Team: Enterprise
Challenge: Corona - "Mir fällt die Decke auf den Kopf"
Titel: Dann jog halt nach Frankreich
Fandom: Tatort Saarbrücken
Anmerkungen: Lockdownkoller in Saarbrücken (Ausserdem brauche ich wohl noch einen Autoren-Tag xD)
“Oh mein Gott, warum hab ich das gelesen,” hört Leo Adam schimpfen und grinst in seinen Kaffee. Da ist wieder jemand mit Doomscrolling beschäftigt. Leo schüttelt amüsiert den Kopf und stößt sich von der Arbeitsplatte ab. Wenn Adam schon so meckert, will Leo es vermutlich genau wissen.
Als Leo ins Wohnzimmer tritt, sieht er nur einen Fuß auf der Kopfstütze des Sofas.
Nachdem Adam bei Leo eingezogen war - denn niemand von ihnen wollte während des Lockdowns alleine sein, obwohl sie technisch gesehen jetzt keinen Hausstand bildeten, immerhin arbeiteten sie ja zusammen, und wenn man sich nicht mit dem Mann isolierte, dessen Vater man mit einem Spaten erschlagen hatte, mit wem sonst - hatte sich Leo anfangs immer mittelschwer erschreckt, wenn Adam irgendwo quer auf dem Sessel fläzte oder auf dem Boden lag, einfach, weil Leo es gewöhnt war, dass Menschen sich vernünftig hinsetzten.
Also alle Menschen, ausser Adam. Adam scheint allergisch auf normale Nutzung von Möbeln, sitzt lieber auf der Arbeitsplatte in der Küche, als dass er es auf einem Stuhl tut.
Mittlerweile zuckt Leo nicht einmal mehr zusammen, wenn er beinahe auf Adams Hand tritt oder über seine Füße stolpert. Genauso, wie er sich nicht mehr daran stört, Adams Schnarchen aus dem anderen Schlafzimmer zu hören, oder den leichten Rauchgeruch kaum bemerkt, der in der Wohnung hängt, obwohl Adam immer auf dem Balkon raucht.
So nimmt Leo auch nur beiläufig wahr, dass Adam auf dem Boden liegt, die Beine auf das Sitzkissen des Sofas gestützt. Wenn es bequem ist.
“Wieso, was haste denn gelesen,” fragt er also nur, als er sich neben Adams Beine setzt.
Adam legt seufzend das Smartphone beiseite und fuchtelt melodramatisch.
“Och nichts weiter, nur dass”, und hier macht Adam mit den Fingern Anführungszeichen in die Luft, “die Clubs als letztes wieder öffnen. Ehrlich, erschieß mich doch einfach.”
Leo lacht leise durch Nase, und Adam sieht ihn entgeistert an. “Was gibt es denn da zu lachen?”
“Dass du so tust, als wäre das der Weltuntergang.”
“Ja, ist es ja auch. Also, für dich vermutlich nicht, aber hat ja nicht jeder die Vorstellung eines perfekten Abends, auf der Couch zu sitzen und Netflix zu glotzen.”
Leo zuckt mit den Schultern. “So ist das eben im Alter. Kommst du auch noch drauf.”
“Haha. Vorher sterbe ich eher an Langeweile.”
“Du kannst ja joggen gehen.”
“Uff, ne. Das Vergnügen hatte ich heute schon. Wenn ich jetzt noch mal laufen gehe, laufe ich vermutlich bis nach Frankreich.”
Leo muss wieder lachen. “Da brauchst du aber einen triftigen Grund, draußen zu sein. Langeweile wird da nicht gelten.”
Adam wirft theatralisch einen Arm über seine Augen und macht einen frustrierten Laut. “Ach, zerstör doch nicht meine Illusionen.”
Leo schüttelt wieder den Kopf, nimmt einen Schluck Kaffee. Er kann ja auch verstehen, wo Adams Problem ist. Adam ist nicht gut darin, stillzustehen. Es ist schon schwierig genug für ihn, in Saarbrücken sesshaft zu werden, was er nur für Leo tut. Also nicht, dass er das laut sagt, aber Leo kann das schon ziemlich gut selbst einschätzen, dass es weder das beschauliche Saarland noch die Erinnerungen an seine Kindheit sind, die Adam zum Bleiben bewegen.
Nichtsdestotrotz ist Adam heute wirklich übermäßig mopperig, und Leo kann nicht anders, als ihn damit aufzuziehen. Ihm ist schließlich auch langweilig.
“Also,” setzt er an, “wenn es ganz so arg ist, kannst du natürlich auch das Badezimmer putzen. Nötig wäre das mal wieder.”
“So witzig. Du bist so unheimlich witzig. Ich weiß schon, warum ich hergezogen bin,” grummelt Adam vor sich hin.
“Also, ein bisschen mehr Dankbarkeit, dass ich dich davor bewahrt habe, bei deinen Eltern zu versauern, wäre schon schön,” erwidert Leo und beißt sich beinahe direkt auf die Zunge. Das war jetzt gemein, und er wartet mit angehaltenem Atem, ob Adam jetzt wütend wird.
Zum Glück lacht der stattdessen. “Ugh ja, das kann ich mir nur zu gut vorstellen. Meine Mutter hortet Toilettenpapier, und mein Vater verschwindet in den Untiefen von Telegram. Gepaart mit seinem Spezialtraining und ständigem ‘ein Schürk wird nicht krank!’. Davon hatte ich genug für dieses Leben, danke auch. Wobei,” und hier sieht Adam zu Leo hoch, und seine Augen funkeln belustigt, “immerhin hätte ich da einen Pool.”
“Du kannst ja hier in die Badewanne gehen,” schlägt Leo trocken vor.
“Das ist jetzt nicht ganz das Gleiche.”
“Beggars can’t be choosers,” konstatiert Leo und zuckt mit den Schultern. Adam schnauft und greift wieder nach seinem Telefon.
Leo lässt sich in die Sofakissen sinken und nimmt sein Buch zur Hand. Das Buch, das er seit zwei Wochen versucht zu lesen, sich aber beim besten Willen nicht drauf konzentrieren kann. Er weiß auch gar nicht, wo er eigentlich aufgehört hat zu lesen, fängt irgendwo auf der Seite an in der Hoffnung, dass das schon irgendwie passt. Neben ihm trommelt Adam mit den Fingern seiner freien Hand auf dem Knie herum, und Leo versucht wirklich, das zu ignorieren, aber es macht ihn zu sehr nervös. Ohne nachzudenken greift er also nach Adams Hand, verschränkt ihre Finger miteinander, und zieht die so miteinander verbunden Hände näher zu sich, bis sie auf dem Sofakissen liegen.
Es ist für einen Moment sehr still im Wohnzimmer, und Leo könnte sich schon beinahe dran gewöhnen, da hört er Adams Räuspern.
“Ähm, Leo?”
Leo schaut über den Rand seines Buchs hinweg nach unten. “Ja?”
“Ähm, kann ich… also, meine Hand?” fragt Adam, und schüttelt ihre verschränkten Hände sanft von links nach rechts.
Oh. Das. Oh.
Leo spürt, wie ihm das Blut in die Wangen schießt. “Sorry, ich hab gar nicht gemerkt… Aber du machst mich halt auch nervös mit deiner Trommelei,” sagt er mit einem verlegenen Grinsen und lässt Adams Hand los.
Adams Augenbrauen ziehen sich zusammen, zwischen ihnen bildet sich eine nachdenkliche Falte. Dann richtet sich Adam langsam auf, und Leo fühlt sich wie in einem Suchscheinwerfer, so intensiv leuchten Adams Augen.
“Ich gehe mal eine rauchen,” hört er Adam sagen, und er nickt, und erst als die Balkontür ins Schloss fällt, atmet Leo laut aus.
Es hat viel für sich, nicht alleine in dieser Wohnung zu hocken, und sich keine Gedanken um Adam machen zu müssen.
Die Sorge, dass Adam irgendwann spitz kriegt, dass Leo was für ihn übrig hat, gehört nicht dazu.
Leo seufzt, nimmt seine Kaffeetasse und verschwindet wieder in der Küche.
Das Badezimmer muss ja nun wirklich mal wieder geputzt werden.
Challenge: Corona - "Mir fällt die Decke auf den Kopf"
Titel: Dann jog halt nach Frankreich
Fandom: Tatort Saarbrücken
Anmerkungen: Lockdownkoller in Saarbrücken (Ausserdem brauche ich wohl noch einen Autoren-Tag xD)
“Oh mein Gott, warum hab ich das gelesen,” hört Leo Adam schimpfen und grinst in seinen Kaffee. Da ist wieder jemand mit Doomscrolling beschäftigt. Leo schüttelt amüsiert den Kopf und stößt sich von der Arbeitsplatte ab. Wenn Adam schon so meckert, will Leo es vermutlich genau wissen.
Als Leo ins Wohnzimmer tritt, sieht er nur einen Fuß auf der Kopfstütze des Sofas.
Nachdem Adam bei Leo eingezogen war - denn niemand von ihnen wollte während des Lockdowns alleine sein, obwohl sie technisch gesehen jetzt keinen Hausstand bildeten, immerhin arbeiteten sie ja zusammen, und wenn man sich nicht mit dem Mann isolierte, dessen Vater man mit einem Spaten erschlagen hatte, mit wem sonst - hatte sich Leo anfangs immer mittelschwer erschreckt, wenn Adam irgendwo quer auf dem Sessel fläzte oder auf dem Boden lag, einfach, weil Leo es gewöhnt war, dass Menschen sich vernünftig hinsetzten.
Also alle Menschen, ausser Adam. Adam scheint allergisch auf normale Nutzung von Möbeln, sitzt lieber auf der Arbeitsplatte in der Küche, als dass er es auf einem Stuhl tut.
Mittlerweile zuckt Leo nicht einmal mehr zusammen, wenn er beinahe auf Adams Hand tritt oder über seine Füße stolpert. Genauso, wie er sich nicht mehr daran stört, Adams Schnarchen aus dem anderen Schlafzimmer zu hören, oder den leichten Rauchgeruch kaum bemerkt, der in der Wohnung hängt, obwohl Adam immer auf dem Balkon raucht.
So nimmt Leo auch nur beiläufig wahr, dass Adam auf dem Boden liegt, die Beine auf das Sitzkissen des Sofas gestützt. Wenn es bequem ist.
“Wieso, was haste denn gelesen,” fragt er also nur, als er sich neben Adams Beine setzt.
Adam legt seufzend das Smartphone beiseite und fuchtelt melodramatisch.
“Och nichts weiter, nur dass”, und hier macht Adam mit den Fingern Anführungszeichen in die Luft, “die Clubs als letztes wieder öffnen. Ehrlich, erschieß mich doch einfach.”
Leo lacht leise durch Nase, und Adam sieht ihn entgeistert an. “Was gibt es denn da zu lachen?”
“Dass du so tust, als wäre das der Weltuntergang.”
“Ja, ist es ja auch. Also, für dich vermutlich nicht, aber hat ja nicht jeder die Vorstellung eines perfekten Abends, auf der Couch zu sitzen und Netflix zu glotzen.”
Leo zuckt mit den Schultern. “So ist das eben im Alter. Kommst du auch noch drauf.”
“Haha. Vorher sterbe ich eher an Langeweile.”
“Du kannst ja joggen gehen.”
“Uff, ne. Das Vergnügen hatte ich heute schon. Wenn ich jetzt noch mal laufen gehe, laufe ich vermutlich bis nach Frankreich.”
Leo muss wieder lachen. “Da brauchst du aber einen triftigen Grund, draußen zu sein. Langeweile wird da nicht gelten.”
Adam wirft theatralisch einen Arm über seine Augen und macht einen frustrierten Laut. “Ach, zerstör doch nicht meine Illusionen.”
Leo schüttelt wieder den Kopf, nimmt einen Schluck Kaffee. Er kann ja auch verstehen, wo Adams Problem ist. Adam ist nicht gut darin, stillzustehen. Es ist schon schwierig genug für ihn, in Saarbrücken sesshaft zu werden, was er nur für Leo tut. Also nicht, dass er das laut sagt, aber Leo kann das schon ziemlich gut selbst einschätzen, dass es weder das beschauliche Saarland noch die Erinnerungen an seine Kindheit sind, die Adam zum Bleiben bewegen.
Nichtsdestotrotz ist Adam heute wirklich übermäßig mopperig, und Leo kann nicht anders, als ihn damit aufzuziehen. Ihm ist schließlich auch langweilig.
“Also,” setzt er an, “wenn es ganz so arg ist, kannst du natürlich auch das Badezimmer putzen. Nötig wäre das mal wieder.”
“So witzig. Du bist so unheimlich witzig. Ich weiß schon, warum ich hergezogen bin,” grummelt Adam vor sich hin.
“Also, ein bisschen mehr Dankbarkeit, dass ich dich davor bewahrt habe, bei deinen Eltern zu versauern, wäre schon schön,” erwidert Leo und beißt sich beinahe direkt auf die Zunge. Das war jetzt gemein, und er wartet mit angehaltenem Atem, ob Adam jetzt wütend wird.
Zum Glück lacht der stattdessen. “Ugh ja, das kann ich mir nur zu gut vorstellen. Meine Mutter hortet Toilettenpapier, und mein Vater verschwindet in den Untiefen von Telegram. Gepaart mit seinem Spezialtraining und ständigem ‘ein Schürk wird nicht krank!’. Davon hatte ich genug für dieses Leben, danke auch. Wobei,” und hier sieht Adam zu Leo hoch, und seine Augen funkeln belustigt, “immerhin hätte ich da einen Pool.”
“Du kannst ja hier in die Badewanne gehen,” schlägt Leo trocken vor.
“Das ist jetzt nicht ganz das Gleiche.”
“Beggars can’t be choosers,” konstatiert Leo und zuckt mit den Schultern. Adam schnauft und greift wieder nach seinem Telefon.
Leo lässt sich in die Sofakissen sinken und nimmt sein Buch zur Hand. Das Buch, das er seit zwei Wochen versucht zu lesen, sich aber beim besten Willen nicht drauf konzentrieren kann. Er weiß auch gar nicht, wo er eigentlich aufgehört hat zu lesen, fängt irgendwo auf der Seite an in der Hoffnung, dass das schon irgendwie passt. Neben ihm trommelt Adam mit den Fingern seiner freien Hand auf dem Knie herum, und Leo versucht wirklich, das zu ignorieren, aber es macht ihn zu sehr nervös. Ohne nachzudenken greift er also nach Adams Hand, verschränkt ihre Finger miteinander, und zieht die so miteinander verbunden Hände näher zu sich, bis sie auf dem Sofakissen liegen.
Es ist für einen Moment sehr still im Wohnzimmer, und Leo könnte sich schon beinahe dran gewöhnen, da hört er Adams Räuspern.
“Ähm, Leo?”
Leo schaut über den Rand seines Buchs hinweg nach unten. “Ja?”
“Ähm, kann ich… also, meine Hand?” fragt Adam, und schüttelt ihre verschränkten Hände sanft von links nach rechts.
Oh. Das. Oh.
Leo spürt, wie ihm das Blut in die Wangen schießt. “Sorry, ich hab gar nicht gemerkt… Aber du machst mich halt auch nervös mit deiner Trommelei,” sagt er mit einem verlegenen Grinsen und lässt Adams Hand los.
Adams Augenbrauen ziehen sich zusammen, zwischen ihnen bildet sich eine nachdenkliche Falte. Dann richtet sich Adam langsam auf, und Leo fühlt sich wie in einem Suchscheinwerfer, so intensiv leuchten Adams Augen.
“Ich gehe mal eine rauchen,” hört er Adam sagen, und er nickt, und erst als die Balkontür ins Schloss fällt, atmet Leo laut aus.
Es hat viel für sich, nicht alleine in dieser Wohnung zu hocken, und sich keine Gedanken um Adam machen zu müssen.
Die Sorge, dass Adam irgendwann spitz kriegt, dass Leo was für ihn übrig hat, gehört nicht dazu.
Leo seufzt, nimmt seine Kaffeetasse und verschwindet wieder in der Küche.
Das Badezimmer muss ja nun wirklich mal wieder geputzt werden.
no subject
Date: 2021-07-06 05:48 pm (UTC)AHAHAHAHAHAH
und wenn man sich nicht mit dem Mann isolierte, dessen Vater man mit einem Spaten erschlagen hatte, mit wem sonst
AAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHHAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAAHHHHHHHHHHHAAAAAAAAAAAA
Adam's Vater bei Telegram
Ich liebe alles
no subject
Date: 2021-07-06 07:58 pm (UTC)Danke <3