Titel: Planet i-829
Challenge: Romantik/Intimität – Quarantäne (Für’s Team)
Fandom: Original
Sprache: Deutsch
Team: Schwarz
Kommentar: Mein schlechtes Gewissen hat mich wieder hergetrieben und es hat sich gelohnt!
„Ich beantrage die Genehmigung und die Gelder für die Rettung von Planet i-829.“
Planet i-829
„Sie wollen was?“ Die Richterin beugte sich tief über ihr Pult aus thaumarinischem Glas, um den Bittsteller scharf in ihre drei Augen zu fassen.
Es umklammerte die Unterlagen noch ein wenig fester mit allen drei Händen. „Ich beantrage die Genehmigung und die Gelder für die Rettung von Planet i-829.“
„Einspruch, Euer Ehren“, mischte sich der Herr von der Staatsverwaltung ein. „Dieser Planet hat bisher nicht die für Level 3 nötigen Fähigkeiten zum Verlassen ihres Sonnensystems nachgewiesen und darf somit nicht kontaktiert werden.“
Der Griff um die Papiere wurde noch ein bisschen fester. „Eine Kontaktierung ist für die Rettungsmission nicht erforderlich.“
„Jegliches Eingreifen würde bereits die Richtlinien zur Nichtbeeinflussung verletzen und die Bevölkerung über die Existenz anderer Völker in Kenntnis setzen.“ Der Staatsverwalter schüttelte so heftig den Kopf, dass sein Haar die Farbe wechselte.
„Aber sie wissen bereits von uns!“, protestierte es. „Oder sie vermuten zumindest, dass es außer ihnen noch anderes intelligentes Leben in der Galaxie gibt! Sonst hätten sie nicht einen signifikanten Anteil ihrer planetaren Ressourcen investiert, um das Signal zu senden, dass uns erst auf ihre Notlage aufmerksam gemacht hat!“
„Reine Spekulation.“ Mit der Stimme der Richterin hätte man Eis schneiden können.
Leider konnte es nicht weit genug schrumpfen, um hinter dem Pult zu verschwinden. Also fächelte es sich stattdessen mit den Unterlagen Kohlendioxid zu, bevor es weitersprach. „Betrachtet man die Trajektorie ihrer aktuellen Entwicklung, werden sie bald die Grenze zu Level 3 überschreiten. Aber wenn wir nicht eingreifen, wird Asteroid A-10-539 jegliches Leben auf ihrem Planeten vernichten, bevor es dazu kommt.“
Der Staatsverwalter verzog grimmig einen seiner Münder. „Vielleicht besser so. Ein höchst kriegerisches Volk, wie ich hörte. Wir haben schon genug Level-3-Planeten, die die erstbeste Gelegenheit nutzen, ihren nächstgelegenen Nachbarn zu überfallen.“
„Sie haben die gleiche Chance verdient wie alle! Und sie haben auch Gutes in sich! Sonst könnten sie nicht glauben, von jemandem gerettet zu werden, den sie gar nicht kennen.“ Es nutzte die einsetzende Gesprächspause, um voranzupreschen. „Um den Asteroiden zu zerstören, ist es zu spät, die Gefahr eines Kollateralschadens ist zu groß. Aber mit einer ausreichenden magnetischen Energie, hervorgebracht durch ganerische Motoren, könnte der Asteroid in seiner Bahn hinreichend abgelenkt werden. Ich habe dies mit meinen Kollegen bereits durchgerechnet.“ Es knallte den Stapel Unterlagen so heftig auf den Tisch, dass das thaumurinische Glas summte.
Die Richterin besah sich den Stapel mit spitzen Fingern, als müsste sie eine adghanische Eidechse berühren. „Warum?“
Es rückte sein Sehglas zurecht. „Bitte?“
„Warum sollten wir eine derartige Menge an Zeit und Aufwand in die Rettung dieses kleinen Planeten investieren und das Leben der beteiligten Besatzungen riskieren?“ präzisierte die Richterin.
Es hätte so viel sagen können. Aus Sicht der Forschung war Planet i-829 höchst interessant, da seine Achsenlage im Verhältnis zu seinem Stern ein hohes Maß an Biodiversität hervorrief, ganz zu schweigen von der beschleunigten Entwicklung intelligenten Lebens und der Tatsache, dass der Planet bereits vor einer ganzen Weile einen bedeutenden Asteroideneinschlag erlebt hatte, der die Richtung der Evolution entscheidend beeinflusst hatte.
Es sagte nichts von all dem. Es sagte nur: „Weil wir es können.“
Am Ende gab es zwar die Genehmigung, aber keine Gelder, was genauso gut eine Ablehnung hätte sein können, aber es erforderte weniger Mut. Und damit hätte das Schicksal von Planet i-829 besiegelt sein können, hätte eine illegale Aufnahme der Verhandlung nicht irgendwie seinen Weg ins planetarische Informationsnetz gefunden.
Die Kampagne verbreitete sich durch das System, als hätte man die magurischen Wälder in der Dürresaison in Brand gesetzt. Die Bevölkerung war empört. In Windeseile tauchten Plakate in Fensterhöhlen und an den Brüstungen der Seebrücken auf. „Rettet Planet i-829“, lauteten die Schriftzüge, und darunter: „Weil wir es können.“
Mit ein paar Quälgeistern hatte die Regierung schon immer umzugehen vermocht, aber von der Wucht der Reaktion war selbst sie überwältigt. Transportbahnen wurden bestreikt. Eine wichtige Handelsdelegation aus Aurinia reiste überstürzt ab. Und irgendein Wahnsinniger mit zu viel Energie projizierte nachts einen Countdown an die Mauer des Rathausturms, jede Nacht von einem anderen Fenster.
Morgens in den Tunneln auf dem Weg zur Arbeit sah es immer mehr Leute mit der leuchtend blauen Marke auf ihrer Uniform mit den Buchstaben „RIS“.
„Was bedeutet das genau, SOS?“, hatte es ihre Dolmetscherin gefragt, nachdem der Notruf zum ersten Mal transkribiert und übersetzt worden war und eine Analyse der Raumdaten die missliche Lage von Planet enthüllt hatte.
„Es ist eine Abkürzung, es steht für Rettet unsere Seelen. Nun, als Seelen bezeichnen sie ihr eigenes Bewusstsein, das angeblich unabhängig von ihrem Körper existieren soll. Es ist noch unklar, ob es sich dabei um einen religiösen oder eher kulturellen Ausdruck handelt. Aber was sie meinen ist – Rettet uns.“
Danach begleitete es der unheimliche Sing-Sang jeden Schlaftag in ihre Gemächer. Dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz. Dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz. Was als simpler Rhythmus begann, entwickelte sich zum Lied von Planet i-829. Es wusste, wenn das Lied verstummte, war es auch mit dem Planeten längst vorbei, deswegen stellte es den Tonstein nie aus.
Und jetzt – „RIS“. Auf Wänden, auf Kleidung, in den Tunneln. Rettet ihre Seelen.
Seit Wochen lag im zentralen Wissenschaftsturm jedwede Forschung still. Die Magnaten konnten froh sein, wenn gerade noch die Raumströmungsvorhersage für den nächsten Tag halbwegs pünktlich rausging, alles andere blieb liegen. Im Kommunikationsraum hätte man mindestens vier oder fünf Hände gebraucht, um rechtzeitig alle Gesprächsbitten annehmen zu können, die eingingen.
Und dann kam doch noch Geld. Kaum hatte ihre Sekretärin ein Konto eingerichtet, trudelten Gehaltskredite ein, die meisten davon bescheiden, aber in einer Menge, dass ihnen die Köpfe schwirrten. Gleichzeitig wurden die ersten Schiffe angeboten. Auf eine der sechs Wände wurde eine minütlich aktualisierte Auflistung projiziert. Soeben sprang die Zahl ihrer liquiden Mittel in der oberen Ecke von 5.6000.2000# auf 5.6000.4000# um. Gleichzeitig wurde sorgfältig aufgeführt, wer welches Schiff mit welchen Kapazitäten zur Verfügung stellen wollte.
„Alles nur Sumpfhüpfer“, beschwerte sich die Analystin aus der Abteilung für Astralprojektion. „Damit könnten wir ja noch nicht einmal einen phranetischen Felsen versetzen.“
„Können wir nicht selber eins kaufen?“, fragte ein Herr aus der Sternenforschung. „Ich kenne da jemanden, der alte Schiffe aus der bermurischen Armee anbietet.“
„Und wer fliegt uns das dann, Sie etwa?“ gackerte die Analystin.
Das laute Klingeln rettete es davor, schlichten zu müssen. Die Stimme am anderen Ende war laut, aber angenehm. „Mein Name ist Akh Tabana, ich würde Ihnen gern mein Schiff anbieten.“
„Was fliegen Sie?“, fragte es, in Erwartung des nächsten Handelsfrachters, der nur noch auf drei Triebwerken lief.
„Schauen Sie mal nach draußen.“
Der Brückenhangar auf der anderen Seite des Zentral-Sees war voll kleiner Taxiflieger, mehreren grün angelaufenen Fabrikschiffe und einem großen Frachter, der sich beim Wenden schwerfällig auf eine Seite legte. Hoffentlich ist das nicht der, dachte es.
Dann fiel ein Schatten über sie. Zuerst ärgerte es sich, denn der Teilchensturm war erst für morgen angekündigt. Dann sah es hoch.
Ein interplanetarischer Zerstörer senkte sich gerade wie eine riesige Insel in die gelbe Atomsphäre.
Es ließ die Sprechmuschel fallen.
Planet i-829 erhielt keine Erklärung. Kein Funkverkehr wurde aufgefangen, keine UFOs entdeckt. Ihre Wissenschaftler standen einfach eines Tages auf, überprüften ihre Berechnungen und stellten fest, dass sich der Asteroid A-10-539 um die entscheidenden 10° in seiner Fluglaufbahn geändert hatte, um die Erde zu verfehlen. Um 10:14 UCT wurde der Weltuntergang weltweit über alle verfügbaren Kanäle abgesagt. Die Feierlichkeiten umfassten jeden Ort von Tokyo bis zum kleinsten Dorf im australischen Busch, und dauerten eine ganze Woche.
Für all das gab es keinerlei wissenschaftliche Erklärung.
Außer einer, natürlich.
Challenge: Romantik/Intimität – Quarantäne (Für’s Team)
Fandom: Original
Sprache: Deutsch
Team: Schwarz
Kommentar: Mein schlechtes Gewissen hat mich wieder hergetrieben und es hat sich gelohnt!
„Ich beantrage die Genehmigung und die Gelder für die Rettung von Planet i-829.“
Planet i-829
„Sie wollen was?“ Die Richterin beugte sich tief über ihr Pult aus thaumarinischem Glas, um den Bittsteller scharf in ihre drei Augen zu fassen.
Es umklammerte die Unterlagen noch ein wenig fester mit allen drei Händen. „Ich beantrage die Genehmigung und die Gelder für die Rettung von Planet i-829.“
„Einspruch, Euer Ehren“, mischte sich der Herr von der Staatsverwaltung ein. „Dieser Planet hat bisher nicht die für Level 3 nötigen Fähigkeiten zum Verlassen ihres Sonnensystems nachgewiesen und darf somit nicht kontaktiert werden.“
Der Griff um die Papiere wurde noch ein bisschen fester. „Eine Kontaktierung ist für die Rettungsmission nicht erforderlich.“
„Jegliches Eingreifen würde bereits die Richtlinien zur Nichtbeeinflussung verletzen und die Bevölkerung über die Existenz anderer Völker in Kenntnis setzen.“ Der Staatsverwalter schüttelte so heftig den Kopf, dass sein Haar die Farbe wechselte.
„Aber sie wissen bereits von uns!“, protestierte es. „Oder sie vermuten zumindest, dass es außer ihnen noch anderes intelligentes Leben in der Galaxie gibt! Sonst hätten sie nicht einen signifikanten Anteil ihrer planetaren Ressourcen investiert, um das Signal zu senden, dass uns erst auf ihre Notlage aufmerksam gemacht hat!“
„Reine Spekulation.“ Mit der Stimme der Richterin hätte man Eis schneiden können.
Leider konnte es nicht weit genug schrumpfen, um hinter dem Pult zu verschwinden. Also fächelte es sich stattdessen mit den Unterlagen Kohlendioxid zu, bevor es weitersprach. „Betrachtet man die Trajektorie ihrer aktuellen Entwicklung, werden sie bald die Grenze zu Level 3 überschreiten. Aber wenn wir nicht eingreifen, wird Asteroid A-10-539 jegliches Leben auf ihrem Planeten vernichten, bevor es dazu kommt.“
Der Staatsverwalter verzog grimmig einen seiner Münder. „Vielleicht besser so. Ein höchst kriegerisches Volk, wie ich hörte. Wir haben schon genug Level-3-Planeten, die die erstbeste Gelegenheit nutzen, ihren nächstgelegenen Nachbarn zu überfallen.“
„Sie haben die gleiche Chance verdient wie alle! Und sie haben auch Gutes in sich! Sonst könnten sie nicht glauben, von jemandem gerettet zu werden, den sie gar nicht kennen.“ Es nutzte die einsetzende Gesprächspause, um voranzupreschen. „Um den Asteroiden zu zerstören, ist es zu spät, die Gefahr eines Kollateralschadens ist zu groß. Aber mit einer ausreichenden magnetischen Energie, hervorgebracht durch ganerische Motoren, könnte der Asteroid in seiner Bahn hinreichend abgelenkt werden. Ich habe dies mit meinen Kollegen bereits durchgerechnet.“ Es knallte den Stapel Unterlagen so heftig auf den Tisch, dass das thaumurinische Glas summte.
Die Richterin besah sich den Stapel mit spitzen Fingern, als müsste sie eine adghanische Eidechse berühren. „Warum?“
Es rückte sein Sehglas zurecht. „Bitte?“
„Warum sollten wir eine derartige Menge an Zeit und Aufwand in die Rettung dieses kleinen Planeten investieren und das Leben der beteiligten Besatzungen riskieren?“ präzisierte die Richterin.
Es hätte so viel sagen können. Aus Sicht der Forschung war Planet i-829 höchst interessant, da seine Achsenlage im Verhältnis zu seinem Stern ein hohes Maß an Biodiversität hervorrief, ganz zu schweigen von der beschleunigten Entwicklung intelligenten Lebens und der Tatsache, dass der Planet bereits vor einer ganzen Weile einen bedeutenden Asteroideneinschlag erlebt hatte, der die Richtung der Evolution entscheidend beeinflusst hatte.
Es sagte nichts von all dem. Es sagte nur: „Weil wir es können.“
Am Ende gab es zwar die Genehmigung, aber keine Gelder, was genauso gut eine Ablehnung hätte sein können, aber es erforderte weniger Mut. Und damit hätte das Schicksal von Planet i-829 besiegelt sein können, hätte eine illegale Aufnahme der Verhandlung nicht irgendwie seinen Weg ins planetarische Informationsnetz gefunden.
Die Kampagne verbreitete sich durch das System, als hätte man die magurischen Wälder in der Dürresaison in Brand gesetzt. Die Bevölkerung war empört. In Windeseile tauchten Plakate in Fensterhöhlen und an den Brüstungen der Seebrücken auf. „Rettet Planet i-829“, lauteten die Schriftzüge, und darunter: „Weil wir es können.“
Mit ein paar Quälgeistern hatte die Regierung schon immer umzugehen vermocht, aber von der Wucht der Reaktion war selbst sie überwältigt. Transportbahnen wurden bestreikt. Eine wichtige Handelsdelegation aus Aurinia reiste überstürzt ab. Und irgendein Wahnsinniger mit zu viel Energie projizierte nachts einen Countdown an die Mauer des Rathausturms, jede Nacht von einem anderen Fenster.
Morgens in den Tunneln auf dem Weg zur Arbeit sah es immer mehr Leute mit der leuchtend blauen Marke auf ihrer Uniform mit den Buchstaben „RIS“.
„Was bedeutet das genau, SOS?“, hatte es ihre Dolmetscherin gefragt, nachdem der Notruf zum ersten Mal transkribiert und übersetzt worden war und eine Analyse der Raumdaten die missliche Lage von Planet enthüllt hatte.
„Es ist eine Abkürzung, es steht für Rettet unsere Seelen. Nun, als Seelen bezeichnen sie ihr eigenes Bewusstsein, das angeblich unabhängig von ihrem Körper existieren soll. Es ist noch unklar, ob es sich dabei um einen religiösen oder eher kulturellen Ausdruck handelt. Aber was sie meinen ist – Rettet uns.“
Danach begleitete es der unheimliche Sing-Sang jeden Schlaftag in ihre Gemächer. Dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz. Dreimal kurz, dreimal lang, dreimal kurz. Was als simpler Rhythmus begann, entwickelte sich zum Lied von Planet i-829. Es wusste, wenn das Lied verstummte, war es auch mit dem Planeten längst vorbei, deswegen stellte es den Tonstein nie aus.
Und jetzt – „RIS“. Auf Wänden, auf Kleidung, in den Tunneln. Rettet ihre Seelen.
Seit Wochen lag im zentralen Wissenschaftsturm jedwede Forschung still. Die Magnaten konnten froh sein, wenn gerade noch die Raumströmungsvorhersage für den nächsten Tag halbwegs pünktlich rausging, alles andere blieb liegen. Im Kommunikationsraum hätte man mindestens vier oder fünf Hände gebraucht, um rechtzeitig alle Gesprächsbitten annehmen zu können, die eingingen.
Und dann kam doch noch Geld. Kaum hatte ihre Sekretärin ein Konto eingerichtet, trudelten Gehaltskredite ein, die meisten davon bescheiden, aber in einer Menge, dass ihnen die Köpfe schwirrten. Gleichzeitig wurden die ersten Schiffe angeboten. Auf eine der sechs Wände wurde eine minütlich aktualisierte Auflistung projiziert. Soeben sprang die Zahl ihrer liquiden Mittel in der oberen Ecke von 5.6000.2000# auf 5.6000.4000# um. Gleichzeitig wurde sorgfältig aufgeführt, wer welches Schiff mit welchen Kapazitäten zur Verfügung stellen wollte.
„Alles nur Sumpfhüpfer“, beschwerte sich die Analystin aus der Abteilung für Astralprojektion. „Damit könnten wir ja noch nicht einmal einen phranetischen Felsen versetzen.“
„Können wir nicht selber eins kaufen?“, fragte ein Herr aus der Sternenforschung. „Ich kenne da jemanden, der alte Schiffe aus der bermurischen Armee anbietet.“
„Und wer fliegt uns das dann, Sie etwa?“ gackerte die Analystin.
Das laute Klingeln rettete es davor, schlichten zu müssen. Die Stimme am anderen Ende war laut, aber angenehm. „Mein Name ist Akh Tabana, ich würde Ihnen gern mein Schiff anbieten.“
„Was fliegen Sie?“, fragte es, in Erwartung des nächsten Handelsfrachters, der nur noch auf drei Triebwerken lief.
„Schauen Sie mal nach draußen.“
Der Brückenhangar auf der anderen Seite des Zentral-Sees war voll kleiner Taxiflieger, mehreren grün angelaufenen Fabrikschiffe und einem großen Frachter, der sich beim Wenden schwerfällig auf eine Seite legte. Hoffentlich ist das nicht der, dachte es.
Dann fiel ein Schatten über sie. Zuerst ärgerte es sich, denn der Teilchensturm war erst für morgen angekündigt. Dann sah es hoch.
Ein interplanetarischer Zerstörer senkte sich gerade wie eine riesige Insel in die gelbe Atomsphäre.
Es ließ die Sprechmuschel fallen.
Planet i-829 erhielt keine Erklärung. Kein Funkverkehr wurde aufgefangen, keine UFOs entdeckt. Ihre Wissenschaftler standen einfach eines Tages auf, überprüften ihre Berechnungen und stellten fest, dass sich der Asteroid A-10-539 um die entscheidenden 10° in seiner Fluglaufbahn geändert hatte, um die Erde zu verfehlen. Um 10:14 UCT wurde der Weltuntergang weltweit über alle verfügbaren Kanäle abgesagt. Die Feierlichkeiten umfassten jeden Ort von Tokyo bis zum kleinsten Dorf im australischen Busch, und dauerten eine ganze Woche.
Für all das gab es keinerlei wissenschaftliche Erklärung.
Außer einer, natürlich.
no subject
Date: 2019-09-24 02:20 pm (UTC)Das ist so, so gut. (Und putzig! Und optimistisch!)
Woe mache ich dir öfter ein schlechtes Gewissen?!
no subject
Date: 2019-09-25 06:57 pm (UTC)no subject
Date: 2019-10-02 09:24 am (UTC)Es macht mich sehr glücklich, dass es dir gefällt und du sie sogar weiter teilen möchtest! <3
no subject
Date: 2019-09-25 06:59 pm (UTC)no subject
Date: 2019-10-02 09:22 am (UTC)Es war sehr spaßig, sich die ganzen außerirdischen Begriffe aus den Fingern zu saugen.
Danke für deine liebevolle Unterstützung! <3