Team: Schwarz
Challenge: Charakterschwächen - “Als ich in deinem Alter war...” (für mich)
Fandom: Nocturn Whispers Harepocalypse Now!-AU
Charaktere: Steve, Kurt McKaulsky
Anmerkung:
alea hatte mir erlaubt, den Anzugträgerl aus diesem Teil auszuleihen und ihm einen Namen zu geben.
Der Wind pfiff um die Häuserfassade. Steve nieste unvermittelt. Mit dem Ruck, der durch seinen Körper ging, wurde auch wieder der Juckreiz geweckt, den er bis eben noch effektiv ignoriert hatte. Jeglichen Laut verkneifend biss er sich auf die Unterlippe und faltete die Hände wie in einem verkrampften Gebet zusammen. Konzentriert starrte er in die Ferne, aber sah kaum etwas, solange er noch den Juckreiz zu bekämpfen versuchte.
Neben ihm schnaufte Kurt McKaulsky. “Beiß dir nicht auch noch die Lippe durch, sonst wird das wieder ein Fall für die Krankenstation. Außerdem, wer weiß, wie gut die Biester Blut gegen den Wind riechen können.”
Steve bemühte sich sein Gesicht zu entspannen und nickte - zum Sprechen fehlte dann doch noch genug überschüssige Energie. Vermutlich fand es der alte Mr. McK ebenso unlustig mit ihm fürs erste verdonnert zu werden, wie Steve, aber Anordnung von oben. Sie hatten schon die meisten Schichten vor seinem Kräzeausbruch, weswegen Mr. McK ebenso behandelt werden musste - provisorisch. Die Professionalität des alten Herren ging flöten, sobald er zum zweiten Mal komplett in das Mittel eingeschmiert werden musste. Um das Glück perfekt zu machen, wurden beide an Beobachtungsposten verband.
Mr. McKaulsky zog mit spitzen Fingern seinen Kragen zurecht. “Wenigstens gibt es inzwischen so effektive Mittel. Wundervolle Ausrede sich sonst weniger Gedanken zu machen. Für alles gibt es heute scheinbar eine schnelle Lösung. Und jetzt sehen wir, wer weiter kommt ohne den ganzen Internetschnickschnack und Läden an jeder Ecke mit allem, was man sich nur ausdenken kann.”
“Na ja, das ist wohl der große Vorteil an unserer großen Gruppe. Es gibt immer jemanden, der etwas anderes kann. Die Leute aus dem Callcenter sind schon echt der Wahnsinn”, begann Steve eine optimistischere Note anzuschlagen, woraufhin Mr. McK nur lachte.
“Wenn du wüsstest, was mir schon für Biographien untergekommen sind in der Personalabteilung. Ich glaube, wir hatten schon alles ein Mal in dieser Zentrale eingestellt gehabt - vom Schulabbrecher über Chefköche zu Tierpflegern und Altphilologen mit einer Spezialisierung in Etruskisch. Was macht man damit, wenn die Welt untergeht? Noch schnell einen Stein von Rosetta hinterlassen?”
Verblüfft sah Steve den älteren Mann an. “Das wäre eine gar nicht so doofe Idee. Alle sind jetzt nur mit dem Hier und Jetzt beschäftigt, aber wer denkt an später?”
“Die, die es sich leisten können. Wir gehören nicht dazu.”
“Ist der Altphilologe noch dabei?”, fragte Steve neugierig, in der Hoffnung jemanden zu skurrilen Themen zu befragen, wenn er wieder unter das Volk sich mischen durfte.
“Nein”, sagte McKaulsky etwas tonlos und ohne weiteren Kommentar. Etwas sagte Steve da besser nicht nachzuhaken.
Plötzlich schlug ihm Mr. McK auf die Hand. Mit einem erschrockenen kleinen Jaulen zog Steve sie an sich und sah ihn entsetzt an, bis ihm einen Moment später aufging, wo die Hand noch einen Augenblick vorher gewesen war und was sie getan hatte.
“Nicht kratzen!”, murrte Mr. McK und sah Steve streng an, ehe er sich wieder abwandt und den zu überwachenenden Parameter ins Auge fasste. “Ich hoffe, dass das jetzt für dich eine Lehre ist. Als ich in deinem Alter war, hat man sich aus solchen Sachen nicht so einfach winden können. Grundgütiger, selbst mit anstehendem Weltuntergang hätte ich vermutlich dem Mädchen vorher einen Antrag machen müssen - oder spätestens hinterher! Da war es nicht so etwas Leichtfertiges.” Geistesabwesend tastete McKaulsky während seiner Litanei an der Brusttasche seiner Jacke, die zu seiner hörbaren Enttäuschung leer war. “Damals hat man noch für alles Verantwortung übernommen, was man gemacht hat.”
Steve musste sich nun fasst auf die Zunge beißen, um sich jeden noch so konstruktiven oder zynischen Kommentar zu verkneifen. Solche Reden hatte er sich schon zu genüge von seinem Ur-Großvater anhören müssen, als der noch lebte. Samt den immer mehr sich verändernden Erzählungen aus den Kriegen, an denen er teilgenommen hatte, oder vergangenen politischen Umständen, die gar nicht so schlimm gewesen sein sollten, wie es in der Gegenwart immer dargestellt wurde. Luxusprobleme, hatte der Ur-Großvater immer gemeckert, als gäbe es keine anderen Dinge, über man sich den Kopf zerbrechen könnte!
“Ich denke, an den Juckreiz werde ich mich noch lange erinnern, ähnlich wie an den vielleicht letzten Sex meines Lebens, dem ich das verdanke.” Oops.
Steve und McKaulsky sahen einander ausdruckslos an, ehe der ältere Mann dann doch ein schiefes Lächeln für seinen jüngeren Leidensgenossen erübrigen konnte.
Challenge: Charakterschwächen - “Als ich in deinem Alter war...” (für mich)
Fandom: Nocturn Whispers Harepocalypse Now!-AU
Charaktere: Steve, Kurt McKaulsky
Anmerkung:
Der Wind pfiff um die Häuserfassade. Steve nieste unvermittelt. Mit dem Ruck, der durch seinen Körper ging, wurde auch wieder der Juckreiz geweckt, den er bis eben noch effektiv ignoriert hatte. Jeglichen Laut verkneifend biss er sich auf die Unterlippe und faltete die Hände wie in einem verkrampften Gebet zusammen. Konzentriert starrte er in die Ferne, aber sah kaum etwas, solange er noch den Juckreiz zu bekämpfen versuchte.
Neben ihm schnaufte Kurt McKaulsky. “Beiß dir nicht auch noch die Lippe durch, sonst wird das wieder ein Fall für die Krankenstation. Außerdem, wer weiß, wie gut die Biester Blut gegen den Wind riechen können.”
Steve bemühte sich sein Gesicht zu entspannen und nickte - zum Sprechen fehlte dann doch noch genug überschüssige Energie. Vermutlich fand es der alte Mr. McK ebenso unlustig mit ihm fürs erste verdonnert zu werden, wie Steve, aber Anordnung von oben. Sie hatten schon die meisten Schichten vor seinem Kräzeausbruch, weswegen Mr. McK ebenso behandelt werden musste - provisorisch. Die Professionalität des alten Herren ging flöten, sobald er zum zweiten Mal komplett in das Mittel eingeschmiert werden musste. Um das Glück perfekt zu machen, wurden beide an Beobachtungsposten verband.
Mr. McKaulsky zog mit spitzen Fingern seinen Kragen zurecht. “Wenigstens gibt es inzwischen so effektive Mittel. Wundervolle Ausrede sich sonst weniger Gedanken zu machen. Für alles gibt es heute scheinbar eine schnelle Lösung. Und jetzt sehen wir, wer weiter kommt ohne den ganzen Internetschnickschnack und Läden an jeder Ecke mit allem, was man sich nur ausdenken kann.”
“Na ja, das ist wohl der große Vorteil an unserer großen Gruppe. Es gibt immer jemanden, der etwas anderes kann. Die Leute aus dem Callcenter sind schon echt der Wahnsinn”, begann Steve eine optimistischere Note anzuschlagen, woraufhin Mr. McK nur lachte.
“Wenn du wüsstest, was mir schon für Biographien untergekommen sind in der Personalabteilung. Ich glaube, wir hatten schon alles ein Mal in dieser Zentrale eingestellt gehabt - vom Schulabbrecher über Chefköche zu Tierpflegern und Altphilologen mit einer Spezialisierung in Etruskisch. Was macht man damit, wenn die Welt untergeht? Noch schnell einen Stein von Rosetta hinterlassen?”
Verblüfft sah Steve den älteren Mann an. “Das wäre eine gar nicht so doofe Idee. Alle sind jetzt nur mit dem Hier und Jetzt beschäftigt, aber wer denkt an später?”
“Die, die es sich leisten können. Wir gehören nicht dazu.”
“Ist der Altphilologe noch dabei?”, fragte Steve neugierig, in der Hoffnung jemanden zu skurrilen Themen zu befragen, wenn er wieder unter das Volk sich mischen durfte.
“Nein”, sagte McKaulsky etwas tonlos und ohne weiteren Kommentar. Etwas sagte Steve da besser nicht nachzuhaken.
Plötzlich schlug ihm Mr. McK auf die Hand. Mit einem erschrockenen kleinen Jaulen zog Steve sie an sich und sah ihn entsetzt an, bis ihm einen Moment später aufging, wo die Hand noch einen Augenblick vorher gewesen war und was sie getan hatte.
“Nicht kratzen!”, murrte Mr. McK und sah Steve streng an, ehe er sich wieder abwandt und den zu überwachenenden Parameter ins Auge fasste. “Ich hoffe, dass das jetzt für dich eine Lehre ist. Als ich in deinem Alter war, hat man sich aus solchen Sachen nicht so einfach winden können. Grundgütiger, selbst mit anstehendem Weltuntergang hätte ich vermutlich dem Mädchen vorher einen Antrag machen müssen - oder spätestens hinterher! Da war es nicht so etwas Leichtfertiges.” Geistesabwesend tastete McKaulsky während seiner Litanei an der Brusttasche seiner Jacke, die zu seiner hörbaren Enttäuschung leer war. “Damals hat man noch für alles Verantwortung übernommen, was man gemacht hat.”
Steve musste sich nun fasst auf die Zunge beißen, um sich jeden noch so konstruktiven oder zynischen Kommentar zu verkneifen. Solche Reden hatte er sich schon zu genüge von seinem Ur-Großvater anhören müssen, als der noch lebte. Samt den immer mehr sich verändernden Erzählungen aus den Kriegen, an denen er teilgenommen hatte, oder vergangenen politischen Umständen, die gar nicht so schlimm gewesen sein sollten, wie es in der Gegenwart immer dargestellt wurde. Luxusprobleme, hatte der Ur-Großvater immer gemeckert, als gäbe es keine anderen Dinge, über man sich den Kopf zerbrechen könnte!
“Ich denke, an den Juckreiz werde ich mich noch lange erinnern, ähnlich wie an den vielleicht letzten Sex meines Lebens, dem ich das verdanke.” Oops.
Steve und McKaulsky sahen einander ausdruckslos an, ehe der ältere Mann dann doch ein schiefes Lächeln für seinen jüngeren Leidensgenossen erübrigen konnte.