Hunderte Augen
Jul. 19th, 2020 08:23 pmTeam: Metaphermorphose
Challenge: Crack/Humor: Joker (Angst vor Clowns/Puppen vom 25.10.2019) - (Päckchen 8)
Fandom: Youtuber (Berliner Cluster)
Wörter: ~1300
Pairing/Personen: Frodo/Flo, die Unbekannte mit schönen Augenbrauen, Olli und Frodos Chef
Anmerkung: Neue Reklamation. Frodo ist fest entschlossen, die Wahrheit herauszufinden. Flo fühlt sich derweil beobachtet. Fortsetzung von Santiago und Peralta
Er wird Flo nach eineinhalb Wochen wiedersehen. Das ist ihm klar, als die nächste Reklamation reinflattert.
Dieses Mal in einem Einfamilienhaus, doch mit dem selbem Problem.
Max verbeißt sich in diese Sache, sobald er von ihr hört. Alles ist etwas einfacher, wenn der Claim „live“ bearbeitet wird. Er reißt Stefan den Fall sprichwörtlich aus der Hand und fragt den Kunden sofort nach allen möglichen Dokumenten, nach der Verlegefirma, nach Kontaktpersonen.
Stefan beschwert sich nicht. Letztlich interessieren ihn nur Verkäufe.
Max schreibt Flo eine offizielle Email mit ihren Chefs und Dombrowski in Kopie.
Danach sitzt er minutenlang an seinem Handy mit Flos Privatkontakt in Whatsapp und tippt und löscht abwechselnd fünf Mal die Nachricht: Überraschung! Bald sehen wir uns wieder!
So richtig kapiert er das selbst nicht. Sie hatten ihre geheime Mission mit der Zeugenbefragung, mit einem anschließenden Essen und danach einer halben Stunde, die sie danach küssend und fummelnd in seinem Auto verbracht haben.
Aber das muss ja nichts heißen, oder?
Er schreckt aus seinen Gedanken, als das Telefon in seinen Händen vibriert. Im Gegensatz zu ihm hat Flo nicht lange gefackelt.
Lass mich raten, schreibt er. Dieselbe Verlegefirma?
Max schmunzelt.
Dingdingding, tippt er als Antwort.
Sein Geschäftspartner schickt daraufhin eine Flut an Emojis, die irgendwie nicht zusammengehören und nach einem Bild-Keysmash aussehen.
Beim Zulieferer schärft man daraufhin die Krallen. Flo schickt eine E-Mail mit Dombrowski und seinem Geschäftsführer in Kopie, in welcher er darauf besteht, dass die Verantwortlichen der Verlegefirma mit zur Besichtigung kommen mögen.
Und obwohl es nur eine kleine E-Mail ist – ein freundlicher, doch bissiger Zweizeiler – schlägt sie ein wie eine Bombe.
„Krüger!“
Herr Gerhardt donnert die Tür zu Max' Büro auf. Vermutlich wird die Klinke eine Kuhle in der Wand hinterlassen.
„Woher weiß der Mundt den Namen der Verleger?!“
Max schluckt unwillkürlich.
„Der ist doch kein Geheimnis“, sagt er.
„Sie teilen also fröhlich sämtliche Infos mit dem Zulieferer!“
„Warum denn nich'?“
Dinge, die Null Sinn ergeben, auf die aber dennoch bestanden wird, hat Max noch nie gut vertragen. Tief in seinem Inneren hegt er die Befürchtung, dass er wegen Rebellionen wie dieser irgendwann mal rausfliegt.
„Sie wollten die Reklamation geklärt haben“, fügt er hastig hinzu. „Ich ging davon aus, das geht schneller, wenn wir zusammenarbeiten!“
Sein Chef sieht ihn schnaufend an. Seine Wangen sind hochrot. Doch er behält die Schimpftiraden, die sich in ihm offensichtlich gerade aufstauen, zurück, dreht sich einfach um und stampft wieder aus dem Raum.
Flo jedenfalls bekommt, was er möchte. Warum auch nicht, denkt Max, als zum Termin erscheint. Es ist Flo.
Wieder versammeln sie sich in einem Raum. Wieder starren sie alle gemeinsam auf den Bodenbelag.
Dieses Mal sind allerdings zwei Dinge anders. Erstens: Das Zimmer befindet sich nicht im Keller, sondern im ersten Stock. Es ist jedoch trotzdem ein Hobbyraum, in dem Regale voller Puppen stehen. Ja. Puppen. Mit diesen Augen, die sich schließen, wenn man sie auf den Rücken legt, mit bunten Kleidchen mit Spitze,lachenden, starren Mündern und eingestaubtem Lockenhaar. Hunderte Augen betrachten ihre Besucher.
Zweitens: Dieses Mal sind sie nicht nur Männer, die auf Böden starren. Die kühle Frau vom Verleger ist ebenfalls mit dabei. Weil Flo bekommen hat, was er wollte.
Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt. Dombrowski, den Flo als Verstärkung mitgebracht hat, versucht sich an Smalltalk und ein-zwei netten Sprüchen. Doch sie gehen unter zwischen argwöhnischen Blicken und schlechter Laune, die Herr Gerhardt sehr geradeheraus verströmt.
Die Frau von neulich bekommt endlich einen Namen. Sie stellt sich Max, Flo und den anderen per Händedruck als Helene Schneider vor, wobei sie keinerlei Anstalten macht, auch nur anzudeuten, dass sie zwei Menschen aus dieser Runde erst vor kurzem gesehen hat. Flo wirft Max einen Blick mit erhobener Augenbraue zu.
Anschließend schreitet er zur Tat, macht Fotos, bückt sich über den schief verlegten Boden – wobei sein wunderschöner Hinter perfekt zur Geltung kommt, wenn man wie Max in einem optimalen Winkel hinter ihm steht – erhebt sich dann wieder und spricht die magischen Worte, die inzwischen jeder hier kommen sieht: „Sieht für mich ganz klar nach 'nem Verlegefehler aus.“
Herr Gerhardt presst den Mund zusammen, dass über seiner Oberlippe jede Menge Falten entstehen.
„Sind Sie sich ganz sicher?“
„Bin ich. Schreibe ich Ihnen auch natürlich entsprechend in den Bericht.“ Flo räuspert sich und schaut verstohlen über seine Schulter zu den Regalen. Oh wow, denkt Max. Hat dieser Typ etwa Angst vor Puppen?
„Frau Schneider“, schnarrt Max' Chef. „Würden Sie diese Meinung teilen?“
Die Frau steht mit verschränkten Armen und guckt, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. Ihre perfekten Augenbrauen sind tief gesenkt.
„Wir schulen alle unsere Mitarbeiter angemessen für die Arbeiten, die sie verrichten“, sagt sie. Aus ihrer Stimme klingt gedämpfter Zorn „Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass hier streng nach Installationsanleitung vorgegangen wurde.“
„Achja?“, erwidert Flo schneidend. „Unsere Installationsanleitung sagt aber nich', dass man millimetergroße Fugen übrig lassen soll.Ich kann mich auch nich' daran erinnern, dass sich der Boden hinterher wie ein halbes Gebirge wellen soll.“
Sie sieht ihn an, sagt jedoch nichts zu ihm, sondern wendet sich an Herrn Gerhardt;
„Ich empfehle Ihnen dringend, sich einen unabhängigen Gutachter zu holen.“ Es wirkt, als würde sie diese Worte tief aus ihrem Inneren würgen. „Mehr habe ich dazu nicht zu sagen!“
Herr Gerhardt lässt seinen Blick kurz auf ihr liegen und für einen Moment sieht er so eklig gönnerhaft aus, dass Max ein Schauer über den Rücken läuft.
Dann fällt hinter ihnen eine Puppe aus dem Regal und macht dabei mit ihrer eingebauten alten Puppenstimme ein jaulendes Geräusch.
Flo springt quietschend einen Schritt zur Seite.
Die anderen sind bereits draußen im Vorgarten und diskutieren lebhaft.
Max jedoch hat seinen inneren Jake Peralta angeschaltet und tut etwas, was vermutlich jeder gute Detektiv machen würde: Er steht vor dem Badezimmer des Kunden und wartet darauf, dass Frau Schneider darin fertig wird.
Wenn man schon zufällig mitbekommt, dass sie fragt, ob sie die Toilette benutzen darf, muss man die Gunst der Stunde nutzen.
Als die Tür sich öffnet und die Frau ihn sieht, rollt sie mit den Augen.
„Ich weiß!“, sagt er schnell. „Ich will gar nich' so penetrant sein, wirklich!“
„Dann tun Sie's nich'“, gibt sie zurück.
„Es is' nur so: Irgendwas stimmt doch hier nich', oder?“
Ja gut, direkt mit der Sache rauszuplatzen war jetzt nicht so seine Strategie, doch nun hat er die Worte schon gesagt.
Sie schaut ihn stumm für einen Moment an.
„Ich meine...Versteh'n Sie mich bitte nich' falsch, aber: Jeder sieht, dass das da oben ein Verlegefehler is'. Das is'... als hätte jemand mit Absicht nich' die Paneele anständig miteinander verklickt. Das wird Ihnen auch ein unabhängiger Gutachter sagen! Wir können diesen Fehler nich' unserem Supplier in die Schuhe schieben!“
Frau Schneider richtet den Kragen ihre Jacketts, von dem man merkt, dass sie es nicht gerne trägt und schaut Max dann mit einem Ausdruck an, als würde sie ihm sehr gerne die Augen auskratzen.
„Jetzt passen Sie mal auf, Sie zu kurz geratener Möchtegerndetektiv!“, sagt sie eisig. „Ich gebe Ihnen Brief und Siegel darauf, dass es nicht unsere Schuld ist!“
Max ignoriert die Beleidigung. Wenn es bedeutet, dass er diese Person zum Überkochen und damit zum Reden bringt, nimmt er die gern in Kauf.
„Ja, und ich sage Ihnen, die Schuld vom Supplier isses ooch nich'!“
„Dann sollten Sie sich vielleicht mal ausrechnen, wer da übrig bleibt!“, erwidert sie pointiert.
Max macht den Mund auf, hebt den Zeigefinger – und kann nichts sagen. Er hat mit sämtlichen Antworten gerechnet – damit aber nicht.
Helene Schneider kümmert es nicht. Ohne ihn weiter zu beachten marschiert sie aus dem Haus.
Challenge: Crack/Humor: Joker (Angst vor Clowns/Puppen vom 25.10.2019) - (Päckchen 8)
Fandom: Youtuber (Berliner Cluster)
Wörter: ~1300
Pairing/Personen: Frodo/Flo, die Unbekannte mit schönen Augenbrauen, Olli und Frodos Chef
Anmerkung: Neue Reklamation. Frodo ist fest entschlossen, die Wahrheit herauszufinden. Flo fühlt sich derweil beobachtet. Fortsetzung von Santiago und Peralta
Er wird Flo nach eineinhalb Wochen wiedersehen. Das ist ihm klar, als die nächste Reklamation reinflattert.
Dieses Mal in einem Einfamilienhaus, doch mit dem selbem Problem.
Max verbeißt sich in diese Sache, sobald er von ihr hört. Alles ist etwas einfacher, wenn der Claim „live“ bearbeitet wird. Er reißt Stefan den Fall sprichwörtlich aus der Hand und fragt den Kunden sofort nach allen möglichen Dokumenten, nach der Verlegefirma, nach Kontaktpersonen.
Stefan beschwert sich nicht. Letztlich interessieren ihn nur Verkäufe.
Max schreibt Flo eine offizielle Email mit ihren Chefs und Dombrowski in Kopie.
Danach sitzt er minutenlang an seinem Handy mit Flos Privatkontakt in Whatsapp und tippt und löscht abwechselnd fünf Mal die Nachricht: Überraschung! Bald sehen wir uns wieder!
So richtig kapiert er das selbst nicht. Sie hatten ihre geheime Mission mit der Zeugenbefragung, mit einem anschließenden Essen und danach einer halben Stunde, die sie danach küssend und fummelnd in seinem Auto verbracht haben.
Aber das muss ja nichts heißen, oder?
Er schreckt aus seinen Gedanken, als das Telefon in seinen Händen vibriert. Im Gegensatz zu ihm hat Flo nicht lange gefackelt.
Lass mich raten, schreibt er. Dieselbe Verlegefirma?
Max schmunzelt.
Dingdingding, tippt er als Antwort.
Sein Geschäftspartner schickt daraufhin eine Flut an Emojis, die irgendwie nicht zusammengehören und nach einem Bild-Keysmash aussehen.
Beim Zulieferer schärft man daraufhin die Krallen. Flo schickt eine E-Mail mit Dombrowski und seinem Geschäftsführer in Kopie, in welcher er darauf besteht, dass die Verantwortlichen der Verlegefirma mit zur Besichtigung kommen mögen.
Und obwohl es nur eine kleine E-Mail ist – ein freundlicher, doch bissiger Zweizeiler – schlägt sie ein wie eine Bombe.
„Krüger!“
Herr Gerhardt donnert die Tür zu Max' Büro auf. Vermutlich wird die Klinke eine Kuhle in der Wand hinterlassen.
„Woher weiß der Mundt den Namen der Verleger?!“
Max schluckt unwillkürlich.
„Der ist doch kein Geheimnis“, sagt er.
„Sie teilen also fröhlich sämtliche Infos mit dem Zulieferer!“
„Warum denn nich'?“
Dinge, die Null Sinn ergeben, auf die aber dennoch bestanden wird, hat Max noch nie gut vertragen. Tief in seinem Inneren hegt er die Befürchtung, dass er wegen Rebellionen wie dieser irgendwann mal rausfliegt.
„Sie wollten die Reklamation geklärt haben“, fügt er hastig hinzu. „Ich ging davon aus, das geht schneller, wenn wir zusammenarbeiten!“
Sein Chef sieht ihn schnaufend an. Seine Wangen sind hochrot. Doch er behält die Schimpftiraden, die sich in ihm offensichtlich gerade aufstauen, zurück, dreht sich einfach um und stampft wieder aus dem Raum.
Flo jedenfalls bekommt, was er möchte. Warum auch nicht, denkt Max, als zum Termin erscheint. Es ist Flo.
Wieder versammeln sie sich in einem Raum. Wieder starren sie alle gemeinsam auf den Bodenbelag.
Dieses Mal sind allerdings zwei Dinge anders. Erstens: Das Zimmer befindet sich nicht im Keller, sondern im ersten Stock. Es ist jedoch trotzdem ein Hobbyraum, in dem Regale voller Puppen stehen. Ja. Puppen. Mit diesen Augen, die sich schließen, wenn man sie auf den Rücken legt, mit bunten Kleidchen mit Spitze,lachenden, starren Mündern und eingestaubtem Lockenhaar. Hunderte Augen betrachten ihre Besucher.
Zweitens: Dieses Mal sind sie nicht nur Männer, die auf Böden starren. Die kühle Frau vom Verleger ist ebenfalls mit dabei. Weil Flo bekommen hat, was er wollte.
Die Stimmung ist zum Zerreißen gespannt. Dombrowski, den Flo als Verstärkung mitgebracht hat, versucht sich an Smalltalk und ein-zwei netten Sprüchen. Doch sie gehen unter zwischen argwöhnischen Blicken und schlechter Laune, die Herr Gerhardt sehr geradeheraus verströmt.
Die Frau von neulich bekommt endlich einen Namen. Sie stellt sich Max, Flo und den anderen per Händedruck als Helene Schneider vor, wobei sie keinerlei Anstalten macht, auch nur anzudeuten, dass sie zwei Menschen aus dieser Runde erst vor kurzem gesehen hat. Flo wirft Max einen Blick mit erhobener Augenbraue zu.
Anschließend schreitet er zur Tat, macht Fotos, bückt sich über den schief verlegten Boden – wobei sein wunderschöner Hinter perfekt zur Geltung kommt, wenn man wie Max in einem optimalen Winkel hinter ihm steht – erhebt sich dann wieder und spricht die magischen Worte, die inzwischen jeder hier kommen sieht: „Sieht für mich ganz klar nach 'nem Verlegefehler aus.“
Herr Gerhardt presst den Mund zusammen, dass über seiner Oberlippe jede Menge Falten entstehen.
„Sind Sie sich ganz sicher?“
„Bin ich. Schreibe ich Ihnen auch natürlich entsprechend in den Bericht.“ Flo räuspert sich und schaut verstohlen über seine Schulter zu den Regalen. Oh wow, denkt Max. Hat dieser Typ etwa Angst vor Puppen?
„Frau Schneider“, schnarrt Max' Chef. „Würden Sie diese Meinung teilen?“
Die Frau steht mit verschränkten Armen und guckt, als hätte sie in eine Zitrone gebissen. Ihre perfekten Augenbrauen sind tief gesenkt.
„Wir schulen alle unsere Mitarbeiter angemessen für die Arbeiten, die sie verrichten“, sagt sie. Aus ihrer Stimme klingt gedämpfter Zorn „Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass hier streng nach Installationsanleitung vorgegangen wurde.“
„Achja?“, erwidert Flo schneidend. „Unsere Installationsanleitung sagt aber nich', dass man millimetergroße Fugen übrig lassen soll.Ich kann mich auch nich' daran erinnern, dass sich der Boden hinterher wie ein halbes Gebirge wellen soll.“
Sie sieht ihn an, sagt jedoch nichts zu ihm, sondern wendet sich an Herrn Gerhardt;
„Ich empfehle Ihnen dringend, sich einen unabhängigen Gutachter zu holen.“ Es wirkt, als würde sie diese Worte tief aus ihrem Inneren würgen. „Mehr habe ich dazu nicht zu sagen!“
Herr Gerhardt lässt seinen Blick kurz auf ihr liegen und für einen Moment sieht er so eklig gönnerhaft aus, dass Max ein Schauer über den Rücken läuft.
Dann fällt hinter ihnen eine Puppe aus dem Regal und macht dabei mit ihrer eingebauten alten Puppenstimme ein jaulendes Geräusch.
Flo springt quietschend einen Schritt zur Seite.
Die anderen sind bereits draußen im Vorgarten und diskutieren lebhaft.
Max jedoch hat seinen inneren Jake Peralta angeschaltet und tut etwas, was vermutlich jeder gute Detektiv machen würde: Er steht vor dem Badezimmer des Kunden und wartet darauf, dass Frau Schneider darin fertig wird.
Wenn man schon zufällig mitbekommt, dass sie fragt, ob sie die Toilette benutzen darf, muss man die Gunst der Stunde nutzen.
Als die Tür sich öffnet und die Frau ihn sieht, rollt sie mit den Augen.
„Ich weiß!“, sagt er schnell. „Ich will gar nich' so penetrant sein, wirklich!“
„Dann tun Sie's nich'“, gibt sie zurück.
„Es is' nur so: Irgendwas stimmt doch hier nich', oder?“
Ja gut, direkt mit der Sache rauszuplatzen war jetzt nicht so seine Strategie, doch nun hat er die Worte schon gesagt.
Sie schaut ihn stumm für einen Moment an.
„Ich meine...Versteh'n Sie mich bitte nich' falsch, aber: Jeder sieht, dass das da oben ein Verlegefehler is'. Das is'... als hätte jemand mit Absicht nich' die Paneele anständig miteinander verklickt. Das wird Ihnen auch ein unabhängiger Gutachter sagen! Wir können diesen Fehler nich' unserem Supplier in die Schuhe schieben!“
Frau Schneider richtet den Kragen ihre Jacketts, von dem man merkt, dass sie es nicht gerne trägt und schaut Max dann mit einem Ausdruck an, als würde sie ihm sehr gerne die Augen auskratzen.
„Jetzt passen Sie mal auf, Sie zu kurz geratener Möchtegerndetektiv!“, sagt sie eisig. „Ich gebe Ihnen Brief und Siegel darauf, dass es nicht unsere Schuld ist!“
Max ignoriert die Beleidigung. Wenn es bedeutet, dass er diese Person zum Überkochen und damit zum Reden bringt, nimmt er die gern in Kauf.
„Ja, und ich sage Ihnen, die Schuld vom Supplier isses ooch nich'!“
„Dann sollten Sie sich vielleicht mal ausrechnen, wer da übrig bleibt!“, erwidert sie pointiert.
Max macht den Mund auf, hebt den Zeigefinger – und kann nichts sagen. Er hat mit sämtlichen Antworten gerechnet – damit aber nicht.
Helene Schneider kümmert es nicht. Ohne ihn weiter zu beachten marschiert sie aus dem Haus.
no subject
Date: 2020-07-20 11:47 am (UTC)(Außerdem fehlt mir hier definitiv die traute Max-Flo-Zweisamkeit, die wir in den den letzten Teilen genießen durften. :D)
no subject
Date: 2020-07-21 01:57 pm (UTC)no subject
Date: 2020-07-21 11:09 am (UTC)Schön. *__*
Und der Plot verdichtet sich. In der Tat, was könnte er davon haben (aus dem Vertrag rauskommen)?
Und müssen geheime Missionen, Essen und Rumfummeln wirklich nichts heißen?
...Wie gut, dass a) schon der nächste Teil gepostet ist und b) mich niemand daran hindern kann meine Mittagspause etwas länger zu machen. ;)
no subject
Date: 2020-07-21 01:53 pm (UTC)Stimmt, durch die beiden Posts habe ich die Spannung etwas rausgekommen. XD Aber ich wollte mit dem Posten dann auch nicht warten.