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Titel: Erwachen
Team: Weiß (Titanic)
Challenge: Angst: „Warum sollte irgendjemand nach dir suchen?“ – Fürs Team
Fandom: ARK Survival Evolved (@[livejournal.com profile] nyx_chan oder @[livejournal.com profile] rei17, ich bräuchte ein Tag, bitte.)
Rating: PG
Genre: Gen, Angst,
Warnungen: None
Zusammenfassung: Halbnackt und völlig verwirrt wachst du am Strand einer seltsamen Insel auf…
Wörter: ~1100
Anmerkungen: So, also, ARK Survival Evolved ist ein PC-Spiel, bei dem der Spieler am Anfang halbnackt und völlig ohne Ausrüstung auf einer seltsamen Insel aufwacht. Man hat nichts, weiß von nichts und muss irgendwie überleben ohne von den zahlreichen Dinos (Ja, ich liebe Dinos XD) oder sonstigen Viechern gefressen, totgetreten oder aufgespießt zu werden. Es ist ein Open-World-Spiel, auch wenn da wohl irgendwie eine Geschichte hinter steckt, denn man findet immer mal wieder sogenannte „Explorer Dossiers“.

Naja, ich habe einfach mal ein bisschen herumgesponnen und versucht, eine kleine Geschichte aus dem Spielanfang zu machen. So richtig wollte es noch nicht, weil ich mir mit mir selbst nicht einig war, ob ich jetzt First Person oder Second Person POV schreiben wollte, aber egal. Ich habe noch ein paar Ideen, vielleicht kommt da noch was. Nicht dass ich nicht schon genug Fandoms oder Originale hätte, aber was soll ich tun? Bunnies sind Bunnies, da hilft nur schreiben. XD


Erwachen

Du kommst langsam zu dir. Dein Kopf dröhnt, alles ist irgendwie schwammig und verschwommen. Da ist ein Gedanke, eine Erinnerung, irgendetwas. Es kriecht an den Rändern deines Bewusstseins herum, immer gerade außerhalb deiner Reichweite. Du strengst dich an, greifst danach, kriegst es nicht zu fassen. Alles bleibt vage. Da ist nur das überwältigende Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar falsch ist hier.

Rauschen umgibt dich, laut und rhythmisch, als hielte dir jemand eine Muschelschale ans Ohr. Manchmal sind da schrille Schreie, kommen näher, entfernen sich wieder. Dein linker Arm fühlt sich seltsam an, taub und kribbelig zugleich, wie eingeschlafen. Wo bist du? Was ist passiert?

Du schlägst die Augen auf. Die Welt ist weiß. Du siehst nichts. Nur grelles, weißes Licht. Es sticht, treibt dir die Tränen in die Augen. Geblendet presst du die Lider wieder zusammen, wartest einen Moment, spürst in dich hinein. Du liegst auf dem Boden. Der Untergrund unter dir ist seltsam. Kühl und feucht, zugleich fest und instabil, ein bisschen rau und irgendwie krümelig. Wie Sand. Du konzentrierst dich auf die Geräusche. Das Rauschen wird klarer. Ein gleichmäßiges auf und ab, wie Wellen, die auf einen Strand auflaufen. Und die Schreie sind doch mehr ein Kreischen. Es könnten Möwen sein. Ein Strand, dämmert es dir. Du liegst an einem Strand.

Abermals schlägst du die Augen auf, vorsichtiger dieses Mal, schaust zu Boden. Dieses Mal ist alles gelbbräunlich. Immerhin, es blendet nicht. Du wartest eine Weile, lässt deinen Augen Zeit sich daran zu gewöhnen. Details schwimmen in den Fokus. Langsam schält sich eine körnige Struktur aus der gleichförmigen Masse. Du kratzt ein paar Körner auf, zerreibst sie zwischen den Fingern. Ja, Sand, ganz eindeutig. Feuchter Sand. Er kratzt an deiner Wange, an der Schulter, am Bauch, am Oberschenkel. Du bist nackt!

Mit einem Schlag bist du hellwach, alle Benommenheit, alles Fragen für den Moment vergessen. Du springst auf, schaust an dir herunter. Nein, du bist nicht nackt. Nur fast. Ein Höschen aus rauem Stoff hat man dir gelassen. Und einen Streifen um die Brust. Nicht viel, aber besser als gar nichts. Obwohl es wahrscheinlich im Zweifel auch keinen Unterschied mehr machen wird. Du starrst auf deine Füße, für den Augenblick unfähig auch nur einen klaren Gedanken zu fassen. Sand und Wasser quellen zwischen deinen Zehen hindurch. Für einen Augenblick ist da eine Bild von einem kleinen Mädchen vor deinem geistigen Auge. Es steht am Strand, wippt von den Zehenspitzen auf die Fersen, lacht fröhlich, als sich der Sand unter ihren Füßen verflüssigt. Ein Blitz schießt durch deinen Arm, zersprengt das Bild in tausend Bruchstücke. Dein ganzer Körper kribbelt. Aus Reflex greifst du nach deinem Handgelenk, presst den Handballen darauf. Da ist etwas auf deiner Haut, drückt hart und kalt in deine Handfläche. Du reißt deinen Blick los von deinen Zehen, hebst deinen linken Arm vor deine Augen.

Da, an der Innenseite deines Handgelenks klebt etwas. Eine Raute, blauschwarz schimmernd, wie ein Glasornament, an den Seiten leicht abgeflacht. Du reibst mit den Handballen darüber, kratzt, versuchst die Fingernägel unter die Kante zu bekommen, um es abzureißen. Ein Stromstoß jagt durch deinen Körper, raubt dir den Atem, holt dich fast von den Füßen. Keuchend lässt du die Hand sinken, starrst dieses Ding an. Was auch immer es ist, es ist nicht auf deinem Arm, es ist in deinem Arm, verbunden mit deinem Nervensystem. Du kannst es nicht entfernen, ohne dich zu verletzen. Aber der Stromstoß hat deinen Kopf geklärt und jetzt kriegst du endlich zu fassen, was da die ganze Zeit in deinem Hinterkopf gelauert hat. Plötzlich ist sie wieder da, die Erinnerung.

Dein Schiff, deine Mannschaft, die Fracht, bestenfalls halblegal, die ihr nach Alpha Centauri transportieren solltet, die seltsamen Aliens, die Verfolgungsjagd, wie sie euch gekapert haben und dann ihre seltsame Forderung. Eine Geisel wollten sie haben, nur eine. Dann könnte der Rest ziehen. Sie hatten die Forderung noch nicht ganz ausgesprochen, da hat dir schon jemand einen Stoß gegen die Schulter gegeben. Du bist ein paar Schritt nach vorn gestolpert oder die anderen nach hinten oder beides. Es war dann auch egal. Du standst plötzlich allein vor diesen Aliens und damit war dein Schicksal besiegelt. Das letzte, woran du dich noch erinnern kannst, ist ein blendendes Licht – und jetzt bis du hier.

Wieviel Zeit ist vergangen? Was ist in der Zwischenzeit passiert? Haben sie deine Mannschaft wirklich ziehen lassen? Warum haben sie dich überhaupt als Geisel genommen? Nur um dich hier auszusetzen? Fragen über Fragen in deinem Kopf. Nichts ergibt Sinn. Wo bist du überhaupt? Was für ein Planet ist das hier? Du hebst den Blick von deinem Arm, schaust dich das erst Mal wirklich um.

Du stehst an einem Stand, an der Spitze einer kleinen Landzunge. Hinter dir ist der Ozean. Kleine Wellen rollen auf den Strand. Vor dir kriecht eine kleine Hügelkette langsam aufwärts. Hohe Gräser und Farne wiegen sich im Wind, vereinzelt auch Palmen ganz unterschiedlicher Größe. Neben dir zieht sich eine lange schmale Bucht ein ganzes Stück ins Landesinnere bis sie vor eine steile Felsklippe stoßen. Das gegenüberliegende Ufer ist steiler, felsiger und dicht bewaldet – und darüber erhebt sich ein riesiger graublauer Obelisk, an dessen Spitze seltsame rote Zeichen leuchten.

Die Basis der Aliens? Ihre Stadt? Ein Gefangenenlager? Bist du geflohen und dann hier zusammengebrochen? Bist du auf eine Marsch hier einfach umgefallen und man hat dich für tot gehalten und liegen lassen? Du schaust dich um, begutachtest den Boden. Da sind keine Spuren, außer deinen der letzten paar Minuten. Es ist, was wärst du einfach vom Himmel gefallen. Du legst den Kopf in den Nacken. Die Sonne blendet. Ein paar weiße Wölkchen sind zu sehen und ein riesiger Schatten segelt über dich hinweg. Du senkst den Blick wieder, blinzelst ein paar Mal, bis die Nachbilder verschwinden. Was kannst du jetzt tun? Was solltest du jetzt tun?

Weggehen? Hier warten? Auf Rettung? Werden sie dich retten? Bestimmt. Oder doch nicht. Sie müssen dich doch vermissen. Natürlich vermissen sie dich. Und sie werden dich suchen. Ganz bestimmt.

Nein… nein, das werden sie bestimmt nicht. Warum auch? Warum sollte irgendjemand nach dir suchen? Es gibt keinen Grund. Im Gegenteil. Sie haben tausend Gründe, dich nicht zu suchen. Weil sie glauben, dass du längst tot bist. Weil sie sich dann ihrem Verrat stellen müssten. Weil die Aliens vielleicht gar nicht Wort gehalten haben. Es wird niemand kommen. Jedenfalls nicht freiwillig und nicht in absehbarer Zeit. Darauf kannst du nicht hoffen. Darauf darfst du nicht hoffen. Du bist hier ganz allein auf dich gestellt. Das ist alles, worauf du dich verlassen kannst.

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