R/I - Joker
Aug. 17th, 2019 01:07 amTeam: Schwarz
Challenge: Romantik/Intimität – Joker (bezugnehmend auf diese Geschichte von
luinaldawen)
Fandom: Sailor Moon
Charaktere: hauptsächlich Setsuna und Makoto
Es war ungewohnt mit Setsuna die Rollen zu tauschen, senierte Makoto als ihr zuerst die Jacke abgenommen, dann Hausschuhe und schließlich Tee angeboten wurde.
„Soll ich dir schon das Zimmer zeigen und du wartest?“, fragte Setsuna und wirkte nicht wie in ihrem Element.
„Nein, ich warte gern den Moment mit in der Küche“, beruhigte Makoto und sah sich in der geräumigen, schönen Küche um. Sie musste sich beherrschen nicht in den Küchenschränken neugierig zu stöbern. Küchen sagten so viel über ihre Hausbewohner und Nutzer aus!
„Oh“, hörte Makoto hinter sich und sobald sie nur den Kopf im Ansatz gedreht hatte, sah sie schon, wie Haruka den Flur runterrief: „Makoto ist da!“
Das restliche Haus belebte sich und Setsuna atmete tief aus, fast wie ein Seufzen. Einige Augenblicke später kamen Michiru und Hotaru dazu, um den Besuch zu begrüßen.
„Setsuna sollte dich viel öfter einladen.“
„Wir haben einen schönen Garten.“
„Einen Kamin.“
„Man kann hier ganz ungest-“
„Makoto, lass uns gehen“, unterbrach Setsuna den kleinen Begrüßungsschwall mit Suggestionen von Haruka und Michiru, den Hotaru aufmerksam verfolgt hatte. Mit dem Tablet in den Händen bahnte sich Setsuna einen Weg durch ihre Mitbewohner, gefolgt von Makoto, die verschmitzt die anderen anlächelte, winkte und „tolle Küche, wirklich“, „muss wiederkommen“, „schön, schön“ ihnen zumurmelte. Sie spürte die Blicke im Nacken förmlich, traute sich aber nicht zurückzuschauen. Stattdessen bewunderte sie die weitere Einrichtung des Hauses, ehe Setsuna eine Tür öffnete und in ein geräumiges Zimmer einlud. Neben der schlichten, aber schönen Einrichtung, fielen Makoto die viele Pflanzen auf. Es war wie das Upgrade zum ersten Besuch in ihrem Büro. Nur noch mal persönlicher. Makoto war zwar schon mit den anderen in diesem Haus gewesen, nicht nur ein Mal, aber nie in Setsunas Zimmer. Sie ging bedächtig zu den Fenstern herüber, vor denen ein Schreibtisch umringt von Pflanzen und Büchern stand. Bevor Setsuna sie nicht eingeladen hatte, war es Makoto nicht aufgefallen, dass sie die letzten paar Monate sich eigentlich nur außerhalb, in Setsunas Uni oder in Makotos Wohnung trafen. Mit Nachdruck schob Makoto die inneren Zweifel weg, dass Setsuna versuchte zu vermeiden, dass ihre Freunde die beiden gemeinsam zu oft sahen. Es war ja nichts dran, dass sie sich gut verstanden. Mit einem breiten Lächeln drehte sie sich wieder in Richtung Zimmer und nahm auch den Rest genauer wahr, wie das große Bett, den großen Kleiderschrank, den niedrigen Tisch, auf dem der Tee ruhte, und eine Kleiderpuppe, neben der Setsuna stand. Erst auf den zweiten Blick sah Makoto auch den großen Standspiegel daneben und den kleinen Tisch, auf dem eine Nähmaschine und andere Schneiderwerkzeuge lagen.
„Schön hast du es hier!“, kommentierte Makoto enthusiastisch, aber Setsuna ging neben einem kleinen Danke nicht weiter darauf ein. Stattdessen winkte sie Makoto zu sich, die nervös folgte. Ihr Bauch kribbelte ganz aufgeregt. Der nächste Teil wurde nun besonders surreal für sie.
„Du hast dir, wie versprochen, kein Kleid gekauft?“, fragte Setsuna und Makoto schüttelte den Kopf, lieber sprachlos als am herumstottern – zumindest versuchte sie es. „Gut. Ich hoffe, du hast nicht deine Meinung geändert und vertraust mir immer noch in der Sache?“
„Nein, nein! Also ja, nein- was ich meine: Nein, ich hab meine Meinung nicht geändert! Ja, ich vertraut dir da! Das Kleid, das du letztens anhattest, war so toll und die Fotos, die du mir von den anderen Sachen gezeigt hast – einfach unglaublich! Du kannst so gut schneidern und hast so guten Geschmack, das sieht immer auch so gut kombiniert aus mit den Schmuck und unterstreicht deine Schönheit! Ich bin ganz- ganz- ganz verquatscht, tut mir leid! Es ist nur, dass ich noch immer nicht glauben kann, dass du mir ein Kleid nähen willst. Ich wüsste nicht, was ich zu der Verlobungsparty anziehen sollte und ich kann dir leider nicht viel als Entlohnung-“
Makoto wurde jäh unterbrochen, als Setsuna ihr eine Hand auf die Schulter legte.
„Mach dir darüber keine Gedanken. Ich hab gesagt, es ist ein Geschenk, richtig?“
Mit zusammengepressten Lippen, brennenden Wangen und großen Augen nickte Makoto.
„Dann muss es dir jetzt nur noch gefallen.“ Setsuna tätschelte Makotos Schultern kurz, ehe sie sich wegdrehte und in die Hocke ging, um etwas aus einem Karton zu holen. Als ihre Hände wieder zum Vorschein kamen, klappte Makotos Mund auf und sie bekam sofort eine Gänsehaut beim Anblick des Stoffes. Es sah aus wie fließendes Metall, wie ganz warmes Bronze. Setsuna hielt es Makoto hin, die es zunächst nur mit den Fingerkuppen streichelte, ehe sie den Stoff in die eigenen Hände nahm, ihm beim Schimmern zusah und das Gewicht und die Textur spürte.
„Der ist wunderschön“, hauchte Makoto ehrfürchtig, ohne den Blick vom Stoff wenden zu können.
„Als ich ihn im Laden sah, musste ich gleich an dich denken“, erklärte Setsuna mit sonorer Stimme, die Makoto noch zusätzlich Gänsehaut verlieh. Sie zuckte, als Setsuna an ihrem Kopf vorbeireichte und nach einer Strähne ihres Haares griff. „Der Stoff schimmert ähnlich wie deine Haare.“
Makoto hatte für einen Moment den Stoff vergessen und starrte Setsuna an. „Wie meine Haare?“, fragte sie geplättet, als würde der Vergleich keinen Sinn ergeben.
„Die Farbe, der Glanz, es ist ganz ähnlich. Wenn der Saal nicht nur mit grellem, kalten Licht beleuchtet sein wird, dann wird es die warme Farbe des Stoffes und deiner Haare nur weiter betonen.“ Setsuna ließ die Strähne noch etwas länger durch ihre Finger gleiten, ehe die Locke ihr förmlich aus den Fingern sprang, zurück in den Zopf. „Willst du den Schnitt wissen, an den ich dachte?“
Makoto nickte und verkrallte sich womöglich im Stoff, den ihr Setsuna sogleich wegnahm. Als er auf der Kiste lag, wandte sich Setsuna wieder ihr ganz und gar zu. Irgendwas an ihrem Blick änderte sich, so wie ihr Lächeln etwas breiter und zugleich unsicherer wurde. „Darf ich es an dir erklären, wie die Nähte verlaufen? So kriegst du eine Vorstellung, wie es an dir liegen wird. Ich kann es auch an der Puppe zeigen.“
„Nein, das ist ok“, stimmte Makoto prompt zu, ehe sie eine Sekunde daran verschwendet hatte nachzudenken, was dies bedeuten würde. Es dämmerte ihr als Setsuna ihre Hände hob und ihre Zeigefinger auf ihre Schultern setzte, etwa dort, wo Makotos BH-Träger waren.
„Einfache, schmale Träger. Das wird deine schönen starken Schultern betonen. Außerdem siehst es sicherlich schön aus, wenn einzelne Locken über deine Schultern fallen. Wir könnten dir die Haare etwas hochstecken. Von da“, fuhr Setsuna fort mit Worten und Fingern. Ihre Nägel fuhren auf der Oberfläche von Makotos Bluse, dass Makoto sie kaum spürte – sacht genug für Gänsehaut. Zusätzlich folgte sie den Fingern mit den Augen und spürte ihr Gesicht brennen, als an ihrem Brustansatz kurz verharrten und zwei zugewandte Bögen schlugen, die die Länge ihres Busen beschrieben. „Ein Herzauschnitt dazu. Klassisch, aber du hast die Figur das auch tragen zu können. Du musst dir keine Sorgen machen, dass da etwas passieren wird. Ich werde das Dekoltée so schneiden, dass alles gut verdeckt und hält, aber auch eine elegante und gewagte Note hat. Ist das für dich ok?“
Setsuna zog ihre Finger wieder zurück und Makoto hob schwerfällig den Blick. Sie wusste nicht, wie sie dazu stand, weil es hübsch klang, sexy, aber würde ihr sowas wirklich stehen? Wäre das nicht eher etwas für Minako oder Rei? Makoto blinzelte und fragte mit trockenem Mund: „Du glaubst, mir würde das stehen?“
„Absolut“, sagte Setsuna ohne zu zögern und Makotos Herz stolperte. „Es wird fabelhaft an dir aussehen.“ Sofort waren ihre Finger wieder da, diesmal je zwei, drei pro Hand, die Makotos Seiten berührten. „Es wird ab hier dann eng anliegen, aber so, dass du dich bewegen kannst.“ Ihre Finger strichen ihre Seiten herab, bis schließlich Setsunas Hände auf Makotos Hüften ruhen blieben. „An dir wird es nicht wie an einem Hungermodell aussehen, weil du richtig Taille und Hüfte hast. Der Rock wird sich noch etwas an deine Beine schmiegen, ehe ein Schlitz es auflockert und du bequem flanieren und tanzen kannst. Es klingt einfach, aber du wirst wie ein Star aussehen.“
Makoto begann zu kichern und musste wegsehen. „Ach, hör auf! Ich bin froh, wenn ich mit den anderen mithalten kann. Minako hat schon von ihrem Kleid geschwärmt und mir Fotos gezeigt.“
Setsuna schwieg kurz, ehe sie durch den leichten Druck ihrer Hände Makoto an die Berührung erinnerte und sie wieder ganz auf sie fokussieren konnte. „Vertraust du mir?“
„Natürlich“, antwortete Makoto halblaut.
„Dann glaub mir, wenn ich sage, dass du sehr gut aussehen wirst und dir keine Gedanken machen musst. Auch nicht wegen des Ausschnitts. Ist es dir ein Trost, wenn ich dir verrate, dass meiner ähnlich tief sein wird?“, bot Setsuna mit einem fast schelmischen Ton an.
Makotos Augen weiteten sich. „Was wirst du tragen? Kann ich es sehen?“
„Klar.“ Setsuna löste ihre Hände von der anderen und kniete sich vor ihren Schrank, wo sie vom Boden des Schrankes eine breite, flache Kiste herauszog. Neugierig trat Makoto heran und beobachtete, wie Setsuna behutsamen den Deckel hob und das Seidenpapier zur Seite schlug. Im ersten Moment wusste Makoto nicht genau, was sie erkennen sollte, denn sie sah nur tiefes Schwarz und viele goldene, schwere Ketten. Mit einigen Handgriffen, die dazu dienten den am Kleid befestigten Schmuck auf ihre Hände und Unterarme zu fädeln, hob Setsuna am Dekolté das Kleid zum Teil aus der Kiste. Ehrfürchtig kniete sich Makoto neben sie und strich über den Stoff. „Wow, das sieht ja toll aus. Hast du das genäht?“
Völlig unerwartet begann Setsuna an zu lachen und Makoto fühlte sich wie bei einer Dummheit ertappt.
„Du schmeichelst mir zu sehr!“, erklärte schließlich Setsuna und lächelte Makoto ganz heiter an. Sie legte das Kleid wieder in die Kiste. „Das ist ein Chanel-Kleid.“
„Die das Parfüm? Wie- Coco Chanel??“, fragte Makoto verdattert.
„Genau das Chanel. Haute Couture-Collection von 1992.“
„WOW! Wie bist du da rangekommen?!“
Bevor Setsuna antwortete, schloss sie den Deckel und legte ihre Hände drauf. „Geburtstagsgeschenk von Haruka und Michiru. Sie waren der Meinung, sich wieder überbieten zu müssen.“
„Wow“, wiederholte Makoto, denn ihr fiel nichts Intelligenteres ein, während sie langsam nickte und sich versuchte eine Vorstellung zu machen, wie teuer so ein altes Kleid sein konnte und dass sie vermutlich dafür niemals ein Vermögen hinlegen würde. Aber verdammt, war sie Neugierig Setsuna in dem Kleid zu sehen. „Wenn ich ein schwarzes Accessoire zu meinem Kleid hätte, dann würde es fast wie ein farbliches Negativ deines Kleides sein, oder?“, fragte sie nachdenklich und mit etwas unfokussiertem Blick. Als ihr aufging, dass sie keine Antwort bekam, sah sie zu Setsuna hinüber, die nur ein für ihre Verhältnisse breites und sehr Setsuna-mysteriöses Lächeln hatte. „Etwa nicht?“
„Doch, doch“, stimmte Setsuna zu und lächelte weiter.
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Date: 2019-08-17 04:23 pm (UTC)Aber das Kleid wird ihr ohne jeden Zweifel super stehen *-* Kein Wunder, dass Makoto dann die Idee hatte, eine Handtasche zu kaufen. *hust* Ich glaube, ich muss dann bei Gelegenheit mal die Geschenkübergabe schreiben. In einer Woche dann. *seufz*
Äääh..
ICH LIEBE ES!!!!!!!
no subject
Date: 2019-08-20 09:56 am (UTC)Übrigens, hier ist das Kleid (https://sailormusic.net/wordpress/images/artbook2/sailormoon-artbook-2-57.jpg) (und Setsuna steht like some hot piece daneben like I can't even).
Ich bin total dafür, dass du die Geschenkübergabe schreibst!! SEHR!
ICH LIEBE ES, DASS DU ES LIEBST!!
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Date: 2019-08-19 08:01 pm (UTC)Und ich liebe Haruka und Michirus Cameos und es passt total zu ihnen bei Geschenken zu eskalieren :D
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Date: 2019-08-20 09:54 am (UTC)Super Gedächtnis! Ja, es ist an das Artbook-Kleid (https://66.media.tumblr.com/f058e0b21e9a7f07d2f86ffe0dec41e9/tumblr_pphtj6tQX61w65n0mo1_640.jpg) angelehnt! Was widerum an ein reales Kleid von Chanel angelehnt ist! Und bei Makotos Kleid wollte ich eigentlich selber auf die Suche gehen nach guten inspirationen, fand aber keines in der kurzen Zeit eines Abends, dass irgendwie in die angedachte Fashionista-Kerbe von Setsuna schlägt, im Ansatz realisierbar und nicht ganz gegen Makotos Stil geht, also ging ich weiter mit den Artbook-Illus (https://sailormusic.net/wordpress/images/artbook2/sailormoon-artbook-2-57.jpg). (Wo die beiden auch zufällig nebeneinander sind und come on, wenn das mal nicht eine gute Kombi ist??)
Sie sind furchtbare Freunde, darum lieben wir sie :D
Danke! <3