Das Pilzköpfchen schreibt...
Mar. 9th, 2008 05:25 pm
Fandom: Original
Challenge: „…und wenn es das nicht war, dann war es die Apokalypse!“
Charaktere: Pat & Kate, die Kastanie nicht zu vergessen
Kommentar: Püh! Mein erster Beitrag hier, und den auch noch zu spät gepostet, sorry, das ist aaaalles mein doopher PC schuld! ^-^''
Weiße Wände
„…und wenn es das nicht war, dann war es die Apokalypse!“ Ihre trüben Augen, auf denen sich ein trügerischer Glanz geschlichen hat, waren weit aufgerissen. In dem dünnen, weißen Kittel aus Papier sah sie aus wie ein ängstliches Kind, dass nicht verstand, was mit ihm passierte. „Kate, Liebes…“ Er stand direkt vor der verschlossenen Tür, erstarrt, denn auch wenn er nichts lieber tun würde, als seine Kate in die Arme zu nehmen, versagte ihm sein Körper den Dienst, so wie fast jedes mal, wenn er hier war, um sie zu besuchen. Und das war oft, all zu oft. Doch in letzter Zeit wurden seine Besuche immer weniger. „Was redest du denn da? Erkennst du mich denn nicht?“ Er mochte die weißen Wände des kleinen Raumes nicht, in dem, neben einem schmalen Bett, nur ein einzelner Stuhl stand, auf dem das künstliche Licht der Neonröhren matt reflektiert wurde. Er mochte die sterilen Gänge nicht, den Geruch der Medikamente, und schon gar nicht die Ärzte, Experten und Psychiater, die so viel wissen, und doch zu wenig „Doch, doch, Pat, natürlich erkenn’ ich dich, natürlich!“ Er leckte sich über die Lippen. „Du bist mein Mann! Und ich bin deine Frau“ Fast hätte er gesagt „Du warst einst meine Frau, Kate.“, doch er biss sich schmerzhaft auf die Zunge, sodass er meinte den markanten Geschmack seines Blutes schmecken zu können. Sie war nicht mehr seine Frau. Sie war auch nicht mehr Kate. Pat wusste nicht, warum man ihr das lange, haselnussbraune Haar abgeschnitten hatte, das sich in den Spitzen sanft lockte. Er wusste nicht, warum es gerade sie getroffen hatte, er wusste nicht, warum keine Behandlung ihre Wirkung zeigte, wusste auch nicht, ob Kate hier jemals rauskommen würde. „Und trotzdem habe ich es gesehen, Pat, ich habe es gesehen, und keiner glaubt mir. Noch nicht mal einmal du!“ Ihr kehliges Lachen schallerte durch den Raum. Früher hat sie viel gelacht, glockenhell und warm, nur dass das Lachen heute nichts mit dem von damals gemeinsam hatte. „Kate.. ich..“ „Oh, du musst dich nicht entschuldigen! Ich bin doch nur deine Verrückte Frau! Und du hast wirklich gar nichts gespürt, gar nichts gesehen? Du hattest schon immer einen sehr tiefen Schlaf Pat, wirklich schon immer.“ Eine Nacht war’s die alles verändert hatte. Eine einzige Nacht. „Ja, das ist wahr…“, murmelt er, sich dabei durch sein etwas längeres, dunkles Haar streichend. Ein sachtes Lächeln umspielt seine Mundwinkel, und er schafft es Kate ihre Augen zu blicken. Es kam nicht oft vor, dass sie von der Vergangenheit sprach, da, wo noch alles gut gewesen ist, vielleicht sogar zu gut. „Nicht nur das ist wahr. Du weißt auch, dass es da draußen ist Pat, und dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis es zu schlägt, und alles zerstört, einfach alles, alles, alles…“ Er senkte den Blick. „Kate.. ich muss gehen.“ Die zierliche Frau blickte aus dem Fenster. Eine mächtige, alte Kastanie wog ihre Krone im lauen Herbwind knarrzend hin und her. „Siehst du, Pat? Da draußen war es. Pat. Da draußen.“ Ihre angenehme, eher dunklere Stimme klingt nicht euphorisch, nicht wahnsinnig. Nein, viel mir resigniert. „Kate, da ist nichts…“ Er machte sich nicht die Mühe sich zum Fenstersims zu bewegen, warum auch. Pat sah nur das Licht auf dem weißen Kunststoffboden, das durch die Blätter der Kastanie viel, und ein faszinierendes Schattenmosaik, das immer in Bewegung war, in das kleine, sonst so trostlose Zimmerchen zauberte. Für einen Moment meinte der Mann, dessen blassen Gesichtszüge etwas Ausgezehrtes an sich hatten, noch einen anderen Schatten erkennen zu können, einen Schatten, der nicht in diese Welt passte. Er senkte die dunklen Wimpernkränze, und atmete tief ein. „Ich muss wirklich weg, Kate. Bis bald.“ Rasch machte Pat auf dem Absatz kehrt, öffnete die Tür, um sie so schnell es ging hinter sich zu schließen. „…und wenn es das nicht war, dann war es die Apokalypse!“ Immer und immer wieder hat seine Frau diese Wörter über ihre spröden Lippen gebracht. Und vielleicht hatte sie auch tatsächlich recht. Die Apokalypse seiner Welt.
no subject
Date: 2008-03-10 12:26 pm (UTC)no subject
Date: 2008-03-10 02:31 pm (UTC)