Fantasy — Sprechende Tiere (fürs Team)
Aug. 16th, 2021 08:37 pmTitel: Басня Эзопа
Challenge: Fantasy - Sprechende Tiere (fürs Team)
Team: Enterprise
Fandom: Major Grom. Also im weitesten Sinne. Etwa so weit wie die Erde vom Saturn entfernt ist
Länge: ~ 1000
Inhalt: Das ist eine extrem gute Frage
Anmerkung: Zoologisch und Veterinärmedizinisch fragwürdig. Aber ich glaube wenn es Dämonen gibt braucht man nicht so viel Realismus?
Warnung: Es werden kleine Tiere getötet. Nicht die sprechenden.
Es war Mittag, als der Dämon das Rudel angriff. “Lauft!” schrie seine Mutter ihm und seinen Geschwistern zu und der Wolf lief. Er lief und lief ohne sich umzuschauen bis er nicht mehr konnte. Dann legte der Wolf sich einfach hin und vielleicht schloss er die Augen nur für einige Momente aber vielleicht schlief er auch ein. Er konnte es nicht sagen. Aber als er die Augen wieder öffnete war er alleine und es gab weder Spuren von irgendjemandem, noch konnte er außer seiner eigenen irgendeine Fährte erschnuppern. Er hätte ihr folgen können. Den Weg rückwärts gehen. Aber er wusste, dass dort niemand mehr sein würde.
Es war nicht leicht für einen einzelnen, jungen Wolf Nahrung zu finden, besonders in dieser Ödnis in der es sowieso kaum Leben gab. Er konnte nur kleine Tiere erlegen und er brauchte so viel Energie die zu erjagen, dass er nach dem Fressen immer noch hungrig war. Einmal fand einen Rehkadaver an dem viel Fleisch war. Es roch dort nach Wölfen aber eben auch nach etwas anderem. Etwas schrecklichem, dass der Grund dafür gewesen sein musste, dass dieses Rudel den Kadaver hatte liegen lassen. Etwas, dass er damals gerochen hatte, als sein Rudel angegriffen wurde. Der Wolf wusste, dass er keine Wahl hatte. Er konnte nicht noch länger suchen. Wenn er jetzt das Reh fraß würde ihn vielleicht das Etwas erwischen. Aber wenn er weiter ging würde er sicher verhungern. Der Wolf hatte Glück. Er blieb bei seinem Mahl ungestört.
Er jagte einen Hasen. Fast hatte er ihn schon erwischt, hatte ihn sogar zwischen die Zähne bekommen, aber der Hase hatte sich wieder losgerissen und rannte jetzt mit einer blutende Wunde vor ihm her. Eigentlich konnte er so nicht mehr lange durchhalten. Der Wolf musste ihm nur weiter folgen und würde ihn bald erwischen. Er war so fixiert auf seine Beute, dass er nicht merkte wie steil der Abhang war, den der Hase jetzt herunterrannte. Der Wolf verlor den Halt und stürzte in einer Lawine aus Dreck und Geröll herunter.
Unten wollte er wieder aufstehen aber kaum hatte seine Hinterpfote den Boden berührt jaulte er vor Schmerz auf. Jetzt konnte er nur noch hinken. Das hieß er konnte sich auch gleich hier hinlegen und auf den Tod warten. Der Gedanke machte dem Wolf überraschend wenig aus.
Der Wolf schloss die Augen...und öffnete sie wieder als er einen sanften Aufprall hörte. Vor ihm lag...ein Hase. Ein toter Hase. Und nicht irgendein Hase. Er erkannte die Wunder die er selbst verursacht hatte. Der Wolf schaute nach oben und sah noch einen schwarzen Schemen davonfliegen. Ein Raubvogel hatte sich den Hasen geschnappt und ihn verloren. Ein seltsamer Zufall. Ein glücklicher Zufall. Oder vielleicht auch nicht. Er hatte den Hasen gefressen, da fiel ihm ein, dass das nichts an seiner verletzten Pfote geändert hatte. Er hatte nur sein Leiden verlängert. Der Wolf legte sich wieder hin, schloss die Augen und schlief ein.
Er wurde von einem weiteren Aufprall wach. Wieder ein Hase. Er schaute nach oben. Wieder ein schwarzer Schemen. Ein sehr seltsamer Zufall. Der Wolf dachte, dass er es diesmal einfach nicht zu fressen sollte. Die ganze Sache einfach beenden. Aber die Versuchung war zu groß. Am nächsten Tag wachte er auf und fand mehrere Mäuse die um ihn herum verstreut waren. Später kam ein Fisch. Der schmeckte nicht besonders aber es war essen. So ging es weiter. Der Vogel - denn es musste doch jedes Mal der gleiche Vogel sein - brachte ihm Essen bis sich seine Pfote erholt hatte und er wieder selbst jagen konnte. Aber nie kam er so nahe, dass der Wolf ihn hätte fragen könnte warum er das tat.
Inzwischen war der Wolf größer und das Land nicht mehr so öd. Er erjagte genug um zu überleben. Aber er hatte keine Freude daran. Nirgends war ein Rudel dem er sich hätte anschließen können. Er war alleine. Dann stieg ihm eines Tages ein bekannter Geruch in die Nase. Der Geruch vom Angriff auf sein Rudel. Der Geruch vom Kadaver. Er sollte in die entgegengesetzte Richtung gehen aber er tat es nicht. Er hatte keine Illusionen, dass er alleine einen Dämon besiegen konnte. Aber der Wolf war müde. Er hatte niemanden mehr. Nur noch den Hass auf das Wesen, das ihm sein Rudel genommen hatte. Sollte er ihn doch auch holen.
Er fand den Dämon. Aber nicht nur ihn. Er kämpfte mit einem riesigen schwarzen...Ding...ein Vogel. Beide bluteten aber der Vogel mehr. Trotzdem war er noch flink und wich vielen Angriffen des Dämons auf. Aber dazwischen gelangen ihm kaum zurückzuschlagen. Und schließlich riss der Dämon eine tiefe Wunde in den Flügel des Vogels. Er stieß einen Schmerzensschrei aus und taumelte zurück. Der Wolf überlegte nicht lange und stürzte sich von Hinten auf den Dämon. Er sprang nach oben, schnappte nach einem Arm des Dämons und bohre seine Zähne tief hinein. Der Dämon stieß einen grauen erweckenden Laut aus und schwang seinen Arm bis der Wolf losließ und nach hinten flog. Sofort rappelte er sich wieder auf und rannte nach vorne. Diesmal verbiss er sich ins Bein des Dämons. Wieder versuchte der Dämon ihn loszuwerden. Und achtete nicht mehr auf den Vogel. Der stürzte sich auf ihn und bohrte seinen Krallen in den Hals des Dämons. Tiefer und immer tiefer. Stinkende, gelbgrüne Flüssigkeit floss aus der Wunde. Sie ergoss sich über die Krallen des Vogels und über das Fell des Wolfes. Der Dämon schrie und dann war er auf einmal still.
Der Wolf schaute den Vogel an. Ein Teil von ihm rechnete damit, dass er ihn jetzt auch angreifen würde. Aber das tat er nicht. Stattdessen begann er...zu schrumpfen. Der Vogel wurde kleiner, war irgendwann so groß wie der Wolf, wurde noch kleiner und war irgendwann so groß wie eine Krähe. Er war immer noch blutverschmiert und sein Flügel hing schlaff herunter.
“Du hast mir geholfen.”, sagte der Wolf. Es war keine Frage. Er wusste es einfach.
“Ja”, antwortete der Vogel trotzdem.
“Warum?”
“Weil ich es wollte.”