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Challenge: Waffenstillstand (vom 18.10)
Fandom: Der Prinz der Drachen (ich bräuchte einen Tag =) )
Charaktere: Amaya, Janai
Warnung: Spoiler für die dritte Staffel. Außerdem ists das erste Mal, dass ich zu dem Fandom schreibe und arbeite noch daran, mich in die Charaktere reinzufinden.



Es war schwierig, Schlaf zu finden, wenn man sich in einem Gefängnis aus Feuer befand. Amaya musste zwar zugeben, dass es nett war, nicht frieren zu müssen, aber etwas weniger warm wäre ihr mit der Zeit lieber. Dabei hatte sie vermutlich kaum Grund sich zu beklagen. Sie war noch am Leben. Und nicht erblindet, wie sie bei dem Test, dem die Königin sie unterzogen hatte, erst befürchtet hatte. Ihr war bewusst, dass sie nur aus einem Grund nicht getötet worden war: Weil sie Janais Respekt erlangt hatte.
Wenn sie im Nachhinein darüber nachdachte, verstand sie selbst nicht, warum sie die Anführerin der gegnerischen Soldaten nicht hatte sterben lassen. In einem offenen Kampf hätte sie keine Sekunde gezögert, sie zu töten. Aber jemanden in den Tod stürzen zu lassen… nein. Das ging gegen alles, woran sie glaubte. Denn diesen Sturz hätte Janai nicht überlebt, egal wie resistent sie gegenüber Feuer und Lava war. Der Aufschlag hätte sie auf jeden Fall getötet. Sie wusste, dass es unter einigen die Meinung gab, sie habe Janai aus Berechnung gerettet. Weil ihr bewusst gewesen war, dass sie sonst keine Chance gehabt hätte. Aber Tatsache war, dass sie gar nicht mehr an die anderen Elfen gedacht hatte. Sie hatte nur eine Frau gesehen, die ihre Hilfe brauchte. Eine Feindin, ja. Aber eine, die sie zu respektieren gelernt hatte.
Sie hatte sich gerade hingelegt, um vielleicht etwas zu schlafen, als das Feuer sich vor ihr teilte und erst Janai ihr Gefängnis betrat, dann die Dolmetscherin. Janai wirkte angespannt auf eine Art und Weise die Amaya bisher nicht bei ihr gesehen hatte. Aber sie hatte ein Tablett dabei, das sie vor ihr abstellte. Also war die Schwester der Königin sich nicht zu fein für solche Aufgaben. Aber jemand, der in den Krieg zog um auch selbst in ihm zu kämpfen, war da eher selten anspruchsvoll. Als Soldat durfte man es nicht sein.
Amaya warf einen Blick auf das Tablett. Ein vermutlich mit Wasser gefüllter Krug, ein Becher und Brot. Vollkommen ausreichend in Anbetracht ihrer Lage. Natürlich könnte sie jetzt auf ihren Stolz beharren und alles ablehnen. Aber es half niemandem, wenn sie hier verdurstete. Nicht ihr selbst, nicht Katolis und schon gar nicht ihren Neffen. Also trank sie erstmal ein paar Schlucke und sah dann zu Janai auf, die offenbar nur darauf gewartet hatte. Unnötigerweise übersetzte die Dolmetscherin, aber Amaya sparte sich die Mühe, sie darauf hinzuweisen, dass sie von den Lippen ablesen konnte. Janai würde es sich vermutlich denken können. Man kam nicht so weit wie Amaya, wenn man nicht lernte, gewisse Dinge alleine zu schaffen. „Wenigstens hast du etwas Vernunft im Leib. Bist du jetzt bereit, meine Fragen zu beantworten?”
Janai war anzusehen, mit welcher Antwort sie rechnete. Darum hob Amaya nur eine Augenbraue und lächelte. Augenblicklich verfinsterte Janais Gesicht sich, auch wenn sie nicht so wütend wirkte, wie noch am Anfang. Im Gegenteil glaubte Amaya ein feines Lächeln zu sehen. Sie war gut darin, kleinste Details in der Mimik anderer zu sehen, aber irgendwann stieß auch sie an ihre Grenzen.
„Wir sind uns ziemlich ähnlich. Ich stehe loyal zu Xadia, du zu Katolis.”
Jetzt hob Amaya doch ihre Hände. „Das stellt uns vor ein Problem, nicht wahr?”
Das Lächeln wurde deutlicher, als Janai die Übersetzung hörte. „Das stimmt. Vielleicht sollte ich bereuen, mich für dich eingesetzt zu haben.”
„Warum tust du es nicht?”
„Weil ich es dir schuldig bin.”
Worauf sie anspielte, war klar. Aber Amaya neigte mit einem spöttischen Lächeln den Kopf. Das war ausgemachter Blödsinn, sie beide wussten das. Es hatte so angefangen, das war klar. Aber es war keine Erklärung, warum Janai sich gegen ihre Schwester gestellt hatte, um Amaya zu retten. Sie hatte schließlich einen bequemen Weg bekommen, sie loszuwerden. Die meisten anderen hätten es vermutlich getan.
Janai verschränkte mit finsterem Blick die Arme. „Du solltest wirklich kooperieren. Es gibt für dich keinen Weg zurück.”
Unbeeindruckt zuckte Amaya mit den Schultern. Das wusste sie selbst. Aber deswegen würde sie sich nicht einfach geschlagen geben. Das Seufzen war Janai deutlich anzusehen und sie wirkte frustriert. Irgendwie. „Ich schlage einen Waffenstillstand vor. Militärgeheimnisse aus Katolis sind mir nicht mehr von Nutzen und ich vermute, dass du gerne hier rauskommen würdest.” Sie deutete auf die Feuerwand, die sie einschloss.
„Was willst du dann?”, fragte Amaya.
Für einen Moment zeigte Janai keine Regung und als Amaya zu der Dolmetscherin sah, wirkte die nervös. Nervöser als sonst, sie schien sich generell nicht besonders wohl in Janais Gegenwart zu fühlen.
Die drehte sich plötzlich so abrupt um, dass Amaya klar war, dass sie etwas gehört haben musste. Etwas, was nicht hierhergehörte. „Ruh dich aus. Wir reden später weiter.” Dann wandte sie sich schon um, blieb aber nochmal stehen. Diesmal war Amaya auf die Übersetzung angewiesen, als Janai noch sagte: „Du stehst unter meinem Schutz. Ob du es willst oder nicht.” Damit teilte sich das Feuer und ließ sie und die Dolmetscherin raus.

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