[identity profile] failte-aoife.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Team: Enterprise
Challenge: Corona - Home Office/ Home Schooling (fürs Team)
Titel: Cool
Fandom: Tatort Saarbrücken
Inhalt: Das schlimmste was Adam sich vorstellen kann passiert: er muss sich mit einem Kind unterhalten
Anmerkung: Ich kann tatsächlich nicht nur Angst zu den Beiden schreiben



“Ja, natürlich mach ich das.” noch während Leo in den Hörer sprach, war er vom Sofa aufgesprungen, hatte sich seine Jacke gegriffen und eine Maske in die Tasche gestopft. “Ich hol das Rezept gleich bei Ihnen ab.” Er legte auf und Adam warf ihm einen fragenden Blick zu.


“Das war Frau Köhler von über mir. Die hat vergessen ihre Medikamente abzuholen und sie ist doch nicht mehr so gut zu Fuß. Naja, und die Apotheke macht gleich zu.” Er schnappte sich den Schlüssel und lief zur Tür, dann erstarrte er mit der Hand am Türgriff. “Scheiße. Heute ist ja Mittwoch.”


An jedem ersten Mittwoch im Monat hatte Caro eine extrem wichtige Besprechung mit diversen über verschiedenen Zeitzonen verteilten Geschäftspartnern. Damit Jan, ihr achtjähriger Sohn, sie dabei nicht störte setzte sie ihn vor ihren zweit-Laptop und ließ ihn mit Leo skypen. 


Wie genau sie es immer schafften tatsächlich jedes Mal gut eine Stunde zu reden, wo momentan keiner von ihnen besonders aufregendes erleben konnte wusste Adam nicht so recht, aber irgendwie klappte es.


“Pass auf,” Leo riss die Tür auf, “Mein Rechner ist noch an. Red du einfach ein bisschen mit ihm.”


“Was? Nein. Stopp. Ich…”


Leo verdrehte die Augen. “Hab dich nicht so. Ich beeil mich. Dann musst du höchstens 15 Minuten mit ihm reden.”


Adam war aufgesprungen und wollte weiter protestieren. “20, wenn du mich jetzt noch aufhältst.” Und die Tür war hinter ihm ins Schloss gefallen.


Seufzend ließ Adam sich vor Leos Rechner nieder. Was zum Teufel sollte er einem Kind erzählen? Momentan wusste er ja nicht einmal, worüber er mit Erwachsenen sprechen könnte. (Gut, auch ohne Corona-bedingtem Mangel an Freizeitaktivitäten wollte er selten mit Menschen reden). Skypes schrilles Klingeln riss ihn aus seinen Überlegungen.


“Hallo.” Er bemühte sich freundlich zu lächeln, zweifelte aber an seinem Erfolg.


“Wer bist du?”


“Ich bin Adam. Ein Freund von Leo. Der musste nochmal weg, kommt aber gleich.”


Jan verschränkte die Arme und schaute ihn empört an. “Ich darf meine Freunde nicht besuchen.”


“Ich bin auch nicht zu besuch. Ich wohne bei Leo.”


Der Junge musterte ihn immer noch misstrauisch. “Warum?”


“Ich hab vorher im Hotel gewohnt. Aber das hat jetzt zu gemacht. Und Leo hat gesagt ich kann erstmal zu ihm.”


“Wer wohnt den in einem Hotel?” Verdammt, trainierte Leo den Jungen in Verhörtechnik, wenn sie miteinander redeten?


“Ich bin erst...seit Kurzem wieder in Saarbrücken. Und da bin ich erst Mal ins Hotel und wollte mir eine Wohnung suchen, aber ich habe nichts gefunden.” Still richtete er eine Bitte an welches höhere Wesen auch immer bereit war zuzuhören, dass Jan jetzt bitte nicht auf die Idee kommen sollte zu fragen, wie lange er schon in Saarbrücken war, denn das hätte sicher die Frage nach sich gezogen, ob er sich überhaupt Mühe bei der Wohnungssuche gegeben hätte (nein). Dann fügte er noch die Bitte hinzu, dass er nicht auf die Idee kommen sollte zu fragen, ob er hier niemand anders gab bei dem er wohnen könnte.


“Und deswegen wohnst du jetzt bei Onkel Leo?”


“Ja.”


“Und bist du sein Freund, oder sein Freund?” Er hätte wohl noch eine weitere Bitte in den Äther schicken sollen. Und überhaupt, seit wann fragten Kinder so früh nach so etwas? Er war sich sicher, dass bei ihnen solche Fragen (damals noch wesentlich heteronormativer) erst ein paar Jahre später angefangen hatten.


“Leo und ich sind nur Freunde.” Verstohlen blickte er auf die Uhr am Bildschirmrand. Wie konnte es sein, dass erst fünf Minuten vergangen waren? “Manchmal wohnen auch Leute zusammen, die einfach nur Freunde sind.”


Jan legte den Kopf schief und beäugte Adam weiter misstrauisch, aber plötzlich hellte sich sein Gesicht auf. “So wie Sherlock Holmes und Dr. Watson? Da hab ich die Hörspiele!”


“Ehm. Ja. Das sind auch Freunde, die zusammenwohnen.”


“Mama hat auch die Filme und manchmal gucken wir sie zusammen. Gestern haben wir den mit der Radfahrerin und dem Typen geschaut, der sie für ihr Geld heiraten wollte, geschaut. Kennst du den?”


Adam kannte Die einsame Radfahrerin, hoffte aber, dass eine Verneinung eine Nacherzählung der Geschichte eine Nacherzählung zur Folge haben würde, die ihm zumindest ein paar Minuten ohne weitere Fragen bescheren würde, also schüttelte er den Kopf. Und er hatte Recht gehabt. Jan erzählte ihm alle Details der Folge (nicht unbedingt chronologisch) und betonte in jedem dritten Satz wie fies diese Typen waren. “Aber dann hat Holmes ihnen so richtig die Meinung gesagt. Das war echt cool von ihm!”


“Ja, Holmes ist schon ein cooler Typ”, stimmte ihm Adam zu.


Wieder musterte ihn Jan neugierig. “Und wer von euch beiden ist Sherlock Holmes?”


Adam musste nicht wirklich lange überlegen. “Leo.”


In dem Moment hörte er wie sich die Wohnungstür öffnete und kurz darauf kam Leo ins Zimmer.


“Na. Habt ihr euch gut unterhalten?”


“Adam findet dich cool.” erklärte Jan.


Leo warf ihm einen interessierten Blick zu. “Ach? Tut er das?”


“Das hab ich...ach egal. Ich lass euch jetzt alleine. Du musst Jan ja noch von deiner spannenden Woche erzählen."




Date: 2021-07-12 07:10 pm (UTC)
From: [identity profile] chalada.livejournal.com
“Ja, Holmes ist schon ein cooler Typ”, stimmte ihm Adam zu.

Wieder musterte ihn Jan neugierig. “Und wer von euch beiden ist Sherlock Holmes?”


Hallo, was für eine hinterhältige Frage, die üben ja anscheinend wirklich Verhörtechnik in ihrem wöchentlichen Meeting! Und dann Adam am Ende auch noch so zu verraten (ich liebe es :D).

Ich freu mich sehr über nicht nur Angst zu den beiden, das ist genau das, was ich gerade brauche, danke!

Date: 2021-07-20 05:54 pm (UTC)
ext_268021: (skull)
From: [identity profile] erynwen.livejournal.com
"Und wer ist Sherlock Holmes", haha, wirklich sehr schön.

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