AU - New Earth
Sep. 29th, 2019 09:37 pmTeam: Schwarz (Eisberg)
Challenge: AU - New Earth (fürs Team, Weltherrschaft! *fällt um*)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Hunk, Lance
Das tiefe Summen der mächtigen Maschinen war hier unten deutlich zu hören. Lauter, je tiefer er ging. Kaum jemand von da oben kam je hierher. Und kaum jemand von hier unten schaffte es da hoch. Trotzdem versuchten es jedes Jahr mehr als genug. Alle paar Jahre wurde auch jemand genommen, aber jeder mit nur einem Funken Verstand wusste, dass das Kalkül war. Die Unterschicht, die die Station am Laufen hielt, durfte schließlich nicht die Hoffnung auf ein besseres Leben verlieren. Für sich oder seine Kinder. Da war es egal, wie sehr man objektiv wusste, dass man kaum eine Chance hatte. Hoffnung war nicht rational.
Er hatte ja schließlich auch an den Tests teilgenommen. Die Prüfer hatten sogar recht beeindruckt gewirkt. Trotzdem war Keith klar, dass er bereits aussortiert worden war. Egal wie gut er als Pilot war, er war ein Unruhestifter. Und so jemanden ließ man nicht an die wertvollen Schiffe.
Mit einem bedrückend endgültigen Geräusch glitt die schwere Schleuse hinter ihm zu und er war wieder in seinem Bereich von Gaia, der Station, die seit fast hundert Jahren die Heimat der letzten überlebenden Menschen war. Wenn man die rausrechnete, die auf einem Generationenschiff auf der Suche nach einem neuen Planeten waren. Keiner wusste, ob die überhaupt noch am Leben waren.
Die Bewohner von Gaia kreisten um eine unbewohnbar gewordene Erde. Der Planet, dessen Evolution mindestens drei Milliarden Jahre gebracht hatte. Und den die Menschen in wenigen Jahrhunderten vollkommen zerstört hatten.
Keith fand, dass die Menschheit es kaum verdient hatte, noch zu existieren. Aber vermutlich würde sie sich sowieso irgendwann selbst vernichten.
So schnell er konnte schlängelte er sich durch die Gänge von Charon, der Ebene, die er seine Heimat nannte. Unter ihnen gab es nur noch Thanatos und da wollte wirklich niemand leben.
Für die Aufnahmetests hatte er frei bekommen, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er deswegen den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen konnte. Sein Chef war soweit in Ordnung, immerhin war er fair. Aber er hielt nichts davon, wenn man mehr wollte als man war.
„Da bist du ja endlich“, murrte er, als Keith in die Werkstatt kam. „Und? Nehmen sie dich?“ Dabei klang der alte Mann sogar wirklich interessiert. Als Keith den Kopf schüttelte, schnaubte er aber. „Wusste ichs doch. Zeitverschwendung. Was nicht heißt, dass du nicht begabt bist. Aber die da oben wollen schön unter sich bleiben. Und schon gar nicht von einem wie uns vorgeführt werden. Los, geh an die Arbeit. Der Generator in Sektor T-24-7 hat Ausfallerscheinungen. Hunk ist schon dort. Und besorg auf dem Weg die Ersatzteile.“ Er drückte Keith ein Tab in die Hand und scheuchte ihn zur Tür hinaus.
Die verdammten Ersatzteile waren ziemlich schwer, aber Keith war das schon gewöhnt. Nach vier Jahren sollte er auch. Trotzdem war er heilfroh, als er den kaputten Generator erreichte, den Hunk schon halb auseinandergenommen hatte.
„Perfektes Timing!“
Eine Weile arbeiteten sie schweigend, was ganz angenehm war. Sie wussten beide, was sie zu tun hatten, auch wenn Hunk eindeutig der begabtere Mechaniker war. Erst als der kompliziertere Teil erledigt war, fragte Hunk: „Wie ists gelaufen?“
„Fast volle Punktzahl. Die nehmen mich trotzdem nicht.“
„Woher willst du das wissen?“
„Ich hab ihre Gesichter gesehen. Jemanden wie mich nehmen die nie.“
„Warten wir erstmal ab.“ Aber Hunks Tonfall verriet schon genug. Er teilte Keiths Meinung. Dass er trotzdem versuchte, Optimismus zu verbreiten, rechnete Keith ihm hoch an.
Als die Ablehnung kam, war er widersinnigerweise trotzdem enttäuscht. Er hatte keine Sekunde lang erwartet, dass es klappte. Es änderte nichts daran, dass ein winziger Funken Hoffnung hartnäckig geblieben war. Hunk und Lance versuchten auf ihre ganz eigene Art, ihn abzulenken. Es gab nur einen einzigen Ort, von dem aus man das Weltall sehen konnte und das war natürlich eine Bar. Dass Hunk und Lance als Minderjährige da noch gar nicht reindürften, war kein besonders großes Hindernis. Lance konnte sich überall reinlabern.
Also saßen sie etwas später gemeinsam an einem der großen, etwas matten Fenster und beobachteten die staubig, braun-blaue Kugel tief unter sich. Den Ort, der einmal so schön gewesen sein musste. Dahinter die Sterne. Keith wäre so gerne da draußen… überall, nur nicht hier.
„Hast du Shirogane getroffen?“, fragte Lance gerade aufgeregt und Keith seufzte. Wenn es einen ganz schlimmen Fall von Heldenverehrung gab, dann saß der ihm gerade gegenüber.
„Kurz. Vor meinem Test.“
„Wie war er?“
„Nett?“ Keith zuckte mit den Schultern. Sie hatten kaum miteinander gesprochen. Warum auch?
„Lass dir doch nicht alles einzeln aus der Nase ziehen!“ Lance hatte sich so weit über den Tisch gebeugt, dass er beinahe drauf lag.
„Er hat mir viel Glück gewünscht, das ist alles.“ Aber er hatte ihn beachtet. Und seine Gegenwart anscheinend nicht als Beleidigung angesehen. Womit er schon herausgestochen war. Eigentlich war es schade, dass er ihn nie wiedersehen würde.
Challenge: AU - New Earth (fürs Team, Weltherrschaft! *fällt um*)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Hunk, Lance
Das tiefe Summen der mächtigen Maschinen war hier unten deutlich zu hören. Lauter, je tiefer er ging. Kaum jemand von da oben kam je hierher. Und kaum jemand von hier unten schaffte es da hoch. Trotzdem versuchten es jedes Jahr mehr als genug. Alle paar Jahre wurde auch jemand genommen, aber jeder mit nur einem Funken Verstand wusste, dass das Kalkül war. Die Unterschicht, die die Station am Laufen hielt, durfte schließlich nicht die Hoffnung auf ein besseres Leben verlieren. Für sich oder seine Kinder. Da war es egal, wie sehr man objektiv wusste, dass man kaum eine Chance hatte. Hoffnung war nicht rational.
Er hatte ja schließlich auch an den Tests teilgenommen. Die Prüfer hatten sogar recht beeindruckt gewirkt. Trotzdem war Keith klar, dass er bereits aussortiert worden war. Egal wie gut er als Pilot war, er war ein Unruhestifter. Und so jemanden ließ man nicht an die wertvollen Schiffe.
Mit einem bedrückend endgültigen Geräusch glitt die schwere Schleuse hinter ihm zu und er war wieder in seinem Bereich von Gaia, der Station, die seit fast hundert Jahren die Heimat der letzten überlebenden Menschen war. Wenn man die rausrechnete, die auf einem Generationenschiff auf der Suche nach einem neuen Planeten waren. Keiner wusste, ob die überhaupt noch am Leben waren.
Die Bewohner von Gaia kreisten um eine unbewohnbar gewordene Erde. Der Planet, dessen Evolution mindestens drei Milliarden Jahre gebracht hatte. Und den die Menschen in wenigen Jahrhunderten vollkommen zerstört hatten.
Keith fand, dass die Menschheit es kaum verdient hatte, noch zu existieren. Aber vermutlich würde sie sich sowieso irgendwann selbst vernichten.
So schnell er konnte schlängelte er sich durch die Gänge von Charon, der Ebene, die er seine Heimat nannte. Unter ihnen gab es nur noch Thanatos und da wollte wirklich niemand leben.
Für die Aufnahmetests hatte er frei bekommen, aber das bedeutete noch lange nicht, dass er deswegen den ganzen Tag auf der faulen Haut liegen konnte. Sein Chef war soweit in Ordnung, immerhin war er fair. Aber er hielt nichts davon, wenn man mehr wollte als man war.
„Da bist du ja endlich“, murrte er, als Keith in die Werkstatt kam. „Und? Nehmen sie dich?“ Dabei klang der alte Mann sogar wirklich interessiert. Als Keith den Kopf schüttelte, schnaubte er aber. „Wusste ichs doch. Zeitverschwendung. Was nicht heißt, dass du nicht begabt bist. Aber die da oben wollen schön unter sich bleiben. Und schon gar nicht von einem wie uns vorgeführt werden. Los, geh an die Arbeit. Der Generator in Sektor T-24-7 hat Ausfallerscheinungen. Hunk ist schon dort. Und besorg auf dem Weg die Ersatzteile.“ Er drückte Keith ein Tab in die Hand und scheuchte ihn zur Tür hinaus.
Die verdammten Ersatzteile waren ziemlich schwer, aber Keith war das schon gewöhnt. Nach vier Jahren sollte er auch. Trotzdem war er heilfroh, als er den kaputten Generator erreichte, den Hunk schon halb auseinandergenommen hatte.
„Perfektes Timing!“
Eine Weile arbeiteten sie schweigend, was ganz angenehm war. Sie wussten beide, was sie zu tun hatten, auch wenn Hunk eindeutig der begabtere Mechaniker war. Erst als der kompliziertere Teil erledigt war, fragte Hunk: „Wie ists gelaufen?“
„Fast volle Punktzahl. Die nehmen mich trotzdem nicht.“
„Woher willst du das wissen?“
„Ich hab ihre Gesichter gesehen. Jemanden wie mich nehmen die nie.“
„Warten wir erstmal ab.“ Aber Hunks Tonfall verriet schon genug. Er teilte Keiths Meinung. Dass er trotzdem versuchte, Optimismus zu verbreiten, rechnete Keith ihm hoch an.
Als die Ablehnung kam, war er widersinnigerweise trotzdem enttäuscht. Er hatte keine Sekunde lang erwartet, dass es klappte. Es änderte nichts daran, dass ein winziger Funken Hoffnung hartnäckig geblieben war. Hunk und Lance versuchten auf ihre ganz eigene Art, ihn abzulenken. Es gab nur einen einzigen Ort, von dem aus man das Weltall sehen konnte und das war natürlich eine Bar. Dass Hunk und Lance als Minderjährige da noch gar nicht reindürften, war kein besonders großes Hindernis. Lance konnte sich überall reinlabern.
Also saßen sie etwas später gemeinsam an einem der großen, etwas matten Fenster und beobachteten die staubig, braun-blaue Kugel tief unter sich. Den Ort, der einmal so schön gewesen sein musste. Dahinter die Sterne. Keith wäre so gerne da draußen… überall, nur nicht hier.
„Hast du Shirogane getroffen?“, fragte Lance gerade aufgeregt und Keith seufzte. Wenn es einen ganz schlimmen Fall von Heldenverehrung gab, dann saß der ihm gerade gegenüber.
„Kurz. Vor meinem Test.“
„Wie war er?“
„Nett?“ Keith zuckte mit den Schultern. Sie hatten kaum miteinander gesprochen. Warum auch?
„Lass dir doch nicht alles einzeln aus der Nase ziehen!“ Lance hatte sich so weit über den Tisch gebeugt, dass er beinahe drauf lag.
„Er hat mir viel Glück gewünscht, das ist alles.“ Aber er hatte ihn beachtet. Und seine Gegenwart anscheinend nicht als Beleidigung angesehen. Womit er schon herausgestochen war. Eigentlich war es schade, dass er ihn nie wiedersehen würde.