der_jemand: (Default)
[personal profile] der_jemand posting in [community profile] 120_minuten
Fandom: Prince of Tennis
Challenge: Sommerabend und Du schreibst Geschichte
Wörter: 930
Charaktere: Oishi und Fuji
Warnung: Dialoglastig, OOC...
Disclaimer: Leider Gottes gehören die beiden nicht mir, aber mein Bruder versucht grade, Fuji zu klauen, glaub ich...
Für: [livejournal.com profile] keksdiebin
A/N: Nicht ganz das, was ich zu schreiben gehofft hatte, aber ich übergebe es (und mich) trotzdem der Gnade vom Keks. Ich kann nur hoffen, dass es doch irgendwie gefällt. *flausch*



„Wo hast du Eiji gelassen?“

Fuji räkelte sich in seinem Liegestuhl wie eine Katze in der Sonne. – Eigentlich hatte sich niemand von ihnen wirklich verändert, aber bei Fuji hatte Oishi immer das unbestimmte Gefühl, noch immer das fünfzehnjährige Tennisgenie von damals vor sich zu haben. Vielleicht hatte Eiji ja doch recht und Fuji Syusuke war ein Alien, das außerhalb der Zeit existierte. Es war immerhin eine Möglichkeit...

„In deinem Wohnzimmer. Ai-chan hat grade angerufen. – Außerdem hat er deinen neuen Fernseher entdeckt...“

„Ai-chan?“

„Seine Schwester. Die jüngere der beiden.“

„Die letztes Jahr geheiratet hat?“

„Genau die.“

Er lächelte, als er sich auf dem Liegestuhl zu Fujis Rechten niederließ.

„Wir sind also noch die nächsten Stunden ungestört“, verkündete er grinsend und füllte zwei der bereitstehenden Gläser mit Limonade.

Fuji drehte den Kopf um ihn anzusehen. „Eiji, eine Störung?“

Oishi spürte, wie er rot anlief. „Nur selten. Nur selten. – Also?“

Der andere versuchte nicht einmal, überrascht zu wirken. „Was, also?“

„Warum hast du uns eingeladen?“

„Ihr seid meine Freunde, Oishi. Es ist natürlich, seine Freunde hin und wieder einzuladen.“

„Aber nicht an dem Abend, an dem Kunimitsu im Finale der French Open auf dem Platz steht.“

„Das ist heute? Das habe ich glatt vergessen... Tut mir leid, Oishi, wenn du das Spiel sehen willst...“

„Fuji.“

„Ja?“

„Darum geht es nicht.“

In der Tat hatte Oishi den Videorekorder programmiert, er würde sich das Spiel morgen in aller Ruhe ansehen. Aber heute gab es wichtigere Dinge zu klären.

„Wann hast du das letzte mal mit ihm gesprochen?“

„Mit wem? Tezuka?“

„Ja.“

„Oh... das kann noch nicht so lange her sein...“

„Fuji, drei Jahre sind verdammt lang.“

„Drei Jahre? Wie die Zeit vergeht...“

Oishi schloss die Augen. Er begriff wirklich nicht, warum Fuji es sich so schwer machte. Natürlich, nichts, was mit Tezuka Kunimitsu zu tun hatte, war jemals einfach, aber Fuji machte alles noch viel schlimmer.

Die beiden hatten einander wirklich gesucht und gefunden. – Und waren die einzigen, die das nicht wussten.

Natürlich.

Vor drei Jahren hatte Japan zum ersten Mal in der Geschichte des Tennis den World Team Cup gewonnen. Weil Kunimitsu den Spitzenspieler der Argentinier gnadenlos vorgeführt hatte.

„Vor drei Jahren haben wir den Team Cup gewonnen“, rief Oishi dem anderen ins Gedächtnis.

„Stimmt... Ja, ich erinnere mich daran.“

„Und seit dem legst du jedes mal auf, wenn Kunimitsu dich anruft.“

„Tue ich das?“

„Warum, Fuji? Was hat er dir getan?“

„Nichts. Natürlich nicht.“

Nun, Oishi sah das anders. Es gab genug Dinge, die Kunimitsu Fuji angetan hatte. Aber er wusste, dass tatsächlich keiner von diesen Fehlern der Grund für diese Chose war. So einfach waren die Dinge bei Fuji Syusuke eben nie.

„Und was glaubst du, was du ihm getan hast?“

„Bitte?“

„Fuji, ich bitte dich. – Kunimitsu ist mein bester Freund. Und du bist der beste Freund von Eiji. Ich gucke mir diese Sache zwischen euch jetzt seit fast elf Jahren an. Und ich ertrage es nicht länger, zu sehen, wie ihr euch das gegenseitig antut. – Erklär es mir.“

Fujis Lächeln verblasste. Nur für einen Sekundenbruchteil, aber Oishi sah es. „Elf Jahre schon? Sind es wirklich elf?“

Oishi nickte.

„Ja, was habe ich ihm getan... Ich habe ihn enttäuscht. Ich habe unsere Chance, gemeinsam etwas zu erreichen, vertan. Ich wollte nicht.“

„Fuji...“

„Doch, wirklich. Tezuka liebt Tennis. Er hatte da diesen Plan, diese Wunschvorstellung... und ich habe seit meinem Abschluss keinen Tennisschläger mehr in der Hand gehabt.“

Oishi seufzte.

„Fuji, das ist nicht das Problem. Natürlich wollte Tezuka mit dir und Echizen die japanische Tenniswelt revolutionieren. Natürlich war er enttäuscht, als du aufgehört hast. – Aber er hat es verstanden. Er hat beinahe ewig gebraucht, aber irgendwann hat er deine Entscheidung verstanden. Und das weißt du. Damals habt ihr noch miteinander gesprochen.“

„Doch, Oishi, genau das ist das Problem. Wir hätten zusammen etwas haben können. Wir hätten zusammen eine ganze Welt revolutionieren können. Aber ich habe darauf verzichtet. Und jetzt hat er das alleine geschafft. – Tezuka Kunimitsu schreibt Geschichte. Alleine. Ohne mich.“

Jetzt griff Oishi doch noch nach seiner Limonade. Das war es? Wirklich nur das? ...Es war beinahe lächerlich.

„Fuji...“

„Ich habe meine Chance vertan. Ende.“

„Fuji.“

„Nein, Oishi. Nein.“

„Syusuke!“

Oishi richtete sich in dem Liegestuhl auf und fixierte seinen ehemaligen Mitschüler. „Das ist Kunimitsu. Ja. Er ist gut, in dem, was er tut. Ja. Er ist das leuchtende Vorbild für Tausende. Ja. Sein Gesicht wird noch im Fernsehen zu sehen sein, wenn er längst tot ist. Ja. – Und?“

„Nichts und. So ist das eben.“

„Genau. Und du bist Photograph. Dein Gesicht ist auf keiner Cornflakes-Schachtel. Der Chefredakteur von National Geographic schafft es nicht, deinen Namen richtig auszusprechen. Aber deine Bilder werden in seinem Heft abgedruckt. Es gibt sie auf Postkarten, sie hängen als Poster an Tausenden von Wänden, inklusive des Kinderzimmers meiner Nichte.“

„Und?“

Oishi stellte sein Limonandenglas heftiger als nötig auf dem leuchtend orangen Plastiktischchen, das so gar nicht zu den mintgrünen Liegestühlen passen wollte, ab.

„Fuji... Du glaubst, ihr habt außer dem Tennis nie etwas gemeinsam gehabt? – Kunimitsu tut, was er am besten kann. Und du tust das auch. Euch steht die ganze Welt offen... Was sollte euch daran hindern, eure Leben gemeinsam zu verbringen?“

„...“

„Weißt du, Fuji, es reicht. Deine Kamera steht dir nicht im Weg.“

„Oishi...“

„Heeeey!!! Kommt schnell rein! Tezuka-buchou ist im dritten Satz! So ein tolles Spiel! Beeilt euch!“

Fuji erhob sich. „Wir kommen schon, Eiji-kun!“

Oishi lächelte. „Ruf ihn nachher an.“

„Vielleicht.“

Er würde es nicht tun. Natürlich nicht. So einfach waren die Dinge bei den beiden nie. Aber Oishi hatte die vage Hoffnung, dass es nicht noch weitere drei Jahre dauern würde.

Date: 2008-03-29 05:36 pm (UTC)
From: [identity profile] myojo-s-me.livejournal.com
Whoa, das ist toll *anglitzer*
Echt, richtig toll und anrührend **
Und du hast recht XD manchmal will man die beiden echt am Kragen packen und mit den Köpfen zusammenschlagen XD

Date: 2008-03-29 05:49 pm (UTC)
From: [identity profile] myojo-s-me.livejournal.com
ach man kann, man kann XD Wenn man nur genug will... *nodnod* Ich denke, unter ihren Freunden befinden sich ja ein paar Leute die sind genauso stur... XD

Und was wünscht du dir?

Date: 2008-03-29 06:23 pm (UTC)
From: [identity profile] raincolours.livejournal.com
Und ich denk mir noch.. der Stil kommt mir so bekannt vor.
Die Story ist Liebe ♥

Ich hab jetzt echt erst am Ende, nach dem wieder hochscrollen bemerkt das sie von dir ist |D~ *tropf*

Date: 2008-03-29 06:57 pm (UTC)
From: [identity profile] keksdiebin.livejournal.com
Oh *-*

Es ist so... anders als ich gedacht habe und ich bin gerade sehr begeistert, dass du das geschrieben hast *.*!

Es sind wirklich sehr tolle sätze dabei und Oishi ist etwas heftig. Aber das finde ich nach 3 Jahren ziemlich nachvollziehbar =3 (gott, der arme Junge...)

Ich finde das Challenge sehr gut umgesetzt. "Es ist auch total IC von Fuji: Er schreibt Geschichte, aber ohne mich."
Fuji wirkt in deiner Geschichte reifer, aber die Grundzüge sind noch absolut vorhanden. Diese absurde Konsequenz von ihm...

Meine Liebe gehört vorallem diesem Satz:
„Das ist Kunimitsu. Ja. Er ist gut, in dem, was er tut. Ja. Er ist das leuchtende Vorbild für Tausende. Ja. Sein Gesicht wird noch im Fernsehen zu sehen sein, wenn er längst tot ist. Ja. – Und?“


Ich mag die Vorstellung, dass ihrer Beziehung irgendwie die Tatsache im Weg steht, dass sie als Unsterbliche nicht mehr zusammensein können. Gott, das ist so Fuji...

Danke fürs Schreiben und dass du das Lied als Challenge genommen hast (und wie der Cut lautet...) *-*

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