Titel: Nichts für Feiglinge
Challenge: Angst - unter Freunden (Sommerchallenge 2020)
Fandom: Original | Fortsetzung von 20 Servietten
Sprache: Deutsch
Wörter: 800
Widmung:
der_jemand,
alea
Kommentar: Ich muss gestehen, dass ich diesen Teil schon seit über einer Woche fertig habe, aber aufgrund von Geburtstagstrubel und darauffolgender einsetzender Faulheit in meiner Urlaubswoche einfach noch nicht gepostet hatte. Aber hey, besser spät als nie? ^^‘ (Nichtmal einen von den coolen neuen Prompts konnte ich verwenden… aber vielleicht nächstes Mal.)
„Alle mal herhören!“
Nichts für Feiglinge
Sie kletterte zuerst auf den Barhocker und von dort auf die Theke. Der Wirt öffnete empört den Mund, doch bevor er sie mit seinem Spüllappen verscheuchen konnte, hielt sie ihm einen zusammengefalteten Schein hin. Er presste die Lippen zusammen und steckte ihn ein. Sein Blick blieb noch einen Moment missbilligend an ihren abgewetzten Stiefeln auf der glänzenden Oberfläche hängen, bevor er sich wieder seinem Abwasch zuwandte.
„Alle mal herhören!“ rief sie in den Raum, aber da hatte sich bereits der größte Teil der Aufmerksamkeit auf sie gerichtet.
„In so einer Bar sind wir hier nicht“, sagte ein Mann, den sie als Kopiloten der Philammon erkannte, und seine Kollegen lachten.
Sie tat, als hätte sie ihn nicht gehört. „Ich hab’s mir anders überlegt“, fuhr sie fort. „Alle Feiglinge können weghören, denn was ich zu sagen habe, ist nichts für Euch.“
Irgendwo links von ihr schnappte jemand nach Luft, und eine Frau lachte. Jetzt hörte ihr tatsächlich jeder zu. Selbst ein Pilot, der kurz zuvor noch mit dem Kopf auf dem Tisch gedöst hatte, wurde von seinem Tischnachbarn mit einem Ellbogen in die Seite geweckt.
„Ich brauche euch nicht zu fragen, wer von euch von der Aletheia gehört hat.“ Sie nickte in Richtung des Bildschirms, der schräg über ihr hing. „Und wie üblich hat jeder Pilot hier mindestens eine Meinung dazu, wie man die Rettungsaktion durchführen müsste. Aber ich frage mich, wer hier wirklich etwas tun würde, wenn er oder sie könnte, und wer sich nur gern reden hört.“
„Was für eine Frage ist das denn?“, fragte eine Frau in einer roten Fliegerjacke. „Keiner hier fliegt ein Schiff, das größer ist als eine Beluga, auch du und dein Bruder nicht.“ Sie warf Newt einen Blick zu, der sich in seinem Stuhl zurückgelehnt hatte und aussah, als würde ihn das alles nichts angehen. „Niemand hier kann für die da draußen irgendetwas tun.“
„Und was, wenn ich euch sagen würde, dass das nicht stimmt?“ Sie nickte Newt zu und der tippte beiläufig auf den Touchscreen ihres Datapads, das neben ihm auf dem Tisch lag. Im gleichen Moment fingen mehrere Geräte im Raum an zu pingen oder piepen. Eines spielte sogar den Imperialen Marsch an.
„Ich habe euch soeben das Foto einer Skizze geschickt, die mein Bruder gemacht hat“, fuhr sie fort, nachdem alle die Gelegenheit gehabt hatten, auf ihre Bildschirme zu schauen. „Er hat alles mehrfach durchgerechnet. Alles was wir brauchen, sind etwa zwanzig geeignete Schiffe und ebenso viele erfahrene Piloten mit genug Arsch in der Hose. Also, was sagt ihr?“
Der Geräuschpegel um sie herum stieg beträchtlich an. Schließlich hob auf ihrer rechten Seite ein junger Mann die Hand, als wären sie in einem Klassenraum, und fragte: „Wieso sollte ich meinen Hals und mein Schiff für dieses Oranische Pack hinhalten?“
„Hey Isaac, lange nicht mehr gesehen.“ Sie winkte ihm zu. „Ich hab gehört, in Karakum lief es nicht so gut für dich?“ Das erntete ihr vereinzeltes Gelächter. Er sah aus, als hätte er gerade in eine von Agricolas sauren Baumfrüchten gebissen.
Sie wandte sich dem Rest zu. „Wenn Altruismus nichts für euch ist, habt ihr dann wenigstens was, was ihr euch in den Lebenslauf schreiben könnt, wenn die Arbeit knapp wird. Und hey, vielleicht werden wir sogar berühmt.“
„Berühmt für unsere Blödheit vielleicht“, sagte jemand in der ersten Reihe halblaut, aber andere schienen von dem Gedanken ganz angetan.
Sie goss noch ein bisschen Öl auf das Feuer. „In diesem Augenblick sind alle Augen vom Kern bis zum Rand auf die Aletheia gerichtet. Wenn sie gerettet werden kann, wird man über diese Aktion noch in Jahren sprechen.“
Einige murmelten und nickten.
„Freiwillige können sich bei meinem Bruder melden. Ihr erklärt euch damit einverstanden, eure Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und euer Schiff inspizieren lassen. Wer keine synchronen Manöver fliegen kann ist raus. Ebenso wie jeder mit einer verrosteten Schrottmühle. Er wird euch sagen, was genau er von euch braucht.“
Niemand bewegte sich.
„Braucht jemand ‘nen Stift?“ Sie zog einen aus ihrer Jackentasche und hielt ihn hoch.
Isaac schob seinen Stuhl so schwungvoll zurück, dass er fast umkippte. „Jetzt gib schon her“, sagte er und riss ihr den Stift fast aus der Hand.
Als er ihr den Rücken zugewandt hatte, erlaubte sie sich ein Grinsen. Sie hatte ihn in seiner Ehre gekränkt - genau so, wie es gedacht gewesen war.
Die Frau mit der roten Jacke hob die Hand. „Piloten allein sind aber nicht genug. Das sind ziemlich spezielle Ansprüche, die ihr da an die Schiffe stellt. Ich glaube nicht, dass ihr hier genügend zusammen bekommt.“
„Vielleicht nicht“, sagte Abigail langsam. „Aber ihr habt doch sicher alle Freunde in der Gegend, oder? Vielleicht wäre es Zeit, mal wieder mit denen zu sprechen.“
Challenge: Angst - unter Freunden (Sommerchallenge 2020)
Fandom: Original | Fortsetzung von 20 Servietten
Sprache: Deutsch
Wörter: 800
Widmung:
Kommentar: Ich muss gestehen, dass ich diesen Teil schon seit über einer Woche fertig habe, aber aufgrund von Geburtstagstrubel und darauffolgender einsetzender Faulheit in meiner Urlaubswoche einfach noch nicht gepostet hatte. Aber hey, besser spät als nie? ^^‘ (Nichtmal einen von den coolen neuen Prompts konnte ich verwenden… aber vielleicht nächstes Mal.)
„Alle mal herhören!“
Nichts für Feiglinge
Sie kletterte zuerst auf den Barhocker und von dort auf die Theke. Der Wirt öffnete empört den Mund, doch bevor er sie mit seinem Spüllappen verscheuchen konnte, hielt sie ihm einen zusammengefalteten Schein hin. Er presste die Lippen zusammen und steckte ihn ein. Sein Blick blieb noch einen Moment missbilligend an ihren abgewetzten Stiefeln auf der glänzenden Oberfläche hängen, bevor er sich wieder seinem Abwasch zuwandte.
„Alle mal herhören!“ rief sie in den Raum, aber da hatte sich bereits der größte Teil der Aufmerksamkeit auf sie gerichtet.
„In so einer Bar sind wir hier nicht“, sagte ein Mann, den sie als Kopiloten der Philammon erkannte, und seine Kollegen lachten.
Sie tat, als hätte sie ihn nicht gehört. „Ich hab’s mir anders überlegt“, fuhr sie fort. „Alle Feiglinge können weghören, denn was ich zu sagen habe, ist nichts für Euch.“
Irgendwo links von ihr schnappte jemand nach Luft, und eine Frau lachte. Jetzt hörte ihr tatsächlich jeder zu. Selbst ein Pilot, der kurz zuvor noch mit dem Kopf auf dem Tisch gedöst hatte, wurde von seinem Tischnachbarn mit einem Ellbogen in die Seite geweckt.
„Ich brauche euch nicht zu fragen, wer von euch von der Aletheia gehört hat.“ Sie nickte in Richtung des Bildschirms, der schräg über ihr hing. „Und wie üblich hat jeder Pilot hier mindestens eine Meinung dazu, wie man die Rettungsaktion durchführen müsste. Aber ich frage mich, wer hier wirklich etwas tun würde, wenn er oder sie könnte, und wer sich nur gern reden hört.“
„Was für eine Frage ist das denn?“, fragte eine Frau in einer roten Fliegerjacke. „Keiner hier fliegt ein Schiff, das größer ist als eine Beluga, auch du und dein Bruder nicht.“ Sie warf Newt einen Blick zu, der sich in seinem Stuhl zurückgelehnt hatte und aussah, als würde ihn das alles nichts angehen. „Niemand hier kann für die da draußen irgendetwas tun.“
„Und was, wenn ich euch sagen würde, dass das nicht stimmt?“ Sie nickte Newt zu und der tippte beiläufig auf den Touchscreen ihres Datapads, das neben ihm auf dem Tisch lag. Im gleichen Moment fingen mehrere Geräte im Raum an zu pingen oder piepen. Eines spielte sogar den Imperialen Marsch an.
„Ich habe euch soeben das Foto einer Skizze geschickt, die mein Bruder gemacht hat“, fuhr sie fort, nachdem alle die Gelegenheit gehabt hatten, auf ihre Bildschirme zu schauen. „Er hat alles mehrfach durchgerechnet. Alles was wir brauchen, sind etwa zwanzig geeignete Schiffe und ebenso viele erfahrene Piloten mit genug Arsch in der Hose. Also, was sagt ihr?“
Der Geräuschpegel um sie herum stieg beträchtlich an. Schließlich hob auf ihrer rechten Seite ein junger Mann die Hand, als wären sie in einem Klassenraum, und fragte: „Wieso sollte ich meinen Hals und mein Schiff für dieses Oranische Pack hinhalten?“
„Hey Isaac, lange nicht mehr gesehen.“ Sie winkte ihm zu. „Ich hab gehört, in Karakum lief es nicht so gut für dich?“ Das erntete ihr vereinzeltes Gelächter. Er sah aus, als hätte er gerade in eine von Agricolas sauren Baumfrüchten gebissen.
Sie wandte sich dem Rest zu. „Wenn Altruismus nichts für euch ist, habt ihr dann wenigstens was, was ihr euch in den Lebenslauf schreiben könnt, wenn die Arbeit knapp wird. Und hey, vielleicht werden wir sogar berühmt.“
„Berühmt für unsere Blödheit vielleicht“, sagte jemand in der ersten Reihe halblaut, aber andere schienen von dem Gedanken ganz angetan.
Sie goss noch ein bisschen Öl auf das Feuer. „In diesem Augenblick sind alle Augen vom Kern bis zum Rand auf die Aletheia gerichtet. Wenn sie gerettet werden kann, wird man über diese Aktion noch in Jahren sprechen.“
Einige murmelten und nickten.
„Freiwillige können sich bei meinem Bruder melden. Ihr erklärt euch damit einverstanden, eure Fähigkeiten unter Beweis zu stellen und euer Schiff inspizieren lassen. Wer keine synchronen Manöver fliegen kann ist raus. Ebenso wie jeder mit einer verrosteten Schrottmühle. Er wird euch sagen, was genau er von euch braucht.“
Niemand bewegte sich.
„Braucht jemand ‘nen Stift?“ Sie zog einen aus ihrer Jackentasche und hielt ihn hoch.
Isaac schob seinen Stuhl so schwungvoll zurück, dass er fast umkippte. „Jetzt gib schon her“, sagte er und riss ihr den Stift fast aus der Hand.
Als er ihr den Rücken zugewandt hatte, erlaubte sie sich ein Grinsen. Sie hatte ihn in seiner Ehre gekränkt - genau so, wie es gedacht gewesen war.
Die Frau mit der roten Jacke hob die Hand. „Piloten allein sind aber nicht genug. Das sind ziemlich spezielle Ansprüche, die ihr da an die Schiffe stellt. Ich glaube nicht, dass ihr hier genügend zusammen bekommt.“
„Vielleicht nicht“, sagte Abigail langsam. „Aber ihr habt doch sicher alle Freunde in der Gegend, oder? Vielleicht wäre es Zeit, mal wieder mit denen zu sprechen.“
no subject
Date: 2021-05-02 03:45 pm (UTC)*thumbs up*
Und das Casting hat begonnen ...
no subject
Date: 2021-12-22 05:59 pm (UTC)