Sci-Fi/Fantasy: Joker
Aug. 30th, 2020 08:05 pmTeam: Pluto
Challenge: Sci-Fi/Fantasy - Joker (Der Blick zurück (oder nach vorne) vom 08.06.2018) Päckchen 2, fürs Team
Fandom: Nocturne Whispers (Post-Origins) Masterpost
Charaktere: Chikara, Christina
Es war Christina gewesen, die auf das Treffen bestanden hatte. Vermutlich, weil sie genau wusste, dass Chikara sonst um das Klassentreffen einen großen Bogen machen würde. Dabei hatte sie nun wirklich genug Gründe, nicht hinzugehen und Chris musste das auch klar sein. Sie hatte jetzt noch zwei Stunden Gnadenfrist, um sich eine gute Ausrede zu überlegen, ihr Tee gab ihr aber leider keine Antwort. Christina hatte vorhin geschrieben, dass sie sich um eine Viertelstunde verspätete, was Chikara weder störte, noch überraschte. Sie hatte sich einfach schon etwas zu trinken geholt und sich an einen freien Tisch gesetzt.
Jetzt versuchte sie ihre eigene Nervosität in den Griff zu bekommen. Chris und sie hatten sich schon vorher recht regelmäßig getroffen, wenn auch nicht so oft wie es vermutlich angemessen wäre. Aber bisher hatte die Vergangenheit nicht so offen zwischen ihnen gelegen. Und damit auch das Geheimnis, das sie seit gut drei Jahren mit sich herumtrug. Dank ihrer Erlebnisse der übernatürlichen Art war sie inzwischen eine recht passable Lügnerin geworden, ihr war aber selbst klar, dass es vor allem deswegen klappte, weil es ihr keiner zutraute. Dass Yann ihr vorgestern grinsend gesagt hatte, sie könnte Chris ja von ihm grüßen, half gerade absolut nicht.
„Hey! Sorry, ich hatte mich total verquatscht!”, erklang es hinter ihr und Chris schob sich auf den freien Stuhl ihr gegenüber. Sie hatte sich verändert, die ehemals halblangen und halbwegs braven Haare waren schon vor einem Jahr einen halbseitigen Undercut gewichen, der eindeutig vor kurzem aufgefrischt worden war. Chikara konnte sich bildlich vorstellen, was Chris Familie davon gehalten hatte.
„Das macht nichts”, beeilte sie sich zu versichern und bekam ein Augenrollen. „Klar. Das tut es bei dir nie.”
Darauf sagte Chikara lieber nichts mehr. Was hätte es denn geändert, wenn es sie gestört hätte? An der Tatsache, dass sie hatte warten müssen, änderte es nichts. Chris erwartete auch keine Antwort, sondern fragte direkt: „Also? Wie gehts? Wie läufts? Wir haben uns eindeutig zu lange nicht mehr gesehen.”
„Äh… willst du dir nicht erstmal was zu trinken holen?” Der Vorteil wäre, dass Chikara dann etwas Zeit hätte, den Wortschwall zu verarbeiten und sich eine brauchbare und vor allem unverfängliche Antwort zu überlegen. Chris nickte zum Glück. „Stimmt. Und der Kuchen sah im Vorbeigehen gut aus. Willst du auch ein Stück?”
„Nein… danke.” Als ob sie mit der Aussicht für den Abend etwas runterbringen könnte.
„Okay.” Chris‘ Jacke landete auf dem Stuhl und sie selbst ging zum Tresen. Chikara atmete einmal kurz durch, bevor sie auf ihr Handy sah. Sinnloserweise, es gab nicht so viele, die ihr schreiben könnten. Yann schlief vermutlich noch, Cory war arbeiten und sonst hatte sie nicht allzu viele Freunde. Hatte sie auch nie gebraucht.
Viel zu schnell war Chris zurück und verkündete: „Mir gefällt, was du mit deinen Haaren gemacht hast.”
„Huh?”, war alles, was Chikara dazu einfiel und sie fuhr sich unwillkürlich mit den Fingern durch die inzwischen wieder langen, seit kurzem gestuften Haare. „Die Kerle müssten dir doch nachrennen, oder nicht?”
Was sollte das denn jetzt? „Äh… ich weiß nicht?” Es machte sie niemand offensichtlich an und das reichte ihr. Okay, abgesehen von Yann, aber der durfte das auch.
„Das ist mir klar.” Chris lachte, aber etwas daran klang komisch. Schneller als erwartet wurde sie wieder ernst. „Und? Wie läufts bei dir? Ist der Job im Museum so langweilig wie er klingt?”
„Nein, gar nicht. Es macht Spaß… wir bereiten gerade eine Ausstellung vor.” Sie ging nicht weiter ins Detail, es würde Chris sowieso nicht interessieren. „Läuft bei dir alles gut? Du hast letztens geschrieben, dass du ein Date hattest?” Das war immer die beste Möglichkeit, sie abzulenken. Diesmal aber huschte ein Schatten über Chris‘ Gesicht. „Offen gestanden läufts bei mir gerade ziemlich beschissen. Hab letzten Monat meinen Job verloren und suche seitdem. Und das Date war ein Reinfall. Frag nicht.” Sie nahm einen etwas zu demonstrativen Schluck von ihrem Kaffee und Chikara wusste erstmal nicht, was sie sagen sollte. „Okay”, flüsterte sie schließlich. „Bist du sicher, dass du zu dem Klassentreffen willst?” Sie hielt sich vielleicht etwas zu verkrampft an ihrer Teetasse fest und sah aus dem Fenster. Dort hatte es inzwischen begonnen zu regnen… auch das noch. Sie hatte zwar einen Schirm dabei, aber bei den Windboen war Chris mit ihrer Regenjacke eindeutig besser vorbereitet.
„Keine Ahnung. Wenn, brauch ich ne gute Story für Courtney und ihre Fans. Ich sterbe, wenn die rauskriegt, dass ich arbeitslos bin.” Sie sah Chikara an. „Und ich weiß genau, was du denkst. Du wolltest ja von Anfang an nicht hin.”
„Ich will die anderen nicht sehen. Und Marvin kann ja auch nicht…” Sie traute es Courtney zu, die grausamen Vampirwitze wieder rauszuholen, um der guten alten Zeiten willen.
„Stimmt. Wir könnten uns einfach ne Flasche Wein oder so holen und ihn im Krankenhaus überfallen.”
„Damit wir direkt wieder rausfliegen?”
„Er hat nur nen gebrochenen Arm, da kann man wohl ein Glas erlauben. Wir wollen uns ja nicht betrinken… glaub ich. Du bekommst nur einen Schluck.” Der letzte Satz wurde von einem Grinsen begleitet. „Sonst liegst du uns wirklich unterm Tisch.”
Chikara seufzte. „Okay.” Es war immerhin besser als das Klassentreffen. Draußen wurde der Regen stärker. Sie hätte wirklich die Regenjacke mitnehmen sollen.
Challenge: Sci-Fi/Fantasy - Joker (Der Blick zurück (oder nach vorne) vom 08.06.2018) Päckchen 2, fürs Team
Fandom: Nocturne Whispers (Post-Origins) Masterpost
Charaktere: Chikara, Christina
Es war Christina gewesen, die auf das Treffen bestanden hatte. Vermutlich, weil sie genau wusste, dass Chikara sonst um das Klassentreffen einen großen Bogen machen würde. Dabei hatte sie nun wirklich genug Gründe, nicht hinzugehen und Chris musste das auch klar sein. Sie hatte jetzt noch zwei Stunden Gnadenfrist, um sich eine gute Ausrede zu überlegen, ihr Tee gab ihr aber leider keine Antwort. Christina hatte vorhin geschrieben, dass sie sich um eine Viertelstunde verspätete, was Chikara weder störte, noch überraschte. Sie hatte sich einfach schon etwas zu trinken geholt und sich an einen freien Tisch gesetzt.
Jetzt versuchte sie ihre eigene Nervosität in den Griff zu bekommen. Chris und sie hatten sich schon vorher recht regelmäßig getroffen, wenn auch nicht so oft wie es vermutlich angemessen wäre. Aber bisher hatte die Vergangenheit nicht so offen zwischen ihnen gelegen. Und damit auch das Geheimnis, das sie seit gut drei Jahren mit sich herumtrug. Dank ihrer Erlebnisse der übernatürlichen Art war sie inzwischen eine recht passable Lügnerin geworden, ihr war aber selbst klar, dass es vor allem deswegen klappte, weil es ihr keiner zutraute. Dass Yann ihr vorgestern grinsend gesagt hatte, sie könnte Chris ja von ihm grüßen, half gerade absolut nicht.
„Hey! Sorry, ich hatte mich total verquatscht!”, erklang es hinter ihr und Chris schob sich auf den freien Stuhl ihr gegenüber. Sie hatte sich verändert, die ehemals halblangen und halbwegs braven Haare waren schon vor einem Jahr einen halbseitigen Undercut gewichen, der eindeutig vor kurzem aufgefrischt worden war. Chikara konnte sich bildlich vorstellen, was Chris Familie davon gehalten hatte.
„Das macht nichts”, beeilte sie sich zu versichern und bekam ein Augenrollen. „Klar. Das tut es bei dir nie.”
Darauf sagte Chikara lieber nichts mehr. Was hätte es denn geändert, wenn es sie gestört hätte? An der Tatsache, dass sie hatte warten müssen, änderte es nichts. Chris erwartete auch keine Antwort, sondern fragte direkt: „Also? Wie gehts? Wie läufts? Wir haben uns eindeutig zu lange nicht mehr gesehen.”
„Äh… willst du dir nicht erstmal was zu trinken holen?” Der Vorteil wäre, dass Chikara dann etwas Zeit hätte, den Wortschwall zu verarbeiten und sich eine brauchbare und vor allem unverfängliche Antwort zu überlegen. Chris nickte zum Glück. „Stimmt. Und der Kuchen sah im Vorbeigehen gut aus. Willst du auch ein Stück?”
„Nein… danke.” Als ob sie mit der Aussicht für den Abend etwas runterbringen könnte.
„Okay.” Chris‘ Jacke landete auf dem Stuhl und sie selbst ging zum Tresen. Chikara atmete einmal kurz durch, bevor sie auf ihr Handy sah. Sinnloserweise, es gab nicht so viele, die ihr schreiben könnten. Yann schlief vermutlich noch, Cory war arbeiten und sonst hatte sie nicht allzu viele Freunde. Hatte sie auch nie gebraucht.
Viel zu schnell war Chris zurück und verkündete: „Mir gefällt, was du mit deinen Haaren gemacht hast.”
„Huh?”, war alles, was Chikara dazu einfiel und sie fuhr sich unwillkürlich mit den Fingern durch die inzwischen wieder langen, seit kurzem gestuften Haare. „Die Kerle müssten dir doch nachrennen, oder nicht?”
Was sollte das denn jetzt? „Äh… ich weiß nicht?” Es machte sie niemand offensichtlich an und das reichte ihr. Okay, abgesehen von Yann, aber der durfte das auch.
„Das ist mir klar.” Chris lachte, aber etwas daran klang komisch. Schneller als erwartet wurde sie wieder ernst. „Und? Wie läufts bei dir? Ist der Job im Museum so langweilig wie er klingt?”
„Nein, gar nicht. Es macht Spaß… wir bereiten gerade eine Ausstellung vor.” Sie ging nicht weiter ins Detail, es würde Chris sowieso nicht interessieren. „Läuft bei dir alles gut? Du hast letztens geschrieben, dass du ein Date hattest?” Das war immer die beste Möglichkeit, sie abzulenken. Diesmal aber huschte ein Schatten über Chris‘ Gesicht. „Offen gestanden läufts bei mir gerade ziemlich beschissen. Hab letzten Monat meinen Job verloren und suche seitdem. Und das Date war ein Reinfall. Frag nicht.” Sie nahm einen etwas zu demonstrativen Schluck von ihrem Kaffee und Chikara wusste erstmal nicht, was sie sagen sollte. „Okay”, flüsterte sie schließlich. „Bist du sicher, dass du zu dem Klassentreffen willst?” Sie hielt sich vielleicht etwas zu verkrampft an ihrer Teetasse fest und sah aus dem Fenster. Dort hatte es inzwischen begonnen zu regnen… auch das noch. Sie hatte zwar einen Schirm dabei, aber bei den Windboen war Chris mit ihrer Regenjacke eindeutig besser vorbereitet.
„Keine Ahnung. Wenn, brauch ich ne gute Story für Courtney und ihre Fans. Ich sterbe, wenn die rauskriegt, dass ich arbeitslos bin.” Sie sah Chikara an. „Und ich weiß genau, was du denkst. Du wolltest ja von Anfang an nicht hin.”
„Ich will die anderen nicht sehen. Und Marvin kann ja auch nicht…” Sie traute es Courtney zu, die grausamen Vampirwitze wieder rauszuholen, um der guten alten Zeiten willen.
„Stimmt. Wir könnten uns einfach ne Flasche Wein oder so holen und ihn im Krankenhaus überfallen.”
„Damit wir direkt wieder rausfliegen?”
„Er hat nur nen gebrochenen Arm, da kann man wohl ein Glas erlauben. Wir wollen uns ja nicht betrinken… glaub ich. Du bekommst nur einen Schluck.” Der letzte Satz wurde von einem Grinsen begleitet. „Sonst liegst du uns wirklich unterm Tisch.”
Chikara seufzte. „Okay.” Es war immerhin besser als das Klassentreffen. Draußen wurde der Regen stärker. Sie hätte wirklich die Regenjacke mitnehmen sollen.