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Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: Romantik/Intimität - Gemeinsam in Quarantäne (für mich)
Fandom: Harry Potter
Charaktere: Scorpius Malfoy, Albus Potter

Als die Eule gegen das Fenster vom Gemeinschaftsraum pickte, sah Scorpius eher mäßig interessiert von seinem Buch auf. Albus war seit einer halben Stunde überfällig… im besten Fall stand er vor der Tür des Gemeinschaftsraumes und fand keine Lösung auf das Rätsel des Türknaufs. Dann sollte er ihn wohl mal retten gehen. Im schlimmsten Fall experimentierte er wieder herum und hatte ihre Verabredung vollkommen vergessen.
Ein Zweitklässler ließ den Vogel schon rein, der direkt zu Scorpius flog. Eine Schleiereule, die ihm ziemlich bekannt vorkam… die Handschrift auf dem Zettel auch. “Komm sofort in den vierten Stock.” Die Potters hielten sich wirklich nicht mit unnötigen Floskeln auf. Er sollte es ignorieren. Was auch immer Albus diesmal angestellt hatte, er verdiente die Folgen ganz sicher. Aber er hatte leider auch das Talent in Schwierigkeiten von seinem Vater geerbt. Also klappte er das Buch zu und stand auf. Die Eule blieb zufrieden auf seiner Schulter sitzen. Für einen Vogel war sie erstaunlich kuschelbedürftig. Manchmal wünschte Scorpius, sein Uhu ließe das mit sich machen. Aber der hielt es auch für unter seiner Würde, Post auszutragen. Er tat es trotzdem, aber wenn es einen Vogel gab, der Missbilligung ausstrahlte, dann war es Helios.
Vor der Tür zum Gemeinschaftsraum fand er eine ziemlich verzweifelte Erstklässlerin. “Endlich! Dieses blöde Rätsel!”
“Hm?” Fragend sah Scorpius den Türknauf an, der natürlich gerne half. “Eine Frau hat 20 Rosen. Bis auf sieben gehen alle ein. Wie viele Rosen hat sie noch?”
Im Ernst? Das wusste das Mädchen nicht? “Sieben”, antwortete Scorpius und nach beschämten Schweigen schlug das Mädchen sich die Hand vor die Stirn. Dann erst merkte sie, wer ihr gerade aufgemacht hatte. Ihre Augen wurden groß, bevor sie in den Gemeinschaftraum verschwand. Jedes Jahr dasselbe… er konnte es nicht ausstehen. Ja, sein Vater war damals ein Todesser. Ja, er hatte eine ziemlich unrühmliche Rolle im Krieg gespielt. Genau wie seine Großeltern. Und nein, Scorpius hatte deswegen nicht vor, mit unverzeihlichen Flüchen um sich zu werfen. Früher hatte es ihn noch getroffen, wenn er mit den Vorurteilen anderer konfrontiert worden war. Inzwischen war er in der siebten Klasse und hatte gelernt, es zu ignorieren. Aber als Reinblüter hatte man es nach auch über 20 Jahr nach dem Sieg über den Dunklen Lord und seine Anhänger immer noch schwer. Nachvollziehen konnte er es. Gefallen tat es ihm trotzdem nicht.
Mit der Eule weiterhin auf der Schulter ging er in den vierten Stock und direkt zu dem Raum, den James Albus vor zwei Jahren gezeigt hatte. Er war schon seit Ewigkeiten unbenutzt und vermutlich sonst niemandem bekannt. Außer natürlich, man hatte eine magische Karte des Schlosses. Dass Albus den Raum nutzen würde um ausgerechnet einen Malfoy flachzulegen hatte sich aber vermutlich nicht einmal James Potter, der seinen kleinen Bruder eigentlich ziemlich gut kannte, geahnt. Dass er hier heimlich irgendwelche Experimente mit Zaubertränken machte, wohl schon eher.
Jetzt schien Albus aber nicht zu Unsinn aufgelegt zu sein, er hatte sich die Kapuze seines Umhanges zu tief ins Gesicht gezogen, um irgendetwas zu sehen. Auf einem schon recht mitgenommenen Tisch stand ein Kessel, aus dem es recht unangenehm roch. “Muss ich mir Sorgen machen, dass hier gleich etwas in die Luft fliegt?”
“Haha. Und nein, ich hab auch keine Säureblasen zusammengemixt.”
“Sehr nett von dir.” Der Vorfall vom Ende des vergangenen Schuljahres hatte jedenfalls eine nette Narbe hinterlassen. Wer sich für lustig gehalten hatte, als er an den Zaubertrankzutaten herumgepfuscht hatte, hatte man nicht herausgefunden. Derjenige wäre auch schön blöd gewesen, sich da zu verraten. Der Rausschmiss wäre ihm oder ihr sicher gewesen. “Und was hast du stattdessen angestellt? Wolltest du nicht Vielsafttrank machen?” Und ehrlich… das sollte für Albus kein Problem darstellen. Und selbst mit der angeborenen Potter-Idiotie wusste er, dass er nur für Verwandlungen in andere Menschen gedacht war. Oder? “Was soll die Aufmachung?”
“Ja, wollte ich. Aber… hey, eine Stunde ist etwas kurz oder nicht?”
“Du hast nicht echt…” Doch. Natürlich hatte er. “Albus Potter, du bist ein Vollidiot. Was ist passiert?”Hoffentlich nichts, womit sie in den Krankenflügel mussten. Madame Pomfrey würde zwar das meiste wieder hinkriegen, aber je weniger Leute von diesen Experimenten erfuhren, desto besser.
“Nichts schlimmes! Ehrlich! Ich hab nur ein kleines… äh… farbliches Problem?”
Seufzend ging Scorpius zu seinem Freund, wobei die Eule endlich von seiner Schulter verschwand und sich auf eine Stuhllehne setzte. Zweifellos um alle aus sicherer Entfernung im Auge zu behalten. Gut. Sie war langsam schwer geworden. Nicht nur langsam eigentlich. Dann zog er einfach mit einem Ruck die Kapuze weg und stutzte. “Oh… okay.” Ungefähr eine Sekunde lang schaffte er es, sich zusammenzureißen, dann aber konnte er nicht anders und fing an zu lachen. Albus’ pikierter Blick half nicht gerade dabei, sich wieder zu beruhigen.
“Schön, dass mein Leid dich so amüsiert”, brummte Albus und zog sich die Kapuze wieder so tief ins Gesicht, dass die leuchtend blaue Haut leichter zu ignorieren war. “Ich sehe aus wie ein verdammter Schlumpf!”
“Was ist ein Schlumpf?”
“Ein… Wesen aus einer Zeichentrickserie der Muggel.”
“Und was ist eine… ach, vergiss es.” Ja, da hatte er ein paar Defizite. Aber Scorpius hatte sich bisher auch nie für Muggelkram interessiert. Damit würde er jetzt nicht anfangen.
“Quasi ein blauer Gnom. Nur in nett. Die beißen einem nicht in den Finger und so.”
“Okay du… Schlumpf… wie hast du das angestellt?”
“Hab mich wohl bei der Dosierung vertan… ich wollte sehen, ob ichs schaffe, dass der Vielsaftrank länger wirkt…”
“Dir ist klar, dass das schon einige versucht haben, oder? Leute, die wesentlich mehr Erfahrung haben als du?”
“Spar dir die Predigt. Ich weiß das alles selbst.”
“Und warum hast du es dann alleine gemacht?” Verdammt, wenn das wirklich schiefgelaufen wäre, dann wäre keiner dagewesen, der ihm hätte helfen können!
“Weil… ach, keine Ahnung. Es war dämlich, ich weiß.” Scorpius kannte Albus schon ziemlich lange. Und er wusste inzwischen, wenn er log. Was er ihm gegenüber eigentlich schon lange nicht mehr tat. Seufzend ging er zu der Eule und strich ihr über die weichen Federn. “Du musst mir nichts beweisen, weißt du?”
“Ich wollte nicht…”
Mit einem langen Blick brachte Scorpius ihn wieder zum Schweigen. “Potter, du bist ein leichtsinniger Idiot.” Der konnte froh sein, dass er nur blau geworden war. “Da sind schon Leute gestorben!”
Merkwürdigerweise diskutierte Albus gar nicht erst. “Weiß ich doch. Ich war echt vorsichtig. Und ich weiß, wie wenig du von meinen Experimenten hältst. Außerdem hatte ich ja Kopernikus hier!” Er gestikulierte zu der Eule, die wenigstens den Eindruck machte, als wäre sie eingeschlafen.
“Ich habe nichts gegen Experimente. Nur, wenn sie ohne vernünftige Sicherheitsmaßnahmen gemacht werden. Und das hier”, er machte eine ausholende Armbewegung, “ist alles andere als sicher. Und im Frühling haben wir ja gemerkt, was schiefgehen kann.”
“Wenn jemand die falschen Zutaten erwischt.”
Das war natürlich ein Argument. Aber Albus’ Haltung sprach eine etwas andere Sprache. “Sag mir die Wahrheit…”, bat er leise und ging zu seinem Freund zurück, um ihn anzusehen. Es klappte… halbwegs gut. “Warum hast du das hier alleine gemacht?”
Eine ganze Weile schwieg Albus und versuchte seinem Blick auszuweichen. Dann knickte er aber doch ein. “Wenns schiefgeht, erwischts wenigstens nur mich?”
“Und das ist gut… weil? ICH will deinem Vater bestimmt nicht erklären müssen, dass du dich selbst vergiftet hast, weil du ein sturer, stolzer Idiot bist. Der kann mich eh nicht leiden.”
“Quatsch. Er hat ja sogar Mom davon abgehalten, mir lebenslang Hausarrest zu geben, als ich ihnen gesagt habe, dass wir zusammen sind.”
“Beruhigend.” Und ein bisschen war es das auch. Harry Potter war wirklich niemand, den man gegen sich haben wollte. “Okay. Wie lange dauerts, bis du kein… Schlumpf mehr bist?”
“Keine Ahnung? Ich hoffe, in einer Stunde ists überstanden. Aber ich fürchte, es wird eher mehr.”
“Dann hätte ich wohl besser was zu essen besorgt.” Scorpius setzte sich auf einen Tisch. Wie es aussah, saßen sie hier eine Weile fest.
“Ja… hätte ich vielleicht noch schreiben sollen. Bleibst du?”
“Klar bleibe ich. Aber erwarte nicht, dass ich dich das hier so schnell vergessen lasse.”

Date: 2019-08-28 02:32 pm (UTC)
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From: [personal profile] servena
Awwww. Die beiden sind ja echt knuffig zusammen. Auch wenn einer von ihnen gerade wie ein Schlumpf aussieht. XD Außerdem mag ich, wie die Eulen charakterisiert werden.

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