Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: Angst - "Warum sollte irgendjemand nach dir suchen?" (fürs Team. Weltherrschaft ^-^)
Fandom: Nocturne Whispers (Masterpost)
Charaktere: Chikara, OCs, (Yann)
Anmerkung: Für
alea, die mir bei der Suche nach der erforderlichen modernen Kunst geholfen hat.
Bei dem erwähnten Bild handelt es sich übrigens um das hier.
Es gab wohl wenig, was unmotivierter war, als eine Schulklasse in einem Kunstmuseum. Jedenfalls schlurften die Jugendlichen wie in Trance dem Museumsführer und einer zu enthusiastischen Lehrerin hinterher. Die tat zwar ihr bestes, die Herde zusammenzuhalten, aber es war offensichtlich, dass sie an ihre Grenzen geriet.
Chikara verstand nicht, warum sie alleine mit ihnen hergekommen war. Es hatte doch noch jemand dabei sein sollen, oder nicht? Aber es war sonst niemand aufgetaucht und jetzt waren sie hier. Leider. Kunst interessierte sie nicht besonders. Jedenfalls nicht das, was Mrs. Presley darunter verstand und wie sie es erklärte. Der Mitarbeiter des Museums hatte es besser erklärt, jedenfalls als sie am Anfang noch in Hörweite gewesen war. Ein Bereich der bei einer gelangweilten Schulklasse schnell verlassen war.
Sie blieb bei einem Bild stehen und musterte es genauer. Eigentlich hatte Jim Recht, wenn er fragte, warum jemand mit… so etwas reich werden konnte. Auch wenn sie ihm sonst wirklich nicht gerne Recht gab. Vermutlich weil sonst keiner auf die Idee gekommen war, ein paar Striche als Kunst zu bezeichnen. Und dann machte man Wirbel darum, dass es von einem Einwanderer war. Genug jedenfalls, um es in eine Ausstellung aufzunehmen.
Als sie sich umsah, bemerkte sie, dass sie weit zurückgefallen war. Sie war mit Absicht etwas zurückgeblieben, weil sie dann ihre Ruhe hatte. Aber den Anschluss wollte sie auch nicht verlieren, sondern einfach nur möglichst weit weg von Jim und seinen Freunden sein. Zum Glück behielt Mrs Presley die drei gut im Auge, sie unterrichtete sie schon eine ganze Weile. Trotzdem blieb Chikara knapp hinter der Nachhut zurück und musterte die Ausstellungsstücke nur noch beiläufig. Jedenfalls bis sie ein Bild bemerkte, das ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie wusste nicht, warum, es war nicht einmal besonders… schön. Aber das konnte man hier von keinem Werk behaupten. Trotzdem schien wenigstens Yann von einigen Bildern ziemlich fasziniert zu sein, wie sie hin und wieder beobachtet hatte.
Und jetzt stand sie hier vor dem Bild und fragte sich, was jemanden zu so einem Motiv inspirierte. Jedenfalls bis sie das Schild daneben las. Der Erste Weltkrieg. Natürlich… sie wusste da nicht besonders viel drüber, abgesehen von dem bisschen was bisher in der Schule behandelt worden war und Europa war da bisher eher vernachlässigt worden.
Sie sah auf die Figuren hinter dem Soldaten. Ein Mann der an einem Knochen nagte. Darunter eine Leiche… Ratten… Chikara schluckte. Nein, sie würde nicht weiter darüber nachdenken, was für ein Knochen das genau war. Sie wollte es wirklich nicht wissen. Trotzdem. Jetzt wo der Gedanke sich einmal festgesetzt hatte, verschwand er einfach nicht mehr.
Es dauerte eine Weile, bis sie sich von dem Bild losreißen konnte und eisiger Schreck durchrieselte sie. Wo waren die anderen? Sie waren doch gerade noch dagewesen. Wie lange hatte sie vor dem Bild gestanden? Offenbar zu lange. Hektisch sah sie sich um, ob sie nicht doch irgendwo einen Nachzügler fand. Aber sie sah nur zwei andere Besucher, die sie theoretisch fragen könnte. Aber praktisch würde sie sich das niemals trauen. Mitten im Raum standen ein paar große… Skulpturen, hinter denen sie noch schaute, aber dort fand sie auch keinen, den sie kannte.
Es gab nur drei Wege, die ihre Klasse hätte nehmen können, aber das Museum war ein Labyrinth. Sollte sie es riskieren sich auf die Suche zu machen? Oder hier warten und hoffen, dass jemand sie suchen kam?
„Hey, Schlitzauge. Willste auch so nen Müll abliefern?“
Anscheinend war sie doch nicht die einzige aus ihrer Klasse hier. Wie von selbst fielen ihre schwarzen Haare wie ein Vorhang über ihr Gesicht. Zwar würde das ihre Mimik verbergen aber… jeder wusste, dass sie sich so versteckte, wenn sie verunsichert war. Langsam wich sie einen Schritt zurück und stieß gegen etwas zu Weiches. Hände legten sich auf ihre Schultern und hielten sie fest. Erschrocken spannte sie sich an. Es wäre bestimmt ganz einfach, Mathew oder Juan abzuschütteln. Aber sie fühlte sich wie erstarrt. Wenn sie sich wehrte, würde sie nur Ärger bekommen… war das nicht immer so? Außerdem taten sie ihr ja nichts, auch wenn die Berührung sich durch ihre Kleidung zu brennen schien.
„Wir sollten zu den anderen…“, murmelte sie und hörte wie Jim schnaubte. „Mathew war schlecht und jemand musste ihn doch rausbringen. Wir sind also safe. Und du? Warum sollte irgendjemand nach dir suchen? Dass du weg bist merkt doch eh keiner.“
„Dafür müsste sie ja Freunde haben.“
Das saß. Sie war die Außenseiterin, von der selbst Klassenkameraden den Namen vergaßen. Niemand würde sie vermissen. Vielleicht Mrs. Presley, wenn sie draußen durchzählte.
„Können ja draußen auf sie warten, der Kram hier ist eh ätzend.“ Mathews Stimme war direkt hinter ihr. Also hielt er sie fest. Chikara schüttelte den Kopf. „Bitte… lass mich los…“ Damit spielte sie den beiden (oder dreien?) nur in die Hände, das wusste sie genau. Aber was blieb ihr sonst? Hier war sie halbwegs sicher. Man müsste ziemlich dumm sein um ausgerechnet in einem Museum mehr anzustellen. Aber draußen sah die Sache anders aus.
Ihre Augen brannten. Sie wusste, dass sie sich das nicht gefallen lassen sollte. Ein Lehrer hatte ihr mal gesagt, dass sie sich wehren sollte, wenn ihr jemand zusetzte. Aber wie sie das tun sollte, hatte er nicht erklärt. „Du bist immer zu still. Mach ihnen klar, dass du dir das nicht gefallen lässt.“ Was er daran für hilfreich gehalten hatte, war ihr immer noch nicht klar.
Mathew ließ sie natürlich nicht los. Dafür hob Jim ihre Haare etwas an und beugte sich zu ihr vor. Chikaras Augen weiteten sich. Er war deutlich zu nah.
„Hey! Lasst sie in Ruhe!“ Als Yanns Stimme durch den Raum schnitt, lenkte es Jim und Mathew genug ab, dass Chikara sich mit einer schnellen Bewegung unter den Jungen wegduckte und die Flucht ergreifen konnte.
Challenge: Angst - "Warum sollte irgendjemand nach dir suchen?" (fürs Team. Weltherrschaft ^-^)
Fandom: Nocturne Whispers (Masterpost)
Charaktere: Chikara, OCs, (Yann)
Anmerkung: Für
Bei dem erwähnten Bild handelt es sich übrigens um das hier.
Es gab wohl wenig, was unmotivierter war, als eine Schulklasse in einem Kunstmuseum. Jedenfalls schlurften die Jugendlichen wie in Trance dem Museumsführer und einer zu enthusiastischen Lehrerin hinterher. Die tat zwar ihr bestes, die Herde zusammenzuhalten, aber es war offensichtlich, dass sie an ihre Grenzen geriet.
Chikara verstand nicht, warum sie alleine mit ihnen hergekommen war. Es hatte doch noch jemand dabei sein sollen, oder nicht? Aber es war sonst niemand aufgetaucht und jetzt waren sie hier. Leider. Kunst interessierte sie nicht besonders. Jedenfalls nicht das, was Mrs. Presley darunter verstand und wie sie es erklärte. Der Mitarbeiter des Museums hatte es besser erklärt, jedenfalls als sie am Anfang noch in Hörweite gewesen war. Ein Bereich der bei einer gelangweilten Schulklasse schnell verlassen war.
Sie blieb bei einem Bild stehen und musterte es genauer. Eigentlich hatte Jim Recht, wenn er fragte, warum jemand mit… so etwas reich werden konnte. Auch wenn sie ihm sonst wirklich nicht gerne Recht gab. Vermutlich weil sonst keiner auf die Idee gekommen war, ein paar Striche als Kunst zu bezeichnen. Und dann machte man Wirbel darum, dass es von einem Einwanderer war. Genug jedenfalls, um es in eine Ausstellung aufzunehmen.
Als sie sich umsah, bemerkte sie, dass sie weit zurückgefallen war. Sie war mit Absicht etwas zurückgeblieben, weil sie dann ihre Ruhe hatte. Aber den Anschluss wollte sie auch nicht verlieren, sondern einfach nur möglichst weit weg von Jim und seinen Freunden sein. Zum Glück behielt Mrs Presley die drei gut im Auge, sie unterrichtete sie schon eine ganze Weile. Trotzdem blieb Chikara knapp hinter der Nachhut zurück und musterte die Ausstellungsstücke nur noch beiläufig. Jedenfalls bis sie ein Bild bemerkte, das ihre Aufmerksamkeit auf sich zog. Sie wusste nicht, warum, es war nicht einmal besonders… schön. Aber das konnte man hier von keinem Werk behaupten. Trotzdem schien wenigstens Yann von einigen Bildern ziemlich fasziniert zu sein, wie sie hin und wieder beobachtet hatte.
Und jetzt stand sie hier vor dem Bild und fragte sich, was jemanden zu so einem Motiv inspirierte. Jedenfalls bis sie das Schild daneben las. Der Erste Weltkrieg. Natürlich… sie wusste da nicht besonders viel drüber, abgesehen von dem bisschen was bisher in der Schule behandelt worden war und Europa war da bisher eher vernachlässigt worden.
Sie sah auf die Figuren hinter dem Soldaten. Ein Mann der an einem Knochen nagte. Darunter eine Leiche… Ratten… Chikara schluckte. Nein, sie würde nicht weiter darüber nachdenken, was für ein Knochen das genau war. Sie wollte es wirklich nicht wissen. Trotzdem. Jetzt wo der Gedanke sich einmal festgesetzt hatte, verschwand er einfach nicht mehr.
Es dauerte eine Weile, bis sie sich von dem Bild losreißen konnte und eisiger Schreck durchrieselte sie. Wo waren die anderen? Sie waren doch gerade noch dagewesen. Wie lange hatte sie vor dem Bild gestanden? Offenbar zu lange. Hektisch sah sie sich um, ob sie nicht doch irgendwo einen Nachzügler fand. Aber sie sah nur zwei andere Besucher, die sie theoretisch fragen könnte. Aber praktisch würde sie sich das niemals trauen. Mitten im Raum standen ein paar große… Skulpturen, hinter denen sie noch schaute, aber dort fand sie auch keinen, den sie kannte.
Es gab nur drei Wege, die ihre Klasse hätte nehmen können, aber das Museum war ein Labyrinth. Sollte sie es riskieren sich auf die Suche zu machen? Oder hier warten und hoffen, dass jemand sie suchen kam?
„Hey, Schlitzauge. Willste auch so nen Müll abliefern?“
Anscheinend war sie doch nicht die einzige aus ihrer Klasse hier. Wie von selbst fielen ihre schwarzen Haare wie ein Vorhang über ihr Gesicht. Zwar würde das ihre Mimik verbergen aber… jeder wusste, dass sie sich so versteckte, wenn sie verunsichert war. Langsam wich sie einen Schritt zurück und stieß gegen etwas zu Weiches. Hände legten sich auf ihre Schultern und hielten sie fest. Erschrocken spannte sie sich an. Es wäre bestimmt ganz einfach, Mathew oder Juan abzuschütteln. Aber sie fühlte sich wie erstarrt. Wenn sie sich wehrte, würde sie nur Ärger bekommen… war das nicht immer so? Außerdem taten sie ihr ja nichts, auch wenn die Berührung sich durch ihre Kleidung zu brennen schien.
„Wir sollten zu den anderen…“, murmelte sie und hörte wie Jim schnaubte. „Mathew war schlecht und jemand musste ihn doch rausbringen. Wir sind also safe. Und du? Warum sollte irgendjemand nach dir suchen? Dass du weg bist merkt doch eh keiner.“
„Dafür müsste sie ja Freunde haben.“
Das saß. Sie war die Außenseiterin, von der selbst Klassenkameraden den Namen vergaßen. Niemand würde sie vermissen. Vielleicht Mrs. Presley, wenn sie draußen durchzählte.
„Können ja draußen auf sie warten, der Kram hier ist eh ätzend.“ Mathews Stimme war direkt hinter ihr. Also hielt er sie fest. Chikara schüttelte den Kopf. „Bitte… lass mich los…“ Damit spielte sie den beiden (oder dreien?) nur in die Hände, das wusste sie genau. Aber was blieb ihr sonst? Hier war sie halbwegs sicher. Man müsste ziemlich dumm sein um ausgerechnet in einem Museum mehr anzustellen. Aber draußen sah die Sache anders aus.
Ihre Augen brannten. Sie wusste, dass sie sich das nicht gefallen lassen sollte. Ein Lehrer hatte ihr mal gesagt, dass sie sich wehren sollte, wenn ihr jemand zusetzte. Aber wie sie das tun sollte, hatte er nicht erklärt. „Du bist immer zu still. Mach ihnen klar, dass du dir das nicht gefallen lässt.“ Was er daran für hilfreich gehalten hatte, war ihr immer noch nicht klar.
Mathew ließ sie natürlich nicht los. Dafür hob Jim ihre Haare etwas an und beugte sich zu ihr vor. Chikaras Augen weiteten sich. Er war deutlich zu nah.
„Hey! Lasst sie in Ruhe!“ Als Yanns Stimme durch den Raum schnitt, lenkte es Jim und Mathew genug ab, dass Chikara sich mit einer schnellen Bewegung unter den Jungen wegduckte und die Flucht ergreifen konnte.