Challenge: Romantik/Intimität - Nah und fern (für mich)
Fandom: Yuukoku no Moriarty (bräuchte n neuen fandomtag ...)
Charaktere/Pairings: Sherlock Holmes/William James Moriarty; one-sided William/Albert
Kommentar: Reinkarnations-AU wenn man so will, sowie After-Canon vom Anime (und ich hab zu viele Feels!)
(und ich glaube das ich mal wieder in was längeres reinstolpere u//u)
Still lehnte er sich in dem kleinen Park auf einer Bank zurück, hielt den Brief vor sich in der Hand, während er die Zeilen bereits zum dritten oder vierten Mal las.
Vielleicht war es doch nicht ganz das gewesen, was er hatte tun sollen, als er aus England weggezogen war.
Vielleicht hätte er Albert damals sagen sollen, dass er mitkommen sollte.
Hätte er ihm sagen können, dass er ihn an seiner Seite haben wollte?
William wusste nicht, was ihn daran gehindert hatte, etwas zu sagen. Er wusste nicht einmal, was ihn immer noch daran hinderte, etwas zu sagen.
Befürchtete er, dass Albert ihn nicht akzeptierte, wenn er es sagte? Dass er sich in seinen Bruder verliebt hatte?
Wobei er sich fragte, wann es angefangen hatte, dass er ihn liebte. War es nicht noch zu der Zeit, in der sie sich kennengelernt hatten, als sie nichts weiter als Bekannte gewesen waren?
Er hatte ihn schon immer interessant gefunden, aber er war sich nie sicher gewesen, was genau Albert in ihm sah. Oder ob er ihn einfach nur als seinen Bruder ansah.
Inzwischen lebten sie nicht einmal mehr in dem gleichen Land. Vielleicht war es gut, dass es so gekommen war. Vielleicht würde es dafür sorgen, dass William einsehen konnte, dass es besser war, wenn sie einfach nur wie Brüder zueinander waren?
Vielleicht sollte er akzeptieren, dass es nichts brachte, wenn er auf seine Gefühle hörte.
Albert ging es gut, nach allem, was er schrieb. Sie waren beide glücklich mit ihrem Leben, selbst wenn es nicht zusammen war. Selbst, wenn er nicht mit ihm zusammen glücklich sein konnte.
„... Liam?“
Überrascht hob William seinen Kopf, sah zu der Person, die vor ihm stand und sich ein Stück vorgebeugt hatte, ihn aus klaren, blauen Augen ansah. Wer war das? Wieso hatte er dieses Gefühl, dass er ihn schon einmal irgendwo gesehen hatte? Dabei fühlte es sich gleichzeitig an, als hätte er diesen Kerl noch nie zuvor getroffen?
Warum war da gerade diese Erinnerung, wie dieser Mann vor ihm ihn an der Wange berührte und so ruhig ansah?
Er kannte ihn doch nicht, oder?
„Entschuldigung? Aber ... kennen wir uns?“, fragte William nach, musterte den anderen einen Moment länger.
„Hmmm“, kam es überlegend zurück, bevor sich derjenige durch seine dunklen Haare strich, die hinten zu einem kleinen Zopf zusammengebunden waren, „ich weiß es nicht, aber ich hatte das Gefühl, dass wir uns schon einmal gesehen hätten.“ Kurz darauf ließ er sich neben William auf der Parkbank nieder.
William sah ihn von der Seite her an, dachte ein wenig länger darüber nach. Hatte er ihn schon einmal gesehen? Warum fühlte es sich so vertraut an, wie der andere ihn ‚Liam‘ genannt hatte? „Tut mir leid, aber ich weiß wirklich nicht, wer du bist.“
Er fühlte, wie er diesen Mann vor sich anlächelte, während er eine der Haarsträhnen des anderen zur Seite strich. „Du weißt, dass das hier alles verändern wird, nicht, Sherly?“
Es war eindeutig seine eigene Stimme, aber wieso erinnerte er sich daran? Wieso nannte er diesen Mann vor sich ‚Sherly‘?
Er richtete seinen Blick wieder auf den Brief in seiner Hand, bevor er schließlich seufzte und ihn in seiner Jackentasche verstaute. „Entschuldige mich, ich sollte langsam gehen.“
Er wollte nicht länger in diesen verwirrenden Gedanken hängen. Oder Erinnerungen. Er kannte diesen Mann immerhin nicht.
„Ich weiß schon, was ich tue, Liam“, drang diese Stimme von diesem Mann zu ihm, während er nur noch erkannte, wie er sich zu ihm beugte und er sich von den Lippen des anderen in einen Kuss ziehen ließ.
Es fühlte sich vertraut an, obwohl er nicht wusste, wieso es sich so anfühlte, immerhin war das alles nicht real, oder?
„Ja, natürlich“, nickte der andere ruhig und schenkte ihm ein Lächeln, holte William wieder etwas aus dieser Erinnerung, oder was auch immer es war, es konnte nicht die Realität sein, „aber ich denke schon, dass wir uns schon einmal getroffen haben, Liam.“
„Ich werde dich nicht alleine lassen, Liam“, sprach dieser Mann zu ihm und lächelte ihn an, „ganz egal, wohin wir gehen werden.“
„... Du bist ganz schön lästig, Sherly“, erwiderte er nach einem Moment, schmunzelte dann aber.
Warum erinnerte er sich die ganze Zeit an so etwas, obwohl es nicht mehr, als das war?
Obwohl es von jemandem war, den er gerade zum ersten Mal gesehen hatte, oder?
Dennoch sorgte dieser Name für so ein wohliges Gefühl in ihm, dass er glaubte, dass irgendetwas daran war. Warum nannte dieser Mann ihn ‚Liam‘? Wieso fühlte es sich an, als wenn es etwas war, was nur zwischen ihnen war? Als wenn es ein Name war, den nur er für ihn benutzte.
„Wie ist dein Name?“, fragte er schließlich nach einigen Sekunden nach, in denen er nur ein wenig den Wind spürte, der an ihm vorbeizog. In diesen Sequenzen hatte er ihn ‚Sherly‘ genannt, oder?
„Sherlock Holmes, Liam“, sagte er und schmunzelte etwas mehr, streckte einen Arm über die Lehne der Parkbank, „vielleicht sieht man sich mal wieder?“
William schluckte, bemerkte, wie diese blauen Augen so direkt auf ihm lagen, bevor er langsam seine Lippen zu einem ruhigen Lächeln bewegte. „Vielleicht tun wir das“, antwortete er langsam, „mein Name ist William James Moriarty.“
Als er sich auf den Heimweg machte, war er sich nur nicht sicher, was genau es bedeutete. Was war dieses Treffen? Was genau war es, an das er sich erinnerte, obwohl er sich sicher war, dass er den anderen noch nie gesehen hatte?
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Date: 2021-07-03 02:26 pm (UTC)