Kinderspiel
Dec. 6th, 2020 02:50 pmTitel: Pyramiden
Challenge: Kinderspiel
Fandom: Original | Fortsetzung von Schiffe in der Nacht
Sprache: Deutsch
Wörter: 600
Widmung:
der_jemand,
alea
Kommentar: Wie lange kann ich das wohl noch hinziehen? ;)
„Den Fehler, den du in den vergangenen fünf Stunden nicht gefunden hast, findest du in den letzten fünf Minuten auch nicht mehr.“
Pyramiden
„Jetzt gib schon her, Newt.“
„Ich will nur noch mal kurz drüber schauen.“
„Den Fehler, den du in den vergangenen fünf Stunden nicht gefunden hast, findest du in den letzten fünf Minuten auch nicht mehr“, sagte sie und riss ihm den Zettel aus der Hand. Rasch überflog sie den Graphen darauf.
Newt stand auf, um ihr von hinten über die Schulter zu sehen. „Die größeren und stabileren Schiffe sind weiter hinten, da sie Zugkräfte aus mehreren Richtungen abfedern müssen. Außerdem habe ich versucht, das Netz hinsichtlich der Leistung der verschiedenen Schiffe auszubalancieren. Die unerfahrenen Piloten habe ich möglichst dahin gesteckt, wo sie am wenigsten Schaden anrichten können, falls was schief geht.“ Er runzelte die Stirn. „Aber vielleicht würde es Sinn machen, die Pyra und die Aurion zu tauschen, wenn man bedenkt…“
Er wollte nach dem Zettel greifen, aber sie drehte sich weg. „Nix da. Keine kurzfristigen Änderungen mehr, das funktioniert in Prüfungen auch nie.“
„Ich bin nicht diejenige, die zweimal durch den schriftlichen Teil gefallen ist“, murmelte er, und handelte sich damit einen Ellenbogen in die Rippen ein.
„Wird schon gut gehen“, sagte sie dann und rollte das Papier zusammen.
„Berühmte letzte Worte.“
„Okay, langsam kommen lassen. Laangsam. So ist’s Recht. Etwas weiter links. Noch weiter – Stop. Jetzt runter. Weiter. Jetzt den Schließvorgang einleiten.“
„Haken ist fest“, meldete die andere Pilotin über Funk.
„Bestätigt.“ Abigail lehnte sich in ihrem Sitz zurück und warf einen Blick auf ihre Uhr. „Das dauert alles ganz schön lange.“
„Wir mussten es zumindest einmal probieren.“
Abigail seufzte. „Hauptsache, uns fragt keine Patrouille, was wir hier oben machen.“
„Das ist Puna“, sagte Newt. „Das interessiert hier doch kein Schwein.“
Sie zog den Steuerknüppel nach links und driftete zur Seite, um der Arguros Platz zu machen, die sich als nächste einreihen sollte. Das Schiff war mit seinen beiden Pilotinnen erst vor wenigen Stunden auf Puna eingetroffen und hatte die Musterung mit wehenden Fahnen bestanden.
„Nur blöd, dass wir das Ganze nicht wirklich testen können“, murmelte sie, während sie das Manöver beobachtete und dabei unterbewusst an einem Fingernagel kaute.
„Soll ich dir einen Frachter suchen, damit wir ihn in einen Stern werfen können?“, witzelte Newt. Aber er wurde sofort wieder ernst. „Ob sie etwas ziehen oder nicht, ist gar nicht so wichtig. Viel schwieriger als das konstante Gewicht sind die Interaktionen untereinander. Wenn du dir diese Formel mal anguckst, siehst du…“
„Nein, danke“, sagte Abigail.
Sie umkreisten das wachsende Netz von Schiffen wie ein Hütehund seine Herde. Auf Distanz wirkte es fast ein bisschen surreal, fand Abigail, wie diese Baukästen aus Magnetkugeln und –streben, aus denen man Pyramiden oder so bauen konnte.
Als sich auch das letzte Raumschiff, ein kleiner Schmuggler aus Quant, in das Gebilde integriert hatte
Newt beugte sich zum Funkgerät vor. „Vorwärts 10. Haltet eure Positionen. Ihr müsst den Abstand zu euren Nebenmännern ständig im Auge behalten!“
„Und was ist mit unseren Nebenfrauen?“, schnarrte Eryns Stimme über den Funk.
Newt rollte die Augen, aber Abigail grinste.
Sie ließen die Staffel ein paar einfache Manöver durchgehen. Einmal kam ein Schiff am Rand ins Trudeln, aber wie besprochen kappte der Pilot die Verbindung, bevor er den Rest des Gespanns vom Kurs abbringen konnte.
„Und?“, fragte Newt schließlich, „bist du zufrieden?“
„Noch ist niemand tot, das rechne ich uns hoch an.“ Sie atmete einmal tief durch und ließ den Anblick auf sich wirken. „Ich kann nicht glauben, dass das funktioniert.“
„Bitte fang jetzt nicht an zu weinen“, sagte Newt.
„Ich weine nicht“, sagte sie so bissig wie möglich, und tupfte sich dann die Augen mit einem Taschentuch ab.
Challenge: Kinderspiel
Fandom: Original | Fortsetzung von Schiffe in der Nacht
Sprache: Deutsch
Wörter: 600
Widmung:
Kommentar: Wie lange kann ich das wohl noch hinziehen? ;)
„Den Fehler, den du in den vergangenen fünf Stunden nicht gefunden hast, findest du in den letzten fünf Minuten auch nicht mehr.“
Pyramiden
„Jetzt gib schon her, Newt.“
„Ich will nur noch mal kurz drüber schauen.“
„Den Fehler, den du in den vergangenen fünf Stunden nicht gefunden hast, findest du in den letzten fünf Minuten auch nicht mehr“, sagte sie und riss ihm den Zettel aus der Hand. Rasch überflog sie den Graphen darauf.
Newt stand auf, um ihr von hinten über die Schulter zu sehen. „Die größeren und stabileren Schiffe sind weiter hinten, da sie Zugkräfte aus mehreren Richtungen abfedern müssen. Außerdem habe ich versucht, das Netz hinsichtlich der Leistung der verschiedenen Schiffe auszubalancieren. Die unerfahrenen Piloten habe ich möglichst dahin gesteckt, wo sie am wenigsten Schaden anrichten können, falls was schief geht.“ Er runzelte die Stirn. „Aber vielleicht würde es Sinn machen, die Pyra und die Aurion zu tauschen, wenn man bedenkt…“
Er wollte nach dem Zettel greifen, aber sie drehte sich weg. „Nix da. Keine kurzfristigen Änderungen mehr, das funktioniert in Prüfungen auch nie.“
„Ich bin nicht diejenige, die zweimal durch den schriftlichen Teil gefallen ist“, murmelte er, und handelte sich damit einen Ellenbogen in die Rippen ein.
„Wird schon gut gehen“, sagte sie dann und rollte das Papier zusammen.
„Berühmte letzte Worte.“
„Okay, langsam kommen lassen. Laangsam. So ist’s Recht. Etwas weiter links. Noch weiter – Stop. Jetzt runter. Weiter. Jetzt den Schließvorgang einleiten.“
„Haken ist fest“, meldete die andere Pilotin über Funk.
„Bestätigt.“ Abigail lehnte sich in ihrem Sitz zurück und warf einen Blick auf ihre Uhr. „Das dauert alles ganz schön lange.“
„Wir mussten es zumindest einmal probieren.“
Abigail seufzte. „Hauptsache, uns fragt keine Patrouille, was wir hier oben machen.“
„Das ist Puna“, sagte Newt. „Das interessiert hier doch kein Schwein.“
Sie zog den Steuerknüppel nach links und driftete zur Seite, um der Arguros Platz zu machen, die sich als nächste einreihen sollte. Das Schiff war mit seinen beiden Pilotinnen erst vor wenigen Stunden auf Puna eingetroffen und hatte die Musterung mit wehenden Fahnen bestanden.
„Nur blöd, dass wir das Ganze nicht wirklich testen können“, murmelte sie, während sie das Manöver beobachtete und dabei unterbewusst an einem Fingernagel kaute.
„Soll ich dir einen Frachter suchen, damit wir ihn in einen Stern werfen können?“, witzelte Newt. Aber er wurde sofort wieder ernst. „Ob sie etwas ziehen oder nicht, ist gar nicht so wichtig. Viel schwieriger als das konstante Gewicht sind die Interaktionen untereinander. Wenn du dir diese Formel mal anguckst, siehst du…“
„Nein, danke“, sagte Abigail.
Sie umkreisten das wachsende Netz von Schiffen wie ein Hütehund seine Herde. Auf Distanz wirkte es fast ein bisschen surreal, fand Abigail, wie diese Baukästen aus Magnetkugeln und –streben, aus denen man Pyramiden oder so bauen konnte.
Als sich auch das letzte Raumschiff, ein kleiner Schmuggler aus Quant, in das Gebilde integriert hatte
Newt beugte sich zum Funkgerät vor. „Vorwärts 10. Haltet eure Positionen. Ihr müsst den Abstand zu euren Nebenmännern ständig im Auge behalten!“
„Und was ist mit unseren Nebenfrauen?“, schnarrte Eryns Stimme über den Funk.
Newt rollte die Augen, aber Abigail grinste.
Sie ließen die Staffel ein paar einfache Manöver durchgehen. Einmal kam ein Schiff am Rand ins Trudeln, aber wie besprochen kappte der Pilot die Verbindung, bevor er den Rest des Gespanns vom Kurs abbringen konnte.
„Und?“, fragte Newt schließlich, „bist du zufrieden?“
„Noch ist niemand tot, das rechne ich uns hoch an.“ Sie atmete einmal tief durch und ließ den Anblick auf sich wirken. „Ich kann nicht glauben, dass das funktioniert.“
„Bitte fang jetzt nicht an zu weinen“, sagte Newt.
„Ich weine nicht“, sagte sie so bissig wie möglich, und tupfte sich dann die Augen mit einem Taschentuch ab.
no subject
Date: 2020-12-12 10:26 am (UTC)So viel positives Denken. =D
Das benutze ich auch das nächste mal, wenn mich jemand fragt, wie der neue Job/das Semester so läuft. XD
Aber yay, es funktioniert! Und ih mag Newt und Abigail! =D
no subject
Date: 2020-12-24 10:58 am (UTC)Frohe Weihnachten! Feier schön und bleib gesund!