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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schwarz
Challenge: Hurt/Comfort - Nachsitzen (fürs Team)
Fandom: Puella Magi Madoka Magica (Kyubey-free AU)
Charaktere: Sayaka, Kyoko

Die Schulglocke war schon längst verklungen. Angeregt unterhielten sich die Schüler, die ihre Sachen zusammenpackten, sich verabredeten, die Tafel putzten, sich über auferlegte Hausaufgaben und die anstehenden Freizeitaktivitäten unterhielten. Alles in allem schien jeder guter Dinge zu sein und sich über den Schulschluss zu freuen. In Mitten all dem fiel Sayaka unerwartet auf, wie Kyoko noch immer an ihrem Platz da saß. Sie schien wie versteinert, mit angespannten Schultern und verkrampften Fäusten, die auf der Tischplatte lagen. Zunächst behielt sie sie im Auge. Doch als sich der Klassenraum praktisch komplett geleert hatte, saß Kyoko immer noch da. Madoka wechselte einen Blick mit Sayaka. Seitdem Kyoko Madoka mal angeblafft hatte, hatte Madoka etwas Respekt für sie gewonnen. Besonders wenn Kyoko ohnehin schon die Aura einer Bombe ausstrahlte, überlegte sie sich zwei Mal einfach heranzutreten, auch wenn es ihrem Bedürfnis zu Helfen völlig entgegenstrebte. Beruhigend legte Sayaka eine Hand auf Madokas Schulter und murmelte ihr zu: „Ich übernehm das.“
Widerwillig nickte Madoka und verabschiede sich von, ehe sie das Klassenzimmer verließ.
So sehr Sayaka die neue Schülerin nicht ausstehen konnte, haben sich über ihre hitzigen Streiterein Gemeinsamkeiten herauskristallisiert. Oder noch viel schlimmer: Sayaka bemerkte in den Streitereien und den darüber hinausreichenden kleinen, unvermittelten Gesten von Kyoko, dass sie eigentlich sehr nett sein konnte. Wenn sie wollte.
Sayaka nahm ihre Tasche und versuchte mit möglichst ruhiger Aura Kyoko anzusprechen. Ein letztes Mal atmete sie tief durch und schwor sich nicht gleich in einen Streit verwickeln zu lassen, nur weil Kyoko gereizt war.
„Alles ok?“
Sofort drehte Kyoko ihren Kopf und fixierte wie ein Raubtier Sayaka. „Was willst du?“
„Ist das nicht offensichtlich?“, konterte Sayaka mit verzogener Mine und stämmte eine Hand in die Hüfte. „Ich habe dich gefragt, ob alles ok ist. Auf eine Frage antwortet man in der Regel nicht mit einer Gegenfrage! Du siehst sauer aus und gehst nicht Heim. Was ist los?“
Kyoko presste ihre Lippen zu einem schmalen strich, ehe sie den Kopf wieder senkte und mit ihrem Blick nun ein Loch durch die Tischplatte brannte statt durch Sayakas Schädel. „Ich muss nachsitzen“, knirschte sie hervor.
Sayakas erster Reflex wäre gewesen etwas schnippisches zu sagen, auf Kyokos impulsives, freches Verhalten hinzuweisen, womit sie sich in solche Probleme brachte, aber im letzten Moment biss sie sich auf die Lippe. Stattdessen brachte sie einen sympathisierenden Laut des Leides hervor. „Das ätzt.“ Eigentlich hatte Sayaka erwartet, dass sich Kyoko nun in wütende Tiraden ergießt. Stattdessen schwieg sie. „Hm, naja, ok.“
„Nix ok!“, fauchte Kyoko und schluf mit den geöffneten Handflächen auf die Tischplatte. „Ich muss zwei Stunden nachsitzen, obwohl ich jetzt Momo abholen muss! Ich kann sie nicht versetzen – sie braucht mich!“, sprudelte es aus ihr heraus und verstummte wieder kurz. „Sie- sie hat- alleine hat sie Angst.“
Nun wurde Sayaka die ganze Tragweite des Problems bewusst. Vor einigen Tagen hatte sie Momo das erste Mal getroffen und war völlig entzückt von dem kleinen Mädchen, dass sie an Hitomi oder Mami in ihrer Gefasstheit und Höflichkeit erinnerte. Ganz anders als ihre große Schwester. Ihrem ersten Instinkt folgend, hockte sich Sayaka neben den Tisch und versuchte Kyokos Blick aufzufangen. „Ich kann sie für dich abholen. Sie kennt mich ja jetzt. Wenn du mir die Adresse ihrer Schule und eurer Wohnung gibt, begleite ich sie nachhause.“
Verblüfft hob Kyoko ihren Blick und sah Sayaka an, als würde sie sie zum ersten Mal sehen.
„Das wäre kein Problem, ich habe jetzt eh nichts vor, außer nachhause zu gehen und Hausaufgaben machen. Laangweilig!“, setzte Sayaka nach und versuchte Kyoko aufmunternd anzulächeln.
Es dauerte noch einen Moment, ehe es zu Kyoko durchdrang und sie leise antwortete: „Danke.“

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