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Team: Enterprise


Challenge: Crack — Ich hab's dir doch gesagt (fürs Team)


Titel: Shou's Ruhetag


Fandom: Thunderbold Fantasy


Anmerkungen: In alter Tradition bringe ich neue Fandoms die neue Tags brauchen. 


Ansonsten: gibt es in Fantasy-Taiwan-Japan Wildschweine? Gute Frage aber das hier ist eh nur Crack.



Rin ließ sich dramatisch-schwungvoll auf den Platz gegenüber von Shou fallen, ohne auch nur einen Tropfen aus dem Weinglas in seiner Hand zu verschütten. Natürlich. Er stellte den Wein auf den Tisch, warf seinen Kopf zurück so dass seine Harre auch im windstillen Gasthaus zumindest kurz eindrucksvoll flatterten und fragte „Und?“




„Was und?“ entgegnete Shou. Er machte sich nicht die Mühe so zu klingen, als ob er nicht genau wüsste was Rin meinte. Er hatte sowieso keine Hoffnung, dass er dieses Gespräch vermeiden konnte. Aber er konnte zumindest das Unvermeidliche ein wenig hinauszögern.




Rin schaute von seiner Pfeife zu Shou und jeder der ihn nicht kannte musste denken, dass ihm Beides gleichgültig war. „Und wie war dein Tag?“




„Wie soll schon gewesen sein?“ Er registrierte mit einer gewissen Genugtuung, dass Rin die Antwort nicht gefiel.




„Nun. Da gibt es grob zwei Möglichkeiten. Entweder er war wie du ihn dir vorgestellt hast, also du mich alleine auf eine gefährliche Mission hast gehen lassen“, er sprach über Shous Schnauben hinweg, „Weil du der Meinung warst, dass du einfach Mal etwas Ruhe brauchen würdest und aus mir unverständlichen Gründen findest, dass ich dem abträglich bin.“ Er sprach auch über Shous wesentlich lauteres Schnauben weiter, „Oder er war nicht wie du ihn dir vorgestellt hast. Wenn wir diese Frage geklärt haben können wir weitere Details diskutieren.“




Shou wartete einen Moment, nur für den Fall, dass Rin dem Klang seiner eigenen Stimme noch ein wenig lauschen wollte, aber jetzt schien er tatsächlich auf seine Antwort zu warten.




„Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich dein Diebesgut verkaufen keine gefährliche Mission ist. Ich hätte dich da nur gestört.“ 




Rin rollte die Augen, als ob das eine Kleinigkeit wäre, die wirklich nicht der Rede Wert war und sein Argumentation in keiner Weiße hinderlich war. Shou nahm einen Schluck aus seinem Becher, dabei glitt sein Ärmel soweit nach unten, dass der Verband, um seinen Unterarm zu sehen war. Rin bemerkte ihn. Natürlich.




„Dein Tag war also ganz ruhig und entspannt?“




„So im Großen und Ganzen.“




„Gab es also auch Momente die weniger ruhig waren?“




Shou legte den Kopf zurück, als ob er erst überlegen müsste. „Also…“ er nahm noch einen Schluck und überlegte ob er seine Kunstpause so weit in die Länge ziehen konnte dass Rin noch einmal fragte aber kam dann zur Erkenntnis, dass er nicht derjenige von ihnen war, der sich besonders gut auf dramatische Erzählungen verstand. „Kaum warst du weg und ich es mir auf einem ruhigen Plätzchen am Dorfrand gemütlich gemacht habe ich einen Schrei gehört.“




„Einen Schrei?“




„Ja. Von einer jungen Frau.“




„Hast du ganz ohne mein Zutun eine Tempelwächterin in Nöten gefunden?“




Shou nahm den letzten Schluck Wein und signalisierte nach einem Neuen. Erst als sein Glas wieder gefüllt war beantwortete er die Frage. 




„Nein. Es war einfach nur ein Mädchen aus dem Dorf. Sie war im Wald und plötzlich ist ein riesiges Wildschwein aufgetaucht. Sie hat sich erschrocken und ist gestürzt. Deswegen hat sie geschrien. Ich habe ihr aufgeholfen und sie zum Dorf zurückbegleitet für den Fall, dass das Wildschwein noch in der Nähe ist. War es aber nicht. Sie war wieder glücklich bei ihren Eltern und ich habe mich wieder auf mein ruhiges Plätzchen gesetzt.“




Rin starrte auf Shous Ärmel, der jetzt wieder den Verband verdeckte. „Und was ist dann passiert?“




„Eine ganze Weile erst Mal gar nichts.“




„Und nachdem diese Weile verstrichen war ist etwas passiert, dass nicht nichts war?“




„So könnte man es sagen.“




„Wie würdest du es denn sagen?“




„Irgendwann kam dann ein Mann, der mich sehr höflich um Hilfe gebeten hat.“




Rin betrachtete intensiv seine Pfeife. Shou lehnte sich in seinem Stuhl zurück und schaute auf die schmucklose Holzwand hinter Rin. 




Rins Missmut das schweigende Duell verloren zu haben war deutlich zu hören als er fragte: „Ging es wieder…um das Wildschwein?“




Shou nickte. „Es hat sein Pferd erschreckt und es ist mit dem Karren durchgegangen und steckengeblieben. Er hat jemanden gebraucht der ihm dabei hilft ihn wieder loszukriegen. Da konnte ich ja schlecht nein sagen.“




„Zu mir sagst du sehr oft nein.“




Shou machte ihn nicht darauf Aufmerksam, dass er dann aber trotzdem immer das tat was Rin wollte. Stattdessen verlangte er nach dem nächsten Wein.




„Also habe ich ihm mit dem Karren geholfen.“




„Und dich dabei am Arm verletzt?“




Shou war kein guter Schauspieler, bemühte sich aber trotzdem überrascht zu schauen. „Wie kommst du darauf?“




Er konnte Rin ansehen, dass er einerseits Shou sagen wollte dass ihm klar war, dass er den Verband mit voller Absicht gezeigt hatte aber andererseits auch einfach wissen wollte was passiert war.




Vielleicht lag es ja am Wein, dass er jetzt doch Mitleid hatte. Zumindest ein bisschen. „Und als ich mich nach der Arbeit mit dem Karren ausruhen wollte hat eine alte Frau mich um Hilfe gebeten.“




„Hat…das Wildschwein…ihren Garten ruiniert und sie wollte, dass du ihr Gemüse wieder einpflanzt?“




„Wie absurd. Das Wildschwein hat ihre Katze aufgeschreckt, die ist auf einen Baum und kam nicht mehr runter.“




Rin legte seine Pfeife auf den Tisch. Er schaute Shou an. Er nahm seine Pfeife wieder in die Hand und ließ sie ihn seine Tasche gleiten. Dabei ließ er Shou nicht aus den Augen. 




„Du hast eine Katze aus einem Baum gerettet?“




„Ja.“




„Eine Katze.“




„Ja. Kleines Tier. Spitzte Ohren. Fell. Krallen. Du hast möglicherweise schon Mal eine gesehen.“




Er konnte sehen, wie Rin jetzt alle Puzzleteile zusammenfügte und dabei viel zu glücklich aussah. Aber das war ihm jetzt auch egal.




„Dich hat eine Katze gekratzt.“




„Ja.“




„Der große Sir Shou wurde von einer Katze gekratzt.“




„Das Viech muss älter als seine Besitzerin gewesen sein und komplett blind. Ist komplett durchgedreht als ich sie angefasst habe.“




Rin, lehnte sich mit einem selbstgefälligen Grinsen zurück und nahm einen Zug aus seiner Pfeife, die irgendwie wieder in seiner Hand erschienen war.




„Ich lasse dich also einmal allein, aber du wirst trotzdem von Leuten überrannt, die deine Hilfe brauchen und dann noch von einem wilden Biest angefallen.“




Es war ein harmloser Kratzer. Die alte Dame hatte so ein schlechtes Gewissen gehabt, dass er den Verband nicht hatte ablehnen können.




„Ja.“




„Du hast also auch ohne mich keine Ruhe.“




„Ja.“




„Ich hab's dir doch gleich gesagt.“




Date: 2021-07-02 08:25 pm (UTC)
From: [identity profile] rinkafushi.livejournal.com
Ich hab dir doch gleich gesagt, dass sanfan was für dich ist owo

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