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Feb. 10th, 2008 04:34 pmCharaktere: Elizabeth Swann, James Norrington
Wörter: 480
Warnungen: "missing scene", Sprachimpressionismus und ein klein wenig fluff.
Challenge: #1
AN: soll während Dead Man's Chest, auf der Black Pearl spielen.
Sie ist einsam und er - betrunken. Größere Liebesgeschichten als die ihre es jemals wird sein können, haben schon ihren Ursprung genommen in einer vergleichbar banalen Konstellation.
Elizabeth weiß kaum noch, wie es sich ergeben hat, dass sie jetzt nebeneinander, an Deck der Black Pearl sitzen, eine Flasche Rum und bittersüße Gedanken teilend, schlaflos, atemlos unter samtenen Nachthimmel, und die Sterne funkeln mit einem Mal viel zu hell.
Sie lächelt in die Dunkelheit. „Als ich vierzehn war, hätte ich zwanzig Jahre meines Lebens gegeben für eine Nacht wie diese“, sagt sie. „Eine Reise, ein Schiff, Ihr, die Freiheit zu tun, was immer ich will.“ Ihr Lächeln wird zu einem Grinsen, als sie in gespieltem Ernst hinzufügt: „Ich war entsetzlich verliebt in Euch, damals“ und es beschämt ihn, wie sehr das kleine Wort „damals“ ihn immer noch schmerzt.
James sieht an ihr vorbei, hinaus in die schwarze Ferne. Nicht ihr, nicht sich selbst kann er die Verlegenheit, die ihr kleines Geständnis in seine Züge gemalt hat, zumuten.
„Ihr wart ein Kind, Elizabeth“, erklärt er ruhig, ihre einzige Reaktion besteht aus einem ruckartigen Nicken, das ihm offenbart, dass diese Äußerung sie nicht zufriedenstellt.
„James“, murmelt sie und er schweigt und wartet und wagt zu hoffen, doch der Augenblick verstreicht ungenützt.
Später berühren sich ihre Finger für den Bruchteil einer Sekunde, als er ihr die Flasche reicht. Ihre Hände sind sehr klein und rauh. Vorsichtig stellt Elizabeth die Flasche ab.
„Ich liebe Will“, ruft sie ihnen beiden leise, trotzig, in Erinnerung, ehe sie James rasch auf die Lippen küsst, eine flüchtige, fast unschuldige Berührung. Ein Versprechen, oder ein Abschied?
Von irgendwoher erklingt das Krächzen des verfluchten Papageis, und beide zucken sie zurück, schuldbewusst. James schwindelt, als er ruckartig aufspringt. Niemals hätte er es soweit kommen lassen dürfen. Gleich, welchen Wandel er durchgemacht haben mag in den letzten, bitteren Wochen und Monaten, seit seine Welt zerbrach, wenigstens Elizabeth wird er niemals als etwas anderes denn als Ehrenmann begegnen, das ist der Schwur, den er in dieser Nacht leistet.
„Es ist sehr spät. Mit Sicherheit steht uns morgen ein anstrengender Tag bevor“, flüchtet er sich in die erste Plattitüde, die ihm einfällt, um unbehagliches Schweigen zu überbrücken.
Vergeblich sucht er ihr Lächeln zu deuten, als sie ihm eine gute Nacht wünscht.
Er erwacht irgendwann, zwischen Nacht und Morgen, aus unruhigem Schlaf, als etwas – jemand – seine Schulter berührt. Es ist sehr dunkel in den Mannschaftsquartieren unter Deck.
„Elizabeth?“ flüstert er, peinlich bedacht, kein anderes Crewmitglied zu wecken.
Sie küsst ihn abermals, fordernder, zu seiner Schande kann er nicht anders, als den Kuss zu erwidern, und für Atemzüge nur scheinen sich Zweifel und Bitterkeit, gebrochene Versprechen und unerfüllt Hoffnungen aufzulösen in einem einzigen Augenblick ungekannten Glücks.
Elizabeth löst sich von ihm, legt einen Finger an seine Lippen.
„Still“, mahnt sie, als er den Mund öffnet, um sie um Verzeihung zu bitten, vielleicht.
„Seid nur still. Ihr träumt.“
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Date: 2008-02-10 04:15 pm (UTC)Und sehr, sehr IC, für beide.
♥
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Date: 2008-02-10 05:56 pm (UTC)Vielen Dank jedenfalls für die Kommentarblumen!
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Date: 2008-02-10 04:23 pm (UTC)*immer noch ganz schwummrig ist*
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Date: 2008-02-10 07:57 pm (UTC)no subject
Date: 2008-02-10 04:34 pm (UTC)Wunderschön <3
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Date: 2008-02-10 08:04 pm (UTC)Ich weiß nicht mal, ob ich mir ein happily-ever-after für die zwei gewünscht hätte. So ungeklärte/unerfüllte Situationen lassen der Muse halt mehr Spielraum ;-)
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Date: 2008-02-10 06:07 pm (UTC)Ich finde, dass du einen interessanten Schreibstil hast. Gefällt mir sehr gut!
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Date: 2008-02-10 08:06 pm (UTC)