Orte: Tankstelle
Jul. 19th, 2020 08:28 pmChallenge: Orte: Tankstelle
Zuordnung: Fürs Team, Päckchen 3.
Team: Pluto
Fandom: Wolfs Horst und Horst sein Wolf
Charaktere: Horst (ein Biker), Wolfgang (ein Spießer)
Anmerkung: Die Actionszene wollte nicht und weil heute ein schwüler Sonntag ist, hab ich sie auch nicht gezwungen. Vielleicht hole ich sie noch nach. Bis dahin ist das hier die Fortsetzung zu Verkuppelt.
„KfZ Wimmer! Genial! Du musst mir irgendwann verraten, warum du deren Hinterhof so gut kennst.“
Wolfgang hörte ihn kaum, so laut rauschte ihm das Blut in den Ohren. Er kämpfte sich aus dem Motorradhelm, um wieder zu Atem zu kommen. Was, fragte er sich, was hatte er gerade getan, wie viele Straftatbestände erfüllte es, und vor allem: wie hoch waren seine Überlebenschancen, wenn Horst morgen früh aus dem Suff erwachte und sich von einem viel zu anhänglichen Betrunkenen zurück in einen gestandenen Biker verwandelte?
Watch me EXPLODE!
Er schluckte. Wie gefährlich wäre es, so im Vergleich, wenn er sich zur Sicherheit das Küchenmesser neben sein Kopfkissen legte?
„Ehrlich, mir ist ja kurz das Herz stehengeblieben, als du zur Tanke rauf- und dann nicht wieder runtergefahren bist“, griente es viel zu nah an seiner linken Wange.
„Ach, dir ist das Herz stehengeblieben?“, zischelte Wolfgang.
„Na sicher, ich konnt‘ ja nicht wissen, dass es hinter dem Parkplatz noch weitergeht.“
In aller Unschuld, dachte Wolfgang seufzend, während er den Helm behutsam aufs Sideboard legte und das Gewicht auf seinen Schultern neu ausbalancierte. Die Messerfrage würde warten müssen, bis er nicht mehr alle Hände voll mit Horst hatte. Ebenso der Schlag gegen die eigene Stirn. Oder zehn, zwanzig davon.
Mit zusammengebissenen Zähnen bugsierte er seine Last Richtung Sofa. Sie folgte bereitwillig und erhob auch keine Einwände, als er sie fallenließ.
„Schuhe aus.“
„Auf eigene Gefahr“, warnte Horst. „Ich trag die schon den ganzen Tag.“
„Was du nicht sagst. Jacke.“
Er nahm das nagelneue Kunstleder und den dazu passenden Käse entgegen und stellte sie in sicherem Abstand von Gabor und Gore-Tex unter Quarantäne. Es hätte seine Wut befeuern sollen, dass die Jacke (Echtleder) natürlich keine Lasche mehr zum Aufhängen hatte. Stattdessen hatten seine Finger auf wundersame Weise das Zittern eingestellt, als sie den Wohnzimmerlichtschalter fanden.
„Dein Taxifahrer kann uns anzeigen“, erörterte er dem nach feuchtem Rauch stinkenden Bündel auf seiner Couch. „Wir müssen den bezahlen.“
Horst ließ sich und sein schiefes Lächeln in die Sofalehne fallen.
„Bisschen spät, oder?“
Da musste Wolfgang ihm leider rechtgeben.
„Wir hätten das an Ort und Stelle klären sollen. Das wäre unangenehm, aber deutlich weniger wahnsinnig gewesen.“
„Warum hast du dann aufs Gas gedrückt?“
„Weil-“
Er hat „Tucke“ zu dir gesagt.
Watch me EXPLODE!
„Moment, warum bin ich jetzt der Schuldige? Das alles wäre nie passiert, wenn du nicht aus dem Taxi gesprungen wärst!“
Horsts Antwort bestand in einem unterdrückten Rülpsen.
„Tschulligung“, schickte er hinterher und hielt sich eilig die Faust vor den Mund.
Wolfgang sah ihm dabei zu und ließ sich, müde Schulter voran, gegen den Türrahmen sinken.
„Bist du eigentlich von Haus aus lebensmüde, oder macht das der Alkohol?“, grollte er etwas leiser.
„Puuh, keine Ahnung, frag mich das morgen nochmal, wenn Sabine mit der Hochzeit durch ist, okay? Dann kann ich das in Ruhe durchdenken.“
Die Schwerkraft zog an Horst. Wolfgang verschränkte die Arme fester, damit sie ihr nicht ebenso zum Opfer fielen.
„Schön. Morgen dann. Ich geh dir ne Zahnbürste suchen. Tu mir einen Gefallen und rutsch in der Zwischenzeit rüber. Du bist schwer und du sitzt über der Gästebettwäsche.“
„Oh, … okay.“
„Was.“
Wollte er sich jetzt etwa darüber beschweren, dass Wolfgang selbst ihn dort abgesetzt –
„Ach, weiß auch nicht, irgendwie hatte ich gehofft, ich kann bei dir schlafen.“
Wolfgang erstarrte.
„Bei mir. Im Schlafzimmer.“
„Ja – also – nee, alles klar, sorry.“
„Ich bin schwul, Horst.“
„Ja, eben. Aber Sofa ist auch cool, war ja eh der Plan. Also nicht deins, sondern das in Porz, aber… ich meine, danke, dass ich hier schlafen darf. Das wollt' ich sagen.“
Horst… stammelte.
Wolfgang dachte an die Lederjacke an der Garderobe und das Motorrad in seiner Tiefgarage und an Koriander und Salzkartoffeln. Ihm wurde ein bisschen schwindelig. Die große Uhr im Flur tickte, während er sich langsam vom Türrahmen abdrückte, um sich wieder ins Lot zu bringen.
„Zahnbürste“, erinnerte er sich.
„Äh, … Sessel?“, antwortete Horst und machte sich auf den Weg.
Zuordnung: Fürs Team, Päckchen 3.
Team: Pluto
Fandom: Wolfs Horst und Horst sein Wolf
Charaktere: Horst (ein Biker), Wolfgang (ein Spießer)
Anmerkung: Die Actionszene wollte nicht und weil heute ein schwüler Sonntag ist, hab ich sie auch nicht gezwungen. Vielleicht hole ich sie noch nach. Bis dahin ist das hier die Fortsetzung zu Verkuppelt.
„KfZ Wimmer! Genial! Du musst mir irgendwann verraten, warum du deren Hinterhof so gut kennst.“
Wolfgang hörte ihn kaum, so laut rauschte ihm das Blut in den Ohren. Er kämpfte sich aus dem Motorradhelm, um wieder zu Atem zu kommen. Was, fragte er sich, was hatte er gerade getan, wie viele Straftatbestände erfüllte es, und vor allem: wie hoch waren seine Überlebenschancen, wenn Horst morgen früh aus dem Suff erwachte und sich von einem viel zu anhänglichen Betrunkenen zurück in einen gestandenen Biker verwandelte?
Watch me EXPLODE!
Er schluckte. Wie gefährlich wäre es, so im Vergleich, wenn er sich zur Sicherheit das Küchenmesser neben sein Kopfkissen legte?
„Ehrlich, mir ist ja kurz das Herz stehengeblieben, als du zur Tanke rauf- und dann nicht wieder runtergefahren bist“, griente es viel zu nah an seiner linken Wange.
„Ach, dir ist das Herz stehengeblieben?“, zischelte Wolfgang.
„Na sicher, ich konnt‘ ja nicht wissen, dass es hinter dem Parkplatz noch weitergeht.“
In aller Unschuld, dachte Wolfgang seufzend, während er den Helm behutsam aufs Sideboard legte und das Gewicht auf seinen Schultern neu ausbalancierte. Die Messerfrage würde warten müssen, bis er nicht mehr alle Hände voll mit Horst hatte. Ebenso der Schlag gegen die eigene Stirn. Oder zehn, zwanzig davon.
Mit zusammengebissenen Zähnen bugsierte er seine Last Richtung Sofa. Sie folgte bereitwillig und erhob auch keine Einwände, als er sie fallenließ.
„Schuhe aus.“
„Auf eigene Gefahr“, warnte Horst. „Ich trag die schon den ganzen Tag.“
„Was du nicht sagst. Jacke.“
Er nahm das nagelneue Kunstleder und den dazu passenden Käse entgegen und stellte sie in sicherem Abstand von Gabor und Gore-Tex unter Quarantäne. Es hätte seine Wut befeuern sollen, dass die Jacke (Echtleder) natürlich keine Lasche mehr zum Aufhängen hatte. Stattdessen hatten seine Finger auf wundersame Weise das Zittern eingestellt, als sie den Wohnzimmerlichtschalter fanden.
„Dein Taxifahrer kann uns anzeigen“, erörterte er dem nach feuchtem Rauch stinkenden Bündel auf seiner Couch. „Wir müssen den bezahlen.“
Horst ließ sich und sein schiefes Lächeln in die Sofalehne fallen.
„Bisschen spät, oder?“
Da musste Wolfgang ihm leider rechtgeben.
„Wir hätten das an Ort und Stelle klären sollen. Das wäre unangenehm, aber deutlich weniger wahnsinnig gewesen.“
„Warum hast du dann aufs Gas gedrückt?“
„Weil-“
Er hat „Tucke“ zu dir gesagt.
Watch me EXPLODE!
„Moment, warum bin ich jetzt der Schuldige? Das alles wäre nie passiert, wenn du nicht aus dem Taxi gesprungen wärst!“
Horsts Antwort bestand in einem unterdrückten Rülpsen.
„Tschulligung“, schickte er hinterher und hielt sich eilig die Faust vor den Mund.
Wolfgang sah ihm dabei zu und ließ sich, müde Schulter voran, gegen den Türrahmen sinken.
„Bist du eigentlich von Haus aus lebensmüde, oder macht das der Alkohol?“, grollte er etwas leiser.
„Puuh, keine Ahnung, frag mich das morgen nochmal, wenn Sabine mit der Hochzeit durch ist, okay? Dann kann ich das in Ruhe durchdenken.“
Die Schwerkraft zog an Horst. Wolfgang verschränkte die Arme fester, damit sie ihr nicht ebenso zum Opfer fielen.
„Schön. Morgen dann. Ich geh dir ne Zahnbürste suchen. Tu mir einen Gefallen und rutsch in der Zwischenzeit rüber. Du bist schwer und du sitzt über der Gästebettwäsche.“
„Oh, … okay.“
„Was.“
Wollte er sich jetzt etwa darüber beschweren, dass Wolfgang selbst ihn dort abgesetzt –
„Ach, weiß auch nicht, irgendwie hatte ich gehofft, ich kann bei dir schlafen.“
Wolfgang erstarrte.
„Bei mir. Im Schlafzimmer.“
„Ja – also – nee, alles klar, sorry.“
„Ich bin schwul, Horst.“
„Ja, eben. Aber Sofa ist auch cool, war ja eh der Plan. Also nicht deins, sondern das in Porz, aber… ich meine, danke, dass ich hier schlafen darf. Das wollt' ich sagen.“
Horst… stammelte.
Wolfgang dachte an die Lederjacke an der Garderobe und das Motorrad in seiner Tiefgarage und an Koriander und Salzkartoffeln. Ihm wurde ein bisschen schwindelig. Die große Uhr im Flur tickte, während er sich langsam vom Türrahmen abdrückte, um sich wieder ins Lot zu bringen.
„Zahnbürste“, erinnerte er sich.
„Äh, … Sessel?“, antwortete Horst und machte sich auf den Weg.
no subject
Date: 2020-07-21 02:03 pm (UTC)Wie benebelt muss der sei, dass er sich schon nach einem Abend neben seinen neuen Freund legen will? Und wie traurig ist es, dass Wolfgangs Begründung, warum Horst auf der Couch schlafen sollte, seine Sexualität ist? ;_;
no subject
Date: 2020-07-21 03:21 pm (UTC)Wolfgang dagegen hat mir auch ein bisschen wehgetan. Aber ein Steckbrief ist ein Versprechen. Wenn ich Spießer sage, muss ich auch muffige Schubladen sagen, egal wie sehr ich den Mann packen und schütteln möchte. Geschüttelt wird aber noch. Auch das ist ein Versprechen. Nhihihi!