Sci-Fi/Fantasy: Schreibaufgabe, AU
Sep. 10th, 2020 09:49 pmTeam: Pluto
Challenge: Sci-Fi/Fantasy - Schreibaufgabe: AU (Päckchen 2, fürs Team)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Shiro
Er saß schon eine ganze Weile reglos in seinem Versteck. Eigentlich zu lange. Sein Ziel hätte schon lange hier auftauchen müssen. Keith verfluchte sein verdammtes Pech. Zwei Wochen lang war die Frau jeden zweiten Tag um dieselbe Uhrzeit hier entlanggekommen. Immer, wenn sie von ihrem Liebhaber kam. Immer, wenn ihr Mann in einer Ratssitzung festsaß. Und ausgerechnet heute brauchte sie länger? Was sollte das? Er hatte jedenfalls eindeutig gesehen, wie sie das Haus betreten hatte. Vermutlich hätte er sie da schon töten sollen… aber so leichtsinnig er auch sein konnte, selbst er war nicht so dämlich, mitten am Nachmittag einen Mord zu begehen. Dummerweise konnte er hier aber auch nicht mehr lange warten. In einer halben Stunde begann die abendliche Prozession der Priester und Mönche des Tempels von Voltron. Vor deren Nase sollte jemand wie er sich lieber bedeckt halten. Im Gegensatz zu den anderen Göttern wollte Voltron offenbar ausgebildete Krieger haben.
Vor einem halben Jahr hätte ein junger Mönch ihn beinahe umgebracht, wäre nicht einer der Priester dazwischengegangen. Zugegeben, Keith war etwas selbst Schuld, er hatte die Klappe zu weit aufgerissen und den Schönling unterschätzt, aber die Demütigung würde er so schnell nicht mehr vergessen.
Schritte näherten sich und Keith spannte sich instinktiv an, auch wenn er schon hörte, dass es sich nicht um seine Zielperson handelte. Das war eindeutig ein Mann. Und in seinem Versteck war er von außen nicht zu sehen, also… „Willst du mir erklären, was du schon wieder hier treibst?”
Keith erstarrte. Warum hatte der Kerl ihn bemerkt? Schlimmer noch: Er kannte die Stimme! Sie gehörte den Priester, der ihn gerettet hatte. Ausgerechnet… Leute wie Keith hatten in diesem Stadtteil nichts verloren, die Strafen waren hart. Das sorgte dafür, dass wieder Leben in ihn kam und er floh durch den vom Regen feuchten Spalt in der Mauer, durch den er schon hergekommen war.
Jedenfalls versuchte er es, aus dem Nichts tauchte eine nebelige Barriere auf, die einen scharfen Schmerz durch Keiths Körper jagte, als er nicht schnell genug bremsen konnte und dagegen stieß. Kein Priester. Ein Paladin. Auch das noch. Die waren normalerweise nicht dafür bekannt, Dunkelelfen mit Gnade zu begegnen.
„Bist du okay? Es tut mir Leid, ich wusste nicht…” Eine Hand wurde nach ihm ausgestreckt und Keith wich mit einem Zischen zurück. Er hasste es, wenn seine andere Seite sich so deutlich zeigte. Das konnte er sich hier eigentlich nicht erlauben. Aber jetzt war es eigentlich eh zu spät, nur Dunkelelfen (oder eben Halbblüter wie er) reagierten so auf diese Barriere.
„Nicht, sonst tust du dir wieder weh.” Die magische Wand warf nur ein schwaches Licht auf das Gesicht des Paladins, aber Keith wäre auch mit weniger ausgekommen. Ein paar Vorteile musste sein gemischtes Erbe ja haben. Trotzdem fiel es ihm schwer zu glauben, was er da sah. Machte der Kerl sich wirklich Sorgen um ihn? Anscheinend hatte die Magie ihn stärker erwischt als gedacht.
„Was interessierts dich?”, fauchte er, rührte sich aber nicht mehr vom Fleck. Er saß in der Falle. Was auch immer der Paladin mit ihm vorhatte, erstmal gab es nichts, was er dagegen tun konnte. Das hieß aber nicht, dass sich das nicht noch ändern konnte.
„Würde es mich nicht interessieren, hätte ich damals zugelassen, dass James dich tötet.”
Also erinnerte er sich daran. Keith wusste, er sollte nichts weiter dazu sagen, aber er fragte: „Warum hast du es nicht getan? Weil du da noch nicht wusstest, was ich bin?”
„Das hat damit nichts zu tun.” Der Paladin ging vor ihm in die Hocke. Ihre Gesichter waren jetzt beinahe gleichauf. Er war ein ziemlich gut aussehender Mann. Eigentlich eine Verschwendung an den Orden. „Ich hätte dir auch geholfen, wenn ich es gewusst hätte.”
„Warum?”
„Warum bist du hier?”
Keiths Augen verengten sich. Okay, der Kerl wollte nicht darüber reden. Und aus seiner Sicht war die Frage wohl berechtigt. „Hab nen Auftrag.”
„Hat der zufällig mit der Frau von Ratsherr Haxus zu tun?”
„Kann sein, kann nicht sein.” Keith zuckte mit den Schultern.
„Dann wirst du heute kein Glück haben. Sie ist auf dem Rückweg gestürzt und wird gerade behandelt.”
Verdammt. Die ganze Arbeit umsonst. Haxus würde nicht begeistert sein. Aber wenn die Untreue seiner Frau so rauskam, konnte er sich auch selbst um sie kümmern. Keith selbst störte eher, dass er so nicht bezahlt werden würde.
„Ist mir scheißegal”, sagte er aber. „Wenn du mich nicht töten willst, lass mich einfach gehen. Dann verschwinde ich und…”
„Und wir sehen uns nie wieder? Das fänd ich offen gestanden ziemlich schade.”
„Willst du mich verarschen?” Der wollte ihn verarschen!
„Nein. Ich denke, wir können viel voneinander lernen.”
Das war totaler Blödsinn und der Paladin musste schon ziemlich dämlich sein, wenn er glaubte, er würde darauf reinfallen. Nachdem Keith für einige Momente geschwiegen hatte, merkte anscheinend auch der Paladin, dass er sich gerade lächerlich machte und er stand auf. „Ich lasse dich gehen. Aber ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen. Übermorgen abend am Olkari-Hain. Nach Sonnenuntergang.” Damit verschwand die Barriere und Keith starrte den Typen für ein paar weitere Sekunden einfach nur an und machte dann, dass er wegkam.
Challenge: Sci-Fi/Fantasy - Schreibaufgabe: AU (Päckchen 2, fürs Team)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Shiro
Er saß schon eine ganze Weile reglos in seinem Versteck. Eigentlich zu lange. Sein Ziel hätte schon lange hier auftauchen müssen. Keith verfluchte sein verdammtes Pech. Zwei Wochen lang war die Frau jeden zweiten Tag um dieselbe Uhrzeit hier entlanggekommen. Immer, wenn sie von ihrem Liebhaber kam. Immer, wenn ihr Mann in einer Ratssitzung festsaß. Und ausgerechnet heute brauchte sie länger? Was sollte das? Er hatte jedenfalls eindeutig gesehen, wie sie das Haus betreten hatte. Vermutlich hätte er sie da schon töten sollen… aber so leichtsinnig er auch sein konnte, selbst er war nicht so dämlich, mitten am Nachmittag einen Mord zu begehen. Dummerweise konnte er hier aber auch nicht mehr lange warten. In einer halben Stunde begann die abendliche Prozession der Priester und Mönche des Tempels von Voltron. Vor deren Nase sollte jemand wie er sich lieber bedeckt halten. Im Gegensatz zu den anderen Göttern wollte Voltron offenbar ausgebildete Krieger haben.
Vor einem halben Jahr hätte ein junger Mönch ihn beinahe umgebracht, wäre nicht einer der Priester dazwischengegangen. Zugegeben, Keith war etwas selbst Schuld, er hatte die Klappe zu weit aufgerissen und den Schönling unterschätzt, aber die Demütigung würde er so schnell nicht mehr vergessen.
Schritte näherten sich und Keith spannte sich instinktiv an, auch wenn er schon hörte, dass es sich nicht um seine Zielperson handelte. Das war eindeutig ein Mann. Und in seinem Versteck war er von außen nicht zu sehen, also… „Willst du mir erklären, was du schon wieder hier treibst?”
Keith erstarrte. Warum hatte der Kerl ihn bemerkt? Schlimmer noch: Er kannte die Stimme! Sie gehörte den Priester, der ihn gerettet hatte. Ausgerechnet… Leute wie Keith hatten in diesem Stadtteil nichts verloren, die Strafen waren hart. Das sorgte dafür, dass wieder Leben in ihn kam und er floh durch den vom Regen feuchten Spalt in der Mauer, durch den er schon hergekommen war.
Jedenfalls versuchte er es, aus dem Nichts tauchte eine nebelige Barriere auf, die einen scharfen Schmerz durch Keiths Körper jagte, als er nicht schnell genug bremsen konnte und dagegen stieß. Kein Priester. Ein Paladin. Auch das noch. Die waren normalerweise nicht dafür bekannt, Dunkelelfen mit Gnade zu begegnen.
„Bist du okay? Es tut mir Leid, ich wusste nicht…” Eine Hand wurde nach ihm ausgestreckt und Keith wich mit einem Zischen zurück. Er hasste es, wenn seine andere Seite sich so deutlich zeigte. Das konnte er sich hier eigentlich nicht erlauben. Aber jetzt war es eigentlich eh zu spät, nur Dunkelelfen (oder eben Halbblüter wie er) reagierten so auf diese Barriere.
„Nicht, sonst tust du dir wieder weh.” Die magische Wand warf nur ein schwaches Licht auf das Gesicht des Paladins, aber Keith wäre auch mit weniger ausgekommen. Ein paar Vorteile musste sein gemischtes Erbe ja haben. Trotzdem fiel es ihm schwer zu glauben, was er da sah. Machte der Kerl sich wirklich Sorgen um ihn? Anscheinend hatte die Magie ihn stärker erwischt als gedacht.
„Was interessierts dich?”, fauchte er, rührte sich aber nicht mehr vom Fleck. Er saß in der Falle. Was auch immer der Paladin mit ihm vorhatte, erstmal gab es nichts, was er dagegen tun konnte. Das hieß aber nicht, dass sich das nicht noch ändern konnte.
„Würde es mich nicht interessieren, hätte ich damals zugelassen, dass James dich tötet.”
Also erinnerte er sich daran. Keith wusste, er sollte nichts weiter dazu sagen, aber er fragte: „Warum hast du es nicht getan? Weil du da noch nicht wusstest, was ich bin?”
„Das hat damit nichts zu tun.” Der Paladin ging vor ihm in die Hocke. Ihre Gesichter waren jetzt beinahe gleichauf. Er war ein ziemlich gut aussehender Mann. Eigentlich eine Verschwendung an den Orden. „Ich hätte dir auch geholfen, wenn ich es gewusst hätte.”
„Warum?”
„Warum bist du hier?”
Keiths Augen verengten sich. Okay, der Kerl wollte nicht darüber reden. Und aus seiner Sicht war die Frage wohl berechtigt. „Hab nen Auftrag.”
„Hat der zufällig mit der Frau von Ratsherr Haxus zu tun?”
„Kann sein, kann nicht sein.” Keith zuckte mit den Schultern.
„Dann wirst du heute kein Glück haben. Sie ist auf dem Rückweg gestürzt und wird gerade behandelt.”
Verdammt. Die ganze Arbeit umsonst. Haxus würde nicht begeistert sein. Aber wenn die Untreue seiner Frau so rauskam, konnte er sich auch selbst um sie kümmern. Keith selbst störte eher, dass er so nicht bezahlt werden würde.
„Ist mir scheißegal”, sagte er aber. „Wenn du mich nicht töten willst, lass mich einfach gehen. Dann verschwinde ich und…”
„Und wir sehen uns nie wieder? Das fänd ich offen gestanden ziemlich schade.”
„Willst du mich verarschen?” Der wollte ihn verarschen!
„Nein. Ich denke, wir können viel voneinander lernen.”
Das war totaler Blödsinn und der Paladin musste schon ziemlich dämlich sein, wenn er glaubte, er würde darauf reinfallen. Nachdem Keith für einige Momente geschwiegen hatte, merkte anscheinend auch der Paladin, dass er sich gerade lächerlich machte und er stand auf. „Ich lasse dich gehen. Aber ich würde mich freuen, wenn wir uns wiedersehen. Übermorgen abend am Olkari-Hain. Nach Sonnenuntergang.” Damit verschwand die Barriere und Keith starrte den Typen für ein paar weitere Sekunden einfach nur an und machte dann, dass er wegkam.