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[personal profile] servena posting in [community profile] 120_minuten
Titel: Desertation
Challenge: #3 Arbeitsverweigerung
Fandom: Original | Fortsetzung von Hochmut kommt vor dem Fall
Sprache: Deutsch
Wörter: 700
Widmung: [livejournal.com profile] der_jemand, [livejournal.com profile] alea, [livejournal.com profile] cricri_72
Kommentar: Wenn mir niemand Fic über Lee und Ophelia schreibt, bau ich die beiden halt hier ein, pff. :D

„Lass mich los! Lass mich los, Mama! Ich will das sehen!“

Desertation

“Oh Scheiße”, sagte Mara nur. Pandora presste sich eine Hand vor den Mund. Dem Kapitän rutschte das Buch aus den Fingern. Er bemerkte es gar nicht.

Tiffany biss auf ihre Fingerknöchel, bis sie bluteten, um den Schrei zu unterdrücken, der aus ihrer Brust emporzusteigen drohte. Ihre andere Hand presste sie flach gegen das Bugfenster, als könnte sie die Alethea einfangen wie einen herabstürzenden Vogel.

Killian und Isaac stürzten im Laufschritt die Treppen der Hestia zur Brücke hinauf. Isaac schien seine Verletzung völlig vergessen zu haben.

Anola kämpfte erbittert gegen die Hände ihrer Mutter, die ihr die Augen zuhalten wollte. „Ich will das sehen!“, schrie sie. „Lass mich los! Lass mich los, Mama! Ich will das sehen!“

Allison und Lydia tauschten einen entsetzten Blick. Lydias rot geschminkte Lippen formten ein lautloses O.

„Neinneinneinneinnein“, brachte Abby nur hervor. Sie schlug auf das Armaturenbrett.  „Noch nicht. Noch nicht! Das kann doch wohl nicht wahr sein!“ Hinter ihr blickte Newt starr und stumm aus dem Fenster.

Eryn streckte die Hand aus und schaltete den Monitor ab.


Die Aletheia war nicht mehr als eine schwarze Silhouette vor einem Flammenmeer. Die blauen Feuerschweife aus ihren Turbinen waren verloschen. Ihrer Antriebskraft beraubt, drehte sie sich ungesteuert um ihre eigene Achse, während sie der glühenden Oberfläche entgegentaumelte.


Das erste Schiff tauchte so dicht vor Abbys Nase auf, dass sie beinahe das Steuer verrissen hätte. Nur jahrelange Übung bewahrten sie davor.
Kaum hatten sich ihre Augen von dem ersten Aufleuchten erholt, blitzte es erneut, als ein zweites Schiff dicht neben dem ersten aus dem Hyperraum stieg.
Beide Schiffe waren von identischer Form, stromlinienförmig geschnitten mit einer spitz zulaufenden Nase und großen Steuerflossen. Ihre verchromten Verkleidungen glänzten im Sonnenlicht. Auf ihren Flanken prangte das Wappen des Oranischen Militärs.
Newt beugte sich von hinten über ihre Schulter. „Falken“, sagte er leise.
Abby fand keine Zeit, sich zu fragen, was das alles zu bedeuten hatte. Die Piloten waren ein großes Risiko eingegangen, so nahe in den Einzugsbereich eines Sterns zu springen, aber sie brachten ihre Schiffe schnell unter Kontrolle.
Eines von ihnen zog in seinem Wendemanöver so nahe an ihnen vorbei, dass die rasiermesserscharfe Seitenflosse sie aufzuschlitzen drohte wie ein Dosenöffner. Abby brachte nicht mehr als ein beunruhigtes Quietschen von sich.
Der Rest ging sehr schnell. Die beiden Schiffe stürzten auf die Aletheia nieder wie Raubvögel auf ihre Beute. Erst im letzten Augenblick bremsten sie ab. Im gleichen Moment schien sich der Fall der Aletheia zu verlangsamen, bis sie völlig still im Raum hing wie an unsichtbaren Fäden.
„Wie machen die das?“, fragte Abby, die das Steuer vollkommen sich selbst überlassen hatte.
„Traktorstrahlen. Das ist der neue heiße Scheiß. Ich hab das noch nie in echt gesehen.“ Newt sah aus, als würde er sich am liebsten die Nase an der Scheibe plattdrücken. „Siehst du, eigentlich ist das so ähnlich wie Magnetik, nur das -“
„Vergiss, dass ich gefragt habe“, sagte Abby schnell.

Der anschließende Austausch ging über einen offenen Kanal, sodass sie alle mithören konnten.
„Reyna, ich hoffe, du bist froh, uns zu sehen! Wir haben gehört, ihr könntet ein bisschen Unterstützung gebrauchen.“
Das Funkgerät knisterte, dann sprach der Kapitän der Aletheia: „Lee, ich war noch nie so froh, deine Stimme zu hören.“
„Ich weiß nicht, ob mich das freuen oder beunruhigen sollte.“
„Hat sich der alte Schweinehund also doch noch erbarmt, ja?“
„Das glaubst du doch wohl selbst nicht. - Nein, wir hatten einen tragischen Motorschaden und humpeln gerade nach Karthago. Und Ophelia hier muss dringend ihre Waffensysteme überholen lassen. Du weißt doch, sie bauen sie nicht mehr so wie früher!“
Reynas Stimme wurde ernst. „Dafür wird man euch verklagen. Zum Teufel, dafür wird man euch entlassen! Lee, die ganze Welt schaut zu!“
„Gerade nicht“, mischte sich eine weibliche Stimme ein, die wahrscheinlich Ophelia gehörte. „Der neue Störsender funktioniert ausgezeichnet. Wir waren niemals hier.“
Daraufhin hörte man etwas, das auch die Crew der Aletheia nur selten zu hören bekam - Reyna, wie sie lauthals lachte.

Date: 2021-06-01 06:12 pm (UTC)
der_jemand: (Default)
From: [personal profile] der_jemand
*____________*

Mir fehlt die Fähigkeit, in Smileys oder Emoticons auszudrücken wie unsagbar breit ich grade grinse. Oh Gott, dieser letzte Satz. =D
Bei dem Anfang habe ich fast befürchtet, dass das doch noch schief geht (oder, zumindest, dass du uns noch zwei Wochen auf die Folter spannst), und dann das. - Ernsthaft, ich grinse wie ein Honigkuchenpferd. =D

Insofern, ohne auch nur das Fandom zu kennen: Es ist wirklich eine Schande, dass dir niemand die beiden schreibt! (Nicht, dass ich mich beschweren möchte, für mich sind die Konsequenzen wundervoll. :))

Date: 2021-07-12 02:18 pm (UTC)
aleamakota: (Tanzende Blume)
From: [personal profile] aleamakota
Ich muss ein bisschen an den gemarterten Künstler denken, der ein bisschen Leid und Entzugserscheinungen braucht, um auf Touren zu kommen.
Aber wheee, meine Lieblingscrew, sie ist gerettet! Erst mal. Mal sehen, was da gleich im nächsten Teil schon wieder lauert. *weiterhusch*

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