den Händen über die Hosenbeine fährt, die Hände in die Hosentasche steckt, nur um sie sofort wieder herauszunehmen, und sie in die Hüfte zu stemmen.

Adam schüttelt lächelnd den Kopf und kommt langsam auf ihn zu, wie auf so einen Hund, den er nicht verschrecken will, und Leo wäre wohl beleidigt, wenn sich nicht wirklich schon sein Fluchtinstinkt gemeldet hätte und er ernsthaft erwogen hätte, aus dem Fenster zu klettern.

“Man könnte meinen,” sagt Adam, als er seine Hand hebt und sie Leo auf die Brust legt, mit dem Daumen die Knopfleiste entlangfährt, “du möchtest denen einen Mord beichten. So schlimm ist es ja nun doch nicht, oder?”

Leo verdreht die Augen, natürlich ist es nicht so schlimm. Oder, überhaupt nicht schlimm, ganz das Gegenteil sogar, aber.

Aber in seinem Kopf spielt seit der Einladung zu diesem Essen ein Film ab, der jedes Mal noch ein bisschen absurder und noch ein bisschen grauenhafter wird, wann immer Leo dran denkt, was heute alles schief gehen kann, und allein die Vorstellung, wie sein Vater auf den alten Schürk reagiert, da dreht sich Leos Magen um.

Adams Hand wandert in Leos Haare, seine Finger massieren sanft Leos Kopfhaut, und Leo atmet schnaubend aus, lässt seinen Kopf nach vorne auf Adams Schulter fallen und murmelt, “Das war so eine blöde Idee.”

+~+

Die Stimmung im Wohnzimmer als eisig zu beschreiben, wäre maßlos untertrieben, und Leo geht beinahe rückwärts wieder ins Schlafzimmer, soll Adam das doch alleine übernehmen, das war schließlich seine Idee.
Dann ist da Adams Hand in seiner, warm und fest, und Leo nimmt einen zitterenden Atemzug und schluckt an seinem Kloß vorbei.
Das kann ja heiter werden.

Und es fängt schon damit an, dass Leo den scharfen Blick von Adams Vater bemerkt, der ihre Hände fixiert, als sähe er da etwas ganz besonders widerliches.
Leo will schon etwas sagen, da sieht er im Augenwinkel, wie Adam sich aufrichtet, und spürt wie Adam seine Hand noch einmal fest drückt, ehe er loslässt und sagt, “Na dann setzt euch mal, ist ja ungemütlich, wie ihr hier so rumsteht.”

Und Leo ist immer noch überrascht, wie Adam sich aufführt, hört aber auch sein Stichwort, um sich in die Küche zu verziehen und das Essen zu holen, das fertig darauf wartet, serviert zu werden.

An der Arbeitsplatte lässt Leo auch erst einmal einen erleichterten Atemzug entweichen, und öffnet die Schranktür, um nach den Tellern zu suchen, da hört er von der Tür Adam brummeln, “Na, alles klar hier drin?”

Leo kann das so nicht unterschreiben, er hat nämlich beinahe einen Herzinfarkt gekriegt, und er lehnt sich schwer an die Schranktür, als er Adam antwortet, “Ne, nicht wirklich. Kannst du mir mal verraten, wie du so ruhig sein kannst?”

Adam grinst nur schief, greift sich mit zwei Fingern in die Hosentasche, und zieht einen kleinen Beutel hervor. Einen kleinen Beutel mit grünen Krümeln, und Leo blinzelt nur verdattert.
“Jetzt echt?”

Adam zuckt nur mit den Achseln und stopft den Beutel wieder in die Hose.
“Und dir ist nicht in den Sinn gekommen, mir auch was davon anzubieten,” fragt Leo entgeistert.
“Du bist doch immer derjenige, der auf gar keinen Fall mit dem Zeug anfangen will. Hast du gesagt.”
“Ja, aber es gibt so Situationen…”
Adam lacht wieder, und macht einen Schritt in die Küche. “Wenn du magst, mach ich dir was fertig, dann kannst du noch schnell einen durchziehen.”

Und Leo ist so nah dran, das Angebot anzunehmen, dass er den Mund schon öffnet, aber dann setzt die Vernunft doch wieder ein, eventuell sollte wenigstens einer von ihnen beiden im Vollbesitz der geistigen Kräfte sein, wenn sie das hier schon durchziehen.

Also schüttelt er nur den Kopf, und schiebt Adam bestimmt aus der Tür.
“Kümmer du dich lieber mal um die da drinnen,” und dann wendet er sich wieder dem Essen zu.

Und dann sitzen sie endlich alle am Tisch, und es macht sich gefräßiges Schweigen breit, und Leo kaut sehr sparsam auf seinem Essen herum und wartet nur darauf, dass gleich irgendwas passiert, da räuspert sich auch schon der alte Schürk und fragt, “Also was jetzt, seid ihr jetzt zusammen oder was?”

Leo legt seine Gabel hin und schluckt schwer, aber Adam kommt ihm zuvor, völlig tiefenentspannt, naja der hat ja auch nachgeholfen.

“Ja, aber das ist ja nun nicht Neues mehr,” antwortet er also grinsend, und Leo schaut ein bisschen schräg zu seinen Eltern, weil naja, also so wirklich laut gesagt hat er das ihnen noch nicht, also von daher…

“War ja klar, dass du so einer bist, ich hätte dich doch öfter mal richtig hart ran nehmen müssen,” blafft Schürk daraufhin.

Am Tisch wird es sehr still. Leos Vater schaut so eisig, dass es Leo ganz anders wird, seine Mutter hält sich entsetzt die Hand vor den Mund. Sogar Frau Schürk guckt ein wenig betreten.

Und Adam… Adam kichert, Marihuana sei Dank, und dann muss Leo auch kichern, so absurd ist diese Situation gerade, dass sich seine Anspannung keinen anderen Weg zu finden weiß.

Adam dreht sich immer noch kichernd zu seinem Vater, beugt sich verschwörerisch zu ihm. “Alter, du musst echt mal runterkommen. Ausserdem,” und da lehnt sich Adam wieder zurück, schaut lächelnd zu Leo, “ausserdem ist das gar nicht, was wir euch sagen wollten. Wir werden nämlich heiraten. Nicht, dass ich das euch,” mit einer Handbewegung schließt er Leos Eltern ins Gespräch ein, “so sagen wollte, aber naja, mein Alter halt.”

Leos Kichern bleibt ihm im Halse stecken, als er verarbeitet, was Adam gerade gesagt hat.
Sie werden was?
Er guckt hilfesuchend zu Adam, doch der zwinkert ihm nur zu, und Leo fühlt sich ein wenig verloren.

Sie wollten eigentlich verkünden, dass sie zusammen ziehen, und ja, so in einem auch, dass sie zusammen sind, nur für den Fall, dass es nicht offensichtlich ist.
Von Heiraten war eigentlich keine Rede.

Ehe Leo irgendwie reagieren kann, findet er sich in einer Umarmung wieder, die nach seiner Mutter riecht, die ihm ins Ohr säuselt, “Ach, ich freu mich so,” und er hört seinen Vater sagen, “Na, das wurde ja auch mal Zeit,” und auch das ist ein Satz, den er gerne mal verarbeiten würde, so in einer ruhigen Minute, aber die ist ihm ja jetzt gerade nicht vergönnt.

Als seine Mutter sich wieder aufrichtet, die Hände auf Leos Schultern, sieht Leo wieder ans andere Ende des Tisches. Der alte Schürk sieht ein wenig so aus, als kriegte er gleich einen Herzinfarkt, was bei Leo dann doch eine gewisse Genugtuung auslöst.

Heide tut ihm ein wenig leid, sieht sie doch genauso überfordert aus, wie er sich fühlt.

Was nur noch schlimmer wird, als er seine Mutter fragen hört, “Wann ist es denn soweit?” und ja, das würde er jetzt auch gerne mal wissen.
Adam, in seiner Gelassenheit und mit seinem dämlichen Grinsen, antwortet ganz locker, “Och, so genau wissen wir das noch nicht, aber ich denke mal, Mai?” und er sieht wieder zu Leo und zwinkert schon wieder, was soll das denn?

Leos Mutter quietscht ganz verzückt, einen Ton, den Leo auch noch nicht von ihr gehört hat, und wendet sich an ihren Mann, “Ach Manfred, eine Maihochzeit, wie schön!”

Leo hat nicht übel Lust, sich dem Schnapsschrank zuzuwenden, als Schürk aufspringt, “Das wird dir noch leid tun,” brüllt und seine Frau anfährt, “Komm Heide, wir gehen.”

Adam sieht ihm dabei ausnehmend ruhig zu, antwortet, “Ich wüsste wirklich nicht, was mir daran leid tun sollte.”

Aber Schürk hört das vermutlich gar nicht mehr, stürmt nur aus der Tür, unverständlich vor sich hin schimpfend, und Heide guckt nur entschuldigend in die Runde und geht ihm hinterher.

In die darauffolgende Stille macht Leos Vater den Vorschlag, man könne ja dann wohl nun endlich mal anstoßen, und ja danke, das ist genau das, was Leo jetzt machen möchte.

Der restliche Abend vergeht in Leos ungläubigen Staunen darüber, dass Adam weiterhin geduldig Fragen beantwortet, so als hätten sie das wirklich geplant, als wäre das alles tatsächlich eine Option, kann sich aber auch nicht dazu bringen, das ganze aufzulösen, denn eigentlich.

Eigentlich fühlt sich das gar nicht so falsch an, der Gedanke mit Adam verheiratet zu sein. Leo ist selbst überrascht, dass er das so empfindet, das ist irgendwie neu.

Irgendwann haben Leos Eltern dann genug Fragen gestellt, und Adam komplimentiert sie aus der Tür, verspricht sie auf dem Laufenden zu halten, und dann sind sie endlich allein.

Leo dreht sich zu Adam, der zitternd aufatmet und sich mit der Hand durchs Haar fährt. “Na, das war ja mal was,” lacht er.

“Ja, das war was,” wiederholt Leo, und dann sieht er Adam in die Augen, “du weißt aber schon, dass wir das jetzt durchziehen müssen, oder?”

Und Adam kommt auf ihn zu, legt ihm die Hand auf die Wange und küsst ihn, kurz und warm und mit Nachdruck.

“Und, wäre das jetzt so schlimm,” fragt Adam.

Statt Antwort lehnt sich Leo vor und küsst seinerseits Adam.

Nein. Überhaupt nicht schlimm. Ganz das Gegenteil sogar.



Date: 2021-09-02 03:04 pm (UTC)
From: [identity profile] failte-aoife.livejournal.com
Irgendwie sehe ich das als wunderbares absurdes Theaterstück vor mir. Alle sind sehr laut und weil es deutsches Theater ist zieht sich mindestens eine Person aus

Date: 2021-09-02 09:18 pm (UTC)
From: [identity profile] failte-aoife.livejournal.com
Ich könnte dir eine Liste mit Vorschlägen geben. Irgendwie werden wir uns da sicher einig.

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