luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Pluto
Challenge: Kleidung - geklaut (fürs Team, Päckchen noch offen)
Fandom: Original
Charaktere: Samantha, Laura, Casper


Samantha starrte auf ihren Monitor, als könnte sie die Zahlen darauf allein mit der Kraft ihrer Gedanken dazu bringen, Sinn zu ergeben. Homeoffice war eine coole Erfindung, wenn man aber nicht eben zu dem Kollegen, der das verbockt hatte gehen konnte, um ihm die Ohren langzuziehen, war das ziemlich… schade. Das würde wohl bis morgen warten müssen. Ein Blick auf die Uhr zeigte jedenfalls, dass auch eine E-Mail nichts mehr bringen würde, besagter Kollege hatte seit einer halben Stunde Feierabend. Genau wie sie. Verdammt.
Morgen musste sie ohnehin ins Büro, dann konnte sie das immer noch regeln. Und eine halbe Stunde eher heimfahren. Wenn sie dann daran dachte. Es machte sich wirklich bemerkbar, dass Laura nicht da war, die stand normalerweise pünktlich auf der Matte, um sie in den Feierabend zu holen. So weit man bei einem Zeitraum von ungefähr drei Wochen von „normalerweise” sprechen konnte. Lange konnte es aber nicht mehr dauern, bis… shit! Sie hatte versprochen, zu kochen. Oder sich wenigstens um das Essen zu kümmern. Von kochen war dabei nie wirklich die Rede gewesen, unausgesprochen hatte es natürlich im Raum gestanden.
Eine gute dreiviertelstunde hatte sie noch, bis Laura heimkommen würde. Für das, was sie eigentlich geplant hatte, eindeutig zu knapp. Jedenfalls, wenn sie Laura mit fertigem Abendessen empfangen wollte. Sam verschwendete ein paar wertvolle Sekunden damit, ihrem Computer dabei zuzuschauen, wie er runterfuhr und überlegte. Vermutlich rechnete Laura mit so etwas. Eigentlich war Sam das Organisationstalent von ihnen. Aber auch ein Workaholic, wie er im Buche stand. War sie einmal im Tunnel, kam sie da nicht so schnell wieder raus. Ohne Laura hätte sie in den letzten fünf Jahren mehr Überstunden aufgebaut, als sie jemals abbummeln könnte.
Und war sie einmal nicht da, fing sie wieder damit an. Das war nicht geplant gewesen, sie hatte wirklich pünktlich Feierabend machen wollen. Allein schon, um Lauras Gesicht zu sehen, wenn sie mal etwas anderes als Nudeln mit irgendeiner schnellen Sauce kochte, wenn sie an der Reihe (und alleine) war. Es war ja nicht so, als ob sie nicht gerne kochte. Oder es nicht konnte. Aber aufwändigere Sachen machten mehr Spaß, wenn man gemeinsam kochte. Und brauchten natürlich auch ihre Zeit. „Verdammt…” Sie zog etwas am Saum des… geliehenen Pullovers. Er war ein Fehlkauf von Laura gewesen. Wie geistig umnachtet sie gewesen war, zwei Größen zu groß zu bestellen, wussten sie beide nicht. Zurückgeschickt hatte sie ihn aber nicht, stattdessen war er zum Lieblingsgammelpulli geworden. Von ihnen beiden. War er Laura einfach nur zu groß, versank Sam beinahe darin und sie fand es großartig. Das beste am Homeoffice war neben dem Besuch von der Katze bei der Arbeit eindeutig die Tatsache, dass sie anziehen konnte, was sie wollte. Zum Beispiel eben Lauras Pullover. Auch wenn sie die Ärmel immer wieder hochschieben musste.
Schon auf dem Weg nach unten begann sie nach einem Rezept zu suchen, das keine Nudeln beinhaltete und wo sie die frischen Schweinemedaillons verarbeiten konnte. Dabei stolperte sie fast über Casper, der auf der untersten Stufe lag, zweifelos in der Absicht, jemanden zu ermorden. Dass er es dabei noch schaffte, pikiert darüber auszusehen, dass sein Plan beinahe geklappt hatte. „Sei froh, dass Laura dich mag”, murmelte sie und wurde natürlich nicht weiter beachtet. Als sie sich bückte, um den Kater zu streicheln, streckte er sich und präsentierte ihr seinen flauschigen Bauch. „Glaub nicht, dass ich darauf reinfalle. Außerdem muss ich endlich kochen.” Damit stand sie auf und ging in die Küche, immer noch überlegend, wie sie das Abendessen retten konnte.
Zum Glück war auf das Internet Verlass, sodass sie wenig später in den Schränken nach den anderen Zutaten kramte. Es war nett, mehr Platz in der Küche zu haben, aber daran musste sie sich immer noch gewöhnen.
„Wow.” Der Pfefferstreuer landete klappernd auf dem Boden und verteilte ein paar Körper. Was trieb Laura schon hier? Es war doch noch gar nicht so spät!
„Ich habe noch 35 Minuten, also hau wieder ab.”
„Sicher dass das reicht?” Laura hatte die Nerven, ziemlich breit zu grinsen.
„Das Rezept sagt 30 Minuten.”
„Und du willst in meinem alten Pulli essen? Da hab ich mir etwas mehr erhofft. Übrigens, wenn da auch nur ein Fettfleck drauf kommt, bist du fällig.” Dabei deutete sie auf den geklauten Pulli. Sam lächelte nur. „Hast du einen anderen Vorschlag?”
„Ausziehen?”
„Weil Fett auf der nackten Haut so viel besser ist. Und für solche Fälle haben wir Kochschürzen.”
„Spielverderberin.”

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios