Team: Enterprise
Challenge: Reverse Challenge — Offener Bruch
Titel: Nur Fast
Fandom: Tatort Saarbrücken
Inhalt: Bei einem Fall taucht ein Name auf den Leo und Adam kennen.
Worte: ~620
Anmerkungen: Mit ein paar Yoga-Verrenkungen passt der Prompt auch. *hust*
„Und gab es Kollegen mit denen Herr Rader ein engeres Verhältnis hatte? Jemand der ihn besser kannte?“ Adam fixierte Brandtner der nervös wirkte. Aber wenn sich Leo nicht täuscht lag das ausschließlich an der Tatsache, dass er heute morgen über die Leiche seines Mitarbeiters gestolpert war. Er bezweifelte, dass der Mann irgendetwas mit dem Mord zu tun hatte.
Brandtner starrte eine Weile auf seinen Schreibtisch und schob seine Tastatur hin und her. „Also das kann ich Ihnen nicht sagen. Also ob er privat auch mit irgendjemandem Kontakt hatte. Aber er und Herr Karsten haben schon an mehreren Projekten zusammen gearbeitet. Sie haben auch jetzt wieder...ich meine hatten...also Herr Karsten arbeitet jetzt trotzdem...nehme ich an,“ Adam unterbrach Brandtners grammatikalische Verwirrung: „Wie heißt Herr Karsten mit Vornamen und wo finden wir ihn?“
„Andy.“ Adam versteifte sich fast unmerklich. Er erkannte den Namen also auch noch.
„Mit y?“, vergewisserte er sich. Brandtner nickte. „Genau. Andy ist sein voller Name. Keine Kurzform.“ Nach einem kurzen Moment erinnerte er sich an den zweiten Teil von Adams Frage. „Er hat heute frei. Aber ich gebe vorne Bescheid, dann sucht man Ihnen seine Adresse heraus.“
Adam sagte nichts bis sie das Firmengebäude verlassen hatten, aber kaum war die Tür hinter ihnen zugeschlagen drehte er sich um, blieb nur Zentimeter vor Leo stehen und starrte ihn an.
Leo fühlte sich auf einmal sehr müde. „Hast du irgendeine Frage?“
Adam starrte weiter, und gut, vielleicht war das nicht einer seiner schlagfertigeren Momente gewesen. „Ob dus glaubst oder nicht, Saarbrücken ist jetzt auch nicht so klein und vielleicht gibts mehr Leute mit dem Namen.“
Noch bevor Adam antwortete, war Leo klar, dass ihn das nicht überzeugt hatte. „Klar. Gibt bestimmt hier Dutzende Karstens die zu faul waren ihrem Sohn einen ganzen Namen zu geben.“
„Hey!“, protestierte Leo und Adam rollte mit den Augen. „Andreas ist doch ein absolut akzeptabler Name. Leopold eher weniger…“ Leo beschloss das Thema nicht weiter zu verfolgen. „Also gut. Vielleicht ist es unser ehemaliger Mitschüler. Können wir trotzdem ein normales professionelles Gespräch mit ihm führen?“
„Können wir das?“ fragte Adam und klang dabei nicht mehr spöttisch sondern ziemlich ernst, und außerdem schaute er Leo jetzt besorgt an. Das war jetzt übertrieben. Aber wirklich.
„In der Zeit die seitdem vergangen ist sind wir doch bestimmt alle vernünftiger geworden.“ Freundlicherweise machte Adam keine Bemerkung darüber, dass das nicht wirklich eine Antwort auf seine Frage war. Stattdessen sagte er „Der hat dich damals wirklich übel behandelt.“ (was irgendwie noch schlimmer war).
„Ja. Ich erinnere mich“, murrte Leo und klang dabei nicht so unbeteiligt wie er es gerne getan hätte. Adam schaute immer noch fragend-besorgt. „Aber auch nur bis du ihn erwischt hast. Dann hat er mich in Ruhe gelassen. Plötzlich.“
Adam zuckte mit den Schultern. „Ich kann sehr überzeugend sein.“
„Ja“, sagte Leo, „Ich erinnere mich. Ich war dabei als du ihn überzeugt hast.“
Adam zuckte wieder mit den Schultern. „So Arschlöcher wie der einer war können nie auch nur halb so viel einstecken wie sie austeilen. Das waren ein paar blaue Flecken aber der hat geschrien als hätte er einen offenen Bruch.“
Leo seufzte. „Und meinst du wir können ihn befragen ohne, dass irgendjemand offene Brüche oder blaue Flecken davonträgt?“ Er fixierte Adam der zumindest ein nochmaliges Schulterzucken sein ließ. Stattdessen sagte er nur: „Wenn ihm immer noch klar ist, dass er zu dir nett sein soll schon.“
Mehr Versicherung würde er nicht kriegen. „Wir sind zwei Polizisten die ihn wegen einem Mord befragen. Da wird er sich ja wohl anständig benehmen. So dumm ist er nicht.“
„Stimmt. Nur fast.“ grinste Adam. Leo wusste, dass er jetzt eigentlich etwas sagen sollte. Von wegen Professionalität und so. Tat er aber nicht. Und wenn er „Nur fast“ sagte, dann so leise, dass es selbst Adam kaum hören konnte.