AU - Paralleluniversum
Sep. 28th, 2019 05:47 pmTeam: Schwraz
Challenge: AU – Multiversum/Paralleluniversum (für mich)
Fandom: Portal 2
Charaktere: Chell, PotatOS
Chell wollte gerade verschnaufen als ein unerwartetes Geräusch an ihre Ohren drang. Zwischen dem Knirschen der gesamten Konstruktion der Testkammern und dem regelmäßigen Surren des Ventilationssystems war noch etwas. Etwas, das nicht wie singende oder sich unterhaltende Geschütztürme klang oder wie das das Gluckern der Säure oder zähe Tropfen von Sprung- oder Sprintmasse. Es war ein Plätschern – wie das Plätschern von Wasser! In Chell erwachten neue Lebensgeister und ihre Kehle fühlte sich noch trockener an als noch eine Sekunde zu vor. Mit neuer Energie begann sie nach der Quelle des Geräusches zu suchen und machte es bald hinter einer verbeulten Wandplatte aus. Durch den Spalt konnte sie das gebrochene Wasserrohr ausmachen, aus dem klare Flüssigkeit in einem schmalen Strom herausrann.
„Hey, was machst du hier an der Wand?“, fragte GlaDOS aus dem kleinen Lautsprecher mit viel Knattern und Rauschen, so weit es ihre Kartoffel hergab.
Chell ignorierte sie und suchte stattdessen nach einem Werkzeug, die Platte auszuhebeln.
„Hinter diesen Wänden verbergen sich keine brauchbaren Gänge.“
Als Chel nichts finden konnte, zog sie einen ihrer Stiefel aus und betete innerlich zu einer höheren Macht, dass diese Schuhe nicht nur unmögliche Höhen abfedern konnten, sondern sich auch als Brechstande eigneten. Mit Vorsicht um die Verbindungsstelle zwischen Feder und Stiefel klemmte Chell die Feder an eine Stelle ein, die ihr am sinnvollsten erschien.
„Wirklich, was machst du da, du Idiot? Wenn du die Kammer lösen würdest, kämen wir schneller vorwärts“, kommentierte GlaDOS unduldig.
Nach einigen zögerlichen Versuchen wurde Chell mutiger und schaffte es, dass der Spalt sich etwas weitete. Ab dem Moment konnte sie ihre Hände besser hineinschieben und es mit der reinen Körperkraft versuchen. Die Platte schien, trotz Ächzen und Knirschen, unbeeindruckt von Chells harter Arbeit zu sein, ehe sie unerwartet nachgab. Der Schwung riss Chell um und die Platte folgte ihr. Schmerz schoss durch sie, als die Platte teilweise auf sie fiel. Chell gab sich einen Moment zum Durchatmen und und Sammeln, ehe sie unter der Platte hervorkroch und ihre Portal Gun mit anmontierter Kartoffel-GlaDOS aufhob.
„Manchmal wäre es hilfreich, wenn du reden würdest, weißt du das? Du machst wirklich immer allen das Leben schwer“, beschwerte sich GlaDOS, die die Unwissenheit und fehlende Kontrolle schwer ertrug.
Auf Knien kroch sie hinein und erreichte nach schon gleich das Rohr. Ohne Umschweife verdrehte sie ihren Kopf und hielt ihren offenen Mund unter den Wasserstrom. Es war viel zu wenig auf einmal, sie wollte sich am liebsten in dem nassen Fleck am Boden wälzen, in Wasser baden, so viel Wasser! Aber es war großartig – Chell war Genügsamkeit und Überleben unter wahnsinnigen Bedinungen gewohnt.
„Wasser. Nun gut. - Oh! Hast du das gehört?“, fragte GlaDOS und Chell riss sofort den Kopf hoch, um zu lauschen. Dabei stief sie heftig gegen das darüber liegende Rohr. Es knirschte wieder und jetzt spürte Chell auch das Vibrieren des Bodens. Ehe sie sich entschließen konnte zurückzukrabbeln, brach der Boden unter ihr ein und sie begann – mal wieder – weit zu stürzen. Sie gelangte bald in einen Schacht, der sie wieder immer weiter nach unten trug und eine unerwartete Wendung nahm. Beim Aufprall kam sie an die ohnehin schon geschundenen Stellen, auf die die Wandplatte gefallen war.
„Ganz große Leistung. Ich werde das in deine Personalakte vermerken, sollten wir jemals wieder die oberen Level erreichen. Ansonsten werde ich es immer in mir tragen und für mich wiederholen: ganz große Leistung.“
Als Chell wieder genug beisammen war, um sich zu orientieren, bemerkte sie, dass sie noch viel tiefer hätte stürzen können, wäre sie beim freien Fall im Schacht nicht gegen eine der Wände gekommen. Die veränderte Fallrichtung hatte sie in einen abzweigenden Belüftungsschacht geschleudert, an dessen Ende ein Gitter war. Besser als tiefer zu fallen kroch Chell auf das Gitter zu und trat es ein. Dahinter öffnete sich ein dunkler Raum. Sie hatte nichts zu verlieren, also sprang sie hinein und landete auf einem Schreibtisch, von dem sie einige Dinge hinunter riss, wie eine Tasse nach dem Scheppern zu urteilen.
„Anhand der zeit, die wir fielen, müssten wir auf einer der Levels sein, durch die wir bereits kamen. Da sind alle Stromkästen wieder aktiv. Wenn du den Lichtschalter findest, könnten wir vielleicht rauskommen. Wenn.“
Chell tastete sich entlang der Wand und stellte fest, dass der Raum sehr groß sein musste. Nach einigen Hindernissen am Boden und an der Wand fand sie schließlich einen Lichtschalter und gleich daneben eine Tür. Sobald das Licht brannte bestätigte sich ihr verdacht: verdammt großer Raum. Es schien eines der Labore zu sein. Eine Reihe von Schreibtischen und große Rechner standen entlang der Wände und im Raum. An einer recht freien Wand hingegen waren nur zwei vertikale Panele montiert, mindestens so groß wie sie selbst, und angeschlossen durch Kabel. Es erinnerte Chell sofort an die fixiert generierten Portale. Sie trat näher heran und nahm es insgesamt näher in Augenschein. Es waren zwei große Maschinen an den jeweiligen Enden angeschlossen, die ausgeschaltet aussahen.
„Oh.“
Chell hob ihre Portal Gun und sah GlaDOS kritisch an.
„Warum nehmen wir nicht die Tür?“
Chell schüttelte ihre Portal Gun und GlaDOS‘ Kartoffel mit ihr.
„Wenn du etwas wissen willst, könntest du auch einfach fragen.“
Ihre Augenbrauen zogen sich enger zusammen. Mit der linken Hand berührte sie eines der Kabel, die GlaDOS‘ Modul mit der Kartoffelbatterie verbanden.
„OK, OK! Kein Grund gleich wieder brutal zu werden, du Barbar!“
Chell nahm die Hand weg.
„Das war eine weitere Testreihe mit den Portalen. Der Erfolg war umstritten, da er von unterschiedlichen Faktoren abhing, beispielsweise, dass es eine Gegenseite gab. Die gab es nicht immer.“
Verwirrt sah Chell von GlaDOS zur Portalanlage.
„Es war nicht ungefährlich und kann uns nicht helfen, hier herauszukommen!“
Für Chells Geschmack blieb GlaDOS zu vage und verheimlichte ihr etwas. Schon in der Vergangenheit hat sie es getan und es hätte Chell einiges an Leid erspart, wenn sie ehrlich gewesen wäre. Zwar hatten sie jetzt ein gemeinsames Ziel, aber wer weiß, wie viele andere Ziele parallel dazu GlaDOS noch verfolgte? Ehe Chell sich noch weiter von der KI verunsichern lassen konnte, trat sie kurzerhand an einen der großen Maschinen heran und sah zu, dass sie sie aktiviert bekam.
„Nein! Lass das!“, versuchte sie GlaDOS aufzuhalten.
Nach einigen Versuchen fand Chell schließlich einen Knopf, der die Maschine zum Leben erwachte. Mit einem immer lauter werden Surren begannen unterschiedliche Lämpchen aufzuleuchten. Sie warf einen schnellen Blick zu den Portalpanelen, aber nichts rührte sich. Oder doch? Chell stand auf und sah, dass an dem nächsten Panel zur angeworfenen Maschine ein Licht anging. Motiviert davon ging Chell zur nächsten Maschine und versuchte das gleiche.
„Du hast absolut keine Vorstellung davon, was du hier anrichtest! Du könntest uns alle damit auf den Mond schießen! Oder gleich die ganze Erde zerstören! Was, wenn es deinen Kuchen zerstört? Es gibt bestimmt irgendwo noch Überreste von deinem Kuchen, den du niemals abgeholt hast. Wenn gleich Neurotoxine aus den Ventilen kommen, dann bin ich zur Ausnahme nicht Schuld – denn die letzten Male war es auch nur Selbstverteidigung. Jetzt bist du Schu-Schuld! Du bringst dich selbst um und alle um dich herum mit! Denk an den Vo-Vogel – du bringst den Vogel um! Er hätte es zwar verdient, aber willst du ein Mö-Mö-Mörder von Vögeln sein? Hat es di-i-i-ir nicht gereicht, dass du-du-du deinen Companion-ion Cube umgebracht hast?!“
GlaDOS hatte sich wieder so in Rage geredet, dass sie mit einem unglücklicken Klickgeräusch ihre Batterie überbelastet hatte und der Strom für sie ausfiel. Doch anstelle von Stille surrten die Maschinen. Chell trat zurück und sah dabei zu, wie sich zwischen den Panelen etwas zu formen schien. Es dauerte einige Zeit und ihr kamen die Zweifel hoch, ob GlaDOS vielleicht doch nicht recht hatte. Die Maschinen wurden immer lauter, je mehr sie arbeiten mussten und das Deckenlicht begann zu flackern. Mit einem Mal ging das Licht über ihr mit einem Plopp aus und auch die Maschinen gingen aus. Im erneut dunklen Zimmer voller Stille stand Chell vor einem geöffneten, stabilen Portal. Auf der anderen Seite schien ein Raum zu sein. Sie erkannte Schreibtische und irgendwo an der Seite brannte ein Schreibtischlicht. Chell bekam Gänsehaut und ihr Herz klopfte ihr im Hals. Sie hat verdammt viele Portale gesehen, aber dies war anders – sie spürte es förmlich. Neugierig trat sie heran und erkannte mehr vom Raum.
„Oh! Oh mein- OH MEIN GOTT!“, rief eine Männerstimme und Chell erschrack. Sie drehte sich reflexartig um, auch wenn ihr Gehirn sagte, dass es nicht aus dem Raum kam, in dem sie stand. Schnell drehte sie wieder den Kopf um und sah, wie ein Mann in einem Laborkittel angeeilt kam. „Ich fass es nicht – ich kann es einfach nicht fassen!“, rief er extastisch, warf die Arme in die Luft, griff sich an den Kopf und war überhaupt völlig außer sich, während Chell wie erstarrt vor Schreck war. „Es hat geklappt, es hat geklappt! Wir haben Kontakt mit unserer Spiegelwelt!“, schrie er und begann einen Siegestanz. „Ich muss es den anderen sagen, wow, ich gehe in die Geschichte ein, ich-!“ Mit einem Mal fror er in seiner Bewegung ein und starrte Chell direkt an. Bis eben schien er sie nicht ein Mal bemerkt zu haben. Er japste ein erneutes „Oh mein Gott“, ehe er ohnmächtig umfiel.
„Was hab ich-“, begann GlaDOS, als sie wieder hochfahren konnte, und erfasste sofort die Lage. „Oh.“
Challenge: AU – Multiversum/Paralleluniversum (für mich)
Fandom: Portal 2
Charaktere: Chell, PotatOS
Chell wollte gerade verschnaufen als ein unerwartetes Geräusch an ihre Ohren drang. Zwischen dem Knirschen der gesamten Konstruktion der Testkammern und dem regelmäßigen Surren des Ventilationssystems war noch etwas. Etwas, das nicht wie singende oder sich unterhaltende Geschütztürme klang oder wie das das Gluckern der Säure oder zähe Tropfen von Sprung- oder Sprintmasse. Es war ein Plätschern – wie das Plätschern von Wasser! In Chell erwachten neue Lebensgeister und ihre Kehle fühlte sich noch trockener an als noch eine Sekunde zu vor. Mit neuer Energie begann sie nach der Quelle des Geräusches zu suchen und machte es bald hinter einer verbeulten Wandplatte aus. Durch den Spalt konnte sie das gebrochene Wasserrohr ausmachen, aus dem klare Flüssigkeit in einem schmalen Strom herausrann.
„Hey, was machst du hier an der Wand?“, fragte GlaDOS aus dem kleinen Lautsprecher mit viel Knattern und Rauschen, so weit es ihre Kartoffel hergab.
Chell ignorierte sie und suchte stattdessen nach einem Werkzeug, die Platte auszuhebeln.
„Hinter diesen Wänden verbergen sich keine brauchbaren Gänge.“
Als Chel nichts finden konnte, zog sie einen ihrer Stiefel aus und betete innerlich zu einer höheren Macht, dass diese Schuhe nicht nur unmögliche Höhen abfedern konnten, sondern sich auch als Brechstande eigneten. Mit Vorsicht um die Verbindungsstelle zwischen Feder und Stiefel klemmte Chell die Feder an eine Stelle ein, die ihr am sinnvollsten erschien.
„Wirklich, was machst du da, du Idiot? Wenn du die Kammer lösen würdest, kämen wir schneller vorwärts“, kommentierte GlaDOS unduldig.
Nach einigen zögerlichen Versuchen wurde Chell mutiger und schaffte es, dass der Spalt sich etwas weitete. Ab dem Moment konnte sie ihre Hände besser hineinschieben und es mit der reinen Körperkraft versuchen. Die Platte schien, trotz Ächzen und Knirschen, unbeeindruckt von Chells harter Arbeit zu sein, ehe sie unerwartet nachgab. Der Schwung riss Chell um und die Platte folgte ihr. Schmerz schoss durch sie, als die Platte teilweise auf sie fiel. Chell gab sich einen Moment zum Durchatmen und und Sammeln, ehe sie unter der Platte hervorkroch und ihre Portal Gun mit anmontierter Kartoffel-GlaDOS aufhob.
„Manchmal wäre es hilfreich, wenn du reden würdest, weißt du das? Du machst wirklich immer allen das Leben schwer“, beschwerte sich GlaDOS, die die Unwissenheit und fehlende Kontrolle schwer ertrug.
Auf Knien kroch sie hinein und erreichte nach schon gleich das Rohr. Ohne Umschweife verdrehte sie ihren Kopf und hielt ihren offenen Mund unter den Wasserstrom. Es war viel zu wenig auf einmal, sie wollte sich am liebsten in dem nassen Fleck am Boden wälzen, in Wasser baden, so viel Wasser! Aber es war großartig – Chell war Genügsamkeit und Überleben unter wahnsinnigen Bedinungen gewohnt.
„Wasser. Nun gut. - Oh! Hast du das gehört?“, fragte GlaDOS und Chell riss sofort den Kopf hoch, um zu lauschen. Dabei stief sie heftig gegen das darüber liegende Rohr. Es knirschte wieder und jetzt spürte Chell auch das Vibrieren des Bodens. Ehe sie sich entschließen konnte zurückzukrabbeln, brach der Boden unter ihr ein und sie begann – mal wieder – weit zu stürzen. Sie gelangte bald in einen Schacht, der sie wieder immer weiter nach unten trug und eine unerwartete Wendung nahm. Beim Aufprall kam sie an die ohnehin schon geschundenen Stellen, auf die die Wandplatte gefallen war.
„Ganz große Leistung. Ich werde das in deine Personalakte vermerken, sollten wir jemals wieder die oberen Level erreichen. Ansonsten werde ich es immer in mir tragen und für mich wiederholen: ganz große Leistung.“
Als Chell wieder genug beisammen war, um sich zu orientieren, bemerkte sie, dass sie noch viel tiefer hätte stürzen können, wäre sie beim freien Fall im Schacht nicht gegen eine der Wände gekommen. Die veränderte Fallrichtung hatte sie in einen abzweigenden Belüftungsschacht geschleudert, an dessen Ende ein Gitter war. Besser als tiefer zu fallen kroch Chell auf das Gitter zu und trat es ein. Dahinter öffnete sich ein dunkler Raum. Sie hatte nichts zu verlieren, also sprang sie hinein und landete auf einem Schreibtisch, von dem sie einige Dinge hinunter riss, wie eine Tasse nach dem Scheppern zu urteilen.
„Anhand der zeit, die wir fielen, müssten wir auf einer der Levels sein, durch die wir bereits kamen. Da sind alle Stromkästen wieder aktiv. Wenn du den Lichtschalter findest, könnten wir vielleicht rauskommen. Wenn.“
Chell tastete sich entlang der Wand und stellte fest, dass der Raum sehr groß sein musste. Nach einigen Hindernissen am Boden und an der Wand fand sie schließlich einen Lichtschalter und gleich daneben eine Tür. Sobald das Licht brannte bestätigte sich ihr verdacht: verdammt großer Raum. Es schien eines der Labore zu sein. Eine Reihe von Schreibtischen und große Rechner standen entlang der Wände und im Raum. An einer recht freien Wand hingegen waren nur zwei vertikale Panele montiert, mindestens so groß wie sie selbst, und angeschlossen durch Kabel. Es erinnerte Chell sofort an die fixiert generierten Portale. Sie trat näher heran und nahm es insgesamt näher in Augenschein. Es waren zwei große Maschinen an den jeweiligen Enden angeschlossen, die ausgeschaltet aussahen.
„Oh.“
Chell hob ihre Portal Gun und sah GlaDOS kritisch an.
„Warum nehmen wir nicht die Tür?“
Chell schüttelte ihre Portal Gun und GlaDOS‘ Kartoffel mit ihr.
„Wenn du etwas wissen willst, könntest du auch einfach fragen.“
Ihre Augenbrauen zogen sich enger zusammen. Mit der linken Hand berührte sie eines der Kabel, die GlaDOS‘ Modul mit der Kartoffelbatterie verbanden.
„OK, OK! Kein Grund gleich wieder brutal zu werden, du Barbar!“
Chell nahm die Hand weg.
„Das war eine weitere Testreihe mit den Portalen. Der Erfolg war umstritten, da er von unterschiedlichen Faktoren abhing, beispielsweise, dass es eine Gegenseite gab. Die gab es nicht immer.“
Verwirrt sah Chell von GlaDOS zur Portalanlage.
„Es war nicht ungefährlich und kann uns nicht helfen, hier herauszukommen!“
Für Chells Geschmack blieb GlaDOS zu vage und verheimlichte ihr etwas. Schon in der Vergangenheit hat sie es getan und es hätte Chell einiges an Leid erspart, wenn sie ehrlich gewesen wäre. Zwar hatten sie jetzt ein gemeinsames Ziel, aber wer weiß, wie viele andere Ziele parallel dazu GlaDOS noch verfolgte? Ehe Chell sich noch weiter von der KI verunsichern lassen konnte, trat sie kurzerhand an einen der großen Maschinen heran und sah zu, dass sie sie aktiviert bekam.
„Nein! Lass das!“, versuchte sie GlaDOS aufzuhalten.
Nach einigen Versuchen fand Chell schließlich einen Knopf, der die Maschine zum Leben erwachte. Mit einem immer lauter werden Surren begannen unterschiedliche Lämpchen aufzuleuchten. Sie warf einen schnellen Blick zu den Portalpanelen, aber nichts rührte sich. Oder doch? Chell stand auf und sah, dass an dem nächsten Panel zur angeworfenen Maschine ein Licht anging. Motiviert davon ging Chell zur nächsten Maschine und versuchte das gleiche.
„Du hast absolut keine Vorstellung davon, was du hier anrichtest! Du könntest uns alle damit auf den Mond schießen! Oder gleich die ganze Erde zerstören! Was, wenn es deinen Kuchen zerstört? Es gibt bestimmt irgendwo noch Überreste von deinem Kuchen, den du niemals abgeholt hast. Wenn gleich Neurotoxine aus den Ventilen kommen, dann bin ich zur Ausnahme nicht Schuld – denn die letzten Male war es auch nur Selbstverteidigung. Jetzt bist du Schu-Schuld! Du bringst dich selbst um und alle um dich herum mit! Denk an den Vo-Vogel – du bringst den Vogel um! Er hätte es zwar verdient, aber willst du ein Mö-Mö-Mörder von Vögeln sein? Hat es di-i-i-ir nicht gereicht, dass du-du-du deinen Companion-ion Cube umgebracht hast?!“
GlaDOS hatte sich wieder so in Rage geredet, dass sie mit einem unglücklicken Klickgeräusch ihre Batterie überbelastet hatte und der Strom für sie ausfiel. Doch anstelle von Stille surrten die Maschinen. Chell trat zurück und sah dabei zu, wie sich zwischen den Panelen etwas zu formen schien. Es dauerte einige Zeit und ihr kamen die Zweifel hoch, ob GlaDOS vielleicht doch nicht recht hatte. Die Maschinen wurden immer lauter, je mehr sie arbeiten mussten und das Deckenlicht begann zu flackern. Mit einem Mal ging das Licht über ihr mit einem Plopp aus und auch die Maschinen gingen aus. Im erneut dunklen Zimmer voller Stille stand Chell vor einem geöffneten, stabilen Portal. Auf der anderen Seite schien ein Raum zu sein. Sie erkannte Schreibtische und irgendwo an der Seite brannte ein Schreibtischlicht. Chell bekam Gänsehaut und ihr Herz klopfte ihr im Hals. Sie hat verdammt viele Portale gesehen, aber dies war anders – sie spürte es förmlich. Neugierig trat sie heran und erkannte mehr vom Raum.
„Oh! Oh mein- OH MEIN GOTT!“, rief eine Männerstimme und Chell erschrack. Sie drehte sich reflexartig um, auch wenn ihr Gehirn sagte, dass es nicht aus dem Raum kam, in dem sie stand. Schnell drehte sie wieder den Kopf um und sah, wie ein Mann in einem Laborkittel angeeilt kam. „Ich fass es nicht – ich kann es einfach nicht fassen!“, rief er extastisch, warf die Arme in die Luft, griff sich an den Kopf und war überhaupt völlig außer sich, während Chell wie erstarrt vor Schreck war. „Es hat geklappt, es hat geklappt! Wir haben Kontakt mit unserer Spiegelwelt!“, schrie er und begann einen Siegestanz. „Ich muss es den anderen sagen, wow, ich gehe in die Geschichte ein, ich-!“ Mit einem Mal fror er in seiner Bewegung ein und starrte Chell direkt an. Bis eben schien er sie nicht ein Mal bemerkt zu haben. Er japste ein erneutes „Oh mein Gott“, ehe er ohnmächtig umfiel.
„Was hab ich-“, begann GlaDOS, als sie wieder hochfahren konnte, und erfasste sofort die Lage. „Oh.“