Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: Charakterschwächen - Muss immer das letzte Wort haben
Fandom: Nocturne Whispers (Masterpost)
Charaktere: Aidan Harper, Lauren Simmons, Faith Harper
Widmung: Für
alea, die sich diese Geschichte gewünscht und mir dafür ihren Lauren anvertraut hat. Ich hoffe, du bereust es nicht *hust*
Als er plötzlich ausgerechnet von Lauren Simmons angerufen wurde, hätte Aidan an einen Scherz geglaubt, wäre er sich nicht ziemlich sicher, dass der Artgenosse am anderen Ende der Leitung nicht der Typ für so etwas war. “Und warum fragst du da ausgerechnet mich?”, fragte er in bester unverbindlicher Callcenter-Tonlage. So gut es bei der Wortwahl eben ging.
“Die Hotline war überfüllt und hat mich nach einer halben Stunde rausgeworfen.”
“Ja, das passiert manchmal, wenn die Line zu voll ist.” Etwas schadenfroh war er ja… aber: “Woher hast du eigentlich meine Nummer?” Die stand nicht im Telefonbuch, weder seine private und schon gar nicht seine Handynummer.
“Du bist in den Unterlagen meines Vaters gelistet. Ich hab ihn gefragt.” Der zweite Satz kam etwas defensiv, als wäre Lauren zuwider jemand würde ihn verdächtigen, auf eigene Faust herumzuschnüffeln. Im übertragenen Sinne natürlich. Dabei wäre Aidan der letzte, der etwas dagegen sagen würde. Etwas zu schnell um dabei unverdächtig zu sein, sprach Lauren schon weiter: “Vielleicht könntest du vorbeikommen, und es dir mal ansehen?”
“Ich bin im telefonischen Support tätig. Hausbesuche gehören nicht in meinen Zuständigkeitsbereich.” Ehrlich, jemand aus dem Rudel, für das er im besten Fall jemand war, den man für die eigenen Zwecke einspannen konnte und der sonst mit Verachtung oder eisiger Höflichkeit behandet wurde. Höflichkeit, hinter der sich nicht selten auch Verachtung verbarg. Weil er nichts vom Rudel wissen wollte. Weil er sich mit Vampiren abgab und sogar enge Kontakte pflegte. Dabei war gerade der Alpha sich nicht zu schade, eben diese Kontakte für sich zu nutzen. Dass eben dieser Alpha aber gleichzeitig zu denen gehörte, mit denen Aidan noch am besten zurecht kam, war vermutlich bezeichnend. Aber ihnen ging es beiden ums Geschäft. Das wars.
Lauren gehörte zu denen mit der eisigen Höflichkeit und Aidan war sich noch nicht sicher, was dahintersteckte. Dass er sich dazu herablassen würde, ausgerechnet ihn anzurufen, weil sein Internet nicht funktionierte, war schon… verdächtig. Höflich ausgedrückt.
“Nicht mal für nen Kasten Bier?”
Ganz sicher nicht dafür. “Nein. Ich geb dir gerne die Nummer des Kundenservices. Die nehmen einen Auftrag auf und schicken dir jemanden vorbei. Oder lösen es direkt am Telefon mit dir.” Weil es in 99% der Fälle ein Anwenderfehler war. Ziemlich sicher auch in diesem.
Am anderen Ende der Leitung herrschte kurz Schweigen, bis das durch ein Miauen durchbrochen wurde. Lauren Simmons hatte eine Katze? Oder war er bei jemandem zu Besuch? “Wo ich dich eh schon dran habe…” Lauren klang etwas resigniert. Aidan merkte sich das für später und seufzte. “Von mir aus. Du hast gesagt, der Router ist neu?”
“Ja.”
“Hast du dir die Bedienungsanleitung angesehen?”
“Ja?”
Aidan verkniff sich, dass er daran ernsthafte Zweifel hatte. Die Leute lasen keine Bedienungsanleitung. Gerade Männer nicht. “Dann erklär mir mal, was du gemacht hast.”
Gut fünf Minuten später murrte er: “Du hast dir die Anleitung nicht angesehen. Die Verkabelung ist falsch.”
“Oh…”
Etwas stimmte da nicht. Aidan kannte Reaktionen von Kunden, wenn es auf so etwas hinauslief. Das war nur sehr selten eine davon.
“Okay, Simmons. Du hast jetzt gut zehn Minuten meiner Lebenszeit verschwendet. Den Rest schaffst du ganz sicher alleine. Viel Erfolg.” Er legte auf und stellte fest, dass er in der Zwischenzeit einen Anruf verpasst hatte. Und war einen, der wohl deutlich wichtiger gewesen war. Es gab Geschäftspartner, die ließ man besser nicht zu lange warten. Je eher er da die bestellten Informationen ablieferte, desto besser.
Und ganz nebenbei hatte er sich gemerkt, dass ausgerechnet Lauren Simmons offenbar ein Katzenfreund war. Oder wenigstens Katzenhalter.
Im Leben hätte er nicht damit gerechnet, dass drei Tage später wieder sein Handy klingeln würde und dann auch noch wieder Lauren war. “Ist dein Router wieder kaputt?”
“Nein…” Das war mit viel gutem Willen ein betretenes Knurren. Eigentlich klang es aber eher nach jemandem, der etwas tat, worauf er gerade absolut keine Lust hatte.
“Na immerhin.” Aidan überlegte für einen kurzen, fiesen Moment, ob er noch etwas drauf herumreiten sollte, aber er sollte es sich besser nicht mit Lauren verscherzen. “Also? Was kann ich für dich tun?” Er schaffte es, seine Stimme wieder geschäftsmäßig zu halten und pflückte das Fellknäuel, dass Faith und Peter sich zugelegt hatten, von seinem Hosenbein. Ein pikiertes Maunzen antwortete ihm und scharfe Krallen blieben für einen Moment in der Jeans hängen.
“Du hast mir letztens geholfen, dafür schulde ich dir was.”
“Aha? Und was?” Das zweite Fellknäuel schnupperte an seinem Fuß und stob davon. Werwolfgeruch war wohl noch zu merkwürdig. Was ihre Schwester nicht störte. Lee begann zufrieden zu schnurren, als er ihren Kopf kraulte. Dass sie ihre Krallen dann wieder in seine Kleidung grub, musste er wohl in Kauf nehmen.
“Sag du es mir?” Oh ja, Lauren fühlte sich in diesem Gespräch alles andere als wohl.
“Ich schlage vor, du lässt dir was einfallen, wenn du unbedingt Wert darauf legst. Was mich angeht, ging der Telefonsupport aufs Haus. Diesmal.” Er verdrehte ungesehen von Lauren die Augen und sah, dass Faith ihn fragend ansah. Leider hatte er die Rechnung ohne Lauren gemacht, der einhakte, als hätte er die Abfuhr kommen sehen: “Was mich angeht nicht.”
Im Ernst? Aidan kannte kaum jemanden, der jetzt noch auf eine Gegenleistung beharren würde. Aber normalerweise arbeitete er nicht kostenlos für Leute, die er eigentlich nicht besonders gut leiden konnte. Vielleicht hätte er sich auf das Bier einlassen sollen. Das hätte er dann abwechselnd mit Raif und mit Peter vernichten können. Aber jetzt war es zu spät. “Dann solltest dir vielleicht Anregungen bei deinem Vater holen. Der kennt meine Preise.” Er legte auf und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Was sollte das? Hoffentlich fiel ihm das hier nicht noch gewaltig auf die Füße.
“Gibt es da etwas, was ich wissen sollte?”, fragte Faith skeptisch und schien schon zu überlegen, wie sie am besten eine Leiche verschwinden ließ.
“Alles okay. Jemand aus dem Rudel geht mir auf die Nerven. Keine Ahnung, was er vorhat.” Und das war es, was ihn am meisten störte. Aber Faith und er waren auf das Wohlwollen der Simmons angewiesen. Das war das Ätzendste an der Sache.
Challenge: Charakterschwächen - Muss immer das letzte Wort haben
Fandom: Nocturne Whispers (Masterpost)
Charaktere: Aidan Harper, Lauren Simmons, Faith Harper
Widmung: Für
Als er plötzlich ausgerechnet von Lauren Simmons angerufen wurde, hätte Aidan an einen Scherz geglaubt, wäre er sich nicht ziemlich sicher, dass der Artgenosse am anderen Ende der Leitung nicht der Typ für so etwas war. “Und warum fragst du da ausgerechnet mich?”, fragte er in bester unverbindlicher Callcenter-Tonlage. So gut es bei der Wortwahl eben ging.
“Die Hotline war überfüllt und hat mich nach einer halben Stunde rausgeworfen.”
“Ja, das passiert manchmal, wenn die Line zu voll ist.” Etwas schadenfroh war er ja… aber: “Woher hast du eigentlich meine Nummer?” Die stand nicht im Telefonbuch, weder seine private und schon gar nicht seine Handynummer.
“Du bist in den Unterlagen meines Vaters gelistet. Ich hab ihn gefragt.” Der zweite Satz kam etwas defensiv, als wäre Lauren zuwider jemand würde ihn verdächtigen, auf eigene Faust herumzuschnüffeln. Im übertragenen Sinne natürlich. Dabei wäre Aidan der letzte, der etwas dagegen sagen würde. Etwas zu schnell um dabei unverdächtig zu sein, sprach Lauren schon weiter: “Vielleicht könntest du vorbeikommen, und es dir mal ansehen?”
“Ich bin im telefonischen Support tätig. Hausbesuche gehören nicht in meinen Zuständigkeitsbereich.” Ehrlich, jemand aus dem Rudel, für das er im besten Fall jemand war, den man für die eigenen Zwecke einspannen konnte und der sonst mit Verachtung oder eisiger Höflichkeit behandet wurde. Höflichkeit, hinter der sich nicht selten auch Verachtung verbarg. Weil er nichts vom Rudel wissen wollte. Weil er sich mit Vampiren abgab und sogar enge Kontakte pflegte. Dabei war gerade der Alpha sich nicht zu schade, eben diese Kontakte für sich zu nutzen. Dass eben dieser Alpha aber gleichzeitig zu denen gehörte, mit denen Aidan noch am besten zurecht kam, war vermutlich bezeichnend. Aber ihnen ging es beiden ums Geschäft. Das wars.
Lauren gehörte zu denen mit der eisigen Höflichkeit und Aidan war sich noch nicht sicher, was dahintersteckte. Dass er sich dazu herablassen würde, ausgerechnet ihn anzurufen, weil sein Internet nicht funktionierte, war schon… verdächtig. Höflich ausgedrückt.
“Nicht mal für nen Kasten Bier?”
Ganz sicher nicht dafür. “Nein. Ich geb dir gerne die Nummer des Kundenservices. Die nehmen einen Auftrag auf und schicken dir jemanden vorbei. Oder lösen es direkt am Telefon mit dir.” Weil es in 99% der Fälle ein Anwenderfehler war. Ziemlich sicher auch in diesem.
Am anderen Ende der Leitung herrschte kurz Schweigen, bis das durch ein Miauen durchbrochen wurde. Lauren Simmons hatte eine Katze? Oder war er bei jemandem zu Besuch? “Wo ich dich eh schon dran habe…” Lauren klang etwas resigniert. Aidan merkte sich das für später und seufzte. “Von mir aus. Du hast gesagt, der Router ist neu?”
“Ja.”
“Hast du dir die Bedienungsanleitung angesehen?”
“Ja?”
Aidan verkniff sich, dass er daran ernsthafte Zweifel hatte. Die Leute lasen keine Bedienungsanleitung. Gerade Männer nicht. “Dann erklär mir mal, was du gemacht hast.”
Gut fünf Minuten später murrte er: “Du hast dir die Anleitung nicht angesehen. Die Verkabelung ist falsch.”
“Oh…”
Etwas stimmte da nicht. Aidan kannte Reaktionen von Kunden, wenn es auf so etwas hinauslief. Das war nur sehr selten eine davon.
“Okay, Simmons. Du hast jetzt gut zehn Minuten meiner Lebenszeit verschwendet. Den Rest schaffst du ganz sicher alleine. Viel Erfolg.” Er legte auf und stellte fest, dass er in der Zwischenzeit einen Anruf verpasst hatte. Und war einen, der wohl deutlich wichtiger gewesen war. Es gab Geschäftspartner, die ließ man besser nicht zu lange warten. Je eher er da die bestellten Informationen ablieferte, desto besser.
Und ganz nebenbei hatte er sich gemerkt, dass ausgerechnet Lauren Simmons offenbar ein Katzenfreund war. Oder wenigstens Katzenhalter.
Im Leben hätte er nicht damit gerechnet, dass drei Tage später wieder sein Handy klingeln würde und dann auch noch wieder Lauren war. “Ist dein Router wieder kaputt?”
“Nein…” Das war mit viel gutem Willen ein betretenes Knurren. Eigentlich klang es aber eher nach jemandem, der etwas tat, worauf er gerade absolut keine Lust hatte.
“Na immerhin.” Aidan überlegte für einen kurzen, fiesen Moment, ob er noch etwas drauf herumreiten sollte, aber er sollte es sich besser nicht mit Lauren verscherzen. “Also? Was kann ich für dich tun?” Er schaffte es, seine Stimme wieder geschäftsmäßig zu halten und pflückte das Fellknäuel, dass Faith und Peter sich zugelegt hatten, von seinem Hosenbein. Ein pikiertes Maunzen antwortete ihm und scharfe Krallen blieben für einen Moment in der Jeans hängen.
“Du hast mir letztens geholfen, dafür schulde ich dir was.”
“Aha? Und was?” Das zweite Fellknäuel schnupperte an seinem Fuß und stob davon. Werwolfgeruch war wohl noch zu merkwürdig. Was ihre Schwester nicht störte. Lee begann zufrieden zu schnurren, als er ihren Kopf kraulte. Dass sie ihre Krallen dann wieder in seine Kleidung grub, musste er wohl in Kauf nehmen.
“Sag du es mir?” Oh ja, Lauren fühlte sich in diesem Gespräch alles andere als wohl.
“Ich schlage vor, du lässt dir was einfallen, wenn du unbedingt Wert darauf legst. Was mich angeht, ging der Telefonsupport aufs Haus. Diesmal.” Er verdrehte ungesehen von Lauren die Augen und sah, dass Faith ihn fragend ansah. Leider hatte er die Rechnung ohne Lauren gemacht, der einhakte, als hätte er die Abfuhr kommen sehen: “Was mich angeht nicht.”
Im Ernst? Aidan kannte kaum jemanden, der jetzt noch auf eine Gegenleistung beharren würde. Aber normalerweise arbeitete er nicht kostenlos für Leute, die er eigentlich nicht besonders gut leiden konnte. Vielleicht hätte er sich auf das Bier einlassen sollen. Das hätte er dann abwechselnd mit Raif und mit Peter vernichten können. Aber jetzt war es zu spät. “Dann solltest dir vielleicht Anregungen bei deinem Vater holen. Der kennt meine Preise.” Er legte auf und fuhr sich mit der Hand durch die Haare. Was sollte das? Hoffentlich fiel ihm das hier nicht noch gewaltig auf die Füße.
“Gibt es da etwas, was ich wissen sollte?”, fragte Faith skeptisch und schien schon zu überlegen, wie sie am besten eine Leiche verschwinden ließ.
“Alles okay. Jemand aus dem Rudel geht mir auf die Nerven. Keine Ahnung, was er vorhat.” Und das war es, was ihn am meisten störte. Aber Faith und er waren auf das Wohlwollen der Simmons angewiesen. Das war das Ätzendste an der Sache.