luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen posting in [community profile] 120_minuten
Team: Schwarz (Eisberg)
Challenge: h/c - “Wir dachten du wärst…”
Fandom: Voltron
Charaktere: Keith, Shiro, der Rest


Direkte Fortsetzung hiervon

Mit einem Mal konnte er nicht mehr atmen. Die Luft schien nach Rauch zu schmecken, dabei wusste er objektiv, dass das vollkommen unmöglich war. Dass Pidge Recht hatte, und sein Anzug der beste Schutz war, den er sich gerade wünschen konnte. Trotzdem konnte er sich nicht bewegen. Kaum klar denken. Dabei musste er… was?
Verdammte Scheiße, er sollte sich mal zusammenreißen, aber er konnte es einfach nicht. Was war mit Shiro? War er verletzt? “Shiro?” Brauchte er seine Hilfe? Dabei hatte er sie gerade selbst ziemlich nötig, er war sogar kurz davor, es offen zuzugeben. Die Flammen schienen höher zu werden, bedrohlicher. Die Hitze wäre ohne den Anzug unerträglich, das war Keith klar. Er musste hier raus. Irgendwie. Auch die beste Technik musste irgendwann an ihre Grenzen kommen und Keith wollte es hier ganz sicher nicht ausprobieren. Eigentlich nie. Für einen Moment war er wieder ein Kind, das ungläubig zugehört hatte, als man ihm erklärt hatte, dass der Vater tot war. Die einzige Familie, die er je gekannt hatte.
Ob er genauso enden würde? Dabei hatte er immer angenommen, dass er im Kampf sterben würde. Entweder als Paladin oder bei einer Mission als Agent der Blade of Marmora. Feuer hatte er nie in Erwägung gezogen.
Vermutlich wäre es kein Problem, durch das Feuer zu kommen. Es konnte sich nicht weit ausgebreitet haben, es gab hier nicht besonders viel was brannte. Aber es war Feuer.Er konnte nicht… er konnte sich den Flammen einfach nicht nähern. Es ging nicht und er konnte sich nicht einmal schlecht deswegen fühlen.
Als sich etwas in den Flammen zu seiner Rechten veränderte, zuckte er zurück und kam dem Feuer auf der anderen Seite viel zu nah. Wie hungrige gelb-orange Monster schienen sie nach ihm zu greifen und es gab nichts, was er dagegen tun konnte. Bis er an der Schulter gepackt und zurückgezogen wurde. Erschrocken wirbelte Keith herum und sah direkt in Shiros Gesicht. Den Ausdruck darauf konnte man kaum anders als panisch bezeichnen, auch wenn das flackernde Licht der Flammen Raum für Zweifel übrig ließ. Zusammen mit der Tatsache, dass er es bei Shiro bisher nur sehr selten erlebt hatte und wenn, dann immer wenn er einen Flashback aus seiner Zeit in Gefangenschaft hatte. Sein Mund bewegte sich und das merkwürdige Hintergrundrauschen, das er bis jetzt gar nicht richtig wahrgenommen hatte, wurde zu Shiros Stimme. “Keith!” Wie lange versuchte Shiro schon, ihn zu erreichen?
“Ich hör dich”, konnte er aber erstmal nur antworten und sein Gegenüber entspannte sich merklich. “Ich dachte, du wärst…” Der Rest des Satzes blieb in der Luft hängen, lauter als wenn Shiro ihn ausgesprochen hätte. Keith wusste nicht, was für eine Antwort jetzt angemessen wäre, er konnte immer noch kaum klar denken. Er wollte hier weg, aber immer wenn er das Feuer ansah, fühlte er sich wie gelähmt.
“Ich kann nicht…”, murmelte er, wobei er sich nicht ganz sicher war, was er genau sagen wollte. “Das Feuer…”
“Ich weiß.” Shiros Hand lag immer noch auf seiner Schulter, ein irgendwie beruhigendes Gewicht. Ein Anker, den er gerade dringend brauchte. “Aber wir müssen hier weg. Da brennt irgendeine Flüssigkeit. Und es breitet sich aus. Pidge? Hörst du mich?”
“So klar und deutlich wie es geht”, rauschte Pidges Stimme, “Wo seid ihr?”
“Umgeben von Feuer auf halbem Weg zur Brücke.”
“Quiznak…”, murrte Pidge, “Das Feuer breitet sich immer weiter aus. Die Leitungen tragen es überall hin. Eigentlich müssten wir die ganze Atmosphäre rauslassen, damit es erstickt…”
“Das geht nicht, solange wir nicht Allura und Coran vorgewarnt haben”, widersprach Shiro sofort und Pidge schnaubte. Jedenfalls glaubte Keith das. Das Geräusch war unter dem Rauschen und Knacken schwer zuzuordnen. “Glaubst du, das weiß ich nicht? Ein Grund mehr, dass ihr sie endlich findet.” Dann war die Verbindung weg.
“Keith, wir haben keine andere Wahl.” Dass Shiro es schaffte, bedauernd zu klingen, war schon merkwürdig. Es gab nichts, was ihm Leid tun müsste. Dass Keith so eine Angst vor Feuer hatte, war sein persönliches Problem, mit Shiros.
“Ich weiß”, antwortete er darum nur, rührte sich aber nicht vom Fleck.
“Du schaffst es. Ich glaube an dich. Das Feuer kann uns nicht schaden.”
Nein. Er konnte das nicht schaffen. Wie auch? Aber Shiro nahm seine Hand und hielt sie fest. “Hast du mich verstanden?”
“Ja.” Er vertraute Shiro. Mehr als jedem anderen. Wenn er sagte, dass er es schaffte, dann war das auch so.

Trotzdem war der Sprint durch das Feuer das so ziemlich schlimmste, was Keith bisher erlebt hatte. Und er hatte schon einige ziemlich unschöne Erfahrungen in seinem Leben gemacht. Allzu weit hatte es sich zum Glück noch nicht ausgebreitet, sie waren nach zwei oder drei Sekunden durch. Trotzdem war Keith hinterher schweißgebadet und das hatte rein gar nichts mit der Hitze zu tun. Der Rest des Weges verlief zum Glück ereignislos, auch wenn Keith immer wieder den Eindruck hatte, dass Shiro etwas sagen wollte. Aber sie erreichten die Brücke ohne dass irgendjemand das Wort ergriff. Keith war das auch lieber so. Jetzt war erstmal wichtig, dass sie die Situation in den Griff bekamen.
Auf der Brücke fanden sie tatsächlich Allura und Coran vor, die versuchten, das Schiff wieder unter Kontrolle zu bekommen. Von dem Feuer hatten sie anscheinend noch nichts gemerkt, das ließ sich aber schnell ändern. Während Shiro die beiden ins Bild setzte, informierte Keith Pidge, dass sie gleich soweit waren. “Ihr beeilt euch besser. Das Feuer breitet sich immer weiter aus.”
“Klar.” Keith hatte schließlich auch ein Interesse daran, dass dieses Feuer möglichst schnell gelöscht wurde. Das hatten sie alle. Es drang schon Rauch durch die immer noch offene Tür. Coran bemerkte es zuerst. “Prinzessin, wir sollten…”
“Ich habs bemerkt.” Allura setzte ihre Mäuse in eine der Stasiskammern, damit die Tierchen keine Schaden davontrugen und holte dann schnell ihren Helm. Da sie und Coran ohnehin schon ihre Anzüge trugen, dauerte es nicht lange, bis sie so weit waren und Keith gab an Pidge weiter, dass sie loslegen konnte. “Endlich. Okay, haltet euch irgendwo fest, es könnte etwas ziehen.”
Keith sparte sich die Bemerkung, dass das zu erwarten war, wenn man die ganze Atmosphäre aus dem Schiff ließ. Stattdessen suchte er sich eine Stelle, wo er sich gut festhalten konnte. Dabei bemerkte er, dass Shiro sich zu ihm gesellte und sich verdächtig nah an ihm einen sicheren Stand verschaffte. “Okay, Pidge, wir sind soweit.”
“Wir auch”, rauschte Lance noch schlimmer durch den Funk als Pidge. Die antwortete gar nicht mehr, dafür ging für einen Moment die Notenergie an, alle Türen auf und der Sturm ging los. Auch wenn Keith darauf vorbereitet war, hätte es ihn fast von den Füßen gerissen. Schon spürte er Shiros Arm um seine Hüfte und es wurde deutlich leichter, sich festzuhalten. Künstliche Gliedmaßen aus Galra-Tech hatten schon gewisse Vorzüge. Zum Glück dauerte der Sturm nicht zu lange und bald hörte Keith Pidges Stimme: “Das wär erledigt. Jetzt warten wir erstmal ne Weile. Das Feuer sollte eigentlich schon tot sein, aber sicher ist sicher.”
Erst jetzt ließ Shiro ihn los.

Date: 2019-08-11 07:32 am (UTC)
aleamakota: (Cat)
From: [personal profile] aleamakota
Ich habe mich vor allem beim ersten Teil gefragt: Warum ist das so ruhig geschrieben?! Warum bummeln die alle so?! Aber warum sollte es nicht so sein? Es ist ein fucking Raumschiff. Natürlich sind sie ruhig. Natürlich überlegen sie und gehen planvoll und nicht überstürzt vor. Weil alles andere einfach mal tödlich wäre.
Umso besser kommt Keiths Schockgefrorenheit hier durch. Wirklich schön geschrieben, vor allem dieser Moment, als er feststellt, dass es nur ein paar Sekunden Überwindung brauchte... und trotzdem völlig durch ist. I feel him so much!

Profile

120_minuten: (Default)
Die Uhr läuft ... jetzt!

Most Popular Tags

January 2026

M T W T F S S
   1 234
567891011
12131415 161718
19202122232425
262728293031 

Style Credit

Powered by Dreamwidth Studios