Drei kleine Schweinchen
Apr. 10th, 2008 09:42 pmFandom: Original
Personen: Tabea, Denise, Daniel
Challenges: #1, #2, #3
Kommentar: Das passte heute alles wie die Faust auf´s Auge für die drei. Und dann hat Nyx mir in den Arsch getreten. .__. Gott sei Dank XD
Wörter:799
Tabea kämpfte mit einem Rest Kartoffelbrei, der von der trockenen Sommerhitze an die Ränder des Topfes gebacken war. Sie wischte sich frustriert mit dem schaumbenetzten Handrücken über die Nase, atmete Geschirrspülmittel ein, nieste unbeholfen.
Die tiefstehende Sonne warf lange, orangene Strahlen von draußen herein. Der blaue Reisewecker neben dem Wasserkocher zeigte acht Uhr siebzehn.
Das Wohnmobil bebte ein wenig, als Denise direkt neben der Spüle die Sitze der Essecke waagerecht klappte und so zum Bett umbaute. Sie fummelte das Bettzeug aus dem Verschlag über dem Cockpit und warf sich, tief seufzend, hinein. Tabea kratzte am Kartoffelbrei.
„Es stinkt...“, murmelte Denise verdrießlich. Sie warf sich auf den Rücken, versank zwischen zwei Decken und vier Kissen und strich sich einzelne, hellblonde Härchen aus der Stirn.
Draußen stand Daniel. Tabea hatte ihn genau im Blickfeld, leicht über den mobilen Grill gebeugt. Seine Haare hingen ihm strähnenweise ins Gesicht, die Ränder seiner Brille waren speckig. Er pochte mit der Grillzange auf hässlichen, rosa Koteletts herum, hob die freie Hand, wischte sich in derselben Geste wie Tabea den Handrücken an der Nase entlang und musste unbeholfen niesen. Das Mädchen verharrte für eine Weile.
Daniel hatte sich Tabeas lila Bademantel um die Schultern gehängt. Er sah blass aus und bebte ein wenig, ließ den Kopf hängen, bis er aussah wie ein waschechter Emo. Ein Sommergrippen-Emo.
Denise hatte offensichtlich gehört, dass Tabea sich nicht mehr bewegte. Sie drehte sich auf den Bauch und stützte das Kinn in die rechte Hand.
„Schon wieder Peepshow?“, fragte sie, und ihr Unterton hatte etwas hässlich Gehässiges.
„Mach dich nicht lächerlich!“, schnauzte Tabea und schrubbte den Topf weiter. Doch ihre Augen blieben an dem Jungen draußen hängen.
Das Vorüberdröhnen der LKSw hing ihr irgendwo zwischen Herz und Nieren.
Sie würde Daniels Erscheinungsbild immer mit Autolärm in Verbindung bringen. Der Junge, den sie entführt hatte und der immer in ihrem engsten Umkreis war. „Wir sind deine Autobahn-Homies!“, sagte Denise dazu, doch es stimmte nicht.
„Wieso denn?“
Das Mädchen auf dem Bett klang gekränkt.
„Du starrst ihn doch dauernd an.“
Tabea schüttelte unwillig den Kopf und begann, mit den aufgeweichten Fingernägeln am Schmutz zu kratzen.
„Ist doch nichts dabei.“, zuckte Denise mit den Schultern.
„Er ist ganz ordentlich. Nicht so der Don Juan, aber ja, ganz ordentlich eben.“
Sie kaute auf dem Wort herum wie auf ungebackenem Teig.
„Und sein kleiner Daniel ist auch ganz nett.. hey, man könnte ihn Danny nennen. Wär doch ´ne Idee, oder?“
Für einen Augenblick feixte Denise kindisch ins Kissen.
„Oder ein Dreier. Ich meine, nur mal so zum Ausprobieren. Hätte doch was, oder?“
Tabea ließ den Topf geräuschvoll auf den Boden des Beckens rumsen.
Aber sie schwieg.
Was gab es schon zu sagen zu einer wie Denise, die sich nur um ihr Äußeres kümmerte und das Herz und die Vagina auf der Hand trug?
Nein..nein, das war nicht fair. Sie war die einzige Freundin auf dieser Reise. Die einzige, der sie ansatzweise trauen konnte.
Also nahm Tabea sich zusammen.
„Nimm´s nicht persönlich wenn ich dankend ablehne.“, murmelte sie.
Und plötzlich hatte sie genug von allem.
Der Lärm und das Abendrot, aber vor allem der Schmutz, der allem anhaftete- alles ging ihr furchtbar auf die Nerven. Sie fühlte sich eingedreckt bis auf die Knochen, allem wohnte ein fettiger Glanz inne, egal ob es sich um ihre Haare oder die Chemietoilette oder den Fahrersitz handelte.
„Du willst doch.“, beharrte Denise eindringlich.
„Was ist schon dabei? Du hast ein Auto geklaut und einen Kerl gekidnappt. Ganz oder gar nicht. Kleine Kriminalitäten tun doch keinem weh.“
In dem Moment stieg Daniel die Stufe zum Wohnmobil hoch und kam durch die Tür. Trotz der Wärme draußen klapperte er mit den Zähnen. Die gebratenen Koteletts wackelten ein bisschen auf dem Teller, den er bei sich hatte.
„Angebrannt.“, murrte er und stellte den Teller auf Denises geraden Rücken ab.
Die Haut um seine Nasenflügel herum war gerötet, das Weiße in seinen Augen sah gelb aus.
Tabea ließ den Topf sinken und trocknete sich die Hände ab.
„Ab ins Bett!“, sagte sie forsch.
„Du hast Schüttelfrost!“
„Wärm mich doch!“
Der Junge grinste.
„Tu ich indirekt gerade- der Bademantel sieht scheiße aus an dir!“
„Bandemäntel sehen an jedem scheiße aus.“
Für einen Kranken hatte er noch immer gut Reden.
„An dir aber besonders.“, sagte Tabea.
„Ich kann ihn mir ausziehen. Ich kann mir alles ausziehen!“
Jetzt grinste er.
Tabea spürte den Schreck in ihre Bauchhöhle schießen. Er musste das eben mitgehört haben.
„Willst du, dass ich kotze? Ab ins Bett, sage ich!“
Er lächelte hinreißend, und mit ihm der Schmutz, der ihn und die Mädchen verfolgte, der allen anhaftete.
Sie waren drei kleine Ferkel, die sich im Schlamm suhlten und oinkten und Dreck fraßen.
Bis zum entgültigen Verlust der Beherrschung war es nur noch eine Frage der Zeit. Und sie strich sie die dreckigen Haare glatt.
Personen: Tabea, Denise, Daniel
Challenges: #1, #2, #3
Kommentar: Das passte heute alles wie die Faust auf´s Auge für die drei. Und dann hat Nyx mir in den Arsch getreten. .__. Gott sei Dank XD
Wörter:799
Tabea kämpfte mit einem Rest Kartoffelbrei, der von der trockenen Sommerhitze an die Ränder des Topfes gebacken war. Sie wischte sich frustriert mit dem schaumbenetzten Handrücken über die Nase, atmete Geschirrspülmittel ein, nieste unbeholfen.
Die tiefstehende Sonne warf lange, orangene Strahlen von draußen herein. Der blaue Reisewecker neben dem Wasserkocher zeigte acht Uhr siebzehn.
Das Wohnmobil bebte ein wenig, als Denise direkt neben der Spüle die Sitze der Essecke waagerecht klappte und so zum Bett umbaute. Sie fummelte das Bettzeug aus dem Verschlag über dem Cockpit und warf sich, tief seufzend, hinein. Tabea kratzte am Kartoffelbrei.
„Es stinkt...“, murmelte Denise verdrießlich. Sie warf sich auf den Rücken, versank zwischen zwei Decken und vier Kissen und strich sich einzelne, hellblonde Härchen aus der Stirn.
Draußen stand Daniel. Tabea hatte ihn genau im Blickfeld, leicht über den mobilen Grill gebeugt. Seine Haare hingen ihm strähnenweise ins Gesicht, die Ränder seiner Brille waren speckig. Er pochte mit der Grillzange auf hässlichen, rosa Koteletts herum, hob die freie Hand, wischte sich in derselben Geste wie Tabea den Handrücken an der Nase entlang und musste unbeholfen niesen. Das Mädchen verharrte für eine Weile.
Daniel hatte sich Tabeas lila Bademantel um die Schultern gehängt. Er sah blass aus und bebte ein wenig, ließ den Kopf hängen, bis er aussah wie ein waschechter Emo. Ein Sommergrippen-Emo.
Denise hatte offensichtlich gehört, dass Tabea sich nicht mehr bewegte. Sie drehte sich auf den Bauch und stützte das Kinn in die rechte Hand.
„Schon wieder Peepshow?“, fragte sie, und ihr Unterton hatte etwas hässlich Gehässiges.
„Mach dich nicht lächerlich!“, schnauzte Tabea und schrubbte den Topf weiter. Doch ihre Augen blieben an dem Jungen draußen hängen.
Das Vorüberdröhnen der LKSw hing ihr irgendwo zwischen Herz und Nieren.
Sie würde Daniels Erscheinungsbild immer mit Autolärm in Verbindung bringen. Der Junge, den sie entführt hatte und der immer in ihrem engsten Umkreis war. „Wir sind deine Autobahn-Homies!“, sagte Denise dazu, doch es stimmte nicht.
„Wieso denn?“
Das Mädchen auf dem Bett klang gekränkt.
„Du starrst ihn doch dauernd an.“
Tabea schüttelte unwillig den Kopf und begann, mit den aufgeweichten Fingernägeln am Schmutz zu kratzen.
„Ist doch nichts dabei.“, zuckte Denise mit den Schultern.
„Er ist ganz ordentlich. Nicht so der Don Juan, aber ja, ganz ordentlich eben.“
Sie kaute auf dem Wort herum wie auf ungebackenem Teig.
„Und sein kleiner Daniel ist auch ganz nett.. hey, man könnte ihn Danny nennen. Wär doch ´ne Idee, oder?“
Für einen Augenblick feixte Denise kindisch ins Kissen.
„Oder ein Dreier. Ich meine, nur mal so zum Ausprobieren. Hätte doch was, oder?“
Tabea ließ den Topf geräuschvoll auf den Boden des Beckens rumsen.
Aber sie schwieg.
Was gab es schon zu sagen zu einer wie Denise, die sich nur um ihr Äußeres kümmerte und das Herz und die Vagina auf der Hand trug?
Nein..nein, das war nicht fair. Sie war die einzige Freundin auf dieser Reise. Die einzige, der sie ansatzweise trauen konnte.
Also nahm Tabea sich zusammen.
„Nimm´s nicht persönlich wenn ich dankend ablehne.“, murmelte sie.
Und plötzlich hatte sie genug von allem.
Der Lärm und das Abendrot, aber vor allem der Schmutz, der allem anhaftete- alles ging ihr furchtbar auf die Nerven. Sie fühlte sich eingedreckt bis auf die Knochen, allem wohnte ein fettiger Glanz inne, egal ob es sich um ihre Haare oder die Chemietoilette oder den Fahrersitz handelte.
„Du willst doch.“, beharrte Denise eindringlich.
„Was ist schon dabei? Du hast ein Auto geklaut und einen Kerl gekidnappt. Ganz oder gar nicht. Kleine Kriminalitäten tun doch keinem weh.“
In dem Moment stieg Daniel die Stufe zum Wohnmobil hoch und kam durch die Tür. Trotz der Wärme draußen klapperte er mit den Zähnen. Die gebratenen Koteletts wackelten ein bisschen auf dem Teller, den er bei sich hatte.
„Angebrannt.“, murrte er und stellte den Teller auf Denises geraden Rücken ab.
Die Haut um seine Nasenflügel herum war gerötet, das Weiße in seinen Augen sah gelb aus.
Tabea ließ den Topf sinken und trocknete sich die Hände ab.
„Ab ins Bett!“, sagte sie forsch.
„Du hast Schüttelfrost!“
„Wärm mich doch!“
Der Junge grinste.
„Tu ich indirekt gerade- der Bademantel sieht scheiße aus an dir!“
„Bandemäntel sehen an jedem scheiße aus.“
Für einen Kranken hatte er noch immer gut Reden.
„An dir aber besonders.“, sagte Tabea.
„Ich kann ihn mir ausziehen. Ich kann mir alles ausziehen!“
Jetzt grinste er.
Tabea spürte den Schreck in ihre Bauchhöhle schießen. Er musste das eben mitgehört haben.
„Willst du, dass ich kotze? Ab ins Bett, sage ich!“
Er lächelte hinreißend, und mit ihm der Schmutz, der ihn und die Mädchen verfolgte, der allen anhaftete.
Sie waren drei kleine Ferkel, die sich im Schlamm suhlten und oinkten und Dreck fraßen.
Bis zum entgültigen Verlust der Beherrschung war es nur noch eine Frage der Zeit. Und sie strich sie die dreckigen Haare glatt.
no subject
Date: 2008-04-10 07:58 pm (UTC)no subject
Date: 2008-04-10 08:05 pm (UTC)Bei mir blieb einen Moment alles stehen, als Denise den Dreiervorschlug und plötzlich überschlugen sich völlig sinnlose Gedanken und- äh- ja- nicht direkt pervers oder so, aber irgendwie- O_o!!!
Und Katroffelpü ist Liebe! ;3;
Nach diesem Drabble kann ich mir mal wieder nur auf die Schulter klopfen, dass mein Arschtritt imemr noch so gut funktioniert und so tolle Sachen zu tage kommen lässt! ^___^