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Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: Romantik/Intimität - Gefühl vs. Vernunft (für mich)
Fandom: Original
Charaktere: Laura, Samantha, die Katze

Fortsetzung hiervon

“Du bist etwas bescheuert, weißt du das?” Sam kang dabei aber weder so, als wäre sie überrascht, noch als würde es sie stören. Laura ignorierte sie darum. Sie war ohnehin mehr damit beschäftigt, platt auf dem Boden zu liegen und zu versuchen, einen Blick auf den Schatten zu erhaschen, der unter dem gewaltigen (und hässlichen) Schrank kauerte. Das Leckerli lag auf halber Strecke auf dem Boden und wurde nicht weiter beachtet. Dafür war Laura sich sicher, dass sie sehr misstrauisch gemustert wurde. Verdenken konnte sie es dem Tierchen nicht. Trotzdem. Gutes Futter einfach so zu verschmähen… was die Katze eigentlich nicht tat. Es war jetzt zwei Wochen her, dass sie das Haus gekauft hatten und seitdem waren sie fast täglich hiergewesen. Jedes Mal hatten sie Leckerlis und Futter für den unsichtbaren Bewohner dagelassen und beim nächsten Besuch war es jedes Mal weggewesen. Und da sie beide bezweifelten, dass es im Haus Ratten gab, blieb nur die Katze.
“Wir könnten sie Casper nennen. Oder Sadako. Wen wir ihr jemals nah genug kommen, um das Geschlecht rauszukriegen…”
Samantha schnaubte kurz. “Dann sollten wir wohl hoffen, dass es ein Kater ist. Nicht, dass der Name am Ende abfärbt.”
“Es ist ne Katze. Attacken aus dem Nichts solltest du also erwarten. Außerdem magst du Katzen.”
“Natürlich mag ich Katzen. Aber ich bin mir echt nicht sicher, ob wir sie behalten sollen. Was, wenns so ne total verwilderte Katze ist?”
Der Stein des Anstoßes steckte jetzt, wo er nicht mehr unter Beobachtung stand, das Köpfchen unter den Schrank hervor und traute sich dann vorsichtig und fast ebenso platt auf dem Boden wie Laura, näher an das Leckerei heran. Dabei wurden die beiden Frauen aber genau im Auge behalten. Laura traute sich kaum mehr zu atmen und sie wusste genau, dass es Samantha ebenso erging.
Immerhin konnte sie die Katze nun endlich richtig erkennen. Besonders auffällig war sie nicht. Grau-getigert ein paar weißen Flecken. Eigentlich ziemlich hübsch. Gesund wirkte sie auch, jedenfalls war das Fell nicht struppig oder so. Dafür hatte sie aber einen ziemlich hässlichen Riss im Ohr, der sie aber nicht weiter zu stören schien. Jedenfalls drehten sich beide Ohren aufmerksam in kleinen, schnellen Bewegungen hin und her, während das Leckerli beschnuppert wurde. Die dunkle Schwanzspitze zuckte nervös.
Dann wurde das Futter knackend verspeist und Laura erlaubte es sich, etwas zu entspannen. “Genau, Kleines. Wir sind deine Freunde. Du musst keine Angst vor uns haben. Aber wir werden bald in deinem Haus wohnen. Also kommen wir besser gut miteinander aus.” In einem halben Jahr oder so. Wenn die Sanierung und Modernisierung abgeschlossen war, die vermutlich einen viel zu großen Teil von Samanthas Erbe auffressen würde.
“Das ist unser Haus”, erinnerte Sam sie, vollkommen unnötigerweise. Laura zuckte mit den Schultern. “Miezi war zuerst hier. Und du weißt doch, was Herr Hofmann gesagt hat…” Der Makler hatte versucht, herauszufinden, wo die Katze herkam und wenigstens eine gute Erkärung gefunden. Vermutlich hatte sie der Vorbesitzerin gehört bis die gestorben war. Jedenfalls hatte die eine Katze gehalten. Nur hatten die Erben sich nicht für das Tier interessiert und es dann wohl sich selbst überlassen. Das hatte er Laura und Samantha jedenfalls etwas zögerlich erzählt, wobei die Schlussfolgerung seine eigene gewesen wäre. Laura hatte nicht übel Lust gehabt, ihm die Adresse dieser Idioten abzuluchsen, um der feinen Verwandtschaft zu sagen, was sie von ihr hielt. Aber die Vernunft hatte dann doch gewonnen. Sie wollten ja das Haus haben. Da verdarb man es sich nicht mit den Verkäufern. Der Makler hatte auch so betreten gewirkt, dass sie es ohnehin nicht übers Herz gebracht hätte, auszurasten. Dabei konnte der nun wirklich gar nichts dafür.
Und jetzt versuchte sie, das Vertrauen einer armen, vergessenen Katze zu gewinnen. Die musterte sie nun wieder, aber der Schwanz lag jetzt ruhig auf dem Boden. Als Sam knisternd ein neues Leckerli aus der Tüte holte, richteten sich die grauen Ohren sofort auf. “Genau, Kleines. Hier sind noch mehr gute Sachen für dich”, gurrte Samantha und war dabei einfach nur… herzallerliebst, wie sie versuchte, das Kätzchen zu bezirzen.
Das beobachtete sie aber erstmal nur, schnappte sich aber das nächste Leckerli, als Samantha es hinwarf. Laura nahm dann auch eines, und hielt es der Katze hin. Dafür bekam sie aber erstmal nur eine skeptischen Blick zugeworfen. Erst nach ein paar endlosen Minuten schlich die Katze sich näher, verharrte aber gut einen halben Meter enfernt. Jedenfalls bis sie das Leckerli ein paar Zentimeter wegschob und die Hand etwas zurückzog. Jetzt näherte sich die Katze wieder und schnupperte anschließend sogar kurz an Lauras Fingerspitzen, bevor sie sich wieder verzog, diesmal aber deutlich ruhiger als noch bei ihrer ersten Begegnung.

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