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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schwarz
Challenge: Genre+Kartoffel - Zeitreisen (für mich)
Fandom: Sailor Moon (AU)
Charaktere: Makoto Kino, Rei Hino, Sailor Pluto (quasi)
Anmerkung: Vor einiger Zeit hat mir die liebe [livejournal.com profile] luinaldawen ein Fanart von Sailor Pluto als Time Lord gezeigt und ich habe innerlich und äußerlich gekreischt, weil die Idee klasse ist. Jetzt musste ich das mal aufgreifen und danke sowohl dem Künstler wie auch Luina, für die es bei Gefallen ist <3

Wie auf Knopfdruck hatte Makoto ihre Einkäufe fallen lassen und rannte in die Richtung des panischen Frauenschreis. Über den Boden kullerten Äpfel und Kartoffeln, die Verpackung des Tofus riss ein und vermutlich kam noch etwas zu Schaden, aber das merkte Makoto nicht mehr. Auch wenn sie bis eben noch tief in Gedanken versunken war, schalteten sich alle ihre Instinkte ein, wenn sie jemanden in Not hörte. Als sie hastig um die Ecke bog sah sie eine ältere Frau, die scheinbar vor einem besonders groß geratenen Halbstarken angegriffen wurde.
“Hey!”, rief sie ihm zu als sie schon auf ihn lossprintete und an der Kleidung packte. “Leg dich mit jemanden in deiner Größe an!”, fauchte sie und ließ im nächsten Moment ihren Gegner über die rechte Schulter fliegen. Makoto kam etwas aus ihrer Balance, da der Wurf nicht sauber ausgeführt werden konnte und erst mitten in der Bewegung sie merkte, dass etwas sehr komisch war. Trotzdem blieb sie aufrecht und ihr Gegner kam mit einem dumpfen Knall auf dem Asphalt auf. Hastig warf sie der am Boden japsenden Frau zu: “Rennt!”, ehe sie sich wieder dem Halbstarken zuwandt. Oder was auch immer es war. Kaum hatte sie es angegriffen hatte es begonnen komische Geräusche von sich zu geben. Makoto war bereit wieder in den Angriff überzugehen als es sich wieder regte.
“Stopp!”, rief eine autoritätere Frauenstimme direkt hinter ihr. Verwirrt hob Makoto den Kopf und sah eine Miko auf sie zueilen. Der Halbstarke vor ihr hatte die junge Frau auch bemerkt und begann sich hektisch zu berappeln.
“Nicht so eilig, Kumpel!”, knurrte Makoto und nutzte die unkoordinierte Hektik des anderen, um ihn gegen den Boden zu pinnen. In dem Moment bestätigte sich ihr Verdacht, dass etwas sehr verdächtig und anders mit ihrem Gegner war. Als sie den Kopf drehte, um das Gesicht erblicken zu können, das bisher von einer tiefen Kapuze verdeckt gewesen war, sah sie eine vage an einen Kopf erinnernde Masse. Fast wäre sie vor Schreck und Eckel davongewichen, griff aber stattdessen fester zu. Als endlich die Miko bei ihnen angekommen war, begann das Wesen zu kreischen und sich in Makotos Haltegriff zu winden, ohne Erfolg. Über ihnen begann die Miko zu murmeln. Makoto konnte ihren Kopf nicht so weit verdrehen, um zu sehen, was sie genau tat. Plötzlich spürte Makoto eine Hand an ihrer Schulter und eine Stimme, die ihr eindringlich und halblaut sagte: “Lass los, steh auf!”
Verwirrt wollte sich Makoto umsehen, aber ihr Bauchgefühl sagte ihr, dass sie der Anweisung besser folgen sollte. Widerwillig ließ sie los und begann sich zu berappeln, als mittendrin ihr unter die Arme gegriffen und sie etwas zurückgezogen wurde. Im nächsten Moment ging das Wesen am Boden unter Geheul in Flammen auf. Erschrocken wollte Makoto noch weiter zurückweichen, aber traf nur auf Widerstand in Form eines Körpers und zweier Hände, die sie an den Oberarmen festhielten.
Noch einen Moment beobachtete Makoto schockiert die grausame Szene. Das Wesen blieb erstarrt und kohleschwarz am Boden liegen und die Miko betrachtete es gleichermaßen zufrieden, wie auch skeptisch. Schließlich hob sie ihren strengen Blick in Makotos Richtung: “Woher wusstet Ihr davon und wer seid Ihr beiden?”
“Beiden?”, wiederholte Makoto irritiert und sah über die Schulter endlich, um zu wissen, wer sie festhielt und ebenso wohl angesprochen war. Sie wusste nicht, womit sie gerechnet hatte, aber es überraschte sie das lächelnde Gesicht einer Frau zu sehen. Im gleichen Augenblick ließ sie Makoto auch los, was Makoto gleich nutzte, um einen Schritt von ihr wegzutreten und sie von Kopf bis Fuß zu begutachten. Die Frau, gekleidet in einen bourdeauxfarbenen Anzug, war erstaunlich groß - so groß wie Makoto? - und hatte lange, pechschwarze Haare, die grün im Licht schimmerten. Vielleicht länger als nötig starrte Makoto die Fremde mit dem warmen, ruhigen Lächeln an.
“Ich war nur spazieren, als ich diese Gestalt bemerkt hatte. Mein gute Erziehung sagte mir, dass ich mich besser an einen Profi wenden sollte. Wundervolle Arbeit!”, erklärte die Unbekannte der Miko und wandt sich wider an Makoto. “Und dank dieser jungen Dame konnte auch kein weiteres Übel geschehen!”
“Es war nur Zufall-”, begann Makoto und sah zwischen den beiden Frauen etwas verunsichert hin und her. Sie wollte schlicht und einfach nur helfen. Sie gehörte zu keinen Geisterjägern oder Gangs und wollte auch nicht, dass schon wieder Gerüchte aufkommen würden.
“Ist nicht alles irgendwie Zufall - oder nichts?”, fragte die Unbekannte mit einem ominösen Tonfall. Zur Miko sagte sie noch eilig: “Vielen Dank! Wir müssen aber jetzt weiter.”
“Wir?!”, wiederholten Makoto und die Miko gleichermaßen irritiert als die Frau Makoto eine Hand anbot, die Makoto fast automatisch ergriff und überfordert von der skurrilen Situation war. Die Unbekannte zog sie leicht an sich und fragte sie halblaut: “Welchen Tag haben wir?”
“Ein Tag vor meinem Schulabschluss”, murmelte Makoto automatisch, weil sie sich mit keiner Phrase den ganzen Tag schon so beschäftigt hatte wie mit dieser.
“Ah, jetzt verstehe ich”, sagte sie mehr zu sich selbst als zu Makoto und begann sie vom Ort des Geschehens wegzuführen.
“Wer sind Sie?”, raunte Makoto und musste an all die Warnungen aus ihrer Kindheit denken als es hieß, dass man nicht mit Fremden mitgehen sollte. Aber bisher hatte sie immer gedacht, dies hatte nur Männer betroffen. Außerdem hatte etwas an dieser Frau was absolut beruhigendes.
“Oh, ich?”, antwortete sie, vielleicht gespielt überrascht, vielleicht schon in eingeschliffener Gewohnheit. “Ich bin die Hüterin.”
“Die Hüterin wovon?”
“Würdest du mir glauben, wenn ich dir sagte, dass ich auf eine Tür aufpasse?”, antwortete die Hüterin mit einer Gegenfrage und hatte nun ein verspieltes Funkeln in den Augen. Gebannt achtete Makoto gar nicht so genau, wohin sie gemeinsam liefen. Ihr Einkauf, wie ihre Abendpläne und die Nervosität vor dem kommenden Tag waren vergessen.
“Was für eine Tür?”
“Eine Blaue.”
“Wo ist diese Tür?”
Die Hüterin hielt plötzlich an. Verwundert sah sich Makoto um. Sie standen mitten in einer Nebenstraßen, umgeben von Einfamilienhäusern oder viel mehr von deren Zäunen und Mauern. Plötzlich klimperte etwas in einem glöckchenhellen Ton und Makoto sah überrascht herab, wo die Hüterin an ihren Gürtel in Form einer Kette griff, die sich über ihre rechte Hüfte legte und an der Schlüssel hingen. Einen zog sie von der Kette und hob ihn. Als Makoto dem Schlüssel mit den Augen folgte, stand sie plötzlich vor einem großen, blauen Portal. Verwirrt wich sie einen Halbschritt zurück und erfasste die große Tür in Gänze. “Woher-”
“Das würde etwas länger dauern, um das in Worte zu fassen, dass es verständlich ist. Vielleicht.”
Makoto blinzelte die Hüterin an und wusste nicht mehr, was los war.
Mit einer besänftigenden Geste schob die Hüterin nach: “Das sollte nicht heißen, dass ich dir das nicht vom Intellekt zutraue. Ich weiß, dass du es verstehen wirst. Aber- es ist kompliziert.”
“Kompliziert wie das Wesen vorhin?”, fragte Makoto vorsichtig.
Die Hüterin verdrehte kurz die Augen. “Das war eher eins der üblichen Alltagsgeschichten. Du musst dir um den Idioten keine Sorgen machen. Gelegentlich verirren sie sich in diese Raumzeit. Das, was die Miko gemacht hat, wird ihm eine Weile Ausschlag bereiten und eine Lehre sein, dass er nicht in Ecken schnüffelt, die über seinen Horizont hinausgehen. Es ist besser solche Begegnungen mit so wenig wie möglich Intervention zu behandeln. Solche Gestalten sind hier als Dämonen und Geister bekannt und Menschen haben Methoden gegen sie entwickelt - oder glauben es. Der Glaube von Menschen ist schon was faszinierendes. Entschuldige die lange Ausführung.”
“Nein, nein, das war- verwirrend, aber eine Erklärung, die ich vielleicht so halb verstehe. Ich weiß es nicht. Es klingt wie ein Märchen oder ein Manga?”, versuchte Makoto sie zu beruhigen und wusste nicht, ob sie nun ein paar Fettnäpfchen mitnahm mit ihrer ganzen Ehrlichkeit. Doch die Unbekannte lachte nur leise und lächelte sie dann warm an.
“Ja, das hab ich schon öfters gehört. Aber es ist heute der Tag vor deinem Schulabschluss, Makoto Kino!”, begann die Unbekannte mit etwas mehr Enthusiasmus, wogegen Makoto sich wie von einem kleinen Blitzschlag an die Realität erinnert fühlte. “Ich hatte dir zu diesem Anlass einen Ausflug versprochen!”
“Jetzt? Aber ich muss nach Hause!”
“Wenn nicht jetzt, wann dann?”, fragte die Hüterin und hob die Hand mit dem Schlüssel wie auch die, die immer noch Makotos Hand umschlossen hielt, was Makoto fast völlig vergessen hatte. “Außerdem bringe ich dich wieder genau hier hin wieder. Zeitlich. Es wäre unhöflich dich nicht zuhause abzusetzten hinterher.”
Makoto versuchte mit allem hinterher zu kommen und fühlte sich überfordert. “Moment! Ich kenn Sie gar nicht. Wann haben Sie mir einen Ausflug versprochen? Und wieso kennen Sie meinen Namen, wenn ich nicht den Ihren kenne?”
“In der Zukunft, Makoto Kino. Alles erfährst du in der Zukunft.”
“Zukunft? Das macht keinen Sinn!”
“Es macht alles Sinn, wenn du für einen Moment die Idee vergisst, dass Zeit nur linear und Raum auf einer großen Fläche verteilt ist. Alles ist gleichzeitig und überall und diese Tür führt dahin. Ich bewache diese Tür, dass keiner durchschlüpft.”
Baff von der Offenbahrung starrte Makoto das geschlossene, blaue Tor mit offenem Mund an, ehe sie schließlich murmelte. “Wohin würde der Ausflug gehen?”
“Du hattest mir mal etwas von Rosen in Versaille und Marie Antoinette erzählt. Die wollte ich dir zeigen.”
Lady Oscar?! Aber sie ist doch fiktiv! Dachte ich. Oder fliegen wir ins Versaille das, oh mein Gott, auf der anderen Seite der Erde liegt?!” Bei dem Gedanken an Flugzeuge wurde Makoto wieder ganz anders und der erste Schwung haltlosen Enthusiasmus begann zu schwinden.
“Ich weiß zwar nicht, wer diese Lady Oscar ist, aber keine Sorge, wir fliegen nicht. Wir gehen zum Rosengarten von Marie Antoinette in Versaille.”
Oh mein Gott”, wiederholte sich Makoto tonlos und spürte ihre Wangen brennen. “Ja!”

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