Sci-Fi/Fantasy: feuchte Augen
Sep. 13th, 2020 10:06 pmTeam: Pluto
Challenge: Sci-Fi/Fantasy - feuchte Augen (Päckchen 2, fürs Team)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Hunk
Teil 1
Offenbar bist du unfähig, einen einfachen Auftrag schnell zu erledigen. Unsere Vereinbarung ist hiermit nichtig. Keith fluchte, als er die Nachricht las. Klar war das abzusehen gewesen, aber eine gewisse Resthoffnung war noch vorhanden gewesen. Als ob er sich nochmal in den noblen Bezirk wagen könnte, nachdem der Paladin erwischt hatte. Trotzdem. Er hatte zwei Wochen verschwendet und das Geld wurde langsam knapp. Aus den höheren Kreisen durfte er jetzt keine Aufträge mehr erwarten. Haxus jedenfalls würde ihn nicht seinen reichen Freunden empfehlen. Dabei hatte es so gut angefangen.
Aber es brachte auch nichts, sich jetzt noch darüber zu ärgern. Er musste sehen, wie er an Geld kam und das am besten schnell. Nachdem er die Nachricht verbrannt hatte, ging er ins Handelsviertel, wo seinesgleichen zwar auch nicht gerne gesehen oder immerhin toleriert wurden. Dort hatte er ein paar Anlaufstellen, wo er sich umhören konnte. Sonst hätte er sich hier auch kaum gut vier Jahre über Wasser halten können.
Daher führte ihn sein erster Weg in eine gut besuchte Taverne, wo er schnell vom Sohn der Besitzer bemerkt wurde. Der brachte ihm ungefragt etwas zu trinken und fragte dann: „Ich habe dich lange nicht mehr hier gesehen. Wie läuft es?”
„Könnte besser sein. Hab nen Auftrag verloren. Hast du vielleicht was?”
Hunk kannte ihn schon lange genug um zu wissen, wie ernst die Lage für Keith war, wenn er so etwas zugab. Zum Glück stellte er aber keine Fragen, sondern meinte: „Vielleicht. Wir treffen uns am besten, wenn wir schließen. Heute wird das wohl kurz nach Mitternacht sein, es ist nicht viel los.”
„Okay. Danke.” Bis dahin dauerte es zum Glück nicht mehr lange, die Zeit würde er auch noch rumkriegen. Er bestellte noch etwas zu essen und ging wieder, sobald sein Teller leer war. Jetzt war er auch fast pleite, aber mit leerem Magen funktionierte man einfach nicht so gut wie sonst. Und in seinem Geschäft konnte er es sich nicht erlauben, nachzulassen.
Die Wartezeit verbrachte er in einem momentan nicht genutzten Lagerhaus ganz in der Nähe der Taverne. Ein Hohlraum hinter einem lockeren Stein wurde gerne genutzt um Aufträge an die Diebe und Attentäter der Blades in dieser Stadt zu hinterlassen. Heute war aber nichts da, oder seine Kollegen waren einfach schneller gewesen. Ärgerlich, aber noch nicht beunruhigend. In den nächsten Tagen würde er es im Auge behalten, dann fiel sicher etwas für ihn ab.
Pünktlich zu Mitternacht machte er sich auf den Rückweg zur Taverne, wo er rechtzeitig eintraf, um vom Dach aus zuzusehen, wie die letzten Säufer rausgeworfen wurden. Keith dagegen kletterte durch Hunks Fenster rein und wartete dann auf den Freund. Der ließ nicht mehr lange auf sich warten und wirkte nicht im geringsten überrascht, ihn zu sehen. Klar, so liefen ihre Treffen meistens ab. „Ist es mit den reichen Pinkeln nicht gut gelaufen?”, fragte er anstatt einer Begrüßung. Keith schnaubte. „Ich hab Pech gehabt und es verbockt. Ein Paladin hat mich bemerkt.”
Unter seiner eigentlich gebäunten Haut wurde Hunk blass. „Wie bist du entkommen?” Er fragte nicht, ob er okay war, zum Glück. Keith war sich selbst nicht sicher, was er darauf antworten sollte. Ihm war nichts weiter passiert, aber okay war er deswegen noch lange nicht.
„Gar nicht, er hat mich gehen lassen. Keine Ahnung, warum. Es war der Typ, der mich vor nem halben Jahr gerettet hat… Da wusste er aber nicht, was ich bin.”
„Aber jetzt weiß ers.”
„Klar. Ein Mensch wird nicht vom heiligen Wall fast ausgeknockt.”
Hunk verzog mitfühlend das Gesicht. „Autsch… Aber warum hat er dich laufen lassen?”
„Keine Ahnung. Er hat gesagt, dass wir viel voneinander lernen könnten und dass er mich wiedersehen will.” Keith setzte sich im Schneidersitz auf den Boden. Er war sich immer noch nicht sicher, was er davon halten sollte. Aber ihm war auch klar, dass er verdammtes Glück gehabt hatte.
„Und was wirst du tun?”
„Keine Ahnung… Ich hab keine Ahnung, was ich tun kann.” Er ließ sich rücklings auf den Boden fallen und starrte die Decke an. Er wusste, was er tun sollte. Die Stadt verlassen und nie wieder zurück kommen. Das zweite Mal war er jetzt mit dem Orden zusammengestoßen. Eigentlich sollte ihm das eine Warnung sein, oder? Es grenzte eigentlich an ein Wunder, dass er noch lebte. Und war vor allem dem Umstand geschuldet, dass er fast menschlich wirkte. Solange man nicht zu genau hinschaute. Dunkelelfen oder eben Mischlinge lebten verdammt gefährlich. Irgendwann fand sich ein Vorwand, jemanden festzunehmen. Etwas Folter, dann gestand man alles was sie hören wollten. Am Ende stand die Hinrichtung. Er hatte das oft genug mit angesehen. Wie lange noch, bis er selbst fällig war?
Er wollte nicht sterben. Aber er hatte auch keinen Ort, an den er gehen konnte. Als Halbblut war man gezwungenermaßen heimatlos. Seine Augen begannen zu brennen und er blinzelte. Verdammt, er konnte hier doch nicht anfangen zu heulen! Aber wenn nicht hier, wo sonst? Nochmal blinzelte er. Einmal. Zweimal. Dann: „Und? Hast du irgendwas für mich?”
„Ein Stammgast sucht nen Dieb. Es geht um irgendein Amtssiegel.”
„Hast du die Details?”
„Ich kann sie rausfinden.”
„Okay.” Keith setzte sich wieder auf. Der Job schrie auch nach Ärger, aber immerhin musste er dafür nicht in Viertel, wo er nichts verloren hatte. Wenn es ein Händler war, ging es dem vermutlich um das Siegel des Hafenmeisters oder so. Keith hielt es für dämlich, das stehlen zu lassen, sowas würde zwangsläufig auffallen, aber das konnte ihm im Grunde auch egal sein, solange er sein Geld bekam. „Wann besprechen wir die Details?”
„Er ist eigentlich jeden Abend da. Komm morgen einfach zur selben Zeit vorbei.”
„Sollte ich hinkriegen.”
„Und… Keith… sei vorsichtig. Dieser Paladin… das könnte eine Falle sein.”
„Ich weiß. Aber wenn, wäre sie ziemlich dämlich, vor allem weil er mich praktisch auf frischer Tat ertappt hatte.”
„Du solltest wenigstens Lance Bescheid sagen, damit er dir im Fall der Fälle den Rücken freihält.”
Das war eigentlich das letzte, was Keith wollte. Lance war ein Aufschneider ohnegleichen und keiner von beiden wusste genau, was es nun war, war sie verband. Irgendetwas zwischen Freundschaft und Abscheu. Aber wenn es darauf ankam, konnten sie sich aufeinander verlassen. Und im Umgang mit Armbrust und Pfeil und Bogen machte Lance kaum einer etwas vor. Darum nickte Keith schließlich. „Ich rede mit ihm.” Lance schuldete ihm sowieso noch einen Gefallen.
Challenge: Sci-Fi/Fantasy - feuchte Augen (Päckchen 2, fürs Team)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Hunk
Teil 1
Offenbar bist du unfähig, einen einfachen Auftrag schnell zu erledigen. Unsere Vereinbarung ist hiermit nichtig. Keith fluchte, als er die Nachricht las. Klar war das abzusehen gewesen, aber eine gewisse Resthoffnung war noch vorhanden gewesen. Als ob er sich nochmal in den noblen Bezirk wagen könnte, nachdem der Paladin erwischt hatte. Trotzdem. Er hatte zwei Wochen verschwendet und das Geld wurde langsam knapp. Aus den höheren Kreisen durfte er jetzt keine Aufträge mehr erwarten. Haxus jedenfalls würde ihn nicht seinen reichen Freunden empfehlen. Dabei hatte es so gut angefangen.
Aber es brachte auch nichts, sich jetzt noch darüber zu ärgern. Er musste sehen, wie er an Geld kam und das am besten schnell. Nachdem er die Nachricht verbrannt hatte, ging er ins Handelsviertel, wo seinesgleichen zwar auch nicht gerne gesehen oder immerhin toleriert wurden. Dort hatte er ein paar Anlaufstellen, wo er sich umhören konnte. Sonst hätte er sich hier auch kaum gut vier Jahre über Wasser halten können.
Daher führte ihn sein erster Weg in eine gut besuchte Taverne, wo er schnell vom Sohn der Besitzer bemerkt wurde. Der brachte ihm ungefragt etwas zu trinken und fragte dann: „Ich habe dich lange nicht mehr hier gesehen. Wie läuft es?”
„Könnte besser sein. Hab nen Auftrag verloren. Hast du vielleicht was?”
Hunk kannte ihn schon lange genug um zu wissen, wie ernst die Lage für Keith war, wenn er so etwas zugab. Zum Glück stellte er aber keine Fragen, sondern meinte: „Vielleicht. Wir treffen uns am besten, wenn wir schließen. Heute wird das wohl kurz nach Mitternacht sein, es ist nicht viel los.”
„Okay. Danke.” Bis dahin dauerte es zum Glück nicht mehr lange, die Zeit würde er auch noch rumkriegen. Er bestellte noch etwas zu essen und ging wieder, sobald sein Teller leer war. Jetzt war er auch fast pleite, aber mit leerem Magen funktionierte man einfach nicht so gut wie sonst. Und in seinem Geschäft konnte er es sich nicht erlauben, nachzulassen.
Die Wartezeit verbrachte er in einem momentan nicht genutzten Lagerhaus ganz in der Nähe der Taverne. Ein Hohlraum hinter einem lockeren Stein wurde gerne genutzt um Aufträge an die Diebe und Attentäter der Blades in dieser Stadt zu hinterlassen. Heute war aber nichts da, oder seine Kollegen waren einfach schneller gewesen. Ärgerlich, aber noch nicht beunruhigend. In den nächsten Tagen würde er es im Auge behalten, dann fiel sicher etwas für ihn ab.
Pünktlich zu Mitternacht machte er sich auf den Rückweg zur Taverne, wo er rechtzeitig eintraf, um vom Dach aus zuzusehen, wie die letzten Säufer rausgeworfen wurden. Keith dagegen kletterte durch Hunks Fenster rein und wartete dann auf den Freund. Der ließ nicht mehr lange auf sich warten und wirkte nicht im geringsten überrascht, ihn zu sehen. Klar, so liefen ihre Treffen meistens ab. „Ist es mit den reichen Pinkeln nicht gut gelaufen?”, fragte er anstatt einer Begrüßung. Keith schnaubte. „Ich hab Pech gehabt und es verbockt. Ein Paladin hat mich bemerkt.”
Unter seiner eigentlich gebäunten Haut wurde Hunk blass. „Wie bist du entkommen?” Er fragte nicht, ob er okay war, zum Glück. Keith war sich selbst nicht sicher, was er darauf antworten sollte. Ihm war nichts weiter passiert, aber okay war er deswegen noch lange nicht.
„Gar nicht, er hat mich gehen lassen. Keine Ahnung, warum. Es war der Typ, der mich vor nem halben Jahr gerettet hat… Da wusste er aber nicht, was ich bin.”
„Aber jetzt weiß ers.”
„Klar. Ein Mensch wird nicht vom heiligen Wall fast ausgeknockt.”
Hunk verzog mitfühlend das Gesicht. „Autsch… Aber warum hat er dich laufen lassen?”
„Keine Ahnung. Er hat gesagt, dass wir viel voneinander lernen könnten und dass er mich wiedersehen will.” Keith setzte sich im Schneidersitz auf den Boden. Er war sich immer noch nicht sicher, was er davon halten sollte. Aber ihm war auch klar, dass er verdammtes Glück gehabt hatte.
„Und was wirst du tun?”
„Keine Ahnung… Ich hab keine Ahnung, was ich tun kann.” Er ließ sich rücklings auf den Boden fallen und starrte die Decke an. Er wusste, was er tun sollte. Die Stadt verlassen und nie wieder zurück kommen. Das zweite Mal war er jetzt mit dem Orden zusammengestoßen. Eigentlich sollte ihm das eine Warnung sein, oder? Es grenzte eigentlich an ein Wunder, dass er noch lebte. Und war vor allem dem Umstand geschuldet, dass er fast menschlich wirkte. Solange man nicht zu genau hinschaute. Dunkelelfen oder eben Mischlinge lebten verdammt gefährlich. Irgendwann fand sich ein Vorwand, jemanden festzunehmen. Etwas Folter, dann gestand man alles was sie hören wollten. Am Ende stand die Hinrichtung. Er hatte das oft genug mit angesehen. Wie lange noch, bis er selbst fällig war?
Er wollte nicht sterben. Aber er hatte auch keinen Ort, an den er gehen konnte. Als Halbblut war man gezwungenermaßen heimatlos. Seine Augen begannen zu brennen und er blinzelte. Verdammt, er konnte hier doch nicht anfangen zu heulen! Aber wenn nicht hier, wo sonst? Nochmal blinzelte er. Einmal. Zweimal. Dann: „Und? Hast du irgendwas für mich?”
„Ein Stammgast sucht nen Dieb. Es geht um irgendein Amtssiegel.”
„Hast du die Details?”
„Ich kann sie rausfinden.”
„Okay.” Keith setzte sich wieder auf. Der Job schrie auch nach Ärger, aber immerhin musste er dafür nicht in Viertel, wo er nichts verloren hatte. Wenn es ein Händler war, ging es dem vermutlich um das Siegel des Hafenmeisters oder so. Keith hielt es für dämlich, das stehlen zu lassen, sowas würde zwangsläufig auffallen, aber das konnte ihm im Grunde auch egal sein, solange er sein Geld bekam. „Wann besprechen wir die Details?”
„Er ist eigentlich jeden Abend da. Komm morgen einfach zur selben Zeit vorbei.”
„Sollte ich hinkriegen.”
„Und… Keith… sei vorsichtig. Dieser Paladin… das könnte eine Falle sein.”
„Ich weiß. Aber wenn, wäre sie ziemlich dämlich, vor allem weil er mich praktisch auf frischer Tat ertappt hatte.”
„Du solltest wenigstens Lance Bescheid sagen, damit er dir im Fall der Fälle den Rücken freihält.”
Das war eigentlich das letzte, was Keith wollte. Lance war ein Aufschneider ohnegleichen und keiner von beiden wusste genau, was es nun war, war sie verband. Irgendetwas zwischen Freundschaft und Abscheu. Aber wenn es darauf ankam, konnten sie sich aufeinander verlassen. Und im Umgang mit Armbrust und Pfeil und Bogen machte Lance kaum einer etwas vor. Darum nickte Keith schließlich. „Ich rede mit ihm.” Lance schuldete ihm sowieso noch einen Gefallen.