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Sep. 4th, 2020 09:47 pmTeam: Melpomene + Ouroboros und Pluto
Fandom: Winnetou (Sentinel-Fusion)
Charaktere: Old Shatterhand, Winnetou, Intschu-tschuna, Klekih Petra, Rattler
Pairings: beginnendes Winnetou/Old Shatterhand
Die letzten Tage hatte ich schon immer wieder Kopfschmerzen gehabt. Diese waren in den Hintergrund gerückt, als der Grizzly aufgetaucht war, glücklicherweise, sonst hätte ich mich schwer auf dieses Problem konzentrieren können. Sie waren nicht besonders schlimm, nicht so, dass sie mich wirklich bei der Arbeit behindert hätten. Aber durch ihre ständige Anwesenheit, über Tage hinweg, doch störend. Und vor allem verwirrend, neigte ich sonst doch absolut nicht zu Kopfschmerzen.
Dann waren Klekih-Petra, Intschu-tschuna und Winnetou aufgetaucht, und die Kopfschmerzen waren ganz verschwunden. Stattdessen war eine merkwürdige Spannung in mir. Ein Kribbeln in meinem Nackenbereich. Etwas das jemand anderes vielleicht mit der Situation, die ja nicht ganz ungefährlich schien, erklärt hätte. Doch das war es nicht. Denn ich fühlte mit absoluter Sicherheit dass mir zumindest von den Häuptlingen keine Gefahr drohte. Eine auf den ersten Blick absurde Einschätzung, immerhin hatte Intschu-tschuna sehr deutlich gesagt was er von meinem Beruf, und der Tatsache dass ich ihn hier ausübte, hielt. Und auch seine Erklärung, unsere Weiterarbeit nicht zu dulden, war zweifellos ernst gemeint. Und trotzdem fühlte ich mich sicher. Ein Umstand, der mir paradoxerweise Sorgen bereitete. Die Situation war schließlich objektiv gefährlich, und dass meine emotionale Einschätzung so ganz anders war, war immerhin seltsam.
Der Häuptling und sein Sohn waren gegangen, um uns, oder vielmehr den Leitern dieses Abschnitts, Zeit zu geben über ihr Ultimatum zu beraten. Schon als ich sah, wie Winnetou sich entfernte, schnürte sich mein Hals zusammen, und ich wollte hinter ihm her gehen. Dass er ging, ohne mich, schien mir so unendlich falsch. Aber ihm folgen konnte ich nicht, nicht so wie es zwischen uns stand. Also ging ich auf Klekih-Petra, der gerade aufgestanden war, um weiteren Fragen des Oberingenieurs zu entgehen, zu. Ich bat ihn, ihn begleiten zu dürfen, und er erlaubte es mir.
Wir unterhielten uns, entdeckten unsere gemeinsame Herkunft, und das führte dann wohl dazu, dass er sich mir gegenüber mehr öffnete als er es sonst getan hätte. Er erzählte von seiner früheren Tätigkeit, als Lehrer. Wie seine Teilnahme an der versuchten Revolution, und die schrecklichen Folgen, ihn dazu gebracht hatten sein Leben zu überdenken, und er Zuflucht und eine Gelegenheit zur Sühne bei den Mescaleros gesucht und gefunden hatte. Es war ein interessantes Gespräch, das meine Sympathie für ihn noch einmal vertiefte. Leider erhielt ich keine Gelegenheit ihn auf die seltsame Anziehung anzusprechen, die Winnetou sofort auf mich ausgeübt hatte, da dieser und sein Vater auf ihren Pferden zurück kamen, ein drittes am Zügel führend. So schnell war eine ganze Stunde vergangen.
Intchu-tschuna wiederholte sein Ultimatum. Der Oberingenieur versuchte ihn hin zu halten, mit der Aussage, dass er auf Weisung aus Santa Fe warten müsste. Falls wir diese Zeit bekämen, hätten wir die Arbeit fertig noch bevor Antwort kam, was er Intschu-tschuna nicht sagte. Aber dieser war so oder so nicht gewillt sich vertrösten zu lassen. Dann kam Rattler dazwischen, bot den Indianern Brandy an, und erklärte, dass wir dann fortgehen würden – und schüttete diesen Winnetou samt Becher ins Gesicht als dieser nur mit abweisender Gebärde zurück trat statt den Becher zu nehmen. Noch bevor ich reagieren konnte, hatte Winnetou ihn niedergeschlagen.
Er erhob sich – aber statt sich, wie ich schon fast erwartet hatte, sofort auf den jungen Apachen zu stürzen, taumelte er davon, Richtung Wagen. Ich versuchte, ihn im Auge zu halten, sein Jähzorn würde diese Antwort bestimmt nicht unkommentiert hinnehmen.
Intschu-tschuna forderte noch einmal eine Antwort, erhielt aber nicht die von ihm wohl erhoffte. Während sich die drei schon anschickten, uns zu verlassen, hielt Rattlers Zwischenruf sie noch einmal zurück.
Er hatte ein Gewehr in der Hand, und seine Drohung, Winnetou zu erschießen war unzweifelhaft ernst gemeint. Dieser stand vollkommen ohne Deckung, und obwohl ich gleich auf Rattler zusprang, war mir doch klar, dass ich ihn nicht rechtzeitig erreichen würde. Schon wieder wollte mir der Atem stocken. Ich hörte von weitem Klekih-Petras Warnruf, doch statt eines Schusses war Rattlers Schrei zu hören – ein schwarzer Panther hatte sich auf ihn gestürzt, und seinen Arm gepackt. Das Gewehr entfiel ihm. Und ich blieb erst einmal stehen. Dann, zufrieden damit, dass von Rattler keine Gefahr mehr drohte, sah sich der Panther um. Als er mich sah, kam er auf mich zu. Und ich weiß nicht warum, ich blieb einfach stehen und betrachtete ihn erwartungsvoll. Selbst als er näher kam machte ich keine Bewegung ihn abzuwehren, oder mich zu verteidigen. Ich hörte die Schreie meiner weißen Begleiter – und sah wie erwartungsvoll die drei Apachen den Panther beobachteten. Sein Auftauchen hier schien ihnen das natürlichste der Welt zu sein, lediglich sein Verhalten jetzt schien sie etwas zu verwirren. Falls ich ihre Mienen richtig deutete, immerhin bemühten sie sich diese unter Kontrolle zu halten.
Der Panther kam mir näher, fast tänzelnd, und unwillkürlich, fast wie unter einem Zwang, streckte ich die Hand aus. Seine Schnauze kam näher, schnupperte – schon wieder blieb mir der Atem weg. Wenn ich die Situation falsch gedeutet hatte war es jetzt zu spät. Einen Angriff konnte ich nicht mehr abwehren. Aber der Panther schnupperte an meiner Hand, und strich dann den Kopf daran, wie eine Hauskatze die Streicheleinheiten einfordert.
Und bei diesem Kontakt knackten meine Ohren, und das Sausen der letzten Stunden verschwand ebenfalls. Ich war mir plötzlich der Gefühle der Leute um mir bewusst wie nie zuvor. Misstrauen, Habgier, Angst, Hass, Zorn, Schmerz – dazwischen Sorge, von Sam, Will und Dick, aber die anderen waren so nahezu unerträglich dass ich davon laufen wollte. Und dann das Bewusstsein dass der Panther das alles noch einigermaßen erträglich machte, mit seiner Berührung.
Ich wandte mich an Intschu-tschuna und Winnetou. Bat sie, mich mitkommen zu lassen, als Freund. Sie tauschten Blicke aus, und ich konnte spüren wie Winnetous stumme Bitte seinen Vater dazu brachte ihm nachzugeben. Plötzlich konnte ich wieder atmen.
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Date: 2020-09-05 07:14 am (UTC)no subject
Date: 2020-09-05 07:51 am (UTC)Die Parallelen zu Winnetou I sind Absicht, ich habe mich ziemlich an der Handlung orientiert, eben mit dem Sentinel-Part rein gemixt. Ich habe neulich (fast?) alle (im Westen spielenden) Bücher noch mal gelesen - nachdem ich erfahren hatte dass die bekannten grünen einiges an Umarbeitungen enthalten. Und teilweise wohl nicht zum besseren. Da ich sie als Kind und Jugendliche auch bis zu Auswendig können gelesen habe wollte ich es als Erwachsene mit heutigen Augen noch mal lesen.
Und an der Sentinel-Fusion ist
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Date: 2020-09-20 08:53 pm (UTC)