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[identity profile] nyx-chan.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schwarz
Challenge: Charakterschwächen - Snob (für mich)
Fandom: Nocturn Whispers Harepocalypse Now!-AU
Charaktere: Steve, René, Kelsey B. (nicht zu verwechseln mit Kelsey Willson XD)

Wenn die Welt unterging, änderten sich so manche Dinge, wie der persönliche Anspruch. Wer gegen wahnsinnige Lagomorpha überleben wollte, musste sich anpassen, Ideenreichtum beweisen und einen großen Überlebenswillen neben einer Portion Glück haben. Jeder musste persönliche Opfer bringen - wie jeder damit umging war jedoch unterschiedlich.
Bei der abendlichen Essensausgabe holte Steve seine Portion ab. Diese bestand meistens aus Matsch einer unbestimmten Farbe mit gröberer Nahrung besser bestimmbarer Farbe und gelegentlich Dingen, die Steve erkannte. Aber er war noch nie ein großer Koch gewesen und von zuhause war er mehr Mikrowellennahrung als Drei-Gänge-Menüs gewohnt. Das einzige, das sich für ihn geändert hatte, waren die Farbschemata und die tägliche Mensaatmosphäre. Mit seiner Schüssel verließ er die provisorische Ausgabe neben der Küche und steuerte auf den angrenzenden Aufenthaltsraum zu. Dort saßen bereits in einer Ecke Kelsey und René mit ihrem Essen. Steve glaubte Glück zu haben. Vor René hatte er Respekt, seit er wusste, dass sie ein Werwolf war, aber sonst war sie schwer ok. Kelsey Brooks dagegen war eine ganz eigene Sache und vielleicht mochte Steve sie auch etwas. Mit breitem Lächeln gesellte er sich zu den zwei jungen Frauen.
“Ist bei euch noch ein Platz frei?”
Beide sahen von ihren Schüsseln auf. “Klar!”, antwortete Kelsey prompt und René nickte zustimmend.
Steve machte sich auf dem freien Hocker neben ihnen gemütlich und stellte seine Schüssel auf die Knie. Er wollte den gehäuften Esslöffel zu seinem Mund führen als ihm Kelseys unglücklicher Gesichtsausdruck auffiel. Sein Hunger war jedoch größer und er wollte zuerst den Bissen nehmen, ehe er nachfragte. Doch Kelseys Gesichtsausdruck sprach Bände, als ihre Miene sich immer mehr verzog, je weiter er mit seiner Nahrungsaufnahme fortfuhr. Er war sich nicht sicher, ob sie überhaupt versuchte ihren Ekel zu verstecken. Er würde nur gern wissen, ob es etwas mit ihm oder dem Essen zu tun hatte. “Was ist los?”, fragte er schließlich, nachdem er runtergeschluckt hatte.
René neben ihnen seufzte und löffelte selber ihre Portion, wenn auch nicht mit besonderem Enthusiasmus.
“Ich krieg das nicht runter”, gestand Kelsey und ließ die Masse mit weniger beschreibbarer Farbe von ihrem Löffel zurück in die Schüssel fallen.
“Wenn du mit deinem Essen spielst, wird es nicht besser”, murmelte René neben ihr.
“Das ist nicht mein ‘Essen’”, protestierte Kelsey etwas zu laut. Als sie die ersten bösen Blicke auf sich spürte, duckte sie sich etwas, als könne sie sich hinter René verstecken. Mit einem verschwörerischen Murmeln fuhr sie fort: “Seit einer Woche versuche ich Willson klar zu machen, sie soll bei Velasquez oder bei wem auch immer, der grad den Dienstplan aufstellte, ein gutes Wort einlegen, damit ich wieder in der Küche eingeteilt werde. Ich verstehe nicht, warum ich eine Sperre bekommen habe! Das, was sie uns vorsetzen, ist widerlich! Allein die Salzmenge - wenn Steve Mr. McKaulsky nicht ins Grab treibt, dann sicherlich die Masse an Salz!”
“Hey”, warf Steve ein, aber es klang mehr wehleidig als forsch. Ihm gefiel nicht die Idee, dass er inzwischen als der Albtraum von Mr. McK galt.
“Ganz zu schweigen davon, dass sie alles völlig zerkochen!”, fuhr Kelsey unbeeindruckt fort. “Die ganzen Inhaltsstoffe, die dabei verloren gehen, ganz abgesehen vom Geschmack. Die würden sogar Salat kochen, wenn sie könnten. Und mir dreht sich der Magen um, wenn ich daran denke, wie viel gesättigte Fettsäuren in all dem sind - unnötigerweise!”
“Warst du vorher Köchin?”, fragte Steve etwas erfürchtig. Irgendwo in der Hälfte konnte er Kelsey nicht mehr ganz folgen, weil das meiste ihm nicht viel sagte, weil es ihn bisher nicht gekümmert hatte. Das wichtigste Kriterium für Essen war sättigend. Dabei blieb Steve. Es war nicht immer irgendwie lecker, aber wenn er davon satt werden konnte und nicht krank wurde, dann war er zufrieden, selbst wenn er manchmal von Pizza träumte.
“Nein, das vielleicht nicht”, begann Kelsey.
“Sie kann nur Smoothies machen”, ergänzte René ungefragt.
“Aber sehr gesunde, ausgewogene Smoothies!”
“DIe sogar lecker sind- waren.”
Steve hatte bisher noch nie einen Smoothie getrunken und er war sich unsicher, ob er es bereute.
“Aber nein, ich war keine Köchin. Ich habe am College mich mit Ernährungswissenschaften beschäftigt.”
“Oh!” Für Steve fügten sich einige Dinge. “Darum bist du mit Willson und René in der Essenssucher-Gruppe, oder?”
“Genau! Und weil ich weiß, was wir hier so zusammentragen, kann ich sagen: ja, es ist nicht ideal, aber wir könnten das sehr viel besser umsetzen!”
Nachdem René den letzten Rest aus ihrer Schüssel gekratzt und gegessen hatte, nahm sie die Schüssel aus Kelseys Händen. “Du hast jedem, der mit dir Dienst hatte, und wann immer du konntest, Unfähigkeit und ähnliches vorgeworfen. Darum hast du Küchenverbot.”
“Aber wenn es stimmt”, begann Kelsey und wurde von einem Blick Renés zum Schweigen gebracht.
Steve sah mit neuen Augen auf seine Schüssel mit Essen hinab.
“Wie kannst du das essen?”, flüsterte Kelsey fast schon gequält, als René demonstrativ einen Löffel ihrer Portion in den Mund schob. “Ich dachte, du hast so gute Sinne, so als Werfwolf und alles.”
“Weißt du, welcher Sinn bei mir auch schärfer ist als bei dir?”, fragte René.
“Hm?”
“Mein Überlebenssinn. Darum pass ich auf deinen knochigen Hintern auf.” Sie gab Kelsey ihre Schüssel mit Nachdruck zurück. “Und jetzt iss auf, sonst petze ich’s Willson.”

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