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Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: h/c - “Entschuldige, dass ich mir Sorgen mache…” (für mich)
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Lance
Warnung: Enthält Spoiler für das offizielle Ende der Serie (wer sie noch schauen will, sollte die Finger hiervon lassen… *hust*). Offiziell, weil die Serie für mich mit der siebten Staffel endet. Punkt.

Er hatte inzwischen einige Sonnenuntergänge gesehen. Auf der Erde, auf anderen Planeten, Monden… ein paar Mal von einem Raumschiff aus, was weniger spektakulär war, als es klang. Ohne eine Atmosphäre verschwand der jeweilige Stern einfach hinter einem Planeten und das wars. Keine Farbenspiele, kein langsam schwindendes Licht, wenn die Dämmerung voranschritt. Auf einem Raumschiff gab es keine Dämmerung, nur künstliches Licht. Man konnte nicht hören, wie die Welt ein wenig stiller wurde, je dunkler es wurde. Dabei wurde es auf den meisten Planeten auch nachts nicht wirklich still. Es war nur eine… doch, es war eine Art Stille. Alles wurde etwas leiser als noch tagsüber. Als wären alle Bewohner der Planeten mehr auf Heimlichkeit bedacht.
Aber nichts konnte die Wüste von Arizona übertreffen. Vielleicht sprach da auch eine gewisse Nostalgie aus ihm. Aber er verband die Sonnenuntergänge hier immer mit Heimat. Auch wenn er es damals, als Kind, nicht zu würdigen gewusst hatte. Aber welcher Junge tat das schon? Es war eben ein Sonnuntergang. Gab es jeden Abend. Hatte es gestern gegeben und würde es morgen auch wieder geben.
Bis er die Sonnenuntergänge mit einem bestimmten Mann geteilt hatte. Und dieser Mann erst verschollen war, was sein eigenes Leben in der Folge auch ins Chaos gestürzt hatte. Eine Zeitlang hatte er sich schon damit abgefunden gehabt, die Erde nie wieder zu sehen. Die Sonnenuntergänge. Und jetzt war er hier und beobachtete, wie die Schatten immer länger wurden. Spürte, wie es kälter wurde. Die sengende Hitze wich langsam und als der erste kühle Wind über seine nackten Unterarme strich, bildete sich eine Gänsehaut.
Kosmo schob seinen Kopf auf Keiths Schoß. Es war nicht ganz klar, ob er merkte, dass Keith zu frösteln begann oder einfach nur gestreichelt werden wollte. Es war reine Gewohnheit, dass Keith ihn zu kraulen begann. Für einen Moment schien der Wolf vergessen zu haben, dass er die auf der Erde normalen Maße eines Wolfes oder großen Hundes schon lange hinter sich gelassen hatte, und rollte sich auf den Rücken. Dass er nicht nachdrücklicher seine Streicheleinheiten einforderte, war vermutlich nur der Intelligenz des Tieres zu verdanken. Zwar gehorchte er Keith auch, aber bis heute wusste der nicht, was der Grund war. Erziehung konnte es eigentlich nicht sein. Am liebsten wollte Keith einfach glauben, dass Kosmo seine Kraft gut einschätzen konnte. Und sich bewusst war, dass er Keith problemlos ernsthaft verletzen konnte. Ob es aber wirklich damit zusammenhing, würde er wohl nie erfahren. Fragen konnte er ja schlecht.
Natürlich hörte Kosmo das Hoverbike lange vor Keith. Aufmerksam sah er in die entsprechende Richtung und bellte, als Lance etwas zu abrupt zum Stehen kam. “Hier steckst du!”
“Was willst du?” Verdammt… er wollte niemanden sehen. Er wollte zusehen wie die Nacht hereinbrach und nicht daran erinnert werden, was er heute erfahren hatte. Es wenigstens für heute einfach verdrängen.
“Entschuldige, dass ich mir Sorgen mache…” Lance stieg ab und schon kam Leben in Kosmo, der sich erwartungsvoll vor Lance setzte und dafür etwas abwesend gestreichelt wurde. Der Wolf trug es mit Fassung und ließ sich ein paar Meter entfernt auf den Fels fallen.
“Ich komme klar.” Es hatte sich schon länger abgezeichnet. Dass er den Kürzeren ziehen würde. Bis heute begriff er nicht, warum. “Manche Dinge… passen einfach nicht.”
“Das ist Blödsinn und du weißt das selbst.” Lance setzte sich neben Keith und sah zum Horizont. “Ich hätte das hier Allura zeigen sollen… aber wir waren immer so beschäftigt… und dann…” Die Trauer saß noch zu tief. Immer noch. Keith konnte es verstehen. Lance hatte Allura geliebt und tat es immer noch. Es gab Geschichten, die durften nicht enden. Und doch taten sie es.
“Wirst du hingehen?”
“Nein.”
“Lass mich raten: Du wirst zufällig eine wichtige Mission haben und es nicht rechtzeitig zurück zur Erde schaffen.” Es war manchmal gruselig, wie gut Lance ihn inzwischen einschätzen konnte. Aber leugnen wäre zwecklos und außerdem gelogen. “Ich bin mir ohnehin nicht sicher, ob ich zurückkomme.” Die Erde hatte keinen Reiz mehr für ihn. Eigentlich stand sie eher für alles, was schiefgelaufen war. Was er verloren hatte. “Kommst du mit?”, fragte er, bevor Lance noch etwas sagen konnte. “Es gibt noch genug Arbeit da draußen… Und noch viel mehr zu sehen.”
Eine ganze Weile schwieg Lance. Erst als bereits die hellsten Sterne am Himmel aufgeflammt war, nickte er. “Okay.”

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