[identity profile] rei17.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten

Fandom: Supernatural
Charaktere: Dean, Jess in einer Art seltamer Pilot-AU
Challenge: #1+ #2 + #3 und alles nicht wirklich x_X
Anmerkung: Das ist das blah-ste, was ich je geschrieben habe. Alles macht wenig Sinn, aber ich hatte keine Lust auf Erklärungen. ;P Schuld ist [profile] funky_mina, die sagte, ich soll einfach drauf losschreiben. Das habe ich getan. Dann hab ich das Worddokument zugemacht und mich nicht getraut, es zu posten. Jetzt habe ich es wieder aufgemacht und dachte - ach was solls.
Der Titel stammt von dem gleichnamigen Stones-Song.



Laugh, I nearly died


42
43
44

Er kann ihren Pulsschlag sehen, durch modernde Elektronik in rot flackernde Zahlen auf einem Monitor verwandelt, die stetig nach oben krabbeln.

Weil das Schicksal offenbar einen ziemlich kranken Humor hat, ist es ausgerechnet Dean, der bei ihr ist als sie aufwacht.
Nicht Sam, der fünf Tage lang keine Sekunde von ihrer Seite gewichen ist.

Dean bemerkt die Veränderung nur, weil er pflichtschuldig die Augen auf sie gerichtet hält, so wie er es Sam versprochen hat. Und vielleicht weil er viel zu viel Zeit seines Lebens damit verbracht hat, seinem Vater und seinem Bruder dabei zuzusehen wie sie in einem Krankenhaus das Bewusstsein wiedererlangen. Das ist ein Hobby, das er niemals haben wollte.

Seit vier Stunden sieht er ihr beim Atmen zu.

45
46

Jetzt beobachtet er mit morbider Faszination, wie die Zahlen auf dem Monitor neben ihrem Bett nach oben zählen. Es ist wie ein Countdown, der abläuft. Jetzt ist der Augenblick, wo er einen Arzt rufen sollte.

Stattdessen tritt er näher an das Bett und sieht auf sie hinab. Ihre Augen sind geschlossen, aber er kann sehen wie ihre Pupillen hinter den geschlossen Lidern flackern. Ihre Wimpern malen zarte, bläuliche Schatten auf ihr Gesicht.
Die Finger auf der sterilweißen Bettdecke zucken und er weiß, dass es nur noch Sekunden sein werden, bevor sie wach ist.

49
50
51

Sie sieht aus wie Mary.
Nicht nur inmitten von Feuer und Blut. Gefoltert an der Decke sehen alle Frauen gleich aus.
Auch wenn sie schläft. Engelsblond.
Und er fragt sich, ob sein Bruder weiß, wie pathologisch es ist mit einer Frau zusammen zu sein, die aussieht wie die eigene tote Mutter. Oder ob er derjenige ist, der das Problem hat.

53
54


Ihre Augen sind mehr grau als blau.

Sie starrt ihn an. Und vermutlich wundert sie sich genau so darüber wieso er hier ist, wie er selbst.
Ihre Lippen bewegen sich und formen lautlos ein Wort.
„Sam …?“
Natürlich.

Ihre Pupillen sind weit und schwarz, und ihr Blick ist unfokussiert und er ist nicht sicher, ob es ausschließlich an den Drogen liegt, die sie ihr geben.
Jetzt ist der Augenblick, wo er sich umdrehen und gehen sollte. Er kennt sie nicht. Er mag sie nicht einmal. Und der einzige Grund wieso er vier Stunden seines Lebens neben ihrem Bett verbracht und ihr beim Atmen zugesehen hat, ist weil Sam das so wollte.

Aber ihre Finger greifen nach ihm, ziellos, unkoordiniert, und erwischen nur den Stoff seines Hemdes. Sie schließt die Augen und atmet, atmet tief durch, ohne ihn loszulassen. Als ob er das einzige ist, was sich wirklich anfühlt.

56
57
58

Als sie die Augen wieder öffnet, ist ihr Blick klar und diesmal schafft sie es, sein Gesicht zu fokussieren. In ihrem Blick liegt so etwas wie Erkennen und beinah überrascht es ihn. Und dann wieder nicht. Er ist derjenige, der durch ihr schönes, normales, rosa Apfelkuchen-Leben getrampelt ist und alles in Schutt und Asche gelegt hat. Natürlich erkennt sie ihn wieder.

„Sam? Wo ist er?“
Ihre Stimme ist leise und rau und er kann ihre Gedanken so deutlich lesen, als wären sie ihr auf die Stirn tätowiert.

„Nebenan“, erwidert er beinah gegen seinen Willen und löst die Finger behutsam aus seinem Hemd. „Er schläft. Er ist nicht tot.“

Sie schluckt und nickt und atmet langsam aus. „Gut.“ Es ist ein langer, tiefer Seufzer. Als ob damit alles gesagt wäre. Und vielleicht, nur vielleicht ist es das auch, und sie wird keine Fragen mehr stellen über Männer in schwarz und Feuer und Blut. Aber Dean glaubt nicht daran. Nicht an dieses vielleicht.

Ihre Hand sinkt zurück auf die weiße Bettdecke, direkt über ihren Bauch und die sechzehn Zentimeter lange Wunde, die sich darauf befindet. Ihr Kehlkopf bewegt sich, als sie schluckt, und ihre Hand zittert als sie mit fahrigen Fingern darüber tastet.
Vierzig Stiche, hat Sam gesagt.
Zwei, drei Zentimeter tiefer, hat der Arzt gesagt, und wir hätten nichts mehr für sie tun können.

Ihre Augen sind groß und fragend und er möchte sie packen und schütteln, denn er hat alles, nur keine Antworten für sie.

Ja, es ist alles wahr. Jeder Alptraum, den du jemals hattest. Jedes Monster unter deinem Bett vor dem du dich als Kind gefürchtet hast. Jeder Schatten, den du dir jemals eingebildet hast. Alles von dem du dachtest, dass es dir nie passieren würde.
Aber das sagt er alles nicht.
„Ich denke, bauchfrei solltest du für die nächsten Monate lieber lassen.“

Blonde, verschwitzte Haarsträhnen kleben in ihrer Stirn und sie sieht immer noch mehr tot aus als lebendig. Aber sie lacht. Es ist beinah lautlos, nur ein erschöpftes Atmen, aber sie verzieht schmerzhaft das Gesicht als es an ihren Bauchmuskeln zerrt.

64
65
66

Das sollte sie auch lassen, denkt er. Lachen. Aber das ist wieder etwas, dass er nicht sagt.
Sie hat nichts zu suchen in seiner Welt. In Sams Welt. So wenig wie er in ihrem Leben.
Er fragt sich, wie Sam jemals diesen Spagat geschafft hat, ohne dass es ihn zerrissen hat.

Jetzt ist der Moment, wo er sich umdrehen wird. Und ins Nebenzimmer gehen, um seinen Bruder zu wecken. Zumindest theoretisch.
Aber sie hat immer noch nicht aufgehört, ihn anzustarren und es flackern so viele Emotionen über Gesicht, dass er aufgehört hat zu zählen.
Sie weiß es.

76
77
78

Vielleicht ist es das Zeug, das sie ihr in die Adern pumpen. Vielleicht ist es nur die Tatsache, dass sie noch nicht wirklich wieder richtig da ist.
Aber in diesem Augenblick ist er sicher, dass sie alles weiß, und alles in seinem Gesicht lesen kann. Auch Dinge, die sie wieder vergessen haben wird, wenn sie das nächst Mal aufwacht. Wenn sie vergessen hat, dass er jemals hier war.

„Wirst du ihn mitnehmen?“

Das ist die eine Frage, die er beantworten kann.

Und er fragt sich, ob es eine Gnade oder eine Grausamkeit war, sie aus den Flammen zu holen, nur um ihr alles wegzunehmen.

Date: 2008-04-05 06:10 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Wow, das ist ein toller Pilot *__* - bitte schreib weiter.

Ich mag das mit den Zahlen, die Beschreibung von Jess und natürlich Dean, der so, so IC ist.
Dean bemerkt die Veränderung nur, weil er pflichtschuldig die Augen auf sie gerichtet hält, so wie er es Sam versprochen hat. Und vielleicht weil er viel zu viel Zeit seines Lebens damit verbracht hat, seinem Vater und seinem Bruder dabei zuzusehen wie sie in einem Krankenhaus das Bewusstsein wiedererlangen. Das ist ein Hobby, das er niemals haben wollte.
*seufz*
Mir gefällt auch wie Dean Jess "analysiert". Ich hab noch nie darüber nachgedacht, ob Mary und Jess sich ähneln, aber es stimmt total ^^
Uund Jess *__*
„Wirst du ihn mitnehmen?“
Diese Frage sagt soviel darüber aus, was Jess von Dean und Sam denkt und weiß. Gott, sie weiß, dass es für Sam gar nicht zur Debatte steht, ob er mit Dean folgen wird oder nicht...

Date: 2008-04-06 05:10 pm (UTC)
From: [identity profile] peaches.livejournal.com
ein wirklich cooler und interessanter Blickwinkel.

Ihre Augen sind groß und fragend und er möchte sie packen und schütteln, denn er hat alles, nur keine Antworten für sie.
Der Satz ist toll und der Letzte auch! Sehr genial!

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios