Crack/Humor - Poesiealbum
Aug. 25th, 2019 01:21 amTeam: Schwarz
Challenge: Crack/Humor – Poesiealbum (für mich)
Fandom: Original
Die letzten 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn wurden mit jedem neuen eintreffenden Schüler in der Klasse immer lauter und unruhiger. Panisches Tauschen von Hausaufgaben zum Abschreiben, hitzige Diskussionen über ominöse Zusammenfassungen und Erklärungsversuche über Lektüre, die ohnehin niemand las, bevor die Lehrerin noch immer ungebrochen in ihrem Optimismus versuchte eine Diskussion zu führen, und tiefschürfend philosophischer Austausch über die Aufgaben und Herausforderungen, denen sich die letzten sechs Kandidatinnen bei Germany‘s Next Top Modell stellen mussten.
Noch immer wurde Chantal etwas flau, wenn sie in die neue Klasse kam. Es war einfach nur blöd und schwierig in eine bereits bestehende Gruppe zu kommen, wo alle schon ihre Freunde hatten. Aber ihre Mutter hatte ihr versichert, dass sich das sicherlich bald geben würde. Augen zu und durch!, wiederholte Chantal sich das Mantra, das ihre Mutter ihr auf den Weg gegeben hatte. Also machte sie keine Umschweife und steuerte nach betreten der Klasse gleich auf den Sitzplatz von Friederike zu. Diese war ganz vertief in ein Gespräch, bis Chantal sie unterbrach: „Guten Morgen!“
Friederike und ihre zwei Freundinnen sahen zu Chantal auf, die über ihnen mit einem breiten, freundlichen Lächeln stand und ihren Rucksack auszog. Höflich grüßten sie zurück. Bevor sie Chantal in das Gespräch einbeziehen konnten, sofern sie es überhaupt versucht hätten, holte Chantal ein quadratisches Büchlein aus der Tasche heraus und hielt es Friederike hin. „Bitteschön!“
„Oh!“, machte diese verblüfft und Chantal hatte gleich ihre gesamte Aufmerksamkeit gewonnen. „Du bist schon fertig mit dem Eintrag? Cool!“ Mit deutlicher Vorfreude, als gäbe es Geschenke auszupacken, griff sie nach dem Poesiealbum und schlug es auf. Sie musste kurz blättern, ehe sie auf die letzten beschriebenen Seiten kam. Schlagartig nüchterte Friederike aus und starrte verständnislos die Doppelseite an. „Ich- Was soll das?“ Wütend sah sie vom Büchlein zu Chantal auf. „Willst du mich verarschen?!“
Neugierig lugten die anderen beiden Mädchen auf die Seiten und wirkten ebenfalls verwirrt von den Kreisen, Zahlen und sehr merkwürdigen Texten.
Chantals Magen rutschte ihr in die Kniekehlen und sie spielte mit dem Reißverschluss ihres Rucksacks herum. „Du meintest, du willst überrascht werden. Dass du nicht nur die abgedroschenen Sachen lesen willst, sondern was cooles, deep shit und so. Also- also hab ich mir das ausgedacht.“ Sie deutete kurz auf das Büchlein und verkrallte sich gleich wieder am Rucksack.
Friederike sah noch immer sprachlos erst Chantal an, dann zurück aufs Büchlein und versuchte fieberhaft zu verstehen, warum entlang der Doppelseite irgendwelche Zahlen standen und überall Kringel waren. Sollten es Seifenblasen darstellen? Auf der linken stand zwar noch der übliche abgedroschene Text mit guten Wünschen fürs Leben und Schule und Liebe und der ganze Käse. Aber rechts… Es machte keinen Sinn. Sie laß es laut vor: „3. 14. 15. Eisdealer, du softer Pirat, die Kugel-Nachlade-Maschinen müssten Damenduft für so einen Fiesling Egor machen – oh toller Kerl!“
Die anderen beiden Mädchen begannen zu lachen und inzwischen haben auch andere angefangen die Szene zu beobachten. Chantal wollte am liebsten im Erdboden versinken. Stammelnd begann sie zu erklären, als Friederike wieder sie ansah, als hätte sie sie mindestens zu tiefst beleidigt oder ihren Hamster aus dem Fenster geworfen. „Das- das ist eine witzige Eselsbrücke. Für Pi. Die Zahl, die wir letztens in Geometrie hatten? Mein Papa hat sie mir etwas erklärt. Sie ist total cool, weil sie so lang ist und eigentlich unendlich und man kann sie nicht anders schreiben? Ist das nicht verrückt? Und sie ist total nützlich. Also wollte ich dir die witzige, nützliche Eselsbrücke hinschreiben. Die Buchstabenzahl der Wörter entspricht den folgenden Zahlen nach 3,1415. Du bist gut in Mathe, da dachte ich, das könnte nützlich für dich sein. Und am Rand steht die Zahl mit seinen Nachkommastellen, wie weit ich kam. Weil Pi für die Berechnung von Kreisen ist, aber das ist ein Rechteck? Papa meinte, dass es unmöglich ist aus einem Kreis ein Quadrat zu machen. Also habe ich Pi, was für den Kreisumfang nötig ist, als Rahmen eines Quadrates gemacht – so als Witz, verstehst du? Es ist doch quadratisch!“ Chantal lachte nervös und spürte schon die Tränen in den Augenwinkeln drücken. Um sie herum ist es viel zu leise geworden. Bis auf ein Mal viel zu viele Stimmen auf ein Mal anfingen zu lachen und zu kommentieren. Wann würde endlich der Erdboden aufgehen?
„Nerd!“, lachte jemand hinter ihr, während wer anderes sagte: „Das ist ja schräg – ich mag‘s!“ Die Meinungen schienen durcheinander zu gehen, aber die paar Fetzen Zustimmungen halfen Chantal etwas Halt zu finden, auch wenn ihre Wangen brannten und sie Angst hatte, jetzt den perfekten Grund zum Hänseln geliefert zu haben. Unsicher sah sie zu Friederike runter, die ihren Blick wieder auf das Buch fixiert hatte. Nach einem Moment hob sie mit einem Kichern den Kopf. „Du bist ja verrückt! Danke – das ist witzig und völlig gaga!“
Challenge: Crack/Humor – Poesiealbum (für mich)
Fandom: Original
Die letzten 10 Minuten vor Unterrichtsbeginn wurden mit jedem neuen eintreffenden Schüler in der Klasse immer lauter und unruhiger. Panisches Tauschen von Hausaufgaben zum Abschreiben, hitzige Diskussionen über ominöse Zusammenfassungen und Erklärungsversuche über Lektüre, die ohnehin niemand las, bevor die Lehrerin noch immer ungebrochen in ihrem Optimismus versuchte eine Diskussion zu führen, und tiefschürfend philosophischer Austausch über die Aufgaben und Herausforderungen, denen sich die letzten sechs Kandidatinnen bei Germany‘s Next Top Modell stellen mussten.
Noch immer wurde Chantal etwas flau, wenn sie in die neue Klasse kam. Es war einfach nur blöd und schwierig in eine bereits bestehende Gruppe zu kommen, wo alle schon ihre Freunde hatten. Aber ihre Mutter hatte ihr versichert, dass sich das sicherlich bald geben würde. Augen zu und durch!, wiederholte Chantal sich das Mantra, das ihre Mutter ihr auf den Weg gegeben hatte. Also machte sie keine Umschweife und steuerte nach betreten der Klasse gleich auf den Sitzplatz von Friederike zu. Diese war ganz vertief in ein Gespräch, bis Chantal sie unterbrach: „Guten Morgen!“
Friederike und ihre zwei Freundinnen sahen zu Chantal auf, die über ihnen mit einem breiten, freundlichen Lächeln stand und ihren Rucksack auszog. Höflich grüßten sie zurück. Bevor sie Chantal in das Gespräch einbeziehen konnten, sofern sie es überhaupt versucht hätten, holte Chantal ein quadratisches Büchlein aus der Tasche heraus und hielt es Friederike hin. „Bitteschön!“
„Oh!“, machte diese verblüfft und Chantal hatte gleich ihre gesamte Aufmerksamkeit gewonnen. „Du bist schon fertig mit dem Eintrag? Cool!“ Mit deutlicher Vorfreude, als gäbe es Geschenke auszupacken, griff sie nach dem Poesiealbum und schlug es auf. Sie musste kurz blättern, ehe sie auf die letzten beschriebenen Seiten kam. Schlagartig nüchterte Friederike aus und starrte verständnislos die Doppelseite an. „Ich- Was soll das?“ Wütend sah sie vom Büchlein zu Chantal auf. „Willst du mich verarschen?!“
Neugierig lugten die anderen beiden Mädchen auf die Seiten und wirkten ebenfalls verwirrt von den Kreisen, Zahlen und sehr merkwürdigen Texten.
Chantals Magen rutschte ihr in die Kniekehlen und sie spielte mit dem Reißverschluss ihres Rucksacks herum. „Du meintest, du willst überrascht werden. Dass du nicht nur die abgedroschenen Sachen lesen willst, sondern was cooles, deep shit und so. Also- also hab ich mir das ausgedacht.“ Sie deutete kurz auf das Büchlein und verkrallte sich gleich wieder am Rucksack.
Friederike sah noch immer sprachlos erst Chantal an, dann zurück aufs Büchlein und versuchte fieberhaft zu verstehen, warum entlang der Doppelseite irgendwelche Zahlen standen und überall Kringel waren. Sollten es Seifenblasen darstellen? Auf der linken stand zwar noch der übliche abgedroschene Text mit guten Wünschen fürs Leben und Schule und Liebe und der ganze Käse. Aber rechts… Es machte keinen Sinn. Sie laß es laut vor: „3. 14. 15. Eisdealer, du softer Pirat, die Kugel-Nachlade-Maschinen müssten Damenduft für so einen Fiesling Egor machen – oh toller Kerl!“
Die anderen beiden Mädchen begannen zu lachen und inzwischen haben auch andere angefangen die Szene zu beobachten. Chantal wollte am liebsten im Erdboden versinken. Stammelnd begann sie zu erklären, als Friederike wieder sie ansah, als hätte sie sie mindestens zu tiefst beleidigt oder ihren Hamster aus dem Fenster geworfen. „Das- das ist eine witzige Eselsbrücke. Für Pi. Die Zahl, die wir letztens in Geometrie hatten? Mein Papa hat sie mir etwas erklärt. Sie ist total cool, weil sie so lang ist und eigentlich unendlich und man kann sie nicht anders schreiben? Ist das nicht verrückt? Und sie ist total nützlich. Also wollte ich dir die witzige, nützliche Eselsbrücke hinschreiben. Die Buchstabenzahl der Wörter entspricht den folgenden Zahlen nach 3,1415. Du bist gut in Mathe, da dachte ich, das könnte nützlich für dich sein. Und am Rand steht die Zahl mit seinen Nachkommastellen, wie weit ich kam. Weil Pi für die Berechnung von Kreisen ist, aber das ist ein Rechteck? Papa meinte, dass es unmöglich ist aus einem Kreis ein Quadrat zu machen. Also habe ich Pi, was für den Kreisumfang nötig ist, als Rahmen eines Quadrates gemacht – so als Witz, verstehst du? Es ist doch quadratisch!“ Chantal lachte nervös und spürte schon die Tränen in den Augenwinkeln drücken. Um sie herum ist es viel zu leise geworden. Bis auf ein Mal viel zu viele Stimmen auf ein Mal anfingen zu lachen und zu kommentieren. Wann würde endlich der Erdboden aufgehen?
„Nerd!“, lachte jemand hinter ihr, während wer anderes sagte: „Das ist ja schräg – ich mag‘s!“ Die Meinungen schienen durcheinander zu gehen, aber die paar Fetzen Zustimmungen halfen Chantal etwas Halt zu finden, auch wenn ihre Wangen brannten und sie Angst hatte, jetzt den perfekten Grund zum Hänseln geliefert zu haben. Unsicher sah sie zu Friederike runter, die ihren Blick wieder auf das Buch fixiert hatte. Nach einem Moment hob sie mit einem Kichern den Kopf. „Du bist ja verrückt! Danke – das ist witzig und völlig gaga!“
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Date: 2019-08-25 01:02 pm (UTC)Und awww, ich habe so viele Gefühle für Chantal, weil neu in der Klasse sein einfach mal die Hölle ist!
Wunscherschöner Beitrag. *__*
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Date: 2019-08-25 01:25 pm (UTC)Nein, meine Poesiealbumeinträge reichten nicht an den Eisdealer heran, aber ich hab mich bemüht neue Wege zu suchen, wenn die Person den Aufwand wert war XD
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Date: 2019-08-25 01:23 pm (UTC)