[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Metaphermorphose
Challenge: Orte: Joker: In einem fremden Bett (aus der Orte-Tabelle aus der Sommer-Challenge 2017) (Päckchen 8)
Fandom: Youtuber (Berliner Cluster)
Wörter: ~1100
Pairing/Personen: Frodo/Flo
Anmerkung: Der finale Teil des Bodenbelagkrimis. (Auch wenn der Krimi bereits abgeschlossen ist.) Flo ist endlich liebenswürdig und Frodo bekommt, wonach er gelüstet. (NSFW) Fortsetzung von Showdown


Max vergräbt die Nase tiefer im Laken. Nicht zuletzt, weil alles an diesem Bett so wunderbar nach Flo riecht. Eigentlich ist es ein fremdes Bett, es ist heute sein erstes Mal in ihm und doch benimmt er sich darin gerade so, als gehöre er schon lange hierher.
Die Innenseiten seiner Oberschenkel zittern, als er sich weiter der Hitze entgegenstreckt, und er keucht. Scheiße, wahrscheinlich hat er vorhin schon kurz in dieses Laken gesabbert, als Flo ihn sehr ausführlich und liebenswürdig bearbeitet hat.

Flo für seinen Teil beugt sich wieder von hinten über ihn, fährt mit einer Hand seinen durchgedrückten Rücken hinauf (eigentlich hinab) bis zu seinem Hals und er zieht auf merkwürdig elegante Weise das Tempo seiner Stöße an. Max würde jetzt gerne einen albernen Witz darüber machen, dass sie endlich an der sichtbaren Stelle angedockt haben, aber dazu rutschen ihm die Gedanken zu sehr weg. Er denkt sprunghaft zurück an die Momente, in denen er gegen eine Palette mit Laminatboxen gedrückt wurde, er auf weißen, harten Fliesen gekniet hat und ihm wird noch eine Spur heißer.

„Komm schon“, japst er. „'N bisschen noch!“
Flo legt die Hand, die eben noch an seinem Hals war, an seinen Bauch. Er atmet heiß gegen Max' Rücken.
„Noch härter?“, wispert er rauh und überrascht zugleich.
„U-huh!“
„Bist du sicher?“
„Hätt' ick sonst gefragt?!“
Flo lacht leise und kehlig. „Is' ja gut“, erwidert er mit gedrückter Stimme. „Ich lern' doch gerade erst, wie du funktionierst, weißte. Wie du dich anfühlst. Wie du fühlst.“ Wie zur Untermalung seiner Worte scheint er mit dem Becken etwas weiter auszuholen, beugt sich zurück und fasst Max an die Hüften. Und dann wird es noch besser als eben schon.

Max will erklären, dass er sonst nicht so hardcore drauf ist, aber die Konstellation hierher geführt hat. Wie sehr die Lust daran, gemeinsam diesen bescheuerten Bodenbelagkrimi aufzulösen, ihn befeuert hat. Wie sehr er sich gleich in die sommerdunkle Schönheit verknallte, die Flo verkörpert. Wie verbunden er sich ihm von der ersten Sekunde an fühlte, als würden sie einander aus einem anderen Leben kennen. Wie das alles darin kumuliert, dass er seinen ersten heißen Durst jetzt damit stillen muss, dass sein neuer Freund ihn bitteschön in einer härteren Gangart durchnimmt. Alles andere kann später kommen.
Aber das kann er gerade alles nicht erklären. Er merkt kaum noch, dass ihm ein-zwei bettelnde Worte aus dem Mund fallen.

Flo ist gnädig. Er umfasst ihn mit der rechten Hand – fahrig, zitternd – und legt in alle seine Bewegungen eine erregt-stockende, resolute Unnachgiebigkeit, solange bis das fremde Bett und ihre Körper und die Luft und die Hitze zu einer großen, heißen, fantastischen Explosion anschwellen.

Dann liegen sie da, kühlen ab, besinnen sich. Flo dreht sich schwerfällig auf den Rücken und dann in einen Sitz, um sein Kondom zu entsorgen. Anschließend fließt er zurück in Max' Arme.
Max streichelt abwechselnd eine braungebrannte Schulter, den Rücken, die leichte Kurve einer Hüfte.
„Wir könnten Pizza bestellen“, murmelt Flo gähnend.
„Okay“, sagt Max. „Aber du bezahlst. Ick bin arbeitslos.“
Flo grinst gegen ihn;
„Vielleicht ja nich' lange.“

„Ach, hör doch uff.“ Max grunzt unwillig. „Ich hab dir doch gesagt, ihr müsst mich nich' aus Mitleid einstellen. Meintest du nich', ihr steht am Rande der Insolvenz?“

„Ach, mach dir doch darum nich' so 'nen Kopp“, murmelt Flo und legt gemütlich einen Arm um ihn. „Bisher hat dein Ex-Chef nichts darüber verlauten lassen, dass er wegen des Exklusivvertrags was verhandeln will. Der Vertrag sieht nämlich vor, dass wir noch bis Ende des Folgejahres Kommissionszahlungen erhalten würden. Haben wir damals gut verhandelt.“
Er grinst zahnreich. „Wie's aussieht, werden die also weiter unser Material kaufen. Und außerdem haben wir in den letzten zwei Wochen einige Anfragen potentieller Neukunden bekommen. Olli musste schon Überstunden schieben.“

„Hm“, macht Max verwirrt. „Wie kam das jetz'e eigentlich?“

„Schätze, durch den Gossip in der Branche.“

„Welcher Gossip?“
„Dass ein gewisser Großkunde und Distributor mit Reklamationen bescheißen wollte.“
Er hebt den Kopf und sieht Flo an: „Hattest du dem Gerhardt nich' versprochen, dass niemand was erfährt?“

„Das war, bevor er jemanden dafür gefeuert hat, dass der einfach nur seinen Job gemacht hat.“ Flo zuckt mit den Schultern und rollt dann leicht grinsend mit den Augen, als er Max' Blick auf sich spürt.
„Hey, du hast mir und meinen Leuten echt geholfen, hast dich reingehängt und zufällig mag ick dich. Ein bisschen Rache an dem Vollpfosten musste drin sein.“
Max legt den Kopf wieder ab. Ihm wird kurz angenehm warm in der Brust, genau an der Stelle, an der neulich wegen Flo sein Herz weggeschmolzen ist.

„Aber ick weeß nich'“, murmelt er, dann schluckt er und muss seine Worte kurz sortieren, bevor er weiterspricht. „Gesetzt dem Fall, ihr wollt mich...und ich könnte bei euch anfangen – was is' dann mit uns?“

„Wie, uns?“
„Na, dir und mir. Meinst du, dit is' so gut? Oder...“ Er schluckt erneut und versucht, sich an dem warmen Gefühl festzuhalten. „Oder is' das hier nur temporär?“
„Frodo.“ Flo knufft ihn in die Seite, bevor er sich neben ihm auf den Ellenbogen stützt, damit er ihn halb amüsiert, halb konsterniert angucken kann. „Ganz ehrlich, ick halte jede Beziehung auf diesem Planeten für temporär. Aber wenn du's genau wissen willst – ich hätte nüscht dagegen, wenn temporär bei uns so lang wie möglich wär'.“

Max blinzelt ihn an. Es dauert kurz, bis er die Botschaft verarbeitet hat. Er spürt, wie sich seine Mundwinkel auseinanderziehen. Ja gut, vielleicht grinst er etwas dümmlich.

„Aber wenn wir zusammen sind und wenn wir zusammen arbeiten...“, wirft er abermals ein.

„Mach dir darum mal keine Sorgen.“ Flo winkt ab. „Ich bin die Hälfte der Zeit doch eh draußen und starre auf Böden. Und du wärst in der Logistik. Hast du nich' gesagt, du vermisst das Lager am meisten?“

„Ja schon.“

„Na siehste. Also, alles keen Problem.“
Max denkt an Dombrowski, an dessen und Flos Chef und die anderen ein-zwei Kollegen, die er vom Supplier kennengelernt hat. Allesamt nette, fähige Leute. Vielleicht gehört er ja wirklich dorthin. Es wäre einen Versuch wert.
Und trotzdem wird er ein paar Menschen vom letzten Job vermissen. Hopfe und Atze und Aule und ihren bekloppten Karpfenkalender zum Beispiel.

„Okay“, sagt er. „Ich meld mich morgen bei deinem Chef.“
Flo grinst ihn hinreißend an. „Sehr gut!“, verkündet er. „Ich hab einigen im Lager schon erzählt, dass sie eventuell bald einen Hobbit dazubekommen.“

Dann greift er sein Handy vom Nachttisch und öffnet die App für den Lieferdienst.

ENDE

Date: 2020-07-27 11:50 am (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Awwww!
Das war alles ganz herzallerliebst. (Und der Anfang auch ganz schön heiß!)
„Ganz ehrlich, ick halte jede Beziehung auf diesem Planeten für temporär. Aber wenn du's genau wissen willst – ich hätte nüscht dagegen, wenn temporär bei uns so lang wie möglich wär'.“ Das ist ja schon fast ein Antrag! :D
Und Flo hat Frodo gerächt, ganz recht so!
Und dann der Karpfenkalender nochmal... ach, es ist doch eine echte Goldgrube! :D

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios