Frodo ist keine Couch
Sep. 23rd, 2019 11:19 pmTeam: Teamlos aka Team Tyler-Horst aka Team Kalle der Eisbär
Challenge: Romatik/Intimität: Fettnäpfchen
Fandom: Youtuber
Charas: Frodo(apparat), Steve &Rick/Fabi von den Space Frogs, Felix von Fewjar, LeFloid (erwähnt)
Wörter: ~1050
Anmerkung: Heute ist Tag-und-Nachtgleiche und zugleich BiVisibility Day. Außerdem hänge ich gerade gedanklich viel an meiner Bigbang von letztem Jahr (Weil du einer von den Guten bist), in der Frodo passenderweise bi ist. (Außerdem übe ich gerade ein bisschen, aus seiner POV zu schreiben). Das hier ist so eine Art Nebenszene, wie sie gut hätte statfinden können. Man muss die Fic dafür aber nicht kennen.
Sie lungern am Strand des Badesees herum und sehen der niedergehenden Sonne zu.
Wie rosa Zuckerwatte kleben ein paar kleine Wölkchen hübsch dekorativ am Himmel. Der Sand ist kalt unter ihren nackten Füßen und Frodo hüllt sich ein bisschen enger in seinen Hoodie.
„Los jetzt, es sind noch fünf Flaschen übrig!“, hört er Steven rufen.
„Sag mal, wollt ihr jetz' nicht mal langsam aufhören?“, gibt er zurück.
„Oder habta Bock auf Alkoholvergiftung?“
Steve und Fabi haben sich in den Kopf gesetzt, alle Billigwodkamarken zu testen, die man in den hiesigen Discountern erwerben kann. Der ursprüngliche Plan war sogar, das als Video auf Youtube hochzuladen – ein Plan, den Felix ihnen Gott sei Dank noch ausreden konnte.
Jetzt sitzt er kopfschüttelnd daneben und hat vor zurückgehaltenem Kichern einen hochroten Kopf bekommen. Zwischendurch malt er Kreise in den Sand.
„Macht wenigstens 'ne Pause“, fügt Frodo hinzu.
„Komm, ich sing euch auch was Schönes vor!“
Er rückt die Akustikgitarre zurecht. Der erste Akkord entgleitet ihm kläglich. Seine Hände frieren.
Herbst-Equinox ist ja schön und gut, aber ein bisschen kalt ist das hier schon.
Für einen Moment entsteht eine angenehme Halbstille, in der die beiden Space Frogs sich nur angucken und anfangen, besoffen zu glucksen. Fabi hält eine Zitronenwodkaflasche wie ein Baby im Arm.
Die Tage werden wieder kürzer, die Welt dunkler. Der Sommer hat die Natur so sehr geschlaucht, dass die Bäume und Sträucher dem Herbst schlapp und viel zu bereitwillig ihr Laub entgegenwerfen.
Frodo denkt an Flo, der genau jetzt auf irgendeinem Firmendinner nach der Messe hockt. In Köln, was auf der anderen Seite des Landes ist.
„Du hast ganz glasige Augen“, sagt Fabi, während er sich Steven entgegenbeugt.
„Und du hast...Augen“, gibt Steve sehr sternhagelvoll zurück und lacht eine leise Version seines Stakkato-Haa-haa-haa.
„Ja, ich hab Augen“, wiederholt Fabi.
„Apropos Augen!“
Steven hebt seinen rechten Zeigefinger und schwenkt seinen Billigwodka im Glas übertrieben kultiviert;
„Frodo, sag doch mal, hast du ein Auge auf Flo geworfen?“
Frodo spürt sein inneres Stocken; ein ganz leichtes und winziges, von dem er hofft, dass es sich nicht nach außen bemerkbar macht. Ein inneres Stolpern, das er damit kaschiert, dass er übertrieben die Finger seiner linken Hand abwechselnd zur Faust ballt und öffnet, um sie etwas aufzuwärmen.
„Wie kommst'n darauf?“, gibt er zurück.
„Ach komm, man sieht das doch“, wirft Fabi abwinkend ein und streicht sich Haare aus dem Gesicht.
Es ist wahrscheinlich egal. Die beiden sind voll wie Eimer und werden diese Konversation hier morgen wieder vergessen haben. Natürlich ist da noch Felix, aber der behält Dinge für sich, wenn er spürt, dass er es sollte. Außerdem schaut Felix betont konzentriert über den See und auf den Sonnenuntergang und poliert einen kleinen, flachen Stein in seinen Händen.
Frodo zuckt mit den Schultern,
„Und selbst wenn, is' doch eh egal. Da is' eh nich' die Chance, dass das auf Gegenseitigkeit beruht.“
Unerwiderte Crushes nehmen einem, wenn sie im Zenit stehen, die Luft zum Atmen. Sie sind so schlimm, dass man sich anfängt dafür zu hassen, dass man so fühlt, wie man fühlt. So fürchterlich ist es nun nicht. Während Flo auf Messe weg ist, fühlt sich nur das Bett, in dem sie sonst nebeneinander pennen, zu groß und zu kalt an; sind die Tage nur etwas zu trist und ist nur der Impuls, ihm ständig zu schreiben, omnipräsent. Frodo kann sehr gut atmen, er hat nur nicht so viel Spaß daran gerade.
Er klimpert auf der Gitarre herum und spielt einen Song an, als Steven schwankend sein Glas im Sand abstellt und sagt;
„Du sag mal, Frodo.“
„Was denn??“
„Is' dir eigentlich mal aufgefallen, dass du dich in letzter Zeit nur in Typen verguckst?“
Dieses Mal ist das innere Stolpern größer. So groß, dass seine kalten Finger etwas steifer werden.
„Ja und?“, fragt Frodo etwas lauter als es nötig wäre. Im Augenwinkel kann er Felix alarmiert den Kopf heben sehen.
Oh, Felix denkt, er würde gar nicht damit auffallen, dass er Frodos Flirtverhalten beobachtet. Felix sitzt wahrscheinlich mit Jako stundenlang zusammen und analysiert alles, was Frodo mit wem macht. Schon klar, denkt dieser verbittert; ich bin ein Desaster auf zwei Beinen, der dumme Idiot, der nachts durch die Straßen rennt und durch fremde Betten hampelt und dabei jederzeit draufgehen könnte. Damit schön spannend bleibt, was mich am Ende hinraffen wird: Ein Typ, der dieses Mal, während ich ihm die Brieftasche klaue, zu stark ist und mir das Genick bricht oder ein zu gewalttätiger Lover (wäre ja nicht das erste Mal). Naja, wenigstens benutz' ich Kondome.
„Dann biste doch vielleicht gar nich' so bi“, fährt Steven fort.
Oh. Fettnäpfchen. Riesengroßes Fettnäpfchen.
Drunk!Steven kann schon eine ganz schöne Flachpfeife sein.
„Willst mir erzähl'n, dass du mich besser kennst als ich mich selbst?“, schießt Frodo ihm entgegen.
„Ich..äh..“
„Wenn du 'ne Schlafcouch aufklappst, isses immer noch 'ne Schlafcouch und keen Bett!“, sagt Frodo.
„Und wenn du sie wieder zuklappst, isses auch immer noch 'ne Schlafcouch und keen Kanapee! Egal, wie oft sich Leute dann draufsetzen, du Vollpfosten.“
„Aber...“, murmelt Steven aufrichtig überfordert und blinzelt mit seinen glasigen Augen.
„Du bist Frodo...und keine Couch.“
„Messerscharf beobachtet“, gibt Frodo zurück.
„Pass auf: Frodo vögelt mit 'ner fantastischen Frau – Frodo is' bi. Frodo vögelt mit 'nem fantastischen Kerl – Frodo is' immer noch bi. Die Couch is' nur 'ne Analogie. Allet klar?“
„Höhö“, entfährt es Steven. Er lacht wieder, dieses Mal lautlos, und kippt in Zeitlupe hintenüber in den kalten Sand. Fabi guckt ihm grinsend zu, hebt eine Hand über ihn und rieselt ihm Sand in den T-Shirt-Ausschnitt.
„Du hast anal gesagt!“
„Mach dir nix draus“, wirft Felix ein.
„Der hat morgen so einen Kater, das is' Strafe genug.“
Frodo schnalzt mit der Zunge.
Er möchte nach Hause, Zelda spielen und mit Flo reden.
Stevens betrunkenen Meinungen kann er später immer noch den Marsch blasen.
„Okay, Schluss für heute“, sagt Felix, als würde er sein Unbehagen spüren.
„Packt euren Suff ein, wir fahren nach Hause.“
Und vielleicht ist er nach Flo so ziemlich der beste Freunde, den man sich gerade vorstellen kann.
Frodo schraubt sich mitsamt Gitarre aus dem kalten Sand hoch und beschließt, die schwankenden, fluchenden Space Frogs zu ignorieren.
Er wendet sich dem rosa Horizont zu, hinter dem die Sonne versunken ist.
Für eine Sekunde jagt der ihm eine Gänsehaut über den Rücken.
Challenge: Romatik/Intimität: Fettnäpfchen
Fandom: Youtuber
Charas: Frodo(apparat), Steve &Rick/Fabi von den Space Frogs, Felix von Fewjar, LeFloid (erwähnt)
Wörter: ~1050
Anmerkung: Heute ist Tag-und-Nachtgleiche und zugleich BiVisibility Day. Außerdem hänge ich gerade gedanklich viel an meiner Bigbang von letztem Jahr (Weil du einer von den Guten bist), in der Frodo passenderweise bi ist. (Außerdem übe ich gerade ein bisschen, aus seiner POV zu schreiben). Das hier ist so eine Art Nebenszene, wie sie gut hätte statfinden können. Man muss die Fic dafür aber nicht kennen.
Sie lungern am Strand des Badesees herum und sehen der niedergehenden Sonne zu.
Wie rosa Zuckerwatte kleben ein paar kleine Wölkchen hübsch dekorativ am Himmel. Der Sand ist kalt unter ihren nackten Füßen und Frodo hüllt sich ein bisschen enger in seinen Hoodie.
„Los jetzt, es sind noch fünf Flaschen übrig!“, hört er Steven rufen.
„Sag mal, wollt ihr jetz' nicht mal langsam aufhören?“, gibt er zurück.
„Oder habta Bock auf Alkoholvergiftung?“
Steve und Fabi haben sich in den Kopf gesetzt, alle Billigwodkamarken zu testen, die man in den hiesigen Discountern erwerben kann. Der ursprüngliche Plan war sogar, das als Video auf Youtube hochzuladen – ein Plan, den Felix ihnen Gott sei Dank noch ausreden konnte.
Jetzt sitzt er kopfschüttelnd daneben und hat vor zurückgehaltenem Kichern einen hochroten Kopf bekommen. Zwischendurch malt er Kreise in den Sand.
„Macht wenigstens 'ne Pause“, fügt Frodo hinzu.
„Komm, ich sing euch auch was Schönes vor!“
Er rückt die Akustikgitarre zurecht. Der erste Akkord entgleitet ihm kläglich. Seine Hände frieren.
Herbst-Equinox ist ja schön und gut, aber ein bisschen kalt ist das hier schon.
Für einen Moment entsteht eine angenehme Halbstille, in der die beiden Space Frogs sich nur angucken und anfangen, besoffen zu glucksen. Fabi hält eine Zitronenwodkaflasche wie ein Baby im Arm.
Die Tage werden wieder kürzer, die Welt dunkler. Der Sommer hat die Natur so sehr geschlaucht, dass die Bäume und Sträucher dem Herbst schlapp und viel zu bereitwillig ihr Laub entgegenwerfen.
Frodo denkt an Flo, der genau jetzt auf irgendeinem Firmendinner nach der Messe hockt. In Köln, was auf der anderen Seite des Landes ist.
„Du hast ganz glasige Augen“, sagt Fabi, während er sich Steven entgegenbeugt.
„Und du hast...Augen“, gibt Steve sehr sternhagelvoll zurück und lacht eine leise Version seines Stakkato-Haa-haa-haa.
„Ja, ich hab Augen“, wiederholt Fabi.
„Apropos Augen!“
Steven hebt seinen rechten Zeigefinger und schwenkt seinen Billigwodka im Glas übertrieben kultiviert;
„Frodo, sag doch mal, hast du ein Auge auf Flo geworfen?“
Frodo spürt sein inneres Stocken; ein ganz leichtes und winziges, von dem er hofft, dass es sich nicht nach außen bemerkbar macht. Ein inneres Stolpern, das er damit kaschiert, dass er übertrieben die Finger seiner linken Hand abwechselnd zur Faust ballt und öffnet, um sie etwas aufzuwärmen.
„Wie kommst'n darauf?“, gibt er zurück.
„Ach komm, man sieht das doch“, wirft Fabi abwinkend ein und streicht sich Haare aus dem Gesicht.
Es ist wahrscheinlich egal. Die beiden sind voll wie Eimer und werden diese Konversation hier morgen wieder vergessen haben. Natürlich ist da noch Felix, aber der behält Dinge für sich, wenn er spürt, dass er es sollte. Außerdem schaut Felix betont konzentriert über den See und auf den Sonnenuntergang und poliert einen kleinen, flachen Stein in seinen Händen.
Frodo zuckt mit den Schultern,
„Und selbst wenn, is' doch eh egal. Da is' eh nich' die Chance, dass das auf Gegenseitigkeit beruht.“
Unerwiderte Crushes nehmen einem, wenn sie im Zenit stehen, die Luft zum Atmen. Sie sind so schlimm, dass man sich anfängt dafür zu hassen, dass man so fühlt, wie man fühlt. So fürchterlich ist es nun nicht. Während Flo auf Messe weg ist, fühlt sich nur das Bett, in dem sie sonst nebeneinander pennen, zu groß und zu kalt an; sind die Tage nur etwas zu trist und ist nur der Impuls, ihm ständig zu schreiben, omnipräsent. Frodo kann sehr gut atmen, er hat nur nicht so viel Spaß daran gerade.
Er klimpert auf der Gitarre herum und spielt einen Song an, als Steven schwankend sein Glas im Sand abstellt und sagt;
„Du sag mal, Frodo.“
„Was denn??“
„Is' dir eigentlich mal aufgefallen, dass du dich in letzter Zeit nur in Typen verguckst?“
Dieses Mal ist das innere Stolpern größer. So groß, dass seine kalten Finger etwas steifer werden.
„Ja und?“, fragt Frodo etwas lauter als es nötig wäre. Im Augenwinkel kann er Felix alarmiert den Kopf heben sehen.
Oh, Felix denkt, er würde gar nicht damit auffallen, dass er Frodos Flirtverhalten beobachtet. Felix sitzt wahrscheinlich mit Jako stundenlang zusammen und analysiert alles, was Frodo mit wem macht. Schon klar, denkt dieser verbittert; ich bin ein Desaster auf zwei Beinen, der dumme Idiot, der nachts durch die Straßen rennt und durch fremde Betten hampelt und dabei jederzeit draufgehen könnte. Damit schön spannend bleibt, was mich am Ende hinraffen wird: Ein Typ, der dieses Mal, während ich ihm die Brieftasche klaue, zu stark ist und mir das Genick bricht oder ein zu gewalttätiger Lover (wäre ja nicht das erste Mal). Naja, wenigstens benutz' ich Kondome.
„Dann biste doch vielleicht gar nich' so bi“, fährt Steven fort.
Oh. Fettnäpfchen. Riesengroßes Fettnäpfchen.
Drunk!Steven kann schon eine ganz schöne Flachpfeife sein.
„Willst mir erzähl'n, dass du mich besser kennst als ich mich selbst?“, schießt Frodo ihm entgegen.
„Ich..äh..“
„Wenn du 'ne Schlafcouch aufklappst, isses immer noch 'ne Schlafcouch und keen Bett!“, sagt Frodo.
„Und wenn du sie wieder zuklappst, isses auch immer noch 'ne Schlafcouch und keen Kanapee! Egal, wie oft sich Leute dann draufsetzen, du Vollpfosten.“
„Aber...“, murmelt Steven aufrichtig überfordert und blinzelt mit seinen glasigen Augen.
„Du bist Frodo...und keine Couch.“
„Messerscharf beobachtet“, gibt Frodo zurück.
„Pass auf: Frodo vögelt mit 'ner fantastischen Frau – Frodo is' bi. Frodo vögelt mit 'nem fantastischen Kerl – Frodo is' immer noch bi. Die Couch is' nur 'ne Analogie. Allet klar?“
„Höhö“, entfährt es Steven. Er lacht wieder, dieses Mal lautlos, und kippt in Zeitlupe hintenüber in den kalten Sand. Fabi guckt ihm grinsend zu, hebt eine Hand über ihn und rieselt ihm Sand in den T-Shirt-Ausschnitt.
„Du hast anal gesagt!“
„Mach dir nix draus“, wirft Felix ein.
„Der hat morgen so einen Kater, das is' Strafe genug.“
Frodo schnalzt mit der Zunge.
Er möchte nach Hause, Zelda spielen und mit Flo reden.
Stevens betrunkenen Meinungen kann er später immer noch den Marsch blasen.
„Okay, Schluss für heute“, sagt Felix, als würde er sein Unbehagen spüren.
„Packt euren Suff ein, wir fahren nach Hause.“
Und vielleicht ist er nach Flo so ziemlich der beste Freunde, den man sich gerade vorstellen kann.
Frodo schraubt sich mitsamt Gitarre aus dem kalten Sand hoch und beschließt, die schwankenden, fluchenden Space Frogs zu ignorieren.
Er wendet sich dem rosa Horizont zu, hinter dem die Sonne versunken ist.
Für eine Sekunde jagt der ihm eine Gänsehaut über den Rücken.