[identity profile] leiyahime.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Challenge: Au – Monster vs. Jäger (Für mich)
Team: Schwarz
AU: Monster vs. Jäger
Fadom: Voltron
Charactere: Shiro, Keith
Wörter: ca 1500
Anm: Verdammt... so lang wollte ich nicht... aber es ist immer weiter gewachsen...



Er sah sich um, jeder Muskel in seinem Körper war angespannt als er sich durch die Dunkelheit schlich. Irgendwo hier musste sein Ziel sein. Das silberne Kreuz um seinen Hals glänzte ab und an im fahlen Mondschein. Wahrscheinlich war es eher das Metall als die Form, das ihn schützen würde, aber Hauptsache er trug etwas um den Hals! Und das Erbstück seines Vaters war da nicht verkehrt. Außerdem hatte er noch seine Lieblingswaffe an der Hüfte: Einen silbernen Degen, mit dem ihm kein durchgedrehtes übernatürliches Wesen entkommen sollte.
Es wurden immer wieder blutleere Leichen gefunden. Die Presse berichtete eher scherzhaft von einem Vampir. Er wusste, dass das der Wahrheit näher kam als vielen lieb war. Aber er wusste auch, dass Vampire normalerweise nicht töteten. Und jetzt war er, Keith Kogane, Abkomme einer legendären Familie Vampirjäger auf der Jagd nach demjenigen, der für die Morde verantwortlich war. Er hatte keine Routine bei diesem Job. Seit dem Vertrag von 1789 wurde sein Berufsstand (Eher sein Ehrenamt, natürlich bekam er kein Geld hierfür… leider) nur noch selten gebraucht. Die Menschen hatten zugestimmt, keine Vampirjagden mehr durchzuführen und dafür hatten die Vampire versprochen, die Menschen in Ruhe zu lassen, nie mehr Blut zu trinken, als sie brauchten.
Seitdem gehörten die Blutsauger ins Reich der Mythen und Legenden. Nur noch die alten Familien wussten von ihnen und wie man reagierte, wenn ein Vampir durchdrehte und dem Blutrausch verfiel, ein Zustand indem er gnadenlos Menschen tötete. Und mit so einem hatte er es jetzt zu tun.
Und er war sich sicher, dass derjenige hier in der Gegend war. Einsam genug um unbemerkt töten zu können, aber nahe genug am örtlichen Volksfest dass immer mal wider Menschen vorbeikamen. Keith lauschte in die Dunkelheit. Sein Vater hatte ihm eingetrichtert, wie er zu reagieren hatte und welche Geräusche und Schatten verdächtig waren.

Abrupt blieb er stehen, als er einen Windhauch spürte, nicht stärker als der leise Wind, der heute wehte, aber aus der falschen Richtung. Nichts, was einen Spaziergänger verunsicherte, aber er war sofort noch aufmerksam.
Und dann sah er ihn. Auf der anderen Seite des Weges: Ein hochgewachsener Mann, der vor drei Sekunden noch nicht da gewesen war. Er spürte keine Präsenz, alles sprach nach Vampir. Sein Ziel? Aber sein Vater hatte ihm erzählt, Vampire im Blutrausch wären unruhig, fahrig wie ein Drogensüchtiger auf Entzug. Dieser hier war still, wie er. Aber vielleicht war es kein Blutrausch? Keith würde vorsichtig sein. Auch wenn er sich geduckt hatte, die ganze Haltung des Mannes sprach von Stolz. Das Profil war markant maskulin und klar definiert, abgesehen von einer feinen Unebenheit auf der Nase. Keith verlagerte sein Gewicht, doch das reichte schon um die Aufmerksamkeit des Vampirs auf sich zu ziehen. Natürlich... Sie hatten feineres Gehör als Menschen.
Keith griff nach seiner Waffe, bereit zum Angriff, sollte es sich um sein Ziel handeln. Doch der Mann blieb ruhig und ob beide Hände, ehe er zwei Sekunden später neben ihm auftauchte. "Er ist am See", wisperte er. "Und er ist stark. Ich jage ihn schon seit Jahren. Würdest du mir helfen und dem Schrecken endlich ein Ende bereiten?"
Keith nickte. Den Griff des Degens ließ er aber nicht los. Es könnte sein, dass er das nächste Opfer war, da war er lieber eine Spur zu vorsichtig.

"Ich bin Shiro."

Keith merkte auf. Der Name kam ihm bekannt vor. "Von Shirogane?", fragte er zögerlich.

"Takashi", nickte der Vampir.

"Wow. Ich hab von dir gehört. Keith Kogane.", stellte er sich vor, wahrscheinlich mit weniger Respekt, als er vor jenem Mann haben sollte, und sah, wie der Gesichtsausdruck des Vampirs sanft wurde.

"Ich... wir sollten später reden. Wir müssen Sendak erledigen, bevor er uns bemerkt. Wie gesagt, er ist am See und wartet auf den ersten, der dort spazieren geht. Es ist schwierig an ihn heran zu kommen. Er ist wachsam. Wir müssen uns vorsichtig an ihn heranschleichen."

Keith überlegte. "Und wenn er uns bemerkt?"

"Dann verschwindet er für zwei Jahre von der Bildfläche... Er darf uns nicht bemerken..."

"Dann nähern wir uns ihm doch offen? Du siehst menschlich genug aus. Gib mir deine Jacke, damit ich meine Waffe verstecken kann. Und dann sind wir die ersten, die da spazieren gehen." Ein Vampir im Blutrausch rechnete eher damit dass seine Feinde sich ihm versteckt näherten, nicht, dass sie offen auf ihn zu kamen und sich wie Opfer verhielten. Darum, so hatte sein Vater ihm einst erklärt, war es eine durchaus legitime Strategie, den Spieß umzudrehen.

"Er kennt mein Gesicht", erwiderte Shiro.

Keith nahm das Basecap ab, das er trug, um seinem Gegner nicht zu deutlich zu zeigen, wo er hinsah und zog es dem Vampir auf sodass sein weißer Pony darunter versteckt war. "So dürfte er dich erst erkennen, wenn es für ihn zu spät ist"

Shiro blinzelte. Dann grinste er. "Dann darf ich dir nicht nur meine Jacke sondern auch meinen Arm anbieten?", fragte er.

Keith knickste und als ihre provisorische Maskerade fertig war, nahm er den Arm des Vampirs und sie schlenderten zum See, wie ein Paar, das nach dem Fest noch etwas Ruhe in der Natur haben wollte.

"Du wusstest, dass unsere Familien einst eng verbunden waren, oder?", fragte Shiro. Wenn sie sich diesem Sendak offen näherten, konnten sie sich auch unterhalten. Welches Paar tat das nicht?

Keith nickte. "Natürlich. Mein Vater hat mir viel davon erzählt. Kantest du meine Urururgroßmutter Helene?"

Shiro grinste. "Eine unglaublich faszinierende Frau. Ich hatte höchsten Respekt vor ihr. Ohne sie wäre der Vertrag nicht zustande gekommen. Mein Vater hat sie sehr geschätzt. Wenn du willst, erzähl ich dir mehr von ihr."

"Ich hänge nicht in der Vergangenheit... Ich mache das hier auch sicher nicht aus Tradition."

Shiro lachte leise "Du siehst auch nicht so aus. Was machst du, um an Geld zu kommen?"

"Ich arbeite in einem Fitnessstudio. Dann muss ich wenigstens nichts für bezahlen, in Form zu bleiben."

Shiro lachte wieder. "Sehr pragmatisch. Das heißt deine Leidenschaft liegt bei einem Hobby?"

"Ich liebe das Weltall, die Natur und Motorräder."

"Da hinten kann man sicher gut Sterne gucken." Shiros Blick veränderte sich. Wurde er hier angeflirtet?

Sie beide bemerkten, die Veränderung zeitgleich. Es war noch jemand in der Nähe. Keith schmiegte sich näher an den Vampir, nur um die Rolle aufrecht zu halten verstand sich, nicht weil der Mann so gut roch! "Dann lass uns da hingehen. Da kann man sicher noch andere Dinge gut tun, außer Sterne gucken." Er sah mit halb geschlossenen Augen zu Shiro auf. Ja, auch er konnte flirten. Mit dem Cap sah er zwar etwas lächerlich aus aber... verdammt, war er attraktiv!

"Danke für das Lob."

"Hab ich das... laut gesagt?"

Erneut lachte Shiro und beugte sich zu ihm runter. "Hast du. Und ich finde dich auch nicht unattraktiv."
Keith bemerkte Shiros Hand an seinem Florett, etwas, das neben ihnen lauerte und wie Shiro Keiths Hand zu dem etwas längeren Dolch an seiner Hüfte führte. Also war klar, wie sie angreifen würden. "Wir tauschen gleich", wisperte Shiro gegen Keiths Lippen. Sie musste abgelenkt tun.

Das Gebüsch neben ihnen knackte, und als ein kräftiger Mann auf sie zusprang rissen sie die Waffe des anderen aus ihren Scheiden und griffen an.

"SHIROGANEEEE!" heulte Sendak, als das Cap von Shiros Kopf flog.

"Mach dich auf dein Ende gefasst!"Shiro stach mit dem Florett zu und Sendak heulte auf. Das Silber verschmorte ihm die Haut, auch wenn er keinen kritischen Treffer landete. Er grinste.

Keith war hinter Sendak, doch natürlich bemerkte er ihn und konnte ausweichen.

"Du traust dich wohl nicht allein, nachdem ich dir den Arm genommen habe! Pass auf, jetzt nehme ich dir auch das Leben! Und dein kleiner Freund wird dir schnell folgen."

Shiro schnaubte verächtlich und versuchte den anderen Vampir in Keiths Arme zu treiben.

"Du kannst aufgeben. Gegen die vereinte Kraft der Shirogane und Kogane Familien hast auch du keine Chance!"

"Kogane? Der Knirps ist ein Kogane??? Ich dachte, die wären ausgestorben. Die haben nachgelassen wenn sowas diesen Namen tragen kann!"

"Wag es nicht, meine Familie zu beleidigen!" Keiths Vater war ein großartiger Mann gewesen. Er stach mit Shiros Dolch erneut zu, allerdings nicht, um ihn zu treffen, sondern um ihn zu Shiro zu treiben. Sein silberüberzogener Degen war hier die effektivere Waffe. Kurz danach schrie der Vampir auf. Shiro hatte ihn erwischt, aber augenscheinlich immer noch nicht tödlich und der Kampf ging noch eine Weile hitzig weiter. Keith war froh, dass er nicht alleine gegen den grobschlächtigen Vampir kämpfen musste. Er hätte keine Chance gehabt. Zwischendurch schafften sie es, tatsächlich Waffen zu tauschen, sodass Keith sich gleich wohler fühlte. Dolche waren nie seine Lieblinge gewesen.
Und irgendwann war es geschafft. Sendak sackte zusammen, tödlich mit Silber getroffen, wenn auch noch am Leben

"Sei froh, dass ich nicht du bin. Sonst würde ich dich jetzt dir selbst überlasse, bis du elendig bei Sonnenaufgang verreckst."

Sendak schnaubte. "Hätte ich dich damals nicht zurückgelassen, wärst du bei Sonnenaufgang verreckt."

"Ich weiß. Als Dank dafür bringe ich es jetzt zu Ende!" Der nächste Stich ging direkt ins Herz und wenig später war von dem wahnsinnig gewordenen Vampir nur och Asche übrig.

Keith atmete durch. Geschafft. Er hatte ziemliche Angst gehabt, auch wenn er es nie zugeben würde.

"Ich habe diese Waffe lange nicht mehr gesehen.", sagte Shiro mit Bewunderung in der Stimme und deutete auf den Degen. "Sie gehörte meinem Vater."

"Der sie Urgroßmutter Helene geschenkt hatte."

Shiro nickte. "Es ist schön, sie bei einem so fähigen Mann wiederzufinden."

"Wenn du willst... kannst du es behalten..."

"Quatsch. Er gehört jetzt dir. Ich glaube mit einer Silberwaffe werde ich nicht glücklich. Aber es würde mich freuen, wenn wir die alte Freundschaft unserer Familien wieder aufleben lassen würden."

Keith nickte. das würde er auch gern. Dieser Vampir war ihm sehr sympathisch. Er hoffte er würde nie dem Blutrausch verfallen.

„Ich habe gehört, da hinten kann man gut Sterne gucken.“, sagte er und hakte sich dreist wieder bei Shiro unter.

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