Titel: Entscheidung
Team: Melpomene
Challenge: Angst ‐ JOKER (Erinnerung aus der Angst-Tabelle von 2018)
Fandom: Tatort Stuttgart (Schwules schwedisches Pferdepensions-AU)
Rating: PG-13
Genre: AU, Angst
Warnungen: Implied Death of a Child
Zusammenfassung: Lenas Frage wirft Thorsten aus der Bahn, aber es kann nur eine Antwort geben….
Wörter: ~ 400
Anmerkungen: Der erste Schnipsel des schwulen schwedischen Pferdepensions AU. Ich habe keine Ahnung, ob das wieder so abgeht, wie das letzte Tatort Stuttgart AU, aber die Major Plotpoints reihen sich in meinem Kopf schon auf…
Entscheidung
„Chris?“ Lenas Stimme schallte durch die Stallgasse. „Chris, bist du hier?“
„Hinten im Laufstall!“
Thorsten schüttelte die letzte Lage Stroh von der Mistgabel und zog die aifgeworfenen Haufen noch ein wenig glatt. Lenas Schritte hallten auf dem alten Steinboden, unnatürlich laut in dem stillen Stall. Oder vielleicht kam es ihm auch nur so vor. Seine Finger kribbelten. Vorahnung legte sich wie ein eisernes Band um seine Brust. Früher oder später würde sie ihm die Nachricht bringen, die er nicht hören wollte. Nach den letzten Tagen eher früher als später. Vielleicht jetzt.
Die Schritte verstummten ganz in seiner Nähe. Thorsten schob noch etwas Stroh von rechts nach links, dann wieder zurück. Er trat einen Schritt rückwärts, schob noch mehr Stroh von links nach rechts, dann ein wenig zurück. Noch einen Schritt rückwärts, noch ein bisschen Stroh. Lena klopfte leicht gegen die Stallwand. Thorsten hielt inne, setzte die Mistgabel ab. Seine Hände kribbelten wie tausend Ameisen. Es kroch seine Arme hinauf, bis in den Nacken. Er atmete tief durch, versuchte sich zu wappnen für das, was unweigerlich kommen musste, dann schaute er auf. Lena schüttelte nur leicht den Kopf.
„Noch nicht.“
Er nickte leicht. Das Kribbeln wurde weniger, das Atmen wieder leichter. Für den Augenblick war er davongekommen. Aber es war nur ein Aufschub auf Zeit, sehr kurze Zeit.
„Ich muss für ein paar Stunden weg“, fuhr sie fort, „und ich will sie nicht mehr alleine lassen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Könntest du…“
Sie ließ den Satz in der Luft hängen. Die Mistgabel rutschte ihm aus den Fingern, schepperte gegen die Tränke. Das eiserne Band war wieder da, härter, fester als zuvor, presste ihm die Luft ab. Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen. Konnte er das? Wollte er das? Er schluckte trocken. Da war ein dicker Kloß in seinem Hals und mit einem Schlag waren die Bilder wieder in seinem Kopf. Das Café, Lilly, der Lastwagen, der zertrümmerte kleine Körper, das Blut. Ihre Stimme. So klein und leise. Ihre letzten Worte.
„Papa…?“
Seine Nase kribbelte, die Augen brannten verräterisch. Er rieb sich mit dem Unterarm durchs Gesicht. Strohstaub und Schweiß, mehr nicht. Es half nichts. Die Augen brannten immer noch und auf seinem Ärmel prangte ein hässlicher graubrauner Fleck. Ausgerechnet auf dem hellen Pulli, dem cremefarbenen, den Marianne gestrickt hatte. Dem letzten Pulli, den sie je gestrickt hatte.
Es gab nur eine Antwort. Das eiserne Band löste sich, er atmete tief durch und nickte knapp.
„Ich komme.“
Er war bei Lilly geblieben, solange es ging. Er würde auch Marianne nicht allein lassen.
Team: Melpomene
Challenge: Angst ‐ JOKER (Erinnerung aus der Angst-Tabelle von 2018)
Fandom: Tatort Stuttgart (Schwules schwedisches Pferdepensions-AU)
Rating: PG-13
Genre: AU, Angst
Warnungen: Implied Death of a Child
Zusammenfassung: Lenas Frage wirft Thorsten aus der Bahn, aber es kann nur eine Antwort geben….
Wörter: ~ 400
Anmerkungen: Der erste Schnipsel des schwulen schwedischen Pferdepensions AU. Ich habe keine Ahnung, ob das wieder so abgeht, wie das letzte Tatort Stuttgart AU, aber die Major Plotpoints reihen sich in meinem Kopf schon auf…
Entscheidung
„Chris?“ Lenas Stimme schallte durch die Stallgasse. „Chris, bist du hier?“
„Hinten im Laufstall!“
Thorsten schüttelte die letzte Lage Stroh von der Mistgabel und zog die aifgeworfenen Haufen noch ein wenig glatt. Lenas Schritte hallten auf dem alten Steinboden, unnatürlich laut in dem stillen Stall. Oder vielleicht kam es ihm auch nur so vor. Seine Finger kribbelten. Vorahnung legte sich wie ein eisernes Band um seine Brust. Früher oder später würde sie ihm die Nachricht bringen, die er nicht hören wollte. Nach den letzten Tagen eher früher als später. Vielleicht jetzt.
Die Schritte verstummten ganz in seiner Nähe. Thorsten schob noch etwas Stroh von rechts nach links, dann wieder zurück. Er trat einen Schritt rückwärts, schob noch mehr Stroh von links nach rechts, dann ein wenig zurück. Noch einen Schritt rückwärts, noch ein bisschen Stroh. Lena klopfte leicht gegen die Stallwand. Thorsten hielt inne, setzte die Mistgabel ab. Seine Hände kribbelten wie tausend Ameisen. Es kroch seine Arme hinauf, bis in den Nacken. Er atmete tief durch, versuchte sich zu wappnen für das, was unweigerlich kommen musste, dann schaute er auf. Lena schüttelte nur leicht den Kopf.
„Noch nicht.“
Er nickte leicht. Das Kribbeln wurde weniger, das Atmen wieder leichter. Für den Augenblick war er davongekommen. Aber es war nur ein Aufschub auf Zeit, sehr kurze Zeit.
„Ich muss für ein paar Stunden weg“, fuhr sie fort, „und ich will sie nicht mehr alleine lassen. Viel Zeit bleibt nicht mehr. Könntest du…“
Sie ließ den Satz in der Luft hängen. Die Mistgabel rutschte ihm aus den Fingern, schepperte gegen die Tränke. Das eiserne Band war wieder da, härter, fester als zuvor, presste ihm die Luft ab. Sein Herz hämmerte gegen seine Rippen. Konnte er das? Wollte er das? Er schluckte trocken. Da war ein dicker Kloß in seinem Hals und mit einem Schlag waren die Bilder wieder in seinem Kopf. Das Café, Lilly, der Lastwagen, der zertrümmerte kleine Körper, das Blut. Ihre Stimme. So klein und leise. Ihre letzten Worte.
„Papa…?“
Seine Nase kribbelte, die Augen brannten verräterisch. Er rieb sich mit dem Unterarm durchs Gesicht. Strohstaub und Schweiß, mehr nicht. Es half nichts. Die Augen brannten immer noch und auf seinem Ärmel prangte ein hässlicher graubrauner Fleck. Ausgerechnet auf dem hellen Pulli, dem cremefarbenen, den Marianne gestrickt hatte. Dem letzten Pulli, den sie je gestrickt hatte.
Es gab nur eine Antwort. Das eiserne Band löste sich, er atmete tief durch und nickte knapp.
„Ich komme.“
Er war bei Lilly geblieben, solange es ging. Er würde auch Marianne nicht allein lassen.
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Date: 2020-07-17 04:35 pm (UTC)