[identity profile] tsutsumi.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Metaphermorphose
Challenge: Crack/Humor: Opfer bringen (Päckchen 8)
Fandom: Youtuber (Berliner Cluster)
Wörter: ~1400
Pairing/Personen: Frodo/Flo, eine Unbekannte mit schönen Augenbrauen
Anmerkung: Die beiden Bodenbelagdetektive befragen ihre erste Zeugin. Frodo ist der König der Klischeesprüche. Fortsetzung von Fortschritte


„Okay“, sagt Max, als er auf dem Parkplatz der Verlegefirma den Motor seines Autos abstellt und seine Schultern lockert, als würde er gleich in einen Boxring steigen.
„Bevor wir reingehen: Wer von uns is' der Good Cop und wer is' der Bad Cop?“
Flo, der gerade dabei war, sich abzuschnallen, wendet sich ihm zu und verzieht übertrieben das Gesicht: „Wat?“

„Hast du keene Ahnung, was Good Cop und Bad Cop is'?“

„Natürlich weiß ich, was das is'. Lass mich meine Frage umformulieren: Warum??“
„Naja. Ich dachte, das hilft vielleicht.“

„Frodo, hier geht’s um Business und nich' darum, 'nen Mord in Brooklyn 99 aufzuklär'n.“

„Hm“, macht Max und schnallt sich zögernd selbst ab. „Aber wenn es das wäre, wer wäre dann von uns Jake Peralta und wer wäre Amy Santiago?“

Man kann Flo praktisch ansehen, wie gerne er in diese Diskussion einsteigen würde. Max hat seinen inneren Nerd am Angelhaken.
„Wir diskutieren das später“, zwingt Flo sich aber zu sagen. „Erstmal die Arbeit. Und zwar nich' als Cops, sondern als Techniker und Einkäufer.“ Beim letzten Wort tippt er sanft gegen Max' Brust.

„Lame, aber von mir aus“, murrt Max.

Zugegeben, er fühlt sich ein bisschen high nach den Entwicklungen der letzten Stunden. Erst der Durchbruch bei den Reklamationen, dann der unerwartete Business Trip und anschließend die Knutscherei in Flos Büro.
Es macht ihn geradezu euphorisch, wie wenig sich seine Angst, dass es zwischen ihm und Flo nun fürchterlich unangenehm und awkward sein könnte, bewahrheitet. Im Gegenteil: Seit der kurzen Session vorhin fühlt es sich an, als hätten sie sich an einer unsichtbaren Stelle verbunden, als wären sie aneinander angedockt und hätten sich synchronisiert.

Das vergrößert die Lust nur noch mehr, auch an einer anderen, sehr sichtbaren Stelle anzudocken. Höhö.
Er zwingt sich dazu, ein bisschen von seiner Euphorie runterzukommen, steigt aus und verschließt das Auto.
Am Empfang von Boden Waiss steht ein junger Typ mit Wuschelhaaren und einem Bart, der aussieht wie angeklebt. Max überlässt Flo das Reden, was eigentlich nur daraus besteht, dass dieser nach jemand Verantwortlichen für extern bestellte Verlegearbeiten fragt. Der junge Typ nickt und greift zum Telefon;
„Da sind zwei Herren, die fragen, ob sie dich spontan sprechen können. Sie sind von...“ Er zögert und sieht fragend hoch. Flo nennt den Namen seiner und von Max' Firma und der Mann wiederholt beide.
Was dann geschieht, erscheint Max merkwürdig. Irgendetwas scheint die Reaktion des Rezeptionisten zu verzögern. Er schlägt die Wimpern nieder und wieder hoch, ehe er sich zurück an Flo wendet;
„Es ist gerade leider etwas ungünstig.“

„Oh, wir brauchen wirklich nich' lange!“, erwidert Flo schnell und wirft seinen gesamten Ich bin der smarte Geschäftspartner-Charme in die Waagschale.
„Fünf Minuten, dann sind wir wieder weg, versprochen!“

Der junge Rezeptionist sieht ihn an und man kann genau erkennen, dass er kurz nicht weiß, wie er reagieren soll. Er entschließt sich dazu, Flos Worte zu wiederholen und legt dann nach einer kurzen Pause auf, um seine Gäste einen Gang hinunterzuschicken.

Max klopft an die Tür und öffnet sie vorsichtig.
Was witzig ist, ist die Tatsache, dass er heute schon zum zweiten Mal in ein schuhkartongroßes Büro stolpert. Womit er aber nicht rechnet, ist die Frau mit den rotesten Haaren, die er seit langem gesehen hat und einem scharfen Blick unter perfekt geformten Augenbrauen.
Er bemerkt, wie Flo neben ihm kurz erstarrt, als er sie sieht und seine ganze Haltung mit einem Mal in sich zusammenzufallen droht. Nur im letzten Moment kann er die zurückgezogenen Schultern retten und presst kurz die Lippen aufeinander. Anscheinend hatte er sich irgendeine von Kumpel zu Kumpel-Rede zurechtgelegt.

„Hallochen“, probiert Max und tritt heran, streckt die Hand zum Schütteln aus und muss eine Sekunde der Awkwardness über sich ergehen lassen, weil sie nicht darauf eingeht. Er stellt sich und Flo vor.
„Ich weiß“, sagt die Frau kühl. „Das hat mir Robin eben schon am Telefon gesagt.“ Auf dem Schreibtisch steht eines dieser ulkigen Namensschildchen, auf dem er nun lesen könnte, wie sie heißt. Allerdings hat sie das Schild umgedreht.
Sie weist halbherzig auf zwei Stühle auf der anderen Seite ihres Schreibtisches; „Setzen Sie sich. Wie kann man Ihnen weiterhelfen?“
Straight to business. Alles klar, damit kann Max arbeiten. Er beginnt, die Reklamationen mit den Verlegefehlern zu schildern, nennt die Orte und die Namen seiner Kunden. Jetzt, wo sie ihn genauestens mit ihrem Blick fixiert, wünscht er sich, besser vorbereitet gekommen zu sein. Bilder und Bestellbestätigungen hätten sicher nicht geschadet. Flo sitzt neben ihm, nickt an den richtigen Stellen und hibbelt mit einem seiner Knie.

Als Max fertig ist, betrachtet ihn sein Gegenüber so langsam von oben nach unten und wieder zurück, dass er sich fragt, ob sie einen Laserblick hat. Hoffentlich nicht, denkt er. Er hat heute Morgen keine besonders schöne Unterhose angezogen.

„Nur, dass ich das richtig verstehe“, setzt sie an und senkt ihre wunderschönen Augenbrauen; „Sie beide untersuchen diese Reklamationen?“

Aus ihrem Mund klingt es wie das Sonderbarste dieser Welt.

Max und Flo sehen sich kurz konfus an.

„Ähm... ja?“, sagt Flo. „Wir... naja, wir haben den Eindruck, dass es da vielleicht eine Schwierigkeit gab mit Ihren Verlegern. Unser Material wurde nicht geclaimt von Kunden, die selbst verlegt haben.“
Ihre Augenbrauen schießen nun in die Höhe. Für einen kurzen Moment sieht sie ihre Gäste an und über ihr Gesicht flackert ein Ausdruck von Ach so.
„Oh“, gibt sie von sich. „Sie haben also keine Ahnung.“
„Ja, natürlich nicht“, sagt Max. „Deswegen sind wir ja hier!“

Ein Sekunde der Stille hängt zwischen ihnen in der Luft.
Dann lehnt sich die Frau in ihrem Stuhl zurück und verschränkt die Arme.
„Ich würde Ihnen ja vorschlagen, dass Sie mit dem betreffenden Mitarbeiter sprechen, der diese Böden verlegt hat“, sagt sie. „Aber er ist ausgeschieden.“
„Macht ja nüscht“, sagt Max, „Vielleicht können Sie uns dem seine Telefonnummer geben und –“
Weiter kommt er nicht, denn er spürt, wie Flo betont einen Fuß auf seinen eigenen stellt und sehr bestimmend zudrückt.
Ihr Gegenüber sieht mit einem Mal genervt aus. Noch nicht einmal fünf Minuten und ihre Geduld ist aufgebraucht.
„Wenn Sie unseren Service reklamieren wollen, schicken Sie uns eine E-Mail“, sagt sie. „Am besten mit Auftragsnummer. Kann ich sonst noch was für Sie tun?“



„Wow“, sagt Max, als wieder draußen auf der Straße stehen. „Sind wir gerade echt rausgeschmissen worden?“
Neben ihm kratzt Flo sich fahrig über die Bartstoppeln am Kinn.
„Da stimmt irgendwas gewaltig nich'“, raunt er. „Irgendwat an der ganzen Sache stinkt, ich sag's dir!“ Er hebt die Hand und zählt Punkte an seinen Fingern ab: „Erstens: Diese abweisende Haltung, als wir reinkamen – hah, schon als sie von uns intern am Telefon gehört hat! Zweitens: Keine Nachfragen, was für Aufträge das eigentlich genau waren! Drittens: Hast du gesehen, dass die ihr Namensschild so gedreht hat, das wir's nich' lesen könne? Viertens: Rein zufällig arbeitet der Typ, der die Böden verlegt hat, nicht mehr da? How fucking convenient!“
„Eben!“, stimmt Max in die Überlegungen ein; „Der wäre doch der Schlüssel gewesen, oder? Hättest mich vielleicht doch nach der Nummer fragen lassen sollen!“
„Bist du irre?“, erwidert Flo unwirsch. „Sowas macht man doch nich'! Schon mal was von der DSGVO gehört?“
Max zuckt mit den Schultern: „Ja, schon klar, aber was haben wir denn sonst noch an Optionen? Da muss man auch mal Opfer bringen.“

„Opfer wie unserer beider Firmen guten Ruf?“
„Was für 'nen guten Ruf?“

Flo greift ihn am Arm und drückt ihn halb gespielt, halb mit ehrlicher Empörung gegen sein Auto. Wieder mal hat Max nun etwas im Rücken, was ihn nicht wegweichen ließe, selbst wenn er wollte. Er wittert ein Muster.

„Okay“, murmelt er grinsend. „Du bist auf jeden Fall Santiago.“
„Halt die Fresse, Frodo!“, knurrt Flo, doch er klingt verdächtig melodisch dabei.

„Bring mich doch dazu“, erwidert Max. Zum Glück kann er sich für diesen Klischeespruch nicht schämen, weil er zu sehr damit beschäftigt ist, wie Flo ihn gegen sein Auto presst.

„Aber woll'n wa nich' vielleicht zuerst was essen gehen?“

Date: 2020-07-15 01:34 pm (UTC)
aleamakota: (Regenbogenpalette)
From: [personal profile] aleamakota
"Höhö."
Höhöhöhö. Ich darf nie die Originale hierzu kennenlernen, weil ich beginne, diese zwei fiktiven Kerls hier liebzuhaben. Vielleicht ist das aber auch nur B99-Liebe, die überläuft, weil ich so wahnsinnig viel davon habe. Jedenfalls: GUTE WAHL!
Und die Verschwörung geht in die nächste Runde. Ich bin gespannt wie ein Flitzebogen!

Date: 2020-07-16 07:09 pm (UTC)
servena: (Default)
From: [personal profile] servena
Hier, ich bin auch gespannt!!1
"Max hat seinen inneren Nerd am Angelhaken." -> Mich hast du auch am Angelhaken, aber sowas von! Und das nicht wegen Brooklyn 99, wobei die Namen der Charaktere auch mir swas sagen. :D Ich find sie einfach beide soo herrlich... Und die Frau war ja wohl höchst suspekt!

Date: 2020-07-19 01:52 pm (UTC)
der_jemand: (green)
From: [personal profile] der_jemand
„Okay“, murmelt er grinsend. „Du bist auf jeden Fall Santiago.“
*__*

Oh wundervoll! Eine sehr suspekte Dame und noch mehr Mystery und Verschwörung. ♥
Ich kann mich nur anschließen, ich mag die beiden umd ich muss mehr wissen!

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