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[identity profile] erynwen.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Enterprise

Fandom: Tatort Saarbrücken

Pairing: Leo Hölzer / Adam Schürk

Prompt: Am Ende des Weges (Orte) (fürs Team)

Anmerkung: Augen zusammenkneifen sollte helfen, den Prompt auch zu finden. Ausserdem habe ich ein merkwürdiges Romantik-Verständnis.




Leo hechtet um die Kurve, und Adam versucht auszuweichen, kommt ins Schlittern und fällt hart auf die Knie. Leo verzieht mitfühlend das Gesicht, das muss wehgetan haben.

Leo macht einen Schritt nach vorne, und Adam hebt den Kopf, um ihn anzusehen. Seine Haare stehen wild vom Kopf ab, und er ringt sichtlich nach Atem. Das Blut an seiner Augenbraue ist schon fast trocken, und er grinst als er die Arme hebt, und zwischen tiefen Atemzügen fragt: “Und was jetzt, erschießt du mich jetzt?”

Leo zieht die Stirn kraus, dann sieht er irritiert auf seine Waffe, die er zwar in den Händen hat, aber natürlich auf den Boden zielt.

“Was? Ach Quatsch, nein,” sagt er auch nur gereizt, und steckt die Waffe wieder in den Holster. Er kann sich gar nicht erinnern, die Waffe überhaupt gezogen zu haben, und verflucht gerade seinen Automatismus.

“Und was dann,” fragt Adam mit zusammengekniffenen Augen, und Leo zuckt nur mit den Schultern.
Er weiß es doch auch nicht.

Er weiß ja immer noch nicht so recht, wie sie in diese Situation gekommen sind.
Oder doch, das weiß er schon, so eigentlich, so im Groben. Nur dass er sich vor ein paar Tagen noch selber ausgelacht hätte, wenn er sich vorgestellt hätte, wie der heutige Tag ablaufen würde.

+~+

Also, noch einmal auf Anfang.

Sonntag nachmittag, die Sonne scheint durch die Bürofenster, und Leo ist ein bisschen frustriert, dass er jetzt nicht da draussen wie jeder andere auch ein Bier auf der Wiese trinken kann, anstatt die letzten Sätze seines Berichtes zu tippen.
Polizistenleben, so witzig.

Schräg gegenüber sitzt Adam auf dem Schreibtisch und blättert gelangweilt in einer Akte. Da sitzt er seit einer halben Stunde, nachdem er betont lässig zur Tür reingeschlendert kam, und irgendwas mit Feierabendbier gemurmelt hatte, zu dem er Leo einladen wollte. Und Leo hatte nicht weiter protestiert, auch wenn ihn die betont gelassene Art gerade in den Wahnsinn treibt, weil er sich unter Druck gesetzt fühlt.
Würde er nämlich endlich zum Punkt kommen, könnten sie längst gehen, aber genau das will ihm nicht gelingen.
Berichte schreiben liegt ihm einfach nicht.

Er lehnt sich frustriert zurück und will gerade etwas sagen - Adam soll schon mal vorgehen, oder ihm helfen, oder irgendwas anderes machen - da hört er Adams Klingelton. Adam schaut überrascht, als er sein Telefon aus der Tasche kramt, dann verdüstert sich sein Gesicht mit Blick auf das Display.
Leo weiß schon, wer am anderen Ende dran ist, bevor Adam, “Was denn, Mutter,” ins Telefon blafft.
Er schaut wieder auf seinen Bericht, fängt gerade wieder an zu tippen, als Adam plötzlich “Was?” brüllt, und dann, “Du machst jetzt erst mal nichts, ich bin sofort da,” und Leo will schon fragen, da dreht sich Adam auch schon zu ihm.

“Jemand hat meinen Vater angegriffen. Mit dem Baseballschläger ins Gesicht geschlagen. Ich muss…” lässt Adam den Satz unbeendet in der Luft hängen, als er vom Tisch rutscht und nach seiner Tasche greift.
“Ja warte, ich fahr dich,” sagt Leo schon im Aufstehen begriffen, jetzt ist der Bericht auch egal, der kann auch warten.

Das Deja vu, dass sich bei Leo einstellt, als er auf Robert Schürk im Krankenhaus hinunter blickt, verursacht Gänsehaut, nur dass dieses Mal Adam neben ihm steht und völlig entgeistert auf seinen Vater starrt, und sich dann zu seiner Mutter dreht, um sie noch einmal zu fragen “Okay, was ist jetzt genau passiert?”

Aber Frau Schürk kann auch nur mit dem Kopf schütteln und in ihr Taschentuch schluchzen, denn sie weiß es auch nicht. Hat auch nur einen Anruf bekommen, von der Polizei, die Schürk im Park gefunden hat, und Zeugenaussagen nach den Tathergang zu rekonstruieren versuchte.

Leo hat schon mit einem Beamten gesprochen, und was die Zeugen gesagt haben, das sitzt ihm nun wie ein tonnenschwerer Stein im Magen, lässt ihn nur schwer schlucken.

Einen blonden Mann wollen die Zeugen gesehen haben, einen blonden Mann in Jeansjacke und Turnschuhen, und auch wenn das natürlich nicht besonders eingrenzt, so steht ein solches Exemplar gerade am Krankenbett und guckt seinen Vater an, als wäre es ihm ganz lieb, wenn der dieses Mal nicht wieder wach wird.

Was vermutlich auch nicht so weit weg ist von dem, was Adam gerade wirklich denkt, was verständlich ist, aber ihn leider auch nicht wirklich entlastet.
Leo kann gar nicht fassen, dass er das überhaupt denkt, aber in der Causa Schürk hat bisher noch jeder beschissene Entscheidungen getroffen, er selbst ganz weit vorne dabei.

Als der Arzt sie aus dem Zimmer schmeißt, damit der Patient sich erholen kann, da kann Leo nicht anders, als Adam pausenlos aus den Augenwinkeln anzusehen, sich zu fragen, was der wohl jetzt macht, wie es jetzt weitergeht.

Irgendwann merkt das wohl auch Adam, dreht sich im Fahrstuhl zu Leo und fragt ungehalten, “Was? Wenn du was sagen willst, dann mach, aber hör auf, mich so anzuglotzen.”
Leo öffnet den Mund, aber ihm will nicht wirklich über die Lippen, was er denkt, also sagt er lieber nichts, schüttelt nur den Kopf. “Nichts. Vergiss es.”

Adam schnaubt verächtlich und stampft aus dem Fahrstuhl ins Freie, wo er sich erst einmal eine Zigarette anzündet und diese so aggressiv raucht, dass Leo fürchtet, dass sie jeden Moment auseinander bricht.
“Echt, dieser Scheißkerl hat so ein beschissenes Timing, das hält niemand aus,” platzt es aus Adam heraus, “warum kann der sich nicht einmal nicht den Schädel einschlagen lassen?”
Und Leo legt Adam einfach nur die Hand auf den Arm und drückt zu, versucht gar nicht, irgendwas zu sagen, dafür ist das alles zu verkorkst.

“Ich schwöre, wenn der jetzt wieder 15 Jahre im Koma liegt, ich raste aus,” schimpft Adam weiter, zieht wieder an seiner Zigarette. “Echt, wenn der mir einen Gefallen tun will…”

“Herr Adam Schürk?”

Leo sieht überrascht auf, als da plötzlich noch jemand steht, und so eindeutig “Polizist” ausstrahlt, dass Leo schon froh ist, dass Adam seinen Satz nicht beenden konnte.

“Ja?”

“Es besteht begründeter Verdacht, dass sie ihren Vater erschlagen haben. Wenn Sie also mitkommen wollen,” sagt der Mann während er die Hand nach Adam ausstreckt, der nur zurückweicht.
“Nee, das will ich ganz sicher nicht. Wer sind Sie denn überhaupt?”

“Jensen, interne Ermittlung. Sie können froh sein, dass man mich gerufen hat, und wir das hier mit so wenig Aufsehen wie möglich machen können. Also, kommen Sie einfach mit…”

“Ja klar. Ich war es aber gar nicht,” antwortet Adam, und es klingt schon sehr lächerlich, wie er das so sagt, und Leo kann sehen, dass Jensen das genauso sieht.
“Herr Schürk, es gibt Zeugenaussagen, und es gibt… Hinweise darauf, dass Ihr Verhältnis zu Ihrem Vater nicht allzu gut ist.”
“Ja mag sein, aber ich war heute mit Leo zusammen, der kann das bestätigen. Stimmt doch, Leo?”

Und Leo sieht von Adam zu Jensen und wieder zurück, und er sollte jetzt eigentlich lügen, das ist er Adam irgendwo schuldig, aber er zögert schon zu lange, und das bleibt auch Jensen nicht verborgen.

“Das können Sie uns ja alles noch später erzählen,” sagt der, und kriegt Adams Schulter zu fassen.

Doch Adam macht sich ruckartig los, macht einen Schritt zurück. Kommt ins Stolpern, und fällt nach hinten. Landet mit dem Hintern auf dem Asphalt und dem Kopf gegen den Aschenbecher. Leo sieht, wie Blut an Adams Schläfe hinunterläuft, als der sich wieder aufrichtet, sich nach hinten umsieht.

“Adam…” hört Leo sich sagen, weiß aber gar nicht, wie er den Satz beenden will. Dass er sich doch bitte verhören lassen soll, wird schon nicht so schlimm? Das kann Leo selbst nicht glauben.

“Vergiss es, da mache ich nicht mit.”
Und dann läuft Adam los, und Leo kann ihm nur hilflos hinterher sehen.

Und jetzt kniet Adam vor Leo, und kommt allmählich wieder zu Atem. Leo streckt eine Hand nach Adam aus, und Adam ergreift sie, lässt sich wieder auf die Füße ziehen.

Leo sieht Adam fragend an, während er mit einem Ohr danach lauscht, ob Jensen mittlerweile zu ihnen aufgeschlossen hat.

Adam schaut ihn wiederum gehetzt an, fährt sich mit der Hand durchs Haar.
“Ich geh nicht in den Knast, Leo. Nicht für dieses Arschloch.”
Leo nickt, und kaut auf der Unterlippe, als er überlegt.

Sie könnten zu Jensen gehen, Leo könnte Adam ein Alibi geben, und dann können sie hoffen, dass alles glimpflich ausgeht, und Adam nicht doch noch ins Gefängnis muss.

Leo denkt an seine Schwester, an seine Eltern. An seinen ach so sicheren Job und an seine Pension.

Und dann sieht er in Adams Augen, und bemerkt, dass er immer noch Adams Hand hält, und er denkt an gemeinsame Feierabende und fünfzehn Jahre, die unwiederbringlich zwischen ihnen liegen.

Er schluckt, atmet tief ein.

Dann fragt er, “Gibt es eigentlich eine Ecke auf der Welt, in der du noch nicht gewesen bist?”

Adams strahlendes, erleichtertes Lächeln ist alles, was Leo braucht um zu wissen, dass er sich richtig entschieden hat.


Date: 2021-09-01 07:06 am (UTC)
From: [identity profile] failte-aoife.livejournal.com
Hach
Ja...irgendwie ist es hach

Date: 2021-09-01 04:14 pm (UTC)
From: [identity profile] failte-aoife.livejournal.com
Ich halte es da einfach mit
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