[identity profile] nana989.livejournal.com posting in [community profile] 120_minuten
Als kleine Vorstellung... ^^
Zu spät, tut mir leid. I-Net-Verbindung ist Schuld. *hust*

Fandom: None... im weitesten Sinne ein spontanes Original...
Challenge: #1
Warnungen: Pointe (fehlend, verfehlt...?)
Pairing/Persons: Namenlose... denkt euch nen Schulprinzen und einen Außenseiter oder so... ^^"

___________________________________________

Es war ein bisschen wie Ersticken.

Oder zumindest so, wie er sich Ersticken ungefähr vorstellte.

Unter Umständen angenehmer, aber das konnte er gerade nicht beurteilen.

 

Er registrierte die fehlende Luftzufuhr.

Den zugeschnürten Hals.

Den Drang sich zu wehren und die Unfähigkeit auch nur eine seiner Gliedmaßen zu bewegen. (Ohne die obligatorischen Finger, die seine Handgelenke leidenschaftlich gegen die Wand hätten drücken können. Da waren keine Finger. Da war nicht mal eine Wand.)

Kurz und gut: Er war wie gelähmt.

 

Er hätte sich wohl von seinem Gegenüber lösen können.

Er könnte auch zurückküssen. Versuchsweise.

Eine andere Möglichkeit drang zwar nicht durch den Nebel in seinem Kopf, aber er machte auch keine Anstalten, eine von diesen beiden zu ergreifen.

 

Da schob sich nur diese Zunge in seinen Mund. Weich und warm und seltsam glitschig. Und sie schob sich immer tiefer und der Sauerstoff in seinem Hirn schwindete. Ein ungewohntes Gefühl...

 

Kurz vor der Bewusstlosigkeit legte er die Handflächen auf die Brust vor sich und stieß zu.

Ruckartig kehrte alles zurück.

Die Luft, die in seine Lungen fuhr, stickig und willkommen.

Der Lärm, die Leute, die Musik... Kurz, alles, was er in diesem Moment gerne noch weit weg von sich gewusst hätte.

Vielleicht sollte er doch nochmal... Er riskierte einen Blick auf die Lippen, die gerade noch die seinen berührt hatten. Rigoros wurde der Gedanke in den weiten Raum geschickt.

 

"Korrigier mich bitte, wenn ich falsch liege, aber hast du mir eben wirklich die Zunge in den Hals gesteckt?" Er bemühte sich ruhig zu sprechen, aber noch immer sog er hastig die Luft ein.

 

"Nicht ganz in den Hals...-"

 

"Korrigier mich."

 

"Nein, nicht Hals. Mund, ja." Die Stimme ahmte seinen Befehlston spöttisch nach. Sie konnte sich kaum gegen den Lärm, der sie umgab durchsetzen und drang doch deutlich an sein Ohr.

"Aber ich komme auf dieses Angebot gerne zurück." Grinsen und ein boshaftes Funkeln in den Augen.

 

"Das war kein Angebot."  Seine eigene Stimme klang ihm zu hastig und widerwillig musste er erkennen, dass er sich wie in verlegener Teenager vorkam. Spontan nahm seine Antipathie gegen den jungen Mann zu. "Himmel, ich kann dich nicht mal leiden!"

 

Diesmal übertönte das Lachen alles andere mühelos. "Mein Gott... wie süß..."

 

Er spürte deutlich, wie er zu glühen begann, drehte sich ruckartig um und floh. In seinem Kopf erschien das Bild von einem ruhigen, ungestörten Plätzchen, an dem es sich herrlich sterben ließ. Ersticken, auf die herkömmliche Weise. Wie verlockend...

 

Bis zum Ausgang des Clubs waren es noch 20 Meter. Er wurde schneller.

 

... 15 Meter... "Warte!"

 

... 10 Meter... Eine Freundin, die ihn ursprünglich begleitete, kam ihm entgegen, zwei gefüllte Gläser in der Hand. "Was...?" Er hastete an ihr vorbei.

 

... 5 Meter.... "Bleib gefälligst stehen!"

 

... Ausgang erreicht. Er konnte den dunklen Nachthimmel sehen. 

Im selben Moment wurde er zurückgerissen. Diesmal umschlossen lange Finger seine Hand und da war auch die obligatorische Wand.

 

Die Luft war hier frischer und er atmete heftig durch, lehnte sich gegen die kühle Wand. Sein Verfolger wirkte aufgebracht.

"Himmel, ... empfindlicher Bengel! Was bist du bloß für ein Weichei...!?"

"Ein überzeugtes!"

"Ich lach mich tot..."

"Schön wär's!"

Wieder das böse Funkeln und diesmal funkelte er angestrengt zurück.

 

"Ich bring es dir bei."

"Was!?"

"Das Küssen... ich bring es dir bei..."

"Vergiss es... dich küsse ich nicht nochmal!"

"Ich küsse aber keinen Unfähigen."

"Lass es ganz, was mich angeht."

"Nö..."

"Ich... ich habe eine Freundin...! Sie ist mit mir hier."

"Red keinen Scheiß. Das ist nicht deine Süße."

 

Er riss sich los und rieb sein Handgelenk. Hatte er den Blick vorher ausweichend zu Boden gerichtet, so fixierte er den Anderen jetzt misstrauisch. "Lass mich bloß in Ruhe."

 

"Ich krieg dich schon noch."

"Vergiss es..."

Das selbstsichere Grinsen jagte ihm einen Schauer über den Rücken und er hatte schon jetzt das Gefühl, davon nicht mehr loszukommen.

 

Fluchtartig drängte er sich an den hereinströmenden Menschen vorbei aus dem Club.

Die Nacht war angenehm kühl, doch auch das konnte sein klopfendes Herz nicht beruhigen.

Der Gedanke, dass der Andere den rasenden Puls an seinem Handgelenk zweifellos bemerkt haben musste, jagte ihm mit einem Mal eine Heidenangst ein.

 

/Fin/

(deleted comment)

Date: 2007-02-22 09:41 pm (UTC)
der_jemand: (saitou)
From: [personal profile] der_jemand
Ich werde dir in Zukunft öfters Dinge befehlen. =)

Das ist süüüüüüß. Und der Kuss unendlich geil beschrieben. (Sollte ich da jemandem danken?? *windimitation liefer*) ...Wundert es dich, dass ich mich in die ersten Sätze verliebt habe? Halleluja!
Mehr davon! Ich mag die beiden. =)
(Und zur Not starte ich ein Journal, nur um dich davon zu überzeugen...)

Date: 2007-02-22 10:36 pm (UTC)
From: [identity profile] tsutsumi.livejournal.com

Die Dialoge sind toll *____* Ja, solche Dialoge liebe ich wirklich. Und die anderen haben Recht; es weckt Lust auf mehr^^ Es sieht ganz so aus als würden wir am Anfang der Geschichte der beiden stehen. =)

~Tsutsumi

Date: 2008-03-21 07:26 pm (UTC)
From: [identity profile] ina-chan0808.livejournal.com
so hat noch keiner küssen beschrieben...wie ersticken...^^
was für ein schöner tod, oder?
allein der challenge satz ist ja schon so irre!
bin stark dafür, dass du öfters etwas über namenlose (sich küssende ^^) jungs auf befehl schreibst *grins*
ein segen für die welt.

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