Team: Serenity
Challenge: Angst – Fehlentscheidung (fürs Team)
Fandom: Young Royals (den Tag gibt es glaub ich noch nicht?)
Charaktere/Pairing: August von Årnäs
Wörter: ~800
Anmerkung: Augusts Gedanken am Anfang der 6. Folge, weil ich (glauben) möchte, dass er von seinen Schuldgefühlen so richtig aufgefressen wird. (Schaut ihr euch auch manchmal die ganzen sympathischen Charaktere einer Serie an und denkt dann, oh, dieses Arschloch, für dessen Verhalten es absolut keine Entschuldigung gibt, das finde ich besonders interessant?)
„Ich wünschte, Erik wäre hier. Er wüsste, was ich machen soll“, sagt Wille, und in dem Moment fühlt August das bis ins Tiefste seiner Seele; falls er denn überhaupt eine hat.
Er will nicht sagen, dass Erik sein moralischer Kompass oder sein Gewissen oder so was war. August weiß genau, dass er zu kaputt ist, um diese Rolle auch nur irgendjemandem zuzumuten, und eigentlich glaubt er auch daran, dass jeder für sein eigenes Verhalten verantwortlich ist – oder zumindest abgebrüht genug sein muss, um damit zu leben.
Trotzdem ist er sich sicher, dass er deutlich weniger katastrophale Entscheidungen getroffen hat, als Erik noch da war, und tatsächlich am wenigsten davon, als er ihn hier direkt an seiner Seite in Hillerska hatte.
Er hat ihn zwar nicht automatisch zu einem besseren Menschen gemacht, denn nicht mal Erik konnte einfach so Dinge vollbringen, die eigentlich schon an ein Wunder grenzen, aber mit ihm hätte er vielleicht nicht alles so komplett ruiniert, wie er es jetzt getan hat.
Als Wille in seiner kurzen Traueransprache davon geredet hat, dass es sich so falsch anfühlt, dass er selbst noch hier ist und Erik nicht, hat August das nicht besonders ernst genommen. Das ist eben etwas, was Menschen in solchen Situationen sagen, um besonders groß und gleichzeitig bescheiden zu wirken, und höchstens noch ein bisschen aus Verzweiflung oder weil ihnen schlichtweg die Worte fehlen.
Aber jetzt versteht er plötzlich genau, was er damit gemeint hat. Erik ist tot und August kann ohne Konsequenzen, die über seine eigenen Schuldgefühle hinausgehen, Sexvideos verbreiten, die das ganze Land auf den Kopf stellen, einfach, weil für einen Augenblick alles so verdammt ungerecht war.
Für einen Augenblick und all die all die Jahre zuvor, als Wille zwar auch alles andere als die perfekte Familie, aber zumindest überhaupt eine Familie hatte.
Und keinen Vater, dem selbst alles zu viel geworden ist; keine Mutter, die sich direkt irgendeinen nichtsnutzigen Schönling als Ersatz angelacht hat; keine Sorgen, alles zu verlieren, was ihm noch geblieben und was ihm noch auf irgendeine Weise wichtig ist.
Und Erik. Wille hatte immer Erik. August weiß, dass das schon wieder verdammt unfair von ihm ist und dass Erik auch für ihn immer da war, so gut es eben ging, aber er kann noch so viel behaupten, dass Erik für ihn wie ein Bruder war, dieses Vorrecht hatte immer nur Wille und hat es auch jetzt in ihrer Trauer, und an manchen Tagen tut das mehr weh als alles andere.
Erik ist tot und anstatt in irgendeiner Weise für Wille dazusein, wie er es Erik erst vor ein paar Wochen versprochen hat, ruiniert er jetzt auch noch dessen Leben. Und Wille, Wille entschuldigt sich auch noch bei ihm, und sorgt dafür, dass er auf der Schule bleiben kann, und bedankt sich bei ihm, und August ist sogar zu feige dazu ihm zu sagen, dass die ganze Scheiße seine Schuld ist.
Selbst sein Rat, dass Erik sicher einfach nur gewollt hätte, dass Wille er selbst ist, hallt für ihn durch den Raum wie nichts als leere Worte.
Wille hätte diese Ansprache von Erik selbst bekommen sollen, er hat es verdient, sie von Erik selbst zu bekommen (er hat sie sich verdammt noch mal mehr verdient als August, der sie tatsächlich in ihrer vollen Länge bekommen und dann natürlich zusammen mit allem anderen verdrängt und so tief in sich vergraben hat, dass er selbst jetzt nicht daran denken und sie weitergeben kann; folge deinem Herzen ist ein ziemlich beschissener Ratschlag, wenn man schlichtweg keines hat).
Aber genau wie Augusts Leben ist auch Willes alles andere als fair, was August in dem Moment vielleicht zum ersten Mal so richtig anerkennt, als Wille ihm sagt, dass er absolut keine Ahnung hat, was er tun soll; noch etwas, was August vollkommen nachvollziehen kann.
Er hofft inständig, dass die wenigen Worte, die er ihm mit auf den Weg gibt, bevor er mehr oder weniger aus dem Zimmer flüchtet, irgendwas bewirken; dass sie nicht so vollkommen nutzlos sind, wie er sich gerade fühlt und wenigstens ein kleines bisschen wieder gutmachen, was er angerichtet hat.
Und Gott, denkt er, als er die Tür zu seinem eigenen Zimmer hinter sich zuzieht und sich mit dem Rücken zu ihr auf den Boden sinken lässt, selbst jetzt noch ist sein erster egoistischer Gedanke an sich selbst und wie er sein schlechtes Gewissen irgendwie beruhigen kann, wie mies kann man eigentlich sein? Und auch, dass er jetzt das Gesicht in den Händen vergräbt, als ob er sich die Tränen auch nur ansatzweise verdient hätte, ändert nichts an den Tatsachen:
Erik ist tot und August ist noch hier. Was für eine kolossale Fehlentscheidung des Universums.
Challenge: Angst – Fehlentscheidung (fürs Team)
Fandom: Young Royals (den Tag gibt es glaub ich noch nicht?)
Charaktere/Pairing: August von Årnäs
Wörter: ~800
Anmerkung: Augusts Gedanken am Anfang der 6. Folge, weil ich (glauben) möchte, dass er von seinen Schuldgefühlen so richtig aufgefressen wird. (Schaut ihr euch auch manchmal die ganzen sympathischen Charaktere einer Serie an und denkt dann, oh, dieses Arschloch, für dessen Verhalten es absolut keine Entschuldigung gibt, das finde ich besonders interessant?)
„Ich wünschte, Erik wäre hier. Er wüsste, was ich machen soll“, sagt Wille, und in dem Moment fühlt August das bis ins Tiefste seiner Seele; falls er denn überhaupt eine hat.
Er will nicht sagen, dass Erik sein moralischer Kompass oder sein Gewissen oder so was war. August weiß genau, dass er zu kaputt ist, um diese Rolle auch nur irgendjemandem zuzumuten, und eigentlich glaubt er auch daran, dass jeder für sein eigenes Verhalten verantwortlich ist – oder zumindest abgebrüht genug sein muss, um damit zu leben.
Trotzdem ist er sich sicher, dass er deutlich weniger katastrophale Entscheidungen getroffen hat, als Erik noch da war, und tatsächlich am wenigsten davon, als er ihn hier direkt an seiner Seite in Hillerska hatte.
Er hat ihn zwar nicht automatisch zu einem besseren Menschen gemacht, denn nicht mal Erik konnte einfach so Dinge vollbringen, die eigentlich schon an ein Wunder grenzen, aber mit ihm hätte er vielleicht nicht alles so komplett ruiniert, wie er es jetzt getan hat.
Als Wille in seiner kurzen Traueransprache davon geredet hat, dass es sich so falsch anfühlt, dass er selbst noch hier ist und Erik nicht, hat August das nicht besonders ernst genommen. Das ist eben etwas, was Menschen in solchen Situationen sagen, um besonders groß und gleichzeitig bescheiden zu wirken, und höchstens noch ein bisschen aus Verzweiflung oder weil ihnen schlichtweg die Worte fehlen.
Aber jetzt versteht er plötzlich genau, was er damit gemeint hat. Erik ist tot und August kann ohne Konsequenzen, die über seine eigenen Schuldgefühle hinausgehen, Sexvideos verbreiten, die das ganze Land auf den Kopf stellen, einfach, weil für einen Augenblick alles so verdammt ungerecht war.
Für einen Augenblick und all die all die Jahre zuvor, als Wille zwar auch alles andere als die perfekte Familie, aber zumindest überhaupt eine Familie hatte.
Und keinen Vater, dem selbst alles zu viel geworden ist; keine Mutter, die sich direkt irgendeinen nichtsnutzigen Schönling als Ersatz angelacht hat; keine Sorgen, alles zu verlieren, was ihm noch geblieben und was ihm noch auf irgendeine Weise wichtig ist.
Und Erik. Wille hatte immer Erik. August weiß, dass das schon wieder verdammt unfair von ihm ist und dass Erik auch für ihn immer da war, so gut es eben ging, aber er kann noch so viel behaupten, dass Erik für ihn wie ein Bruder war, dieses Vorrecht hatte immer nur Wille und hat es auch jetzt in ihrer Trauer, und an manchen Tagen tut das mehr weh als alles andere.
Erik ist tot und anstatt in irgendeiner Weise für Wille dazusein, wie er es Erik erst vor ein paar Wochen versprochen hat, ruiniert er jetzt auch noch dessen Leben. Und Wille, Wille entschuldigt sich auch noch bei ihm, und sorgt dafür, dass er auf der Schule bleiben kann, und bedankt sich bei ihm, und August ist sogar zu feige dazu ihm zu sagen, dass die ganze Scheiße seine Schuld ist.
Selbst sein Rat, dass Erik sicher einfach nur gewollt hätte, dass Wille er selbst ist, hallt für ihn durch den Raum wie nichts als leere Worte.
Wille hätte diese Ansprache von Erik selbst bekommen sollen, er hat es verdient, sie von Erik selbst zu bekommen (er hat sie sich verdammt noch mal mehr verdient als August, der sie tatsächlich in ihrer vollen Länge bekommen und dann natürlich zusammen mit allem anderen verdrängt und so tief in sich vergraben hat, dass er selbst jetzt nicht daran denken und sie weitergeben kann; folge deinem Herzen ist ein ziemlich beschissener Ratschlag, wenn man schlichtweg keines hat).
Aber genau wie Augusts Leben ist auch Willes alles andere als fair, was August in dem Moment vielleicht zum ersten Mal so richtig anerkennt, als Wille ihm sagt, dass er absolut keine Ahnung hat, was er tun soll; noch etwas, was August vollkommen nachvollziehen kann.
Er hofft inständig, dass die wenigen Worte, die er ihm mit auf den Weg gibt, bevor er mehr oder weniger aus dem Zimmer flüchtet, irgendwas bewirken; dass sie nicht so vollkommen nutzlos sind, wie er sich gerade fühlt und wenigstens ein kleines bisschen wieder gutmachen, was er angerichtet hat.
Und Gott, denkt er, als er die Tür zu seinem eigenen Zimmer hinter sich zuzieht und sich mit dem Rücken zu ihr auf den Boden sinken lässt, selbst jetzt noch ist sein erster egoistischer Gedanke an sich selbst und wie er sein schlechtes Gewissen irgendwie beruhigen kann, wie mies kann man eigentlich sein? Und auch, dass er jetzt das Gesicht in den Händen vergräbt, als ob er sich die Tränen auch nur ansatzweise verdient hätte, ändert nichts an den Tatsachen:
Erik ist tot und August ist noch hier. Was für eine kolossale Fehlentscheidung des Universums.